Zitate über bedenkliche Entwicklungen des Denkens - 
Wahrheitsverdrehung, Umwertung, Rechtsverdrehung, Werterelativisms
 
   

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  Wahrheitsverdrehung

Seit unserer frühesten Jugend sind wir daran gewöhnt, verfälschte Berichte zu hören, und unser Geist ist seit Jahrhunderten so sehr mit Vorurteilen durchtränkt, dass er die fantastischsten Lügen wie einen Schatz hütet, so dass schließlich die Wahrheit als unglaubwürdig und die Lüge als wahr erscheint.
Sanchuniathon (150 v.Chr.), phönizischer Schreiber

Was ist es denn für eine verkehrte Weisheit, in nichtigen Dingen, ja in der Bosheit erfahren und gewitzt zu sein, in dem aber, was allein zu unserem Heil gehört, nicht verständiger zu sein als das Vieh!
Erasmus von Rotterdam (1469-1536), holländischer Theologe, Philologe und Humanist

Man darf das Volk die Wahrheit der Usurpation nicht merken lassen, sie wurde einmal ohne Begründung gegeben, sie ist vernünftig geworden, man muss sie als maßgeblich, ewig betrachten und ihr Herkommen verbergen, wenn man nicht will, dass sie bald ende.
Blaise Pascal (1623-1662), französischer Philosoph, Mathematiker und Physiker

Diejenigen, die in der Unordnung leben, sagen zu denen, die in der Ordnung leben, dass sie sich von der Natur entfernen.
Blaise Pascal (1623-1662), französischer Philosoph, Mathematiker und Physiker

Freunde, bedenket euch wohl, die tiefere, kühnere Wahrheit laut zu sagen, sogleich stellt man sie euch auf den Kopf.
Friedrich Schiller (1759-1805), deutscher Dichter

Der lügt am sichersten, der die Wahrheit nur verfälscht und keine ganze Lüge erdichten darf; bei jedem nimmt er ein andres Stück Wahrheit weg und setzt eine andre Lüge hinzu.
Jean Paul (Jean Paul Friedrich Richter)(1763-1825), deutscher Schriftsteller

Wir haben einen natürlichen Geschmack für das Falsche, aber wir haben natürlich das Bedürfnis zu glauben, dass das Falsche wahr ist.
Alexandre Rodolphe Vinet (1767-1847), schweizerischer evangelischer Theologe und Literaturhistoriker

Der Mensch besitzt eine solche Leidenschaft für Systematik und abstrakte Folgerungen, dass er es fertig bringt, bewusst die Wahrheit zu verdrehen und mit sehenden Augen nicht zu sehen und mit hörenden Ohren nicht zu hören.
Fjodor Michailowitsch Dostojewskij (1821-1881), russischer Dichter

Die heutige Umkehrung des Denkens zeigt sich mitunter in einer besonders hinterlistigen Form: Die Dinge werden auf den Kopf gestellt, indem man das moralisch Gute als sozialen Konformismus hinstellt. Als Helden des Tages gelten diejenigen, die sich gegen die überlieferten Werte stellen. Dafür spricht man denen, die diese Werte achten, die Glaubwürdigkeit ab.
Jean Daniélou (1905-1974), katholischer Theologe, Jesuitenpater und Kardinal

  Umwertung

Wehe denen, die das Böse gut und das Gute Böse nennen, die die Finsternis zum Licht und das Licht zur Finsternis machen, die das Bittere süß und das Süße bitter machen.
AT, Jesaja 5,20

Es ist mancher scharfsinnig und doch ein Bösewicht und kann die Sache drehen, wie er sie haben will.
AT, Jesus Sirach 19,22

Wenn die Begriffe nicht klargestellt sind, dann treffen Worte nicht das Richtige. Wenn die Worte nicht das Richtige treffen, dann kann man in seinen Aufgaben keinen Erfolg haben, dann sind Strafen nicht gerecht. Wenn die Strafen nicht gerecht sind, dann weiß das Volk nicht mehr ein noch aus.
Konfuzius ( 51 v.Chr.-479 v.Chr.), chinesischer Philosoph

Böses erscheint dem als Gutes, dem ein Gott seine Sinne führt ins Verhängnis.
Sophokles (496-406 v.Chr.), griechischer Philosoph

Geist stand einst höher im Kurs als Gold, heute jedoch gilt mangelnder Reichtum als Mangel an Kultur.
Ovui (43 v.Chr.-wohl 17 n.Chr.), römischer Dichter

Ein kranker Sinn sieht Falsches als wahr.
Lucius Annaeus Seneca (um 4 v.Chr-65 n.Chr.), römischer Dichter, Philosoph und Politiker

Wenn einer sich der Erziehung und Philosophie widmet, ist er ein Phantast; wenn er keusch in Demut lebt, ist er ein Dummkopf; wenn er fromm ist, wird er als widerwärtig angesehen; wenn er gerecht sein will, hält man ihn für grausam; wenn er an Gott glaubt und auf ihn vertraut, gilt er als unwissend; wenn er nur in Christus seine Hoffnung setzt, wird er von allen verhöhnt; wenn er die Nächstenliebe übt, ist er ein Schwächling.
Girolamo Savonarola (1452-1498), italienischer Bußprediger

Je besser und sicherer der Betrug gelingt, desto mehr Lob und Ruhm erwirbt man. Die Bösen werden wegen ihrer Geschicklichkeit gelobt, die Guten wegen ihrer Einfalt getadelt.
Niccolò Machiavelli (1469-1529), italienischer Politiker, Philosoph, Geschichtsschreiber und Dicher

Wer Gut und Böse vertauscht, ist ein Feind Gottes.
Edmund Burke (1729-1797), irischer protestantischer Politiker und Redner, Kämpfer für die Katholikenemanzipation

Friedrich Nietzsches "Umwertung aller Werte"

Bei allem Werte, der dem Wahren, dem Wahrhaftigen, dem Selbstlosen zukommen mag: es wäre möglich, dass dem Scheine, dem Willen zur Täuschung, dem Eigennutz und der Begierde ein für alles Leben höherer und grundsätzlicherer Wert zugeschrieben werden müsste.

Kann man nicht alle Werte umdrehn? Und ist Gut vielleicht Böse? Und Gott nur eine Erfindung und Feinheit des Teufels?

Was eine Zeit als böse empfindet, ist gewöhnlich ein unzeitgemäßer Niederschlag dessen, was ehemals als gut empfunden wurde: Der Atavismus eines älteren Ideals.

Unterschätzen wir dies nicht: wir selbst, wir freien Geister, sind bereits eine „Umwertung aller Werte“, eine leibhafte Kriegs- und Siegs-Erklärung an alle alten Begriffe von „wahr“ und „unwahr".

Denn alle Dinge sind getauft am Borne der Ewigkeit und jenseits von Gut und Böse; Gut und Böse selber aber sind nur Zwischen-Schatten und feuchte Trübsale und Zieh-Wolken.

Man wird euch die Vernichter der Moral nennen, aber ihr seid nur die Erfinder von euch selber.

Das Böse ist des Menschen beste Kraft.

"Unschuld": so heißen sie den Idealzustand der Verdummung; "Seligkeit": den Idealzustand der Faulheit; "Liebe": den Idealzustands der Herdentieres, das keinen Feind mehr haben will. Dann hat man alles, was den Menschen erniedrigt und herunterbringt, ins Ideal erhoben.
Wir vermeinen, dass Härte, Gewaltsamkeit, Sklaverei, Gefahr auf der Gasse und im Herzen, Verborgenheit, Stoizismus, Versucherkunst und Teufelei jeder Art, dass alles Böse, Furchtbare, Tyrannische, Raubtier- und Schlangenhafte am Menschen so gut zur Erhöhung der Species "Mensch" dient, als sein Gegensatz.

Das Christentum, aus jüdischer Wurzel und nur verständlich als Gewächs dieses Bodens, stellt die Gegenbewegung gegen jede Moral der Züchtung, der Rasse, des Privilegiums dar: - es ist die antiarische Religion par excellence: das Christentum die Umwertung aller arischen Werte, der Sieg der Tschandala-Werte, das Evangelium den Armen, den Niedrigen gepredigt, der Gesamt-Aufstand alles Niedergetretenen, Elenden, Missratenen, Schlechtweggekommenen gegen die „Rasse“, - die unsterbliche Tschandala-Rache als Religion der Liebe.


Es gibt kein ewigen Wahrheiten.

Alles aber ist geworden; es gibt keine ewigen Tatsachen: so, wie es keine absoluten Wahrheiten gibt.


Was ist also Wahrheit? Ein bewegliches Heer von Metaphern, Metonymien, Anthropomorphismen kurz eine Summe von menschlichen Relationen, die, poetisch und rhetorisch gesteigert, übertragen, geschmückt wurden, und die nach langem Gebrauche einem Volke fest, canonisch und verbindlich dünken: die Wahrheiten sind Illusionen, von denen man vergessen hat, dass sie welche sind, Metaphern, die abgenutzt und sinnlich kraftlos geworden sind…


Wenn wir die Wahrheit auf den Kopf stellen, bemerken wir gewöhnlich nicht, dass auch unser Kopf nicht dort steht, wo er stehen sollte.
[Ob Nietzsche gelegentlich doch Zweifel an der "Umwertung aller Werte" überkamen?]


Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

Wenn wir heute in geordneten Verhältnissen leben, sind wir allen ein Ärgernis.
Jules Renard (1864-1910), französischer Schriftsteller

  Rechtsverdrehung

Verflucht, wer das Recht verdreht.
AT, Deuteronomium 27,19

Wenn ein Reicher sich mit Worten vergriffen hat, so gibt man ihm noch recht.
AT, Jesus Sirach 13,26

Heute ist eine große Nachfrage nach Menschen, die das Unrecht so erscheinen lassen, als wäre es Recht.
Terenz (190-159 v. Chr.), römischer Komödiendichter

Heutzutage werden die belohnt, die aus Scharz Weiß machen.
Terenz (
190-159 v. Chr.), römischer Komödiendichter

Das Recht ist, wo das meiste Geld ist.
Lukian von Samosata (ca. 120 bis Ende des 2. Jh.), griechischer Satiriker syrischer Herkunft

Das Töten eines Menschen gilt als Unrecht, und es steht darauf eine Todesstrafe. Die Tötung von hundert Menschen verdient demnach hundert Todesstrafen. Kommen wir nun aber zur Ungerechtigkeit im Großen, nämlich zum Angriff auf einen Staat, dann verurteilen die Menschen diese nicht mehr, im Gegenteil, sie rühmen sie und nennen sie gerecht. Sie verstehen die Dinge nicht und wissen nicht, was recht und unrecht ist.
Mo-ti (um 470-400 v.Chr.), chinesischer Philosoph

Wenn ich alle diese heutigen Gemeinwesen ringsherum vor meinem Geiste vorbeiziehen lasse, kann ich - so wahr mir Gott helfe - nichts anderes sehen als die reinste Verschwörung der Reichen, die unter dem Namen und Titel des Staates für ihren eigenen Vorteil tätig sind.
Thomas Morus (1478-1535), englischer Staatsmann und Humanist, Märtyrer unter Heinrich VIII.

Von Advokaten wollen sie rein gar nichts wissen, da deren Prozessführung hinterlistig und ihre Rechtsauslegung verdreht sei. Sie halten es nämlich für zweckmäßig, dass jeder persönlich seine Sache führe und dem Richter dasselbe sage, was er seinem Anwalt würde erzählt haben; so gebe es weniger Umschweife und lasse sich die Wahrheit leichter herausbekommen.
Thomas Morus (1478-1535), englischer Staatsmann und Humanist, Märtyrer unter Heinrich VIII.

Ich sagte es gab eine Gesellschaft von Menschen unter uns, die von Jugend in der Kunst der Worte, die zu diesem Zweck vervielfältigt wurden, das weiß schwarz und schwarz weiß ist, je nachdem wie sie bezahlt werden.
Jonathan Swift (1667-1745), anglo-irischer Schriftsteller und Satiriker

Um sicher Recht zu tun, braucht man sehr wenig vom Recht zu wissen. Allein, um sicher Unrecht zu tun, muss man die Rechte studiert haben.
Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), deutscher Physiker und Schriftsteller, Aphoristiker

Sie haben viele Gesetze gemacht und die Reichen dürfen sie brechen, die Armen aber nicht. Sie nehmen das Geld der Armen und Schwachen, um die Reichen und Starken damit zu stützen.
Sitting Bull (
Tatanka Iyotanka) (1831-1890), Stammeshäuptling und Medizinmann der Hunkpapa-Lakota-Sioux

Juristische Schwierigkeiten gibt es nicht für Leute mit Geld.
George Bernard Shaw (1856-1950), anglo-irischer Dramatiker, Nobelpreis für Literatur 1925

Wenn du etwas gegen das Gesetz tun willst, dann frage immer erst einen tüchtigen Rechtsanwalt.
George Bernard Shaw (1856-1950), anglo-irischer Dramatiker, Nobelpreis für Literatur 1925

Hat jemand mal etwas angestellt sich meist ein andrer noch dazugesellt um zu sagen klipp und klar, dass dieser Mensch es gar nicht war.Ein Rechtsanwalt vertritt nun mal seinen Mandant, die Wahrheit sich meist woanders fand.
Ekkehard Walter

  Werterelativismus

Wenn alles in Bewegung ist, ist nichts wahr und somit alles falsch.
Aristoteles (384-322 v.Chr), griechischer Philosoph

Unsere Zeit ist eine Zeit religiösen Verfalls. Die permanente Vitalität des Religiösen ist verlorengegangen, die Volksmasse ist entweder abergläubisch oder religiös gleichgültig geworden. Politische Führer sind Heuchler; die Jugend steht in einem offenen Konflikt mit der Autorität der Vergangenheit, man experimentiert mit orientalischen Religionen und Meditationstechniken. Der größte Teil der Menschen ist vom Verfall der Zeiten ergriffen.
Publius Cornelius Tacitus (55-116), römischer Geschichtsschreiber

Da die Menschen in ihrem Tun sich ungern nach der Vorschrift Christi ausrichten ließen, haben sie seine Lehre wie einen Messstab aus weichem Blei nach ihren Sitten gestreckt, damit eben beides noch einigermaßen übereinstimme. Ich weiß nicht, was sie damit erreichen, außer dass man mit besserem Gewissen Böses tun darf.
Thomas Morus (1478-1535), englischer Staatsmann und Humanist, Märtyrer unter Heinrich VIII.

Derjenige, welcher die bekannten, natürlichen Maßstäbe für Recht und Unrecht durcheinander wirft, kann nur als der ausgesprochene Feind des Friedens und des Glücks der Menschen angesehen werden.
John Locke (1632-1704), englischer Arzt und Philosoph der Aufklärung, gilt als Vater des Liberalismus

Wir wollen mit aller Vorsicht die Annahme tolerieren, moralisches Handeln sei auch ohne Religion möglich. Dies mag bei besonders dafür empfänglichen Gemütern unter dem Einfluss einer verfeinerten Erziehung Erfolg haben. Doch Vernunft und Erfahrung verbieten uns, zu erwarten, dass eine moralische Gesinnung innerhalb einer Nation vorherrschen könnte, wenn man die Prinzipien der Religion ausschließt.
George Washington (1732-1799), amerikanischer Politiker, einer der Gründerväter und erster Präsident der USA

Es gibt Axiome der Redlichkeit, der Ehrlichkeit, der Gerechtigkeit, wie es Axiome der Geometrie gibt, und die moralische Wahrheit steht nicht mehr in der Gewalt einer Abstimmung als die algebraische. Der Begriff des Guten und des Bösen kann nicht durch die allgemeine Abstimmung aufgelöst werden. Es steht nicht in der Macht irgendeiner Wählerschaft, die Lüge zur Wahrheit und das Recht zum Unrecht zu stempeln. Das menschliche Gewissen ist unabhängig von Stimmzetteln.
Victor Hugo (1802-1885), französischer Schriftsteller, Publizist und Politiker

Ohne auf Gott als den absoluten Grund zurückzukehren, ist es schlechterdings unmöglich, ein Prinzip zu finden, welches dem ethischen Gesetz eine ausreichende Sanktion erteilte, die es über jeden Zweifel herausgerückt erscheinen ließe; ohne göttliche Sanktion ist die Allgemeinheit und unbedingte Verbindlichkeit des Sittengesetzes eine Illusion.
Eduard von Hartmann (1842-1906), deutscher Philosoph

Es ist nicht alles relativ, sondern es gibt etwas Absolutes: Gott - den Schöpfer und Richter!
Léon Bloy (1846-1917), französischer Schriftsteller und Philosoph

Meinungen können an gewissen Grundwahrheiten so wenig ändern, wie Wetterfahnen die Richtung des Windes ändern können. Die Wetterfahnen machen den Wind nicht östlich oder nördlich, ebenso können Meinungen die Wahrheit nicht wahr machen.
Vincent van Gogh (1853-1890), niederländischer Maler

Je mehr ihr mir sagt und mich zu überzeugen sucht, dass es nichts Absoultes in dieser Welt und in unserem Himmel gebe, dass Wahrheit und Gerechtigkeit und Schönheit Menschenwerk seien, umso tiefer überzeugt ihr mich davon, dass es also Sache des Menschen ist, sie zu erhalten, und dass seine Ehre auf dem Spiel steht. Der Mensch ist verantwortlich vor Gott.
André Gide (1869-1951), französischer Schriftsteller, Literaturnobelpreisträger

Dies sind die Tage, in denen von den Christen erwartet wird, jeden Glauben zu preisen außer ihrem eigenen.
Gilbert Keith Chesterton (1874-1936), englischer Schriftsteller und Journalist

Der Mensch der Moderne sagt: "Lassen wir alle die willkürlichen Normen fallen und entscheiden wir uns für die Frieheit". Sinngemäß übersetzt heißt das: "Kümmern wir uns nicht darum, was gut ist, sondern kümmern wir uns darum, dass mehr herausspringt." Er sagt: "Weder in der Religion noch in der Moral liegt die Hoffnung der Menschheit, sondern in der Erziehung." Klar ausgedrückt bedeutet das: "Wir können nicht entscheiden, was gut ist; überlassen wir die Sache unseren Kindern."
Gilbert Keith Chesterton (1874-1936), englischer Schriftsteller und Journalist

Das Recht ging an der Weltanschauungslosigkeit zugrunde. Erst aus neuer Weltanschauung kann es wieder erstehen. Aus einer Grundvorstellung unseres Verhaltens zum Lebendigen als solchem muss es fließen als aus einer nie versiegenden und nie versumpfenden Quelle. Diese Quelle ist die Ehrfurcht vor dem Leben.
Albert Schweitzer (1875-1965), deutsch-französischer Arzt, Philosoph, evangelischer Theologe, Organist, Musikwissenschaftler und Pazifist

Das Zeitalter ist unphilosophisch und feig; es hat nicht den Mut zu entscheiden, was wert und was unwert ist, und Demokratie, auf das knappeste ausgedrückt, bedeutet: Tun, was geschieht!
Robert Musil (1880-1942), österreichischer Schriftsteller und Theaterkritiker

Sittlichkeit, Billigkeit und die Grundsätze der Gerechtigkeit ändern sich nicht mit dem Kalender.
David Herbert Lawrence (1885-1930), englischer Schrifsteller, erster von Rang, der aus einer Arbeiterfamilie stammte

Niemand auf der ganzen Welt vermag die Wahrheit zu verändern. Wir können nur eines: sie suchen, sie finden und ihr dienen.
Maximilian Kolbe (1894-1941), polnischer Franziskanerminorit, Verleger und Publizist, von den Nazis ermordet (ging für einen Familienvater in den Tod), Märtyrer

Der Prozess, der, falls man ihm nicht Einhalt gebietet, den Menschen zerstören wird, spielt sich unter Kommunisten und Demokraten ebenso augenfällig ab wie unter Faschisten. Die Methoden mögen sich zunächst in der Brutalität unterscheiden. Aber manch ein sanftäugiger Naturgelehrter mit Zwicker, manch ein erfolgreicher Dramatiker, manch ein Amateurphilosoph in unserer Mitte verfolgt auf die Länge genau dasselbe Ziel wie die herrschenden Nazis in Deutschland.
Charles Stapleton Lewis (1898-1963), englischer Schriftsteller

Unvergängliche Werte unterliegen keinen Kursschwankungen. Sie werden nicht notiert.
Stanislaw Jerzy Lec (1906-1966), polnischer Satiriker

Während man einerseits mutmaßliche Rechte [z. B. das Recht auf die gleichgeschlechtliche Ehe] willkürlicher und genießerischer Art unter dem Vorwand beansprucht, sie würden von den staatlichen Strukturen anerkannt und gefördert, werden andererseits einem großen Teil der Menschheit elementare Grundrechte aberkannt und verletzt" [wie das Recht auf ein menschenwürdiges Leben].
Benedikt XVI. (Joseph Ratzinger) (1927- ), deutscher katholischer Theologe, Kardinal, emeritierter Papst

Eine Gott gegenüber feindliche oder gleichgültige Freiheit endet in der Verneinung ihrer selbst und gewährleistet nicht die vollkommene Achtung gegenüber dem anderen. Ein Wille, der sich für gänzlich unfähig hält, die Wahrheit und das Gute zu suchen, hat keine objektiven Gründe noch Motive für sein Handeln außer denen, die seine augenblicklichen und zufälligen Interessen ihm diktieren; er hat keine „Identität“, die durch wirklich freie und bewußte Entscheidungen zu schützen und aufzubauen ist. Er kann daher nicht die Achtung seitens anderer „Willen“ fordern, die sich ebenfalls von ihrem tiefsten Sein losgelöst haben, die also andere „Gründe“ oder sogar gar keinen „Grund“ geltend machen können. Die Illusion, im ethischen Relativismus den Schlüssel für ein friedliches Zusammenleben zu finden, ist in Wirklichkeit der Ursprung von Spaltungen und von Verneinung der Würde der Menschen.
Benedikt XVI. (Joseph Ratzinger) (1927- ), deutscher katholischer Theologe, Kardinal, emeritierter Papst

Einen eindeutigen Glauben zu besitzen, wie es dem Glaubensbekenntnis der Kirche entspricht, wird oft als Fundamentalismus bezeichnet, während der Relativismus, also dieses Hin-und-her-Getrieben-Sein vom Widerstreit der Meinungen, als einzige Einstellung erscheint, die auf der Höhe der heutigen Zeit ist. Es entsteht eine Diktatur des Relativismus, die nichts als endgültig anerkennt und die als letztes Maß nur das eigene Ich und seinen Willen gelten lässt. Wir aber haben einen anderen Maßstab: den Sohn Gottes, den wahren Menschen. Er ist der Maßstab für den wahren Humanismus. "Reif" ist nicht ein Glaube, der der Mode und der letzten Neuheit folgt. Erwachsen und reif ist ein Glaube, der tief in der Freundschaft mit Christus verwurzelt ist.
Benedikt XVI. (Joseph Ratzinger) (1927- ), deutscher katholischer Theologe, Kardinal, emeritierter Papst

Wer den Anspruch erhebt, Wahrheit erkannt zu haben, der lebt gefährlich. Er verfällt dem Verdammungsurteil und der harten Intoleranz einer relativistischen Gesellschaft.
Walter Brandmüller (1929-2010), deutscher katholischer Theologe, Kirchenhistoriker und Kardinal

An vielen Orten handelt es sich eher um eine verbreitete relativistische Gleichgültigkeit, verbunden mit der Ernüchterung und der Krise der Ideologien, die als Reaktion auf alles, was totalitär erscheint, eingetreten ist. Das schadet nicht nur der Kirche, sondern dem Gesellschaftsleben allgemein. Geben wir zu, dass in einer Kultur, in der jeder Träger einer eigenen subjektiven Wahrheit sein will, die Bürger schwerlich das Verlangen haben, sich an einem gemeinsamen Projekt zu beteiligen, dass die persönlichen Interessen und Wünsche übersteigt.
Franziskus (Jorge Mario Bergoglio) (1936- ), argentinischer katholischer Theologe, Papst

Es gibt Wahrheiten, die gelten weder für alle Menschen noch für alle Zeiten.
Voltaire (Marie Arouet)(1694-1778), französischer Philosoph und Schriftsteller

Schwätzet doch nicht. Was wollt ihr denn? Wenn die Fixsterne nicht einmal fix sind, wie könnt ihr denn sagen, dass alles Wahre wahr ist?
Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), deutscher Physiker und Schriftsteller,

Alles ist relativ.
August Comte (1798-1857), französischer Mathematiker, Philosoph und Religionskritiker, Begründer des Positivismus


Kein Glaubenbekenntnis muss aufgrund seiner "göttlichen" Beschaffenheit akzeptiert werden. Religionen sollten angezweifelt werden. Kein moralisches Dogma darf als selbstverständlich hingenommen, kein Maßstab als göttlich angesehen werden. Keine Moralvorstellungen sind von Natur aus heilig.
Anton Szandor LaVey (1930-1997), Gründer und Hohepriester der Church of Satan, Verfasser der satanischen Bibel


Alle rufen nach Werten. Aber auch Werte wandeln sich mit der Zeit. Sie unterliegen wie alles andere den Megatrends der Globalisierung, Individualisierung und Feminisierung. Unsere Zukunfts-Werte werden weiblicher, individueller und globaler.Die meisten Menschen, die lautstark nach Werten rufen, fordern in Wirklichkeit nur Normen, die ihnen genehm sind. Echte Werte hingegen entwickeln sich in einem andauernden Verständigungsprozess zwischen Menschen über das, was gut für die Gemeinschaft ist. Diesen Prozess kann man nur mit Vorbildhaftigkeit und Beispiel voranbringen – indem man die eigenen Werte ständig infrage stellt
.
Matthias Horx (1955- ), deutscher Publizist und Unternehmensberater, Gründer des Zukunftsinstituts mit Sitz in Frankfurt und Wien, er selbst und einige Medien bezeichnen ihn als "Trend- und Zukunftsforscher"

Ich sehe nicht, wie die Argumente für die Subjektivität ethischer Werte zu widerlegen wären, aber ich selbst finde mich unfähig zu glauben, dass das einzige, was an mutwilliger Grausamkeit falsch ist, die Tatsache ist, dass ich sie nicht mag.
Bertrand Russell (1872-1970), englischer Mathematiker und Philosoph
Es gibt eine Sorte ungemein überlegener Menschen, die gern versichern, alles sei relativ. Das ist natürlich Unsinn, denn wenn alles relativ wäre, gäbe es nichts, wozu es relativ sein könnte.
[Russel beschreibt hier deutlich das Dilemma der subjektivistischen, relativistischen Sicht der Werte]

Die philosophische Hauptkrankheit unserer Zeit ist ein intellektueller und moralischer Relativismus (und der letztere beruht wenigstens zum Teil auf dem ersteren). Unter Relativismus ... verstehe ich hier kurz gesagt die Theorie, dass die Wahl zwischen konkurrierenden Theorien willkürlich ist, da es entweder so etwas wie eine objektive Wahrheit nicht gibt; oder, falls es sie gibt, es keine Theorie gibt, die wahr ist oder ... der Wahrheit näher kommt als eine andere Theorie; oder, im Falle zweier oder mehrerer konkurrierender Theorien, dass es keinen Weg und keine Mittel gibt, zu entscheiden, ob eine von ihnen besser ist als eine andere.
Karl Popper (1902-1994), österreichisch-britischer Philosoph

Zu allen Zeiten sind die Maßstäbe des Daseins im Religiösen verankert. Wird das Religiöse entwurzelt, so zerbrechen die Kriterien.
Walter Nigg (1903-1988), Schweizer evangelischer Theologe und Schriftsteller

Wenn Gott nicht existiert, so finden wir uns keinen Werten, keinen Geboten gegenüber, die unser Betragen rechtfertigen.
Jean-Paul Sartre (1905-1980), französischer Schriftsteller, Philosoph und Publizist

Wenn man an nichts glaubt, wenn nichts Sinn hat und wenn wir keinen Wert bejahen können, ist alles möglich und nichts von Wichtigkeit. Es gibt kein Für und kein Gegen, der Mörder hat weder recht noch unrecht. Man kann die Verbrennungsöfen schüren, so wie man sich der Pflege Leprakranker weiht. Bosheit und Tugend sind zufällig oder Launen.
Jean-Paul Sartre (1905-1980), französischer Schriftsteller, Philosoph und Publizist

Die Wahrheiten sind nicht relativ. Relativ sind die Meinungen über sie.
Nicolás Gómez Dávila (1913-1994), kolumbianischer Philosoph

Deprimierend ist, dass die derzeit intellektuelle Pseudo-Elite die Absolutheit von Gut und Böse verlacht und sie mit "Pluralismus" der Ideen und Handlungen verschleiert.
Alexander Solschenizyn (1918-2008), russischer Schriftsteller, Dissident, Literaturnobelpreisträger

am Ende geht nichts mehr, und alles wird gleich gültig, damit gleichgültig.
Ralf Dahrendorf (1929-2009), deutsch-britischer Soziologe, Politiker und Publizist

Wir befinden uns in einem Strudel der Veränderung, der immer schneller wird. Wohin geht die Reise der Menschheit, die wie nie zuvor zu einer globalen Schicksalsgemeinschaft geworden ist? Was gibt uns Halt und Sicherheit? Das unerhörte technische Können der Menschheit geht einher mit einem unerhörten Mangel an moralischem Entscheidungsvermögen. Wir haben verlernt, gut und böse zu unterscheiden und von unserer Freiheit den rechten Gebrauch zu machen. Papst Benedikt XVI. spricht von „moralischer Armut“.
Gabriele Kuby (1944- ), deutsche Publizistin und Üersetzerin, Autorin des Buchs "Die globale sexuelle Revolution"

Dem Relativismus sollte sich widersetzt werden, wo er fundamentale menschliche Rechte beschädigt, da wir keine Relativisten sind, wenn wir glauben, dass das menschliche Wesen das Zentrum der Gesellschaft sein soll und die Rechte jedes menschlichen Wesens respektiert werden sollen.
Rocco Buttiglione (1948- ), italienischer Politiker, Unione di Centro

Über Wahr und Falsch abstimmen? Das wäre keine Demokratie mehr, sondern Sophistik. Über Gut und Böse abstimmen? Das wäre keine Demokratie mehr, sondern Nihilismus.
André Comte-Sponville (1952- ), französischer Philosoph, Atheist [in einem Interview für die französische katholische Zeitschrift "Pelerin" bekennt er sich zu der Bedeutung der christlich-jüdischen Tradtion für die globale Zivilisation https://www.pelerin.com/A-la-une/Andre-Comte-Sponville-La-philosophie-doit-aider-a-tendre-vers-un-certain-bonheur?&xtmc=mots_coupes&xtcr=585 - und zeigt eine Toleranz, die viele militante Atheisten nicht teilen]

Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben.
Präambel des Grundgesetztes der Bundesrepublik Deutschland

Angesichts des Trümmerfeldes, zu dem eine Staats- und Gesellschaftsordnung ohne Gott, ohne Gewissen und ohne Achtung vor der Würde des Menschen die Überlebenden des Zweiten Weltkrieges geführt hat, […] gibt sich das Bayerische Volk […] nachstehende […] Verfassung.
Verfassung des Freistaates Bayern

Unter dem Eindruck atheistischer Diktaturen (Kommunismus und Nationalsozialismus), wurde von den überwiegend christlich geprägten Vätern und Müttern des Grundgesetzes dieser Wortlaut gewählt, der zur Bescheidenheit mahnt und vor Größenwahn warnt.
Ein Gottesbezug für die Euroäische Verfassung scheiterte am Widerstand französischer Laizisten.
(Atheistische) Humanisten hierzulande versuchen den Gottesbezug aus der Verfassung zu entfernen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Gottesbezug
 

Weiterführende Informationen

s.a. Zitate zu Recht und Gerechtigkeit - Denkimpulse zur Gesetzgebung und Rechtsprechung (z.B. Naturrecht, Menschenrechte)

https://www.frankfurter-hefte.de/upload/Archiv/2009/Heft_09/PDF/Seiten_aus_NGFH_9-09_Mahrenholz_Web.pdf
https://www.theeuropean.de/hermann-groehe/5482-gottesbezug-im-grundgesetz
https://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article128818321/Deutschland-braucht-das-Christentum.html



 
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