Zitate rund um Menschlichkeit und Humanität
   
... egal ob Gläubiger, Agnostiker oder Atheist - jeder gereifte Mensch braucht ein moralisches Minimum, Güte bzw. Wohlwollen gegenüber anderen Menschen und eine Spiritualität, die über das bloß Materielle hinausgeht
Menschlichkeit und Menschenwürde
Die Macht der Menschlichkeit

Menschlichkeit und Tugenden
Humanität und Ehrfurcht vor dem Leben
Menschlichkeit und Gerechtigkeit und Frieden
Menschlichkeit und wissenschaftlich-technischer Fortschritt
Humanität und Vernunft
Humanität und Wirtschaft, und Erfolg
Humanität und Politik
Humanität und Recht
Humanität und Lebenssinn
Spiritualität, Religion, Glaube und Menschlichkeit
Jüdisch-christliche Wurzeln

Verlust der Menschlichkeit
Erziehung zur Menschlichkeit

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  Menschlichkeit und Menschenwürde

Es ist ein Gesetz der Menschlichkeit, dass, wenn einer irgend welche Hilfe für die leidenden Angelegenheiten des Nächsten kennt, er solche zu bringen nicht unterlässt.
Johannes Amos Comenius (Jan Amos Komeský) (1592-1670), tschechischer Theologe und Pädagoge

Der Mensch ist zwar unheilig genug, aber die Menschlichkeit der Person muss ihm heilig sein.
Immanuel Kant (1724-1804), deutscher Philosoph

Die Unmenschlichkeit, die einem anderen angetan wird, zerstört die Menschlichkeit in mir.
Immanuel Kant (1724-1804), deutscher Philosoph

Zwischen Ungezogenheit und würdeloser Kriecherei gibt es einen dritten Weg. Den Weg der Menschlichkeit.
Kurt Tucholsky (1890-1935), deutscher Journalist, Satiriker

Ich habe eine Wahl getroffen. Ich sage: "Ein Mensch verdient Achtung, einerlei welche Ideen er vertritt." So sieht meine Kultur aus. Ich gehe von diesem Axiom aus und münde nicht darin ein. Ich suche an den Menschen, was universal an ihnen ist.
Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944), französischer Schriftsteller und Flieger

Es hat sich gelohnt, auch in der dunkelsten Zeit gelebt zu haben und ein Mensch gewesen zu sein.
Eugen Kogon (1903-1987), deutscher Publizist, Soziologe und Politikwissenschaftler

  Die Macht der Menschlichkeit

Über eine Entfernung von tausend Meilen wirkt nur noch Menschlichkeit, nicht aber Macht.
chinesisches Sprichwort

Der wahrhaft Menschliche ist schwerfällig in seiner Rede.
Schöne Worte, eine elegante Erscheinung, aber wenig Menschlichkeit.
Konfuzius (551 v.Chr.-479 v.Chr.), chinesischer Philosoph

Die Menschheit wird von Menschlichkeit bezwungen.
Nezamî (um 1141-1209), persischer Dichter

Besonders geschätzt wird die Menschlichkeit dort, wo man keine erwartet.
Elfriede Hablé (1934- ), österreichische Schriftstellerin

Die Idee der Humanität, einst in den Gestaltungen persönlichen Wohlwollens mehr instinktiv geübt als klar erfasst, hat erst in dem Bewusstsein eines Gesamtlebens der Menschheit, das fortan in der Geschichte sittliche Aufgaben löst, damit ihm neue gestellt werden, ihr eigentliches Objekt sich geschaffen.
Wilhelm Max Wundt (1832-1920), deutscher Philosoph und Psychologe

Gandhi Glaube an die Menschlichkeit
http://www.zitatekiste.com/zitate/show/du-darfst-nicht-den-glauben-an-die-menschlichkeit-verlieren

Du darfst nicht den Glauben an die Menschlichkeit verlieren. Die Menschlichkeit ist ein Ozean; wenn ein paar Tropfen des Ozeans schmutzig sind, wird der Ozean nicht schmutzig.
Mahatma Gandhi (1869-1948), indischer Freiheitskämpfer, Verfechter des gewaltfreien Widerstandes

Solange uns die Menschlichkeit miteinander verbindet, ist es völlig egal, was uns trennt.
Ernst Ferstl (1955- ), österreichischer Lehrer, Dichter und Aphoristiker
  

  Menschlichkeit und Tugenden

Milde und Güte sind die Wurzeln der Menschlichkeit. Achtung und Rücksicht sind ihr Boden. Nachsicht und Toleranz sind ihr Handeln. Bescheidenheit und Verbindlichkeit sind ihr Können. Sitte und Höflichkeit sind ihre Haltung. Reden und Ausdruck sind ihr Schmuck. Lieder und Musik sind ihr Wohlklang. Teilen und Schenken sind ihr Wirken.
Konfuzius (551 v.Chr.-479 v.Chr.), chinesischer Philosoph

Fünf Dinge muss man überall unter dem Himmel üben, um wahrhaft menschlich zu sein - Höflichkeit, Großzügigkeit, Verlässlichkeit, Beflissenheit, Milde.
Konfuzius (551 v.Chr.-479 v.Chr.), chinesischer Philosoph

Standhaft, entschlossen, schlicht und schweigsam - so kommt man der Menschlichkeit näher.
Konfuzius (551 v.Chr.-479 v.Chr.), chinesischer Philosoph

Menschlich sein, heißt die Menschen zu lieben. Weise zu sein, heißt sie zu kennen.
Laotse (ca. 500 v. Chr.), chinesischer Philosoph

Das Mitleid ist der Anfang der Menschlichkeit, das Gefühl der Scham ist der Anfang der Rechtschaffenheit, die Höflichkeit ist der Anfang des Anstands, das Gefühl für Recht und Unrecht ist der Anfang der Weisheit.
Mengtse (um 370-290 v.Chr.), chinesischer Philosoph

Menschlichkeit ist Menschenart. Menschlichkeit ist der Weg des Menschen.
Mengtse (um 370-290 v.Chr.), chinesischer Philosoph

Ein Weiser versteht es, die Menschen nach ihrer Menschlichkeit zu schätzen, ein Mittlerer schätzt sie nach ihren Taten und ein Untüchtiger schätzt sie nach ihren Geschenken.
Lü Bu We (290-226 v.Chr.), chinesischer Kaufmann, Politiker und Philosoph

Die Menschlichkeit verbietet es, hochmütig zu sein gegenüber den Mitmenschen, verbietet es, geizig zu sein: mit Worten, Taten, Gefühlen sie sich als freundlich und zugänglich: kein Unglück empfindet sie als sie nichts angehend, das Gute, das ihr eignet, liebt sie deswegen am meisten, weil es jemandem zugute kommen wird.
Lucius Annaeus Seneca (um 4 v.Chr-65 n.Chr.), römischer Dichter, Philosoph und Politiker

Lasst uns, solange wir noch leben, Menschlichkeit üben, keinem Furcht oder Gefahr bringen, Beeinträchtigungen, Beleidigungen, Beschimpfungen und Anzüglichkeiten gering schätzen und frohen Mutes die kurzen Unannehmlichkeiten ertragen.
Lucius Annaeus Seneca (um 4 v.Chr-65 n.Chr.), römischer Dichter, Philosoph und Politiker

Habgieriger kehre ich zurück, ehrgeiziger, genusssüchtiger, nein - grausamer und unmenschlicher, weil ich unter Menschen gewesen bin.
Lucius Annaeus Seneca (um 4 v.Chr-65 n.Chr.), römischer Dichter, Philosoph und Politiker

Es reicht schon, Menschen, die durch eigene Torheit zu Fall gekommen sind, nicht wieder aufzuhelfen. Ihnen aber noch zuzusetzen, wenn sie am Boden liegen, oder sie im Fallen noch zu stoßen, ist einfach unmenschlich.
Marcus Tullius Cicero (106 v. Chr.-43 v. Chr.), römischer Philosoph

Sieh zu, dass du gegenüber den Unmenschlichen nicht solches empfindest wie die Unmenschlichen gegenüber den Menschen.
Marc Aurel ( 121-180), römischer Politiker und Philosoph

Was ist das: Toleranz? Es ist die schönste Gabe der Menschlichkeit. Wir sind alle voller Schwächen und Irrtümer; vergeben wir uns also gegenseitig unsere Torheiten. Das ist das erste Gebot der Natur.
Voltaire (1694-1778), französischer Schriftsteller und Philosoph, Aufklärer

Menschlichkeit, diese so empfehlenswerte Tugend, die alle übrigen in sich schließt, sollte das Erbteil aller vernünftigen Wesen sein; und sollte diese Tugend auf der ganzen Erde aussterben, so müsste sie doch bei den Fürsten noch fortleben.
Friedrich II., der Große (1712-1786), preußischer König

Die Menschlichkeit ist ein Gefühl des Wohlwollens für alle Menschen, das nur in einer großen und empfindsamen Seele aufflammt. Diese edle und erhabene Begeisterung kümmert sich um die Leiden der anderen und um das Bedürfnis, sie zu lindern; sie möchte die ganze Welt durcheilen, um die Sklaverei, den Aberglauben, das Laster und das Unglück abzuschaffen.
Denis Diderot (1713-1774), französischer Schrifsteller und Philosoph

Die Menschlichkeit ist die wichtigste aller Tugenden.
Luc de Clapiers Marquis de Vauvenargues (1715-1747), französischer Moralist

Human ist der Mensch, für den der Anblick femden Unglücks unerträglich ist und der sich sozusagen gezwungen sieht, dem Unglücklichen zu helfen.
Claude-Adrien Helvetius (1715-1771), französischer Philosoph

Es kann keiner gerecht sein, der nicht menschlich ist.
Luc de Clapiers Marquis de Vauvenargues (1715-1747), französischer Moralist

Menschlichkeit und Sanftmut verdienen bei jeder Gelegenheit empfohlen zu werden, und kein Anlass dazu kann entfern sein, den wenigstens unser Herz nicht sehr natürlich und dringlich finden sollte.
Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781), deutscher Dichter und Philosoph

Höflichkeit ist die Blüte der Menschlichkeit. Wer nicht höflich genug, ist auch nicht menschlich genug.
Joseph Joubert (1754-1824), französischer Moralist

Ausgestoßene Verbrecher tragen oft mehr Menschlichkeit im Herzen als jene kühlen, untadeligen Staatsbürger der Tugend, in deren bleichen Herzen die Kraft des Bösen erloschen ist, aber auch die Kraft des Guten.
Heinrich Heine (1797-1865), deutscher Dichter und Publizist

Freiheit, Gleichheit – schlechte Prinzipien! Das einzig wahre Prinzip der Menschlichkeit ist Gerechtigkeit, und Gerechtigkeit gegenüber Schwachen wird notwendigerweise Schutz und Güte.
Henri-Frédéric Amiel (1821-1881), französisch-schweizerischer Schriftsteller und Philosoph

Menschlichkeit steht dir am besten
https://www.betterplace.org/c/medien/kampagne-menschlichkeit-steht-dir-am-besten

Mitmenschliche Beziehungen erfordern Güte. Bist du nicht gut zu den Menschen, kommst du deiner wichtigsten Pflicht nicht nach.
Leo Tolstoi (1828-1910), russischer Dichter

Der Mensch ist ebensowenig erschaffen, Zwang auszuüben, als sich zu unterwerfen. Die Menschen verderben sich gegenseitig durch diese beiden Gewohnheiten. Hier Verdummung, dort Frechheit, und nirgends echte Menschlichkeit.
Victor Prosper Considerant (1808-1893), französischer Sozialist

Die Menschlichkeit beginnt im Menschen erst mit der Selbstlosigkeit.
Henri-Frédéric Amiel (1821-1881), französisch-schweizerischer Schriftsteller und Philosoph

Mangel an Fröhlichkeit ist meist auch Mangel an Menschlichkeit.
Evard Grieg (1843-1907), norwegischer Pianist und Komponist

Es gehört meist mehr Mut dazu, einfach menschlich, statt heldenhaft heroisch zu sein.
Hermann Hesse (1877-1962), deutscher Dichter

Menschlichkeit bedeutet die unverdorbene, natürliche, wechselseitige Einstellung der Menschen zueinander; auf ehrlichem Urteil und anständiger Gesinnung ruhende Beziehungen; Wille zu Gerechtigkeit und Nächstenliebe und Kampf auf bis zur Geistigkeit erhöhtem Niveau.
Erich Mühsam (1878-1934), deutscher politischer Aktivist, Anarchist, Publizist und Schriftsteller

Friede ist mehr als Nicht-Krieg. Friede bedeutet Versöhnung, Annäherung, Ruhe in Ordnung, Menschlichkeit für alle Menschen. Friede ist nur durch menschliches Umdenken zu erreichen. Vor allem muß aus den Herzen alles Mißtrauen gebannt werden.
Erich Klausener (1885-1934), preußischer Verwaltungsbeamter, Regierungsassessor, führender Vertretung des politischen Katholiszismus

Das sicherste Unterpfand unserer Menschlichkeit bleibt der Mut zur Unvollkomenheit.
Manès Sperber (1905-1984), österreichisch-französischer Schriftsteller, Sozialpsychologe und Philosoph

Freundschaft ist die Grundlage aller Menschlichkeit.
Hannah Arendt (1906-1975), deutsche Philosophin

Heiterkeit und Lachen sind untrügliche Zeichen, die nur die Menschlichkeit setzt.
Hans Kasper (1916-1990), deutscher Schriftsteller

values of humanity
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  Humanität und Ehrfurcht vor dem Leben

Es gibt eine gewisse Achtung und eine allgemeine Pflicht der Menschlichkeit, die uns verbindet nicht nur mit den Tieren, die Leben und Empfindung haben, sondern sogar mit Bäumen und Pflanzen. Dem Menschen sind wir Gerechtigkeit schuldig, Milde und Wohlwollen aber den anderen Geschöpfen, gegen die man milde und wohlwollend sein kann.
Michel Eyquem de Montaigne (1533-1592), französischer Schriftsteller und Philosoph

Die Schwäche des Menschen macht ihn gesellig; unser gemeinsames Unglück öffnet unser Herz der Menschlichkeit: wären wir nicht Menschen, so schuldeten wir ihr auch nichts.
Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), französischer Philosoph und Schriftsteller

Die erste Tugend jedes ehrenwerten Menschen und, wie ich glaube, auch jedes Christen, muss die Humanität sein. Die Stimme der Natur, die die Grundlage der Humanität ist, will, dass wir uns alle lieben und wechselseitig unser Wohlergehen fördern. Das ist meine Religion.
Friedrich II., der Große (1712-1786), preussischer König

Der ist der Größte unter euch, der der menschlichste ist.
Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803), deutscher evangelischer Theologe, Schriftsteller und Sprachforscher

Feingedrechselte Worte und ein wohlgefälliges Gebaren sind selten Zeichen wahrer Menschlichkeit.
Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), deutscher Physiker und Schriftsteller, Aphoristiker

Wenn der Mensch im Menschen den Menschen stets erkennte, so manche Schranke nicht von Menschen Menschen trennte; es würde weniger Mensch gegen Menschen stehn, es würde sich kein Mensch am Menschlichen vergehn.
Friedrich Rückert (1788-1866), deutscher Dichter

Nichts ist alltäglicher als die Grundsätze der Menschlichkeit und der Gerechtigkeit; nichts ist hoffnungsloser, als den Menschen vorzuschlagen, ihr Verhalten nach diesen Grundsätzen auzurichten.
Marie Jean Antoine Nicolas Caritat Marquis de Condorcet (1743-1794), französischer Philosoph, Mathematiker und Politiker

Was der Dichter diesem Bande glaubend, hoffend anvertraut, werd im Kreise deutscher Lande durch des Künstlers Wirken laut. So im Handeln, so im Sprechen liebevoll verkünd es weit: Alle menschliche Gebrechen sühnet reine Menschlichkeit.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Menschlichkeit ist Göttlichkeit: verteilt im Äußeren und vereint im Inneren.
Khalil Gibran (1883-1913), libanesischer Schriftsteller

Froh und weit macht das Menschenherz doch nur die Menschlichkeit.
Johann Michael Sailer (1751-1832), deutscher katholischer Theologe und Pädagoge

Nichts kommt einem doch teurer in der Welt zu stehen als die Humanität.
Georg Büchner (1813-1837), deutscher Dramatiker

Meinen Erfahrungen nach ist es immer am besten, menschlich zu verfahren.
Harriet Beecher-Stowe (1811-1896), US-amerikanische Schriftstellerin, Bürgerrechtlerin

Was ist dir das Menschlichste? - Jemandem Scham ersparen.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

Es ist oft kein geringes Zeichen von Humanität, einen anderen nicht beurteilen zu wollen und sich zu weigern, über ihn zu denken. [wirklich?]
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

Friedrich Wilhelm Nietzsche -
"aus dem Wörterbuch der Inhumanität"


der "Umwerter aller Werte", Verächter des Christentums als Religion der Schwachen und Schöpfer eines Herrenmenschentums, Ideengeber für die menschenverachtende Rassenideologie des Nationalsozialismus und die hybride Antiethik einiger Atheisten, die sich in seiner Tradition sehen


Oh Voltaire! Oh Humanität! Oh Blödsinn! Mit der „Wahrheit“, mit dem Suchen der Wahrheit hat es etwas auf sich; und wenn der Mensch es dabei gar zu menschlich treibt — „il ne cherche le vrai que pour faire le bien“ — ich wette, er findet nichts!

Unsre Sozialisten sind décadents, aber auch Herr Herbert Spencer ist ein décadent, – er sieht im Sieg des Altruismus etwas Wünschenswertes!

Was gut ist? - Alles was das Gefühl der Macht, die Macht selbst im Menschen erhöht. Was ist schädlicher als irgend ein Laster? - Das Mitleiden der Tat mit allen Missratenen und Schwachen.

Ich bin Zarathustra, der Gottlose: Wo finde ich meinesgleichen? Und alle die sind meinesgleichen, die sich selber ihren Willen geben und alle Ergebung von sich abtun.

"Das Lob des Aufopfernden?" - Wer wirklich Opfer gebracht hat, weiß, dass er etwas dafür wollte und bekam - dass er hier hingab, umd dort mehr zu haben, vielleicht um überhaupt mehr zu sein oder sich doch als "mehr" zu fühlen.

Wahrlich, ich mag sie nicht, die Barmherzigen, die selig sind in ihrem Mitleiden. Zu sehr gebricht es ihnen an Scham.

Die ganze Moral der Bergpredigt gehört hierher: der Mensch hat eine wahre Wollust darin, sich durch übertriebene Ansprüche zu vergewaltigen und dieses tyrannisch fordernde Etwas in seiner Seele nachher zu vergöttern. In jeder asketischen Moral betet der Mensch einen Teil von sich als Gott an und hat dazu nötig, den übrigen Teil zu diabolisieren.

... sie sind nach Außen hin, dort wo das Fremde, die Fremde beginnt, nicht viel besser, als losgelassene Raubtiere. Sie genießen da die Freiheit von allem sozialen Zwang, sie halten sich in der Wildnis schadlos für die Spannung, welche eine lange Einschließung und Einfriedung in den Frieden der Gemeinschaft gibt, sie treten in die Unschuld des Raubtier-Gewissens zurück, als frohlockende Ungeheuer, welche vielleicht von einer scheußlichen Abfolge von Mord, Niederbrennung, Schändung, Folterung mit einem Übermute und seelischem Gleichgewichte davongehen, wie als ob nur ein Studentenstreich vollbracht sei, überzeugt davon, dass die Dichter für lange nun wieder etwas zu singen und zu rühmen haben. Auf dem Grunde aller dieser vornehmen Rassen ist das Raubtier, die prachtvolle nach Beute und Sieg lüstern schweifende blonde Bestie nicht zu verkennen; es bedarf für diesen verborgenen Grund von Zeit zu Zeit der Entladung, das Tier muss wieder heraus, muss wieder in die Wildnis zurück: – römischer, arabischer, germanischer, japanischer Adel, homerische Helden, skandinavische Wikinger – in diesem Bedürfnis sind sie sich alle gleich.

Wenn der Mensch sich nicht mehr für böse hält, hört er auf, es zu sein!

Nietzsche Der AntichristHierzu gehört Rasse. Im Christenthum, als der Kunst, heilig zu lügen, kommt das ganze Judentum, eine mehrhundertjährige jüdische aller ernsthafteste Vorübung und Technik zur letzten Meisterschaft. Der Christ, diese ultima ratio der Lüge, ist der Jude noch einmal - drei Mal selbst.

Das Christentum hat die Partei alles Schwachen, Niedrigen, Missratenen genommen, es hat ein Ideal aus dem Widerspruch gegen die Erhaltungs-lnstinkte des starken Lebens gemacht.

Der Egoismus ist nicht böse, weil die Vorstellung vom "Nächsten" - das Wort ist christlichen Ursprungs und entspricht der Wahrheit nicht - in uns sehr schwach ist und wir uns gegen ihn beinahe wie gegen Pflanze und Stein frei und unverantwortlich fühlen. Dass der andere leidet, ist zu lernen: und völlig kann es nie gelernt werden.

Mit welchen Wassern können wir uns reinigen? Welche Sühnefeiern, welche heiligen Spiele werden wir erfinden müssen? Ist nicht die größte dieser Tat zu groß für uns? Müssen wir nicht selber zu Göttern werden, um nur ihrer würdig zu erscheinen?

"Emanzipation des Weibes" - das ist der Instinkthass des missratenen, das heißt gebäruntüchtigen Weibes gegen das wohlgeratene.

Wenn ein Weib gelehrte Neigungen hat, so ist gewöhnlich etwas an ihrer Geschlechtlichkeit nicht in Ordnung.

… dass das Weib gleich einem zarteren, wunderlich wilden und oft angenehmen Haustiere erhalten, versorgt, geschützt, geschont werden müsse…

"Du sollst!" klingt den meisten angenehmer als "ich will"; in ihren Ohren sitzt immer noch der Herdeninstinkt.

Der Mensch, ein vielfaches, verlogenes, künstliches und undurchsichtiges Tier, den anderen Tieren weniger durch Kraft als durch List und Klugheit unheimlich, hat das gute Gewissen erfunden, um seine Seele einmal als einfach zu genießen.

Gäbe es Gott, wie könnten wir es ertragen, nicht Gott zu sein.

Von mir werden keine neuen Götzen aufgerichtet; die alten mögen lernen, was es mit tönernen Beinen auf sich hat. Götzen umwerfen - das gehört schon eher zu meinem Handwerk.

Grobheit
ist die humanste Form des Widerspruchs.

"Gut und böse sind die Vorurteile Gottes" - sagte die Schlange.

Werfen wir ein Blick ein Jahrhundert voraus, setzen wir den Fall, dass mein Attentat auf zwei Jahrtausende Widernatur und Menschenschändung gelingt. Jene neue Partei des Lebens, welche die größte aller Aufgaben, die Höherzüchtung der Menschheit in die Hände nimmt, eingerechnet die Schonungslose Vernichtung aller Entarteten und Parasitischen, wird jenes Zuviel vom Leben auf Erden wieder möglich machen, aus dem auch der dionysische Zustand wieder erwachsen muss. Ich verspreche ein tragisches Zeitalter: die höchste Kunst im Jasagen zum Leben, die Tragödie, wird wiedergeboren werden, wenn die Menschheit das Bewusstsein der härtesten, aber notwendigen Kriege hinter sich hat, ohne daran zu leiden.

Nicht ihre Menschenliebe, sondern ihre Ohnmacht hindert die Christen von heute, uns zu verbrennen.

Meine Humanität besteht nicht darin, mitzufühlen, wie der Mensch ist, sondern es auszuhalten, dass ich ihn mitfühle.

Ich will mehr, ich bin kein Suchender. Ich will für mich eine eigene Sonne schaffen.

Wenn der Islam das Christentum verachtet, so hat er tausendmal recht dazu: Der Islam hat Männer zur Voraussetzung.

Jesus ist das Gegenstück eines Genies: Er ist ein Idiot.

Jesus starb zu früh. Wenn er so alt geworden wäre wie ich, er hätte seine ganzen Lehren verworfen. [Nietsche wurde zwar älter aber starb dafür in geistiger Umnachtung.]

Die Juden sind eben damit das verhängnisvollste Volk der Weltgeschichte: in ihrer Nachwirkung haben sie die Menschheit dermaßen falsch gemacht, dass heute noch der Christ antijüdisch fühlen kann, ohne sich als die letzte jüdische Konsequenz zu verstehn.

Ihr sollt den Frieden lieben als Mittel zu neuen Kriegen. Und den kurzen Frieden mehr, als den langen. [...] Ihr sagt, die gute Sache sei es, die sogar den Krieg heilige? Ich sage euch: der gute Krieg ist es, der jede Sache heiligt. [...] So lebt euer Leben des Gehorsams und des Krieges! Was liegt am Lang-Leben! Welcher Krieger will geschont sein!

Denker Nietzsche Täter HitlerKrieg als Heilmittel. – Matt und erbärmlich werdenden Völkern mag der Krieg als Heilmittel anzuraten sein, falls sie nämlich durchaus noch fortleben wollen: denn es gibt für die Völker-Schwindsucht auch eine Brutalitäts-Kur.

Das hochste Gesetz des Lebens verlangt, dass man ohne Mitleid sei, mit allem Ausschuss und Abfall des Lebens. Das man Vernichte, was fur das Aufsteigende Leben boß Hemmung Gift sein wurde.

Der Kranke ist ein Parasit der Gesellschaft. In einem gewissen Zustande ist es unanständig, noch länger zu leben. Das Fortvegetieren in feiger Abhängigkeit von Ärzten und Praktiken, nach dem der Sinn vom Leben, das Recht zum Leben verloren ist, sollte bei der Gesellschaft eine tiefe Verachtung nach sich ziehn. Die Ärzte wiederum hätten die Vermittler dieser Verachtung zu sein - nicht Rezepte, sondern jeden Tag eine neue Dosis Ekel vor dem Patienten […] Eine neue Verantwortlichkeit schaffen, die des Arztes, für alle Fälle, wo das höchste Interesse des Lebens, des aufsteigenden Lebens, das rücksichtsloseste Nieder- und Beiseitedrängen des entarteten Lebens verlangt - zum Beispiel für das Recht, auf Zeugung, für das Recht geboren zu werden, für das Recht zu leben….

Ich beschwöre euch, meine Brüder, bleibt der Erde treu und glaubt denen nicht, welche euch von überirdischen Hoffnungen reden! Giftmischer sind es, ob sie es wissen oder nicht. Verächter des Lebens sind es, Absterbende und selber Vergiftete, deren die Erde müde ist: so mögen sie dahinfahren!

Luther, die Verhängnis von Mönch, hat die Kirche, und, was tausendmal schlimmer ist, das Christentum wieder hergestellt, im Augenblick, wo es unterlag.

Niemand ist minderwertiger als diejenigen, die darauf bestehen, gleich zu sein.

Man nennt das Christentum die Religion des Mitleidens. Das Mitleiden steht im Gegensatz zu den tonischen Affekten, welche die Energie des Lebensgefühls erhöhn: es wirkt depressiv. Man verliert Kraft, wenn man mitleidet. Das Mitleiden kreuzt im Ganzen Großen das Gesetz der Entwicklung, welches das Gesetz der Selektion ist. Es hält, was zum Untergange reif ist, es wehrt sich zu Gunsten der Enterbten und Verurteilten des Lebens, es gibt durch die Fülle des Missratenen aller Art, das es im Leben festhält, dem Leben selbst einen düsteren und fragwürdigen Aspekt.

Die Unmännlichkeit dessen, was in solchen Schwärmerkreisen "Mitleid" getauft wird, springt, wie ich meine, immer zuerst in die Augen. - Man muss diese neueste Art des schlechten Geschmacks kräftig und gründlich in den Bann tun.
Nietzsche Jenseits von Gut und BöseSchmidt-Salomon Jenseits von Gut und Böse

Man kennt meine Forderung an den Philosophen, sich jenseits von Gut und Böse zu stellen – die Illusion des moralischen Urteils unter sich zu haben. Diese Forderung folgt aus einer Einsicht, die von mir zum ersten Male formuliert worden ist: daß es gar keine moralischen Tatsachen gibt. Das moralische Urteil hat das mit dem religiösen gemein, dass es an Realitäten glaubt, die keine sind. Moral ist nur eine Ausdeutung gewisser Phänomene, bestimmter geredet, eine Missdeutung. Das moralische Urteil gehört, wie das religiöse, einer Stufe der Unwissenheit zu, auf der selbst der Begriff des Realen, die Unterscheidung des Realen und Imaginären noch fehlt: so dass "Wahrheit" auf solcher Stufe lauter Dinge bezeichnet, die wir heute "Einbildungen" nennen.

[vgl. Der Buddhismus ist hundertmal realistischer als das Christentum, – er hat die Erbschaft des objektiven und kühlen Probleme-Stellens im Leibe, er kommt nach einer hunderte von Jahren dauernden philosophischen Bewegung; der Begriff "Gott" ist bereits abgetan, als er kommt. Der Buddhismus ist die einzige eigentlich positivistische Religion, die uns die Geschichte zeigt, auch noch in seiner Erkenntnistheorie (einem strengen Phänomenalismus –), er sagt nicht mehr "Kampf gegen die Sünde", sondern, ganz der Wirklichkeit das Recht gebend, "Kampf gegen das Leiden". Er hat – dies unterscheidet ihn tief vom Christentum – die Selbst-Betrügerei der Moral-Begriffe bereits hinter sich, – er steht, in meiner Sprache geredet, jenseits von Gut und Böse.]

Die Bestie in uns will belogen werden; Moral ist Notlüge, damit wir von ihr nicht zerrissen werden.

Solange man nicht die Moral des Christentums als Kapitalverbrechen am Leben empfindet, haben dessen Verteidiger gutes Spiel.

Der Schuld- und Strafbegriff, die ganze "sittliche Weltordnung", ist erfunden gegen die Wissenschaft - gegen die Ablösung des Menschen vom Priester… Der Mensch soll nicht hinaus-, er soll in sich hineinsehen; er soll nicht klug und vorsichtig, als Lernender die Dinge sehen, er soll überhaupt nicht sehen: Er soll leiden … Und er soll leiden, dass er jederzeit den Priester nötig hat. - Weg mit den Ärzten! Man hat einen Heiland nötig. - Der Schuld und Strafbegriff eingerechnet die Lehre von der "Gnade", von der "Erlösung", von der "Vergebung" - Lügen durch und durch und ohne jede psychologische Realität - sind erfunden, um den Ursachen-Sinn des Menschen zu zerstören: Sind das Attentat gegen den Begriff von Ursache und Wirkung!

Die Juden sind es gewesen, die gegen diese aristokratische Wertgleichung (gut = vornehm = machtig = schön = glücklich = gottgeliebt) [...] die Umkehrung gewagt und mit den Zähnen des abgrundlichsten Hasses (des Hasses der Ohnmacht) festgehalten haben, namlich die Elenden sind allein die Guten, die Armen, Ohnmachtigen, Niedrigen sind allein die Guten, die Leidenden, Entbehrenden, Kranken, Hasslichen sind auch die einzig Frommen [...], dagegen ihr, ihr Vornehmen und Gewaltigen, ihr seid alle [...] die Bösen.

Dieses neue Testament, eine Art Rokoko des Geschmacks in jedem Betrachte, mit dem alten Testament zu Einem Buche zusammengeleimt zu haben, als Bibel, als das Buch an sich: das ist vielleicht die größte Verwegenheit und Sünde wider den Geist, welche das literarische Europa auf dem Gewissen hat.

Es wird einmal an meinen Namen die Erinnerung an etwas ohnesgleichen anknüpfen - an eine Krisis …, eine Erntscheidung heraufgeschworen gegen alles, was bisdahin geglaubt, gefordert, geheiligt war.

Fünfzig Jahre später werden vielleicht einigen die Augen darfür aufgehen, was durch mich getan ist. [Im Dritten Reich gingen den Menschen tatsächlich die Augen auf!]

Hat man mich verstanden? Dionysos gegen den Gekreuzigten.

Man glaubt, mit einem Moralismus ohne religiösen Hintergrund auszukommen. Aber damit ist der Weg zum Nihilismus notwendig.

Der Nihilismus (Anschauung, die nichts, also keinerlei menschlichen und gesellschaftlichen Werte und Ziele gelten lässt) als psychologischer Zustand wird eintreten müssen, ..., wenn wir einen "Sinn'' in allen Geschehen gesucht haben, der nicht darin ist: so dass der Sucher endlich den Mut verliert. Nihilismus ist dann das Bewusstwerden der langen Vergeudung von Kraft, die Qual des "Umsonst'', die Unsicherheit, der Mangel an Gelegenheit, sich irgendwie zu erholen, irgendworüber noch sich zu beruhigen - die Scham vor sich selbst, als habe man sich allzulange betrogen.

Definition des Protestantismus: die halbseitige Lähmung des Christentums und der Vernunft.

Nichts ist wahr, alles ist erlaubt.

[vgl. Jean-Paul-Sartre: Alles ist erlaubt, wenn Gott nicht existiert, und demzufolge ist der Mensch verlassen, da er weder in sich noch außerhalb seiner eine Möglichkeit findet, sich anzuklammern.
Dostojewskij hatte geschrieben: 'Wenn Gott nicht existierte, so wäre alles erlaubt.' Das ist der Ausgangspunkt des Existentialismus. In der Tat, alles ist erlaubt, wenn Gott nicht existiert…]


Nichts ist wahr, alles ist erlaubtEs gibt keine Tatsachen, nur Interpretationen.

Was ist also Wahrheit? Ein bewegliches Heer von Metaphern, Metonymien, Anthropomorphismen kurz eine Summe von menschlichen Relationen, die, poetisch und rhetorisch gesteigert, übertragen, geschmückt wurden, und die nach langem Gebrauche einem Volke fest, kanonisch und verbindlich dünken: die Wahrheiten sind Illusionen, von denen man vergessen hat, dass sie welche sind, Metaphern, die abgenutzt und sinnlich kraftlos geworden sind…

Je mehr einer dazu neigt, umzudeuten und zurechtzulegen, um so weniger wird er die Ursachen des Übels in's Auge fassen und beseitigen; die augenblickliche Milderung und Narkotisierung, wie sie zum Beispiel bei Zahnschmerz gebräuchlich ist, genügt ihm auch in ernsteren Leiden. Je mehr die Herrschaft der Religionen und aller Kunst der Narkose abnimmt, um so strenger fassen die Menschen die wirkliche Beseitigung der Übel in's Auge…

Die Religionsstifter unterscheiden sich dadurch von jenen großen Betrügern, dass sie aus diesem Zustande der Selbsttäuschung nicht herauskommen. Selbstbetrug muss da sein, damit diese und jene großartig wirken. Denn die Menschen glauben an die Wahrheit alles dessen, was ersichtlich stark geglaubt wird.

Leiden sehen tut wohl, Leiden machen noch wohler.

Der Gedanke an den Selbstmord ist ein starkes Trostmittel: mit ihm kommt man gut über manche böse Nacht hinweg.

Die Schwachen und Missratenen sollen zugrunde gehen; erster Satz unserer Menschenliebe. Und man soll ihnen noch dazu helfen. Was ist schädlicher als irgendein Laster? Das Mitleiden der Tat mit allen Missrateten und Schwachen - das Christum … Man nennt das Christentum die Religion des Mitleidens. Das Mitleiden steht im Gegensatz zu den tonischen Affekten, welche die Energie des Lebensgefühls erhöhn: es wirkt depressiv. Man verliert Kraft, wenn man mitleidet … Das Mitleiden kreuzt im ganzen Großen das Gesetz der Entwicklung, welches das Gesetz der Selektion ist.

Ein wenig Gift ab und zu: das macht angenehme Träume. Und viel Gift zuletzt, zu einem angenehmen Sterben.

Die Tugend muss von moralischer Säure befreit werden. [daher der abwertende Begriff moralinsauer!]

"Vergib uns unsere Tugenden" - so sollte man zu Menschen beten.

Tod sind alle Götter, und wir wollen, dass der Übermensch lebe. Ich lehre euch den Übermenschen. Der Übermensch ist der Sinn der Erde.

Der selbst geprägte Wert wird zum Mittel der Macht. Wenn ich es bin, der die Interpretation des Wertes festlegt, verfüge ich über Macht! Schaffe ich es zum Übermenschen, dann bin ich - im Gegensatz zum Durchschnitt - an keine Wertvorstellungen, keine Konventionen außer den meinen mehr gebunden.

Unterschätzen wir dies nicht: wir selbst, wir freien Geister, sind bereits eine „Umwertung aller Werte“, eine leibhafte Kriegs- und Siegs-Erklärung an alle alten Begriffe von „wahr“ und „unwahr“ .

Man wird euch die Vernichter der Moral nennen, aber ihr seid nur die Erfinder von euch selber.

Bei allem Werte, der dem Wahren, dem Wahrhaftigen, dem Selbstlosen zukommen mag: es wäre möglich, dass dem Scheine, dem Willen zur Täuschung, dem Eigennutz und der Begierde ein für alles Leben höherer und grundsätzlicherer Wert zugeschrieben werden müsste.

Das Böse ist des Menschen beste Kraft.Nietzsche in der Nervernklink Jena

Kann man nicht alle Werte umdrehn? Und ist Gut vielleicht Böse? Und Gott nur eine Erfindung und Feinheit des Teufels?

"Unschuld": so heißen sie den Idealzustand der Verdummung; "Seligkeit": den Idealzustand der Faulheit; "Liebe": den Idealzustands der Herdentieres, das keinen Feind mehr haben will. Dann hat man alles, was den Menschen erniedrigt und herunterbringt, ins Ideal erhoben.

Durch die Abschaffung der Wahrheit geht, daran ist kein Zweifel, die Moral zugrunde: jenes große Schauspiel in hundert Akten, das den nächsten zwei Jahrhunderten Europas aufgespart bleibt, das furchtbarste, fragwürdigste Beispiel.

Denn alle Dinge sind getauft am Borne der Ewigkeit und jenseits von Gut und Böse; Gut und Böse selber aber sind nur Zwischen-Schatten und feuchte Trübsale und Zieh-Wolken.

Die Lehre von der Freiheit des Willens ist eine Erfindung herrschender Stände.

Menschliche Behandlung kann sogar einen solchen zum Menschen machen, in dem Gottes Ebenbild längst erloschen ist.
Fjodor Michailowitsch Dostojewski (1821-1881), russischer Dichter

Ist es in einer Epoche, wo man soviel von Fortschritt und Zivilisation spricht, nicht dringend nötig, da nun einmal unglücklicherweise Kriege nicht immer verhindert werden können, darauf zu bestehen, dass man im Sinne wahrer Menschlichkeit und Zivilisation einen Weg sucht, um wenigstens seine Schrecken etwas zu mildern.
Jean Henri Dunant (1828-1910), Schweizer Philanthrop, Gründer des Roten Kreuzes, erster Friedensnobelpreis 1901

Man müsste wenigstens täglich ein gutes Gedicht lesen, ein schönes Gemälde sehen, ein sanftes Lied hören - oder ein herzliches Wort mit einem Freunde reden, um auch den schönen, ich möchte sagen, den menschlichen Teil unseres Wesens zu bilden.
Heinrich von Kleist (1777-1811), deutscher Dramatiker und Erzähler

Nur das Menschliche ist das Wahre und Wirkliche.
Ludwig Feuerbach (1804-1872), deutscher Philosoph

Albert Schweitzer -
Ehrfurcht vor dem Leben *


Verfechter einer religiöse fundierten Ehik des Lebens

Tiefe Religion und tiefes Denken haben miteinander das Humanitätsideal geschaffen und verkündet. Von ihnen haben wir es überkommen. Wir bekennen uns zu ihm und sind überzeugt, dass es das ethische Grundelement wahrer Kultur ist.

Was neben all dem, was jetzt im wirtschaftlichen und sozialen Kampf vor sich geht, kommen muss, wenn wir nicht in materielles und noch mehr in geistiges Elend kommen wollen, ist die tätige Menschlichkeit.

In keiner Weise dürfen wir uns dazu bewegen lassen, die Stimme der Menschlichkeit in uns zum Schweigen bringen zu lassen.

Geistige Macht haben wir nur, wenn die Menschen uns anmerken, dass wir nicht kalt nach ein für allemal festgelegten Prinzipien entscheiden, sondern in jedem Fall um unsere Humanität kämpfen.

Humanität besteht darin, dass niemals ein Mensch einem Zweck geopfert wird.

Wo das Bewusstsein schwindet, dass jeder Mensch uns als Mensch etwas angeht, kommen Kultur und Ethik ins Wanken.

In der Menschheitsgeschichte von heute handelt es sich darum, ob die Gesinnung der Humanität oder die der Inhumanität zur Herrschaft gelangt.
Albert Schweitzer (1875-1965), elsässischer evangelischer Theologe, Musiker, Arzt und Philosoph

Unter Humanität (Humanitas, Menschlichkeit) versteht man das wahrhaft gütige Verhalten des Menschen zum Nebenmenschen. In diesem Wort kommt zum Ausdruck, dass wir uns zu bemühen haben, gütig zu sein, nicht nur, weil ein ethisches Gebot es gebietet, sondern auch, weil solches Verhalten unserm Wesen entspricht.

Der Geist der Humanität braucht keine andere Lebens- und Welterkenntnis mehr als die, dass alles, was ist, Leben ist, und dass wir allem, was ist, als Leben, als einem höchsten, unersetzlichen Wert, Ehrfurcht entgegenbringen müssen

Die Ethik Jesu verlangt ein in tätiger Liebe sich äußerndes Verhalten zu den Mitmenschen.

Es kommt nicht nur darauf an, was wir äußerlich in der Welt leisten, sondern was wir menschlich geben, in allen Lagen.

Die wahre Religion ist zugleich die wahre Menschlichkeit.

Das Fundament des Rechts ist Humanität.

Unser Nächster ist nicht nur der Mensch. Unsere Nächsten sind alle Wesen. Deshalb glaube ich, dass der Begriff der Ehrfurcht vor dem Leben unseren Gedanken der Humanität mehr Tiefe, mehr Größe und mehr Wirksamkeit verleiht.

Tierschutz ist Erziehung zur Menschlichkeit.

Schweitzer Ich bin ein freier Mensch
https://www.kiknet-albert-schweitzer.org/

* mit Einschränkung:
Bis zu einem gewissen Stadium der Schwangerschaft soll Abtreibung auf Wunsch der Frau erlaubt sein.
[Wo soll die Grenze gezogen werden?]

Die Pflege des Schönen gehört ebenso zur Humanität wie die Verwirklichung des Guten und die Erkenntnis des Wahren. Das Menschengeschlecht bedarf darum nicht nur der moralischen und intellektuellen, sondern auch der ästhetischen Erziehung.
Anton Springer (1825-1891), deutscher Kunsthistoriker

Wenn wir unsere Ideale verlieren, fehlt es uns an Tiefe, wir hören auf, zu denken und an uns zu arbeiten, doch vor allem verlieren wir das Gefühl der Verbundenheit mit unseren Mitmenschen.
Mahatma Gandhi (1869-1948), indischer Freiheitskämpfer, Verfechter des gewaltfreien Widerstandes

Menschlichkeit ist Hass und Abwehr gegen Dürftigkeit und Gemeinheit, ist Liebe zum Schönen, Wahren und Ewigen und Wille zum Wesentlichen.
Erich Mühsam (1878-1934), deutscher politischer Aktivist, Anarchist, Publizist und Schriftsteller

Ich halte die Frömmigkeit oder Pietät für die beste Tugend, die wir haben können, mehr wert als alle Talente, und ich verstehe unter Frömmigkeit nicht das Pflegen von feierlichen Gefühlen in einer einzelnen Seele, sondern vor allem die Pietät, die Achtung des Einzelnen vor dem Ganzen der Welt, vor der Natur, vor den Mitmenschen, das Gefühl des Einbezogenseins und Mitverantwortlichseins.
Hermann Hesse (1877-1962), deutscher Dichter

  Menschlichkeit und Gerechtigkeit und Frieden

In ihren menschlichen Menschen müssen die Völker ins Gespräch kommen, wenn der große Friede erscheinen und das verwüstete Leben der Erde erneuern soll.
Martin Buber (1878-1965), jüdischer Religionsforscher und Religionsphilosoph

Das Menschliche ist das einzige, das über die Furchtbarkeit der Weltgeschichte triumphieren kann.
Gertrud von le Fort (1876-1971), deutsche Schriftstellerin

Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit.
Martin Luther King (1929-1968), US-amerikanischer Bürgerrechtler und Baptistenpfarrer, Verfechter des gewaltfreien Widerstandes

Der Inhalt des Friedens ist die Menschlichkeit.
Richard von Weizsacker (1912- ), deutscher Poltiker, CDU, Bundespräsident

Der zielführendste Weg zu einem friedlichen Miteinander ist der der Menschlichkeit.
Ernst Ferstl (1955- ), österreichischer Lehrer, Dichter und Aphoristiker

  Humanität und Vernunft

Ist das Herz vollkommen, dann erfaßt es das höchste Wissen. Ist das Wissen vollkommen, dann erreicht es die höchste Menschlichkeit.
Tschuangtse (ca. 365-290 v.Chr.), chinesischer Philosoph und Dichter, Begründer des Daoismus

Der Mensch soll nicht vernünftiger, er soll menschlicher werden.
Johann Gottfried Herder (1744-1803), deutscher Dichter

Ein unverbrüchliches Gesetz ist die Vernunft; wer sich ihr entzieht, verletzt die Humanität, mithin die heiligsten Menschenrechte.
Heinrich Martin (1818 - 1872), deutscher Schriftsteller

Reine Logik und menschliches Verhalten vertragen sich nicht.
Paul Watzlawick (1921-2007), US-amerikanischer Psychiater und Schriftsteller österreichischer Herkunft 

Wir werden gezüchtet zur Intelligenz, aber nicht zur Menschlichkeit.
Konstantin Wecker (1947- ), deutscher Musiker, Liedermacher, Komponist, Schauspieler und Autor 

  Menschlichkeit und wissenschaftlich-technischer Fortschritt

Fachmenschen ohne Geist, Genussmenschen ohne Herz: Dies Nichts bildet sich ein, eine nie vorher erreichte Stufe der Menschlichkeit erstiegen zu haben.
Max Weber (1864-1920), deutscher Soziologe

Die Wissenschaft hat uns zuviel Macht gegeben. Aus dieser tragischen Lage kommen wir nur heraus, wenn wir wirklich Menschen werden, die das Ideal der Menschlichkeit in sich tragen und menschlicher als bisher handeln.
Albert Schweitzer (1875-1965), elsässischer evangelischer Theologe, Musiker, Arzt und Philosoph

Der Mensch muss versuchen, die Entwicklung der Technik geistig zu beherrschen. Nur der Einsatz höchster Menschlichkeit könnte die Gefahr der Technik bannen.
Gertrud von le Fort (1876-1971), deutsche Schriftstellerin

Ich fürchte mich vor dem Tag an dem die Technologie unsere Menschlichkeit übertrifft. Auf der Welt wird es nur noch eine Generation von Idioten geben.
Albert Einstein (1879-1955), deutscher Physiker, Begründer der Relativitätstheorie, Nobelpreisträger

Irgendetwas in unserer gesellschaftlichen Organisation scheint nicht in Ordnung zu sein. Offensichtlich sind wir nicht in der Lage, ein Klima sozialer Geborgenheit zu schaffen, trotz des Aufspannens eines sozialen Netzes. Offensichtlich haben wir nicht zureichend realisiert, dass Lebensstandard kein Ausweis oder Gradmesser für Menschlichkeit ist. Menschlichkeit kann man nicht organisieren, sondern nur leben.
Rupert Lay (1929- ), deutscher Jesuit und Managementberater

Einer Tatsache wird man sich in der westlichen Welt mehr und mehr bewusst: der Diskrepanz zwischen fortgeschrittener Wissenschaft und Technologie auf der einen Seite und zurückgebliebener - sogar zurückgebildeter - Menschlichkeit auf der anderen Seite. Wir wissen und können - im Sinn technischen Könnens - unendlich viel mehr als jede Zeit vor uns. Gleichzeitig ist unsere Bezogenheit auf Natur und Mensch - im Sinne verstehenden Liebens - gering, geringer sogar, als es bei primitiven Völkern, in den östlichen Hochkulturen sowie im christlichen und islamischen Mittelalter gewesen ist.
Willy Obrist (1918-2013), Schweizer Psychoanalytiker

Jeder Mensch muss menschlich behandelt werden.
Hans Küng (1928-), Schweizer katholischer Theologe

  Humanität und Wirtschaft und Erfolg

Nicht der Erfolg ist der Prüfstein geschichtlicher Charaktere, sondern das Recht, die Wahrheit und die Menschlichkeit. Sonst müssten ja gar häufig die größten Schurken für die verehrungswürdigen Gestalten der Weltgeschichte gelten.
Johannes Scherr (1817-1886), Literaturhistoriker und Schriftsteller

"Zeit ist Geld", die Geschäftswelt gellt. "Geld ist Zeit", ruft die Menschlichkeit.
Karl Friedrich Henckell (1864-1929), deutscher Lyriker und Schriftsteller.

Die Menschlichkeit hat keinen Kurs an der Börse.
August Bebel (1840-1913), deutscher Politiker, Mitbegründer der SPD

Bei den meisten Erfolgsmenschen ist der Erfolg größer als die Menschlichkeit.
Daphne Du Maurier (1907-1989), englischer Schriftstellerin

Es ist nicht leicht, reich zu sein und menschlich zu bleiben.
Dom Helder Pessôa Câmara (1909-1999), brasilianischer katholischer Theologe, Erzbischof 

Es ist großartig, ein bedeutender Mensch zu sein, aber es ist großartiger, ein menschlicher Mensch zu sein.
William Penn Adair Rogers (1879-1935), US-amerikanischer Komiker, Schauspieler, Autor sowie Cowboy

  Humanität und Politik

Je besser ein Staat ist, desto besser wird in ihm die Humanität gepflegt.
Johann Gottfried Herder (1744-1803), deutscher Dichter

Wir wollen nicht die Verstaatlichung des Menschen, sondern die Vermenschlichung des Staates.
Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827), schweizerischer Pädagoge und Sozialreformer

Nicht das Predigen der Humanität, sondern das Tun hat Wert. Desto schlimmer, wenn man viel spricht und wenig tut.
Johann Gottfried Seume (1763-1810), deutscher Schriftsteller

Strebt ihr Bürger zu sein, so vergesst nicht, Menschen zu bleiben. Gehet unter der Mensch, taugt auch der Bürger nicht viel.
Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874), deutscher Hoschullehrer für Germanistik

Der Standpunkt einer Kultur ist immer der Standpunkt ihrer Menschlichkeit.
Adalbert Stifter (1805-1868), österreichischer Schriftsteller

Eine mit politischen Hintergedanken gespickte Humanität aber ist weder eine reine noch eine ganze Humanität. Sie hört nur mit dem linken Ohr, auf dem rechten ist sie stocktaub. Mit dem linken Ohr aber hört sie, was ihr in den politischen Kram passt, schon zum voraus.
Carl Spitteler (1845-1924), Schweizer Dichter und Schriftsteller, Kritiker und Essayist, Literaturnobelpreisträger

Die sittliche Grundlage aller Politik ist die Humanität - und die Humanität ist ein internationales Programm.
Tomáš Garrigue Masaryk (1850-1937), tschechischer Philosoph, Schriftsteller und Politiker sowie Mitbegründer und erster Staatspräsident der Tschechoslowakei

Die Demokratie ist die politische Organisation der Gesellschaft auf der ethischen Grundlage der Humanität… Die Demokratie ist nicht nur eine Staatsform, nicht nur das, was in den Verfassungen geschrieben steht; die Demokratie ist Lebensanschauung, sie beruht auf dem Vertrauen in die Menschen, in Menschlichkeit und Menschentraum. Und es gibt kein Vertrauen ohne Liebe, keine Liebe ohne Vertrauen.
Tomáš Garrigue Masaryk (1850-1937), tschechischer Philosoph, Schriftsteller und Politiker sowie Mitbegründer und erster Staatspräsident der Tschechoslowakei

Ein vernünftiger Mensch wird für diejenigen arbeiten, die er durch seinen Einfluss erreicht - die Liebe muss Arbeit für den Geliebten sein, sentimentales Herzumschweifen in der ganzen Welt ist keine Humanität, im Gegenteil.
Tomáš Garrigue Masaryk (1850-1937), tschechischer Philosoph, Schriftsteller und Politiker sowie Mitbegründer und erster Staatspräsident der Tschechoslowakei

Nicht im Hass offenbart sich die schlimmste Sünde gegen unsere Mitmenschen, sondern in der Gleichgültigkeit; sie ist die Wurzel der Unmenschlichkeit.
George Bernard Shaw (1856-1950), anglo-irischer Dramatiker, Literaturnobelpreisträger

Die Missachtung des Lebens und die Brutalität gegen den Menschen lassen die Fähigkeit des Menschen zur Unmenschlichkeit erkennen. - Sie kann und darf kein Mittel irgendeiner Konfliktlösung sein und bleiben.
Rosa Luxemburg (1870-1919), deutsche sozialdemokratische Politikerin, Begründerin der KPD

Menschlichkeit ist die beste Politik.
Karl Liebknecht (1871-1919), deutscher Politiker, Sozialist und Antimilitarist

Es ist noch wichtiger, Humanität zu unserem Leitstern zu machen, als Legalität.
Winston Chuchill (1874-1965), englischer Politiker, Premierminister

Menschlich denken und betrachten heißt unpolitisch denken und betrachten, ein Satz, mit dem man freilich sofort in schärfsten Widerspruch zur Demokratie gerät. Diese nämlich dringt im Namen der entschlossenen Menschenliebe darauf, dass alles Menschliche politisch betrachtet werde.
Thomas Mann (1875-1955), deutscher Schriftsteller

Die Humanität ist streitbar von Beruf, was nicht hindert, dass Friedlichkeit ihr Wesen selbst ist.
Thomas Mann (1875-1955), deutscher Schriftsteller

Ich denke, dass die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft gegenüber den Mitmenschen (und allgemein gegenüber den Mitgeschöpfen) der allein wesentliche moralische Inhalt der Religionen ist und zugleich die einzig mögliche Grundlage für ein befriedigendes Dasein vom sozialen Gesichtspunkt aus.
Albert Einstein (1879-1955), deutscher Physiker, Begründer der Relativitätstheorie, Nobelpreisträger

Es wird niemals besser werden mit uns, ehe nicht der alles überragende Maßstab die reine Menschlichkeit sein wird.
Ernst Wiechert (1887-1950), deutscher Schrifsteller

Solange ein Mitmensch für mich ein Fremder ist, bleibe ich auch mir selbst ein Fremder.
Erich Fromm (1900-1980), US-amerikanischer Psychoanalytiker und Gesellschaftskritiker

Wie human eine Gesellschaft ist, zeigt sich an ihrem Umgang mit Kindern und Alten. [auch ungeborenen Kindern ließe sich ergänzen]
Nelson Mandela (1918-), südafrikanischer Politiker, Präsident der südafrikanischen Republik

Ideologien werden immer zu einem Angriff auf die Menschlichkeit.
Justus Vogt (1958- ), deutscher Aphoristiker

Wer sich der Unmenschlichkeit nicht erinnern will, der wird wieder anfällig für neue Ansteckungsgefahren.
Richard von Weizsäcker (1920-2015), deutscher Poltiker, CDU, Bundespräsident

Wo der Himmel auf Erden versprochen wird, geht die Menschlichkeit zum Teufel.
Ernst Ferstl (1955-), österreichischer Lehrer, Dichter und Aphoristiker

  Humanität und Recht

Glaube und Liebe ist das A und das O der naturgemäßen, folglich der elementarischen Bildung zur Menschlichkeit.
Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827), Schweizer Pädagoge und Sozialreformer

Einem Menschen seine Menschenrechte verweigern bedeutet, ihn in seiner Menschlichkeit zu missachten.
Nelson Mandela (1918), südafrikanischer Politiker, Präsident

Das moralische Gesetz stützt sich auf einen einzigen Paragraphen: den der Menschlichkeit.
Elfriede Hablé (1934- ), österreichische Schriftstellerin

Das ist echte Humanität, wenn der Geschützte, Behütete und aufrecht Stehende sich des Unbeschützten, Unbehüteten und Gefallenen erbarmt und nicht den Stein der Verwerfung gegen ihn aufhebt.
Berthold Auerbach (Moses Baruch Auerbach) (1812-1882), deutscher Schriftsteller

Es gibt keine Humanität für das Unrechte und Böse, es gibt keine für die Halblügen und Halbwahrheiten, womit ein ausgeartetes Menschengeschlecht spielt.
Ernst Moritz Arndt (1769-1860), deutscher Historiker, Politiker und Schriftsteller

Reden für Menschlichkeit
http://uduh.de/2016/05/12/reden-fur-menschlichkeit-am-20-mai-2016-in-berlin/ 

  Humanität und Lebenssinn

Es sei uns immer angelegener, Menschlichkeit zu zeigen als Lebensart. [Heute ist Lifestyle oft wichtiger als Humanität!]
Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781), deutscher Schriftsteller, Kritiker und Philosoph der Aufklärung

Humanität ist der Zweck der Menschennatur, und Gott hat unserm Geschlecht mit diesem Zweck sein eigenes Schicksal in die Hände gegeben.
Johann Gottfried Herder (1744-1803), deutscher Dichter

Der Zweck unseres Daseins sei auf Bildung der Humanität gerichtet, der alle niedrigen Bedürfnisse der Erde nur dienen und selbst zu ihr führen sollen. Unsere Vernunfttätigkeit soll zur Vernunft, unsere feineren Sinne zur Kunst, unsere Triebe zur echten Freiheit und Schönheit, unsere Bewegungskräfte zur Menschenliebe gebildet werden.
Johann Gottfried Herder (1744-1803), deutscher Dichter

Humanität sei unser ewig Ziel.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Drei Dinge sind im Leben eines Menschen wichtig. Erstens: Menschlichkeit. Zweitens: Menschlichkeit. Und drittens: Menschlichkeit.
Henry James (1843-1916), US-amerikanisch-britischer Schriftsteller

So lange wir unter Menschen leben, lasst uns die Menschlichkeit wertschätzen.
André Gide (1869-1951), französischer Schriftsteller

Lasst uns die Menschlichkeit retten.
Pierre Teilhard de Chardin (1881-1955), französischer katholischer Theologe, Jesuit, Geologe und Anthropologe

Was hat das Leben für einen Sinn, wenn nicht den, für seine Mitmenschen zu leben und zu wissen, wie es ihnen geht.
Luise Rinser (1911-2002), deutsche Schriftstellerin

Vielleicht kann nur ein Mensch, der sich nie Sorgen um ein Kind gemacht, der die Liebe zum Kinde verloren oder nie besessen hat, meinen, dass unser immerwährendes Streben nach mehr Menschlichkeit eine törichte Illusion, eine Utopie ohne jegliche Aussicht auf Erfolg sei.
Hermann Gmeiner (1919-1986), österreichischer Sozialpädagoge, Begründer der SOS-Kinderdörfer

Vor allem sollten wir eines sein: menschlich, zutiefst menschlich. Menschlich zu allen, die sich menschlich verhalten, und gut zu denen, die der Güte bedürfen oder sie verdienen.
Werner Braun (1926-2012), deutscher Musikwissenschaftler

Humanität möge Ausstrahlung jeder Sinnsuche sein.
Raymond Walden (1945- ), deutscher Autor

Das Menschliche ist unsere letzte Entschuldigung, unsere erste Rechtfertigung sollte es sein.
Manfred Kessel

  Spiritualität, Religion, Glaube und Menschlichkeit

Keine Religion hat der, der kein Verzeihen und keine Humanität hat.
arabisches Sprichwort

Dem Menschen, der der Menschlichkeit entbehrt, helfen keine frommen Gesten.
Konfuzius (551 v.Chr.-479 v.Chr.), chinesischer Philosoph

Wo Gott erkannt wird, da wird auch Menschlichkeit gepflegt.
Johannes Calvin (1509-1564), Schweizer Reformator

Den Tieren gabst du Instinkt, den Menschen grubst du dein Bild, Religion und Humanität in die Seele.
Johann Gottfried Herder (1744-1803), deutscher Dichter

Die Religion ist die höchste Humanität des Menschen.
Johann Gottfried Herder (1744-1803), deutscher Dichter

Jeder Mensch ist verdammt, bis in ihm die Menschlichkeit erwacht.
William Blake (1757-1827), englischer Dichter und Maler

Humanität ohne Spiritualität endet in Barbarei.
Franz Grillparzer (1791-1872), österreichischer Schriftsteller

Was die Religion den "Sünder" nennt, das nennt die Humanität den "Egoisten".
Max Stirner (1806-1856), deutscher Philosoph

Mit dem Glauben an Gott, als die ewige Liebe, muss auch jede wahre Philosophie oder Liebe zur Weisheit die Menschenliebe vereinen. Beide zusammen führen zur wirklichen Humanität.
Emil Peschkau (1856-1929), österreichischer Journalist und Schriftsteller

Autorität über sich erkennen ist ein Zeichen höherer Menschlichkeit.
Hugo von Hofmannsthal (1874-1929), österreichischer Dichter

Die Grundlage für die Menschlichkeit ist der Glaube, und die Grundlage für den Glauben ist die Menschlichkeit
Martin Buber (1878-1965), jüdischer Religionsforscher und Religionsphilosoph

Die Gottesfurcht ist immer noch sicherer als die sogenannte moderne Humanität.
Joseph Roth (1894-1939), österreichischer, jüdischtämmiger Schriftsteller

Mit religiös leben meine ich dasselbe, was die Propheten und was Jesus damit gemeint haben: Gerechtigkeit tun, die Wahrheit sagen, den Mitmenschen lieben.
Erich Fromm (1900-1980), US-amerikanischer Psychoanalytiker und Gesellschaftskritiker

Humanität ist, wie es sich erwiesen hat, und das namentlich in der deutschen Geschichte, gegen den Dämon nicht hinreichend gewappnet.
Reinhold Schneider (1903-1985), deutscher Schriftsteller, Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Die Mystik ist die einzige Quelle für die Tugend der Menschlichkeit.
Simone Weil (1909-1943), französische Philosophin

Humanität ohne Glauben ist wie eine Blume, der die Wurzel fehlt.
Golo Mann (1909-1994), deutscher Historiker, Publizist und Schriftsteller

Wahre Menschlichkeit ist Voraussetzung wahrer Religion. Wahre Religion ist Vollendung wahrer Menschlichkeit.
Hans Küng (1928-), Schweizer katholischer Theologe

Religion der Menschlichkeit
http://religion-der-menschlichkeit.de/

Gott, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall.
An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung.
Gib uns Mut und Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst stolz den Namen Mensch tragen.
Gebet der Vereinten Nationen

  Jüdisch-christliche Wurzeln

Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust und gebe euch ein Herz von Fleisch.
AT, Ezechiel 36,26

Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt, und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank, und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen.
NT, Matthäus 25,35-36

Wer nicht von seinem Mitmenschen Unrecht abwehrt, wenn er kann, ist ebenso schuldig wie jener, der es begeht.
Aurelius Ambrosius (340-397), lateinischer Kirchenvater, Bischof von Mailand und Hymnendichter

Ihr Stolz ist Christen sein, nicht Menschen. Denn selbst das, was, noch von ihrem Stifter her, mit Menschlichkeit den Aberglauben würzt, das lieben sie, nicht weil es menschlich ist: Weil's Christus lehrt, weil's Christus hat getan.
[Konstruiert aufklärerisches Ressentiment hier nicht einen Gegensatz?]
Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781), deutscher Dichter und Aufklärer

Im Grunde gibt es doch nur eine Quelle der Humanität: die katholische Religion; und ich entrüste mich, wenn ich Intelligenzen und Schöngeister vor der mitleidlosen Religion der Antike knien sehe. Alles Zarte, alles Sensitive, alle herzergreifende Schönheit der Moderne stammt von Christus.
Edmond de Goncourt (1822-1896), französische Schriftsteller, mit seinem Bruder Jules Schöpfer des bedeutenden franzöischen Kulturpreises Prix Goncourt

Die Kirche ist nur ihr wahres selbst, wenn sie für die Menschlichkeit existiert.
Dietrich Bonhoeffer (1906-1945), deutscher evangelischer Theologe, von den Nazis im KZ ermordet

Christ sein heißt, sich um den Nächsten zu kümmern und im Dienst an den Mitmenschen nach dem Guten zu streben, wie es dem Evanglium entspricht.
Oscar Arnulfo Romero (1917-1980), salvadorianischer katholischer Theologe, Erzbischof, Märtyrer

Wählt Menschlichkeit - aber warum?
https://www.waehltmenschlichkeit.de/warum-menschlichkeit/

Allen Menschen gegenüber muss man Gerechtigkeit und Menschlichkeit walten lassen.
Zweites Vatikanisches Konzil

  Verlust der Menschlichkeit

Wenn wir zu allen Stunden grausige Geschehnisse mitansehen und mitanhören müssen, so verlieren wir schließlich, selbst die von Natur Zartesten unter uns, durch die ständige Folge der quälenden Eindrücke, jegliches Empfinden für Menschlichkeit.
Marcus Tullius Cicero (106 v. Chr.-43 v. Chr.), römischer Philosoph

Die Mitte verlassen, heißt die Menschlichkeit verlassen.
Blaise Pascal (1623-1662), französischer Philosoph, Mathematiker und Physiker

Die Linien der Humanität und der Urbanität fallen nicht zusammen.
Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), deutscher Physiker und Schriftsteller, Aphoristiker

Das Abfaulen und Abdorren des Menschen, an dem nichts mehr Mensch ist, ist entsetzlich.
Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827), schweizerischer Pädagoge und Sozialreformer

Je mehr menschliche Zutaten - Titel, Orden, Reichtum, Rang und Würden - desto weniger Menschlichkeit.
Johann Friedrich Freiherr Cotta von Cottendorf (1764-1832), deutscher Verleger

Der Staat, die Wiege der Menschlichkeit, ist ihr Sarg geworden.
Carl Ludwig Börne (1859-1922), deutscher Arzt und Schriftsteller

Es ist eine traurige Tatsache: Man muss das Menschliche und die Menschlichkeit immer gegen die Menschen verteidigen.
Jakob Boßhart (1862-1924), schweizerischer Schriftsteller

Wenn heute immer mehr von Menschlichkeit gesprochen wird, so kann darin ein Symptom gesehen werden, dass sie im Schwinden begriffen ist. [Gleiches könnte man von Modebegriffen wie "Kultur" und "Wertschätzung" sagen.]
Albert Steffen (1884-1963), Schweizer Schriftsteller und Antroposoh

Ich erkannte, dass eher das Vaterland als die Menschlichkeit untergehen dürfte, und ich erkannte die verhängnisvolle Gewissenlosigkeit, mit der in Zeiten der verschuldeten oder unverschuldeten Not der Staat sich seiner Untertanen bedient.
Ernst Wiechert (1887-1950), deutscher Schrifsteller

Der Mangel an geistigem Lebensgehalt bedingt den Mangel an Humanität.
Moses Jospeh Roth (1894-1939), österreichischer Schriftsteller und Journalist

In der Hast des modernen Lebens ist die Menschlichkeit aus dem Blick geraten.
Dalai Lama (1935- ), religiöses und politisches Oberhaupt der Tibeter

Sobald die Gleichgültigkeit zum täglichen Brot wird, verhungert die Menschlichkeit.
Ernst Ferstl (1955- ), österreichischer Lehrer, Dichter und Aphoristiker

I see humans but no humanity
https://de.depositphotos.com/97158988/
stock-illustration-i-see-humans-but-no.html

  Erziehung zur Menschlichkeit

Alle anderen heißen zwar auch Menschen, wirkliche Menschen sind aber nur solche, die im Wesen edler Menschlichkeit erzogen sind.
Marcus Tullius Cicero (106 v. Chr.-43 v. Chr.), römischer Philosoph

Jedenfalls sind Weib und Kinder eine Art Schule der Menschlichkeit.
Francis Bacon (1561-1626), englischer Philosoph, Essayist und Staatsmann

Die Schulen sind Werkstätten der Humanität, indem sie ohne Zweifel bewirken, dass die Menschen wirklich Menschen werden. [und leider auch Schulen der Inhumanität wenn man etwa an die Schulen islamistischer Fanatiker denkt]
Johannes Amos Comenius (Jan Amos Komeský) (1592-1670), tschechischer Theologe und Pädagoge

Menschlichkeit ist ein wohlüberlegtes Gefühl; nur die Erziehung kann es entwickeln und festigen.
Claude-Adrien Helvetius (1715-1771), französischer Philosoph

Der Segen der Weit ist gebildete Menschlichkeit, und nur durch sie wirkt die Kraft der Erleuchtung und der Weisheit und der innere Segen aller Gesetze.
Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827), schweizerischer Pädagoge und Sozialreformer

Weiber sind rein menschlicher, weil der Staat ihnen keine einseitige Bildung aufdringt.
Jean Paul (1763-1825), deutscher Dichter

Die Menschheit geben uns Vater und Mutter; die Menschlichkeit aber gibt nur die Erziehung.
Karl Julius Weber (1767-1832), deutscher Schriftsteller

In der heutigen Zeit vergisst der Mensch, dass er vor allem den Menschen in sich selbst achten soll.
Ralph Waldo Emerson (1803-1882), US-amerikanischer Essayist, Dichter und Philosoph

Wir sind nur menschlich, insoweit wir empfindsam sind. Und unsere Ehre steht in genauem Verhältnis zu unserer Leidenschaft.
John Ruskin (1819-1900), englischer Schriftsteller, Kunstkritiker und Sozialphilosoph

Menschlichkeit ist guter Baugrund. Auf diesem Boden lässt sich alles wieder anpflanzen.
Peter Hille (1854-1904), deutscher Dichter

Janusz-Korczak-Preis für Menschlichkeit
http://www.ejka.org/de/content/20-november-2017-verleihung-des-
janusz-korczak-preises-f%C3%BCr-menschlichkeit

Der Hauptzweck einer Schule muss immer der sein, das Menschliche im Menschen zu wecken oder den Menschen zur Humanität zu bilden.
Paul Gerhard Natorp (1854-1924), deutscher Philosoph und Pädagoge

Jeder von uns ist blind und taub bis unsere Augen für unsere Nächsten geöffnet sind, bis unsere Ohren die Stimmen der Menschlichkeit hören.
Helen Keller (1880-1968), US-amerikanische Sozialreformerin und Schriftstellerin, blind und taub

Mir war es vergönnt, in der Zeit des Unmenschen Menschlichkeit zu erleben. Darum will ich für das Gute zeugen, das meine Eltern, meine Erzieher, meine Freunde mir gaben.
Max Tau (1897-1976), deutsch-jüdischer Humanist, Philosoph und Dichter

       

 
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