Zitate über Lärm
 
Profanes und Spirituelles über ein Merkmal unserer Zeit ...

Lärm und moderne Zivilisation
Lärm und Freude
Lärm und Geschäftigkeit
Lärm und Aufsehenerregen
Lärm und Leere
Lärm und Böses
Lärm und Betäubung
Lärm und Wirkung
Lärm und Transzendenz
Lärm und Lärmempfinden
Kindergeschrei und Glockenläuten
Lärm und Gesundheitsschäden
Lärm und Lärmschutz
Lärm und Stille
Lärm und Bildung

 

  Lärm und moderne Zivilisation

Lärm. - Ein Gestank im Ohr. Ungezähmte Musik. Haupterzeugnis und Kennzeichen der Zivilisation.
Ambrose Gwinnet Bierce (1842-1914), US-amerikanischer Journalist und Satiriker

Wie ein fressendes Feuer fegt der "Fortschritt" über die Erde hin, und wo er die Stätte einmal gründlich kahl gebrannt, da gedeiht nichts mehr, solange es noch Menschen gibt! Vertilgte Tier- und Pflanzenarten erneuern sich nicht, die heimliche Herzenswärme der Menschheit ist aufgetrunken, verschüttet der innere Born, der Liederblüten und heiligen Feste nährte, und es bliebt ein mürrischkalter Arbeitstag, mit dem falschen Flitter lärmender "Vergnügungen" angetan. Kein Zweifel, wir stehen im Zeitalter des Untergangs der Seele.
Ludwig Klages (1872-1956), deutscher Philsoph und Psychologe

Man macht Lärm und glaubt sich zu unterhalten. Man macht Grimassen und glaubt sich zu verstehen.
Thomas Stearns Eliot (1888-1965), US-amerikanisch-englischer Lyriker, Dramatiker und Kritiker

Das zwanzigste Jahrhundert ist unter anderem das Zeitalter des Lärms.
Aldous Huxley (1894-1963), englischer Philosoph, Journalist, Essayist und Romancier

Nichts an unserer Neuen Zeit scheint mir so neu zu sein wie der Lärm, den sie macht.
Karl Heinrich Waggerl (1897-1973), österreichischer Dichter und Erzähler

Der Mensch braucht Stille, aber der Fortschritt gab ihm Lärm.
Phil Bosmans (1922-), belgischer Ordenspriester, Telefonseelsorger und Schriftsteller

Lärm ist das Markenzeichen unserer Zeit.
Roman Polanski (1933-), polnischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Schauspieler

Dynamik eines Autos von Luigi Russolo, italienischer Maler und Komponist (1885-1947)

  Lärm und Freude

Innere Freude und Genugtuung sind süßer und beständiger als alle lärmenden Vergnügungen dieser Welt, die müde machen und nichts als eine schreckliche Leere zurücklassen.
Maria Theresia (1717-1780), habsburgische Erzherzogin von Österreich und Königin u. a. von Ungarn (mit Kroatien) und Böhmen

Ich betrachte eine jede Zivilisation, die nicht einen lärmenden Tanz ihr Eigen nennt, vom rein menschlichen Standpunkt aus als eine defekte Zivilisation.
Gilbert Keith Chesterton (1874-1936), englischer Schriftsteller

Freude wächst nie aus dem Lärm, sondern nur aus der Stille, ganz aus innerer Tiefe.
Helmut Meisner (20. Jh.), deutscher Theologe

  Lärm und Geschäftigkeit

Wo Lärm vorherrscht, da gibt es Geld, wo Stille einkehrt, ist Muße sicher.
chinesisches Sprichwort

Man trinkt Tee, damit man den Lärm der Welt vergisst.
Tien Yi-heng (), chinesischer Gelehrter

Wir arbeiten rasch genug, wenn wir gut arbeiten. Die Hummeln machen mehr Lärm und gebärden sich geschäftiger als die Bienen, aber sie erzeugen weder Wachs noch Honig. So arbeitet weder viel noch gut, wer sich überhastet.
Franz von Sales (1567-1622), französischer Theologe, Ordensgründer der Salesianer, Bischof von Genf, Heiliger

Denn welcher Absicht dient all die Mühseligkeit und all die lärmende Geschäftigkeit dieser Welt? Was ist der Endzweck von Habsucht und Ehrgeiz und der Jagd nach Reichtum, Macht und Vorrang? Ist es der, den natürlichen Bedürfnissen Genüge zu tun? Der Lohn des geringsten Arbeiters reicht aus, um diese zu befriedigen.
Adam Smith (1723-1790), schottischer Moralphilosoph, Begründer der klassischen Volkswirtschaftslehre

  Lärm und Aufsehenerregen

Er schreit nicht und lärmt nicht und lässt seine Stimme nicht auf den Straßen erschallen.
AT, Jesaja 42,2

Nur wie ein Schatten geht der Mensch einher, macht Lärm um ein Nichts, häuft zusammen und weiß nicht, wer einsammeln wird.
AT, Psalm 39,7

Wo jeder lärmend sich einmengt, wird man niemals zur Vernunft kommen.
Buddha (-544/543 v.Chr.), indischer Religionsgründer, Begründer des Buddhismus

Auf diejenigen muss man nicht hören, die zu sagen pflegen: "Volkes Stimme ist Gottes Stimme", da die Lärmsucht des Pöbels immer dem Wahnsinn sehr nahe kommt.
Alkuin (um 735-804), deutscher Gelehrter und wichtigster Berater Karl des Großen

Viel Lärm um nichts.
William Shakespeare (1564-1616), englischer Dramatiker

Leute mit enger Seele sind wie Flaschen mit engen Hälsen: je weniger sie in sich haben, desto mehr Lärm machen sie, wenn sie es heraussprudeln.
Alexander Pope (1688-1744), englischer Dichter

Kein Mensch glaubt, dass da viel Lärm um Nichts ist, wenn der Lärm um ihn geht.
Anthony Trollope (1815-1882), englischer Schriftsteller

Schwindler machen immer viel Aufhebens und Lärm, und gewisse einfältige Leute halten das für Energie.
Wladimir Iljitsch Lenin (1870-1924), sowjet-russischer Politiker

Lärm beweist gar nichts. Eine Henne, die ein Ei gelegt hat, gackert, als sei es ein Planet.
Mark Twain (1835-1910), US-amerikanischer Schriftsteller

Je hohler das Schlagwort ist, desto mehr Lärm kann man damit erzeugen.
John Boynton Priestley (1894-1984), englischer Schriftsteller, Journalist und Literaturkritiker

Größe gibt es nur gegen die Welt und niemals mit der Welt: die ewig Besiegten sind die ewigen Sieger, und die Stimme ist wirklicher als der Lärm.
Franz Werfel (1890-1945), österreichisch-US-amerikanischer Schriftsteller

Hunderttausend auf der Straße machen großen Lärm, aber sie sind nur eine Minorität in einer Millionenstadt.
Julius Hans Waigel (1908-1991), deutscher Schriftsteller und Theaterkritiker

In unserer lärmenden Welt wird, wer leise spricht, nicht gehört.
Manfred Rommel (1928-), deutscher Politiker, CDU

  Lärm und Leere

Wo Mangel ist, ist Lärm erzeugt, was voll ist, ist in sich gefasst; halbleerem Kruge gleicht der Tor, dem tiefen See der kluge Mann.
Buddha (-544/543 v.Chr.), indischer Religionsgründer, Begründer des Buddhismus

Manchen Seelsorgern ist es eine Lust, von Geschäften schier erdrückt zu werden. Vor lauter Freude am Geräusch des Weltlärms wissen sie nichts vom inneren Leben, das sie doch andere lehren sollten.
Gregor I. der Große (um 540 bis 604), Papst ab 590 Kirchenlehrer, Heiliger, pflegte und renovierte den Kirchengesang (Gregorianische Gesänge)

Und der Mensch, dieser gescheite Kopf, ist gleichsam schlaflos geworden, um immer neue Mittel zu erfinden, um den Lärm zu verstärken und mit größtmöglicher Hast und im größtmöglichen Maßstab den Krach und das Nichtssagende zu verbreiten.
Sören Kierkegaard (1813-1855), dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller

Heutzutage führen die meisten Männer ein Leben lärmender Verzweiflung.
James Thurber (1894-1961), US-amerikanischer Schriftsteller und Zeichner

Du willst also weiter nur ein nutzloser Lärm sein?
Jean-Paul Sartre (1905-1980), französischer Schriftsteller und Philosoph

Leere Gehirne dürsten nach Lärm.
Hans Kasper (1916-), deutscher Hörspielautor und Lyriker

  Lärm und Böses

Jede Art von Bitterkeit, Groll, Zorn, Lärm und Lästerung sei fern von euch samt aller Bosheit.
NT, Epheser 4,30

Im Waffenlärm schweigen die Gesetze.
Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.), römischer Politiker, Anwalt, Schriftsteller und Philosoph

Das Gute macht wenig Lärm. Der Lärm macht wenig Gutes.
Franz von Sales (1567-1622), französischer Theologe, Ordensgründer der Salesianer, Bischof von Genf, Heiliger


Ausschnitt der Hölle aus dem Garten der Lüste von Hieronymus Bosch, niederländischer Maler (um 1450-1516)

Dämonen lärmen. Engel verrichten still ihr Werk.
Peter Bamm (1897-1975), deutscher Schiffsarzt, Essayist und Feulletonist

Wo Fanatismus ist, ist keine Heiterkeit. Gelächter vielleicht, der gemeine Lärm des Zynismus, aber kein Lachen.
Hans Kasper (1916-), deutscher Hörspielautor und Lyriker

  Lärm und Betäubung

Ich verlor mich ins Irdische und ward zur Finsternis: da hörte ich eine Stimme hinter mir, aber ich verstand sie nicht wegen des Lärmens derer, die selbst keinen Frieden haben.
Aurelius Augustinus (354-430), nordafrikanischer Theologe, Bischof, Kirchenvater, Heiliger

Niemals liebten empfindsame Herzen die lärmenden Vergnügungen, das eitle und unfruchtbare Glück der Leute, die nichts empfinden und welche glauben, ihr Leben betäuben heiße, es genießen.
Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), französischer Philosoph

Die Stimme deines Gewissens ist stets aus dem Lärm deiner sonstigen Wünsche herauszuhören, weil sie immer etwas scheinbar Nutzloses, scheinbar Sinnloses, scheinbar Unverständliches, gleichzeitig aber eigentlich Schönes und Gutes will, das nur durch Bemühungen zu erlangen ist.
Leo Tolstoi (1828-1910), russischer Dichter

Für den Einsamen ist schon Lärm ein Trost.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

Allgemein ist die Hast, weil jeder auf der Flucht vor sich selbst ist, allgemein auch das scheue Verbergen dieser Hast, weil man zufrieden scheinen will und die scharfgesichtigen Zuschauer über sein Elend täuschen möchte, allgemein das Bedürfnis nach neuen klingenden Wort-Schellen, mit denen behängt das Leben etwas Lärmend-Festliches bekommen sollen.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

Und doch wird es für alle diese Lärmenden, Lebenden, Lebensdurstigen bald so stille sein!
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

Der Mensch geht in den Lärm der Menge, um den Schrei seines eigenen Schweigens zu übertäuben.
Rabindranath Tagore (1861-1941), bengalischer Dichter, Philosoph, Maler, Komponist, Musiker, Nobelpreisträger

Der Lärm schützt uns vor peinlichem Nachdenken, er zerstreut ängstliche Träume, er versichert uns, dass wir ja alle zusammen seien und ein solches Getöse veranlassen, dass niemand es wagt, uns anzugreifen. (…) Das, was in Wirklichkeit gefürchtet wird, ist das, was vom eigenen Inneren kommen könnte, nämlich all das, was man sich durch Lärm vom Halse gehalten hat.
Carl Gustav Jung (1875-1961), schweizerischer Psychoanalytiker und Begründer der analytischen Tiefenpsychologie

Die "Totenstille" ist dem Menschen unheimlich. Warum? Gehen da etwa Gespenster um? Das wohl kaum. Das, was in Wirklichkeit gefürchtet wird, ist das, was vom eigenen Innern kommen könnte, nämlich all das, was man sich durch den Lärm vom Hals gehalten hat.
Carl Gustav Jung (1875-1961), schweizerischer Psychoanalytiker und Begründer der analytischen Tiefenpsychologie

Lärm ist ein geeignetes Mittel, die Stimme des Gewissens zu übertönen.
Pearl Sydensticker Buck (1892-1973) US-amerikanische Schriftstellerin

  Lärm und Wirkung

Die Sterne machen keinen Lärm.
irisches Sprichwort

Die großen Taten der Menschen sind nicht die, welche lärmen. Das Große geschieht so schlicht, wie das Rieseln des Wassers, das Fließen der Luft, das Wachsen des Getreides.
Adalbert Stifter (1805-1868), österreichischer Schriftsteller, Maler und Pädagoge

Eine Blume, die sich erschließt, macht keinen Lärm.
Wilhelm Raabe (1831-1910), deutscher Schriftsteller

Kraft braucht keinen Lärm.
Ernst Alfred Cassirer (1874-1945), deutscher Philosoph

Kraft macht keinen Lärm. Sie ist da und wirkt. Wahre Ethik fängt an, wo der Gebrauch der Worte aufhört.
Albert Schweitzer (1875-1965), elsässischer evangelischer Theologe, Musiker, Arzt und Philosoph

Tätig ist man immer mit einem gewissen Lärm. Wirken geht in der Stille vor sich.
Peter Bamm (1897-1975), deutscher Schiffsarzt, Essayist und Feulletonist

Katzen erreichen mühelos, was uns Menschen versagt bleibt: durchs Leben zu gehen ohne Lärm zu machen.
Ernest Hemingway (1899-1961), US-amerikanischer Schrifsteller

Wie wenig Lärm machen die wirklichen Wunder!
Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944), französischer Schriftsteller und Flieger

  Lärm und Transzendenz

Ohne Gebet werden wir taub für die Stimme der göttlichen Liebe und werden verwirrt durch die vielen konkurrierenden Stimmen, die nach unserer Aufmerksamkeit fragen. Wenn wir versuchen still zu werden, finden wir uns oft so durch die lärmenden inneren Stimmen überwältigt, dass wir kaum darauf warten können, geschäftig und wieder abgelenkt zu werden.
Thomas von Aquin (1225-1274), italienischer Theologe und Philosoph

Der Heilige Geist wohnt in keinem Haus voll Geräusch, Lärm und Streit.
Franz von Sales (1567-1622), französischer katholischer Theologe, Ordensgründer der Salesianerinnen, Bischof, Heiliger

So wie du Pausen in der Hektik und dem Lärm des Lebens hast, gehe in dich und sei ruhig. Warte auf Gott und fühle seine gute Gegenwart; das wird dich ausgeglichen durch das Geschäft des Tages führen.
William Penn (1644-1718), englischer Quäker, Gründer der Kolonie Pennsylvania

Gott verstummt nicht, aber der Lärm der Geschöpfe um uns und unserer Leidenschaften in uns betäubt uns hindert uns ihn zu hören.
Fénélon (François de Salinac de La Mothe-Fénelin) (1651-1715), französischer katholischer Theologe, Erzbischof und Schriftsteller

Je lauter unsere heutige Welt wird, je tiefer scheint Gott zu schweigen. Schweigen ist die Sprache der Ewigkeit. Doch Lärm geht vorüber.
Gertrud von le Fort (1876-1971), deutsche Schriftstellerin

Es ist ungewiss, ob der Duft der Felder dich sicherer zu Gott führt als der Lärm der Großstadt.
Madeleine Delbrêl (1904-1964), französische Sozialarbeiterin und Mystikerin

Es ist wichtig, Gott zu finden. Und er kann nicht im Lärm und in der Rastlosigkeit gefunden werden. Gott ist ein Freund der Stille. Sieh doch, wie die Natur in Stille wächst: die Bäume, die Blumen, das Gras. Sieh die Sterne, den Mond und die Sonne, wie sie in Stille ihre Bahnen ziehen. Wir brauchen Stille, um fähig zu werden, Seelen zu berühren…
Mutter Teresa (1910-1997), albanische Ordenschwester unter den Armen in Indien, Friedensnobelpreisträgerin

Wenn die Lichter der Menschen verlöschen und der Lärm der Welt verstummt, dann sehen wir die Sterne in der Nacht, die wir noch nie gesehen haben. Wenn es noch dunkler wird, leuchten sie. Hoffnung ist da, ein Ausweg, denn du siehst weiter. Du schaust wieder nach oben.
Phil Bosmans (1922-), belgischer Ordenspriester, Telefonseelsorger und Schriftsteller

Deine Gedanken müssen so tief sein, dass du den Lärm der Welt überhörst und die Welt übersiehst.
Abram Terz (Andrei Donatowitsch Sinjawski) (1925-1997), russischer Schriftsteller, Literaturhistoriker und Literaturkritiker, politischer Häftling in der Sowjetunion 

  Lärm und Lärmempfinden

Der Maßstab für den Geist eines Mannes ist die Größe seines Abscheus vor überflüssigem Lärm.
Herbert Spencer (1820-1903), englischer Philosoph und Soziologe

Der eigene Hund macht keinen Lärm, er bellt nur.
Kurt Tucholsky (1890-1935), deutscher Journalist, Satiriker

Notwendiger Lärm stört mich nicht.
Oswald von Nell-Breuning (1890-1991), deutscher katholischer Theologe, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler

Kein Lärm ist aufdringlicher als der, den man zu überhören sucht.
Clive Staples Lewis (1898-1963), irischer Schriftsteller und Literaturwissenschaftler

Lärm, der aus der Langeweile der anderen kommt, ist quälender als Geräusche, die aus Beschäftigung kommen.
Erich Kästner (1899-1974), deutscher Schriftsteller

Baulärm war früher Krach, heute ist er Wachstumsmusik.
Alfred Biolek (1934-), sudetendeutscher Fernsehunterhaltungskünstler, Talkmaster, Fernsehproduzent und Jurist

  Kindergeschrei und Glockenläuten

Verlieren die Glocken ihre Gewalt über den Lärm, die Türme die Herrschaft über die Dächer, so ist keine Hoffnung und kein Leben mehr.
Reinhold Schneider (1903-1985), deutscher Schriftsteller, Widerstand gegen den Nationalsozialismus [die Nazis sammelten Glocken auf Glockenfriedhöfen, um sie zu Waffen umzugießen]

Nun schweigen die Glocken in vielen Räumen des Menschen. In den Städten werden sie übertönt und überlärmt durch andere Laute, erzeugt von Geräuschmaschinen… Wohl klingen noch viele tausend Glocken in Stadt und Land… Aber wir leben nicht mehr in "Glocken-Europa".
Friedrich Heer (1916-1983), deutscher Historiker [Glocke als christliches Symbol > Entchristlichung Europas]

Kinderlärm ist Zukunftsmusik.
Edzard Schmidt-Jortzig (1941-), deutscher Jurist und Politiker, FDP

Ein Kind betritt deine Wohnung und macht in den folgenden zwanzig Jahren so viel Lärm, dass du es kaum aushalten kannst. Dann geht das Kind weg und lässt das Haus stumm zurück, dass du denkst, du wirst verrückt.
John Andrew Holmes (20. Jh.). US-amerikanischer Aphoristiker



Keine lärmberuhigte Zone Sonntag - Sonntag von 0 - 24 Uhr
http://t1.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcQdiDnjgY-R2z2ozJ3A_KtJ0vEZmLW8vMML9ZG6Bjk4VIn1dNWAww

  Lärm und Gesundheitsschäden

Zu grelles Licht gefährdet das Sehen. Übermäßiger Lärm betäubt das Gehör. Zu starkes Gewürz verdirbt den Geschmack. Übergroße Erregung stumpft das Gefühl ab.
Laotse (6. Jh. v. Chr.), chinesischer Philosoph

Wenn Lärm die Haut deiner Seele entstellt leg dir den Mond aufs Gesicht und beschweige die Welt.
Rabbi Nachman von Bratzlaw (1772-1810), jüdischer Rabbi

Stille heilt, Lärm zertrümmert Gedanken und Gefühle.
Zenta Maurina (1897-1978), lettische Schriftstellerin


Bundesvereinigung gegen unnötigen Fluglärm e.V.
http://www.fluglaerm-bergen-enkheim.de/logo-Bundesvereinigung.png

Lärm ist die bedeutendste von allen Störungen. Es ist nicht allein eine Störung, es ist mehr als eine Spaltung des Denkens.
Arthur Schopenhauer (1788-1860), deutscher Philosoph, Autor und Hochschullehrer

Lärm frisst.
Kurt Tucholsky (1890-1935), deutscher Journalist und Schriftsteller

Die Stille ernährt, der Lärm verbraucht.
Reinhold Schneider (1903-1958), deutscher Schriftsteller


http://klangschreiber.de/files/2012/06/Tag-gegen-Laerm.gif
Am 25. April jeden Jahres wird der Tag gegen Lärm (International Noise Awareness Day) begangen.
http://www.kuriose-feiertage.de/25/04/tag-gegen-larm

  Lärm und Lärmschutz

Es kommt uns leichter an, die beleidigten Augen zu schließen, als die misshandelten Ohren mit Baumwolle zu verstopfen.
Friedrich Schiller (1759-1805), deutscher Dichter, Philosoph und Historiker

Eines Tages wird der Mensch den Lärm ebenso unerbittlich bekämpfen müssen wie die Cholera und die Pest.
Robert Koch (1843-1910), deutscher Mediziner und Mikrobiologe, Nobelpreisträger

Immer klopfen sie, oder sie machen Musik, immer bellt ein Hund, marschiert dir jemand über deiner Wohnung auf dem Kopf herum, klappern die Fenster, schrillt ein Telefon - Gott schenke uns Ohrenlider!
Kurt Tucholsky (1890-1935), deutscher Journalist und Schriftsteller

Der Mensch ist Lärmerzeuger, Luftverpester, Wasserverschmutzer, Waldverschandler, Abfallerzeuger en gros, Nahrungsmittelverderber, Erbmassenbedroher, alles durch sein eigenes Genie.
John Boynton Priestley (1894-1984), englischer Schriftsteller, Journalist und Literaturkritiker


http://www.lizzynet.de/wws/laerm-trennt.php (dort lesenswert z.B. "Lärm macht einsam", "Lärm spaltet reich und arm")

  Lärm und Stille

Die Stille ist nicht auf den Gipfeln der Berge, der Lärm nicht auf den Märkten der Städte; beides ist in den Herzen der Menschen.
Laotse (6. Jh. v. Chr.), chinesischer Philosoph

Erst wenn du das Schweigen der Einsamkeit verkostet hast, empfindest du, wie verworren die Menge ist und welchen Lärm sie macht.
Isaak von Stella (um 1100-1178), französischer Zisterzienserabt und Schriftsteller

Eremitenzellen gibt's nicht bloß in Waldeinsamkeit. Allerorts können wir uns eine Zelle bauen - ich meine, in der wir die Welt wahrhaft von innen heraus verlassen, aus uns entfernen all ihren wüsten Lärm, die Zerstreuungen, Sorgen und Geschäfte.
Garcia de Cisneros (1455-1510), spanischer Benediktinerabt, Mystiker

Nachts denkt man besser; der Kopf ist weniger voll von Lärm.
Victor Hugo (1802-1885), französischer Schriftsteller

Der Mensch lebt wahrlich nicht in dem Getöse, was er um sich herum macht, sondern in der Stille, die er sich in seinem Busen erhält.
Wilhelm Raabe (1831-1910), deutscher Schriftsteller

Oh, so wohltuend und still! Welche Erholung für die Gedanken! Frei von dem betäubenden Lärm der Menschen.
Fridtjof Nansen (1861-1930), norwegischer Zoologe, Polarforscher, Diplomat und Friedensnobelpreisträger

Lärm kann nicht über Lärm siegen: Schweigen tut es.
Mahatma Gandhi (1869-1948), indischer Freiheitskämpfer, Verfechter des gewaltfreien Widerstandes

Es besteht eine Verschwörung des Lärms. Dem Schweigen kann man nur durch Lärm entfliehen; aber wie flieht man den Lärm? Nur durch Schweigen.
Jean Cocteau (1889-1963), französischer Schriftsteller, Regisseur und Maler

Es gibt vielerlei Lärm. Aber es gibt nur eine Stille.
Kurt Tucholsky (1890-1935), deutscher Journalist und Schriftsteller

Was in unserer Zeit immer schlimmer geworden ist und was mich stört, ist der Lärm, das Laute. Ich bin ein Anhänger der Stille. Ich finde, die Stille ist etwas Wunderbares
Heinz Rühmann (1930-), deutscher Schauspieler

Großstadtbewohner sind Menschen, die die Stille oft mehr aus der Ruhe bringt als der Lärm.
Werner Mitsch (1936-), deutscher Aphoristiker

Früher brachte der Lärm die Menschen aus der Ruhe. Heutzutage ist es die Stille.
Ernst Ferstl (1955-), österreichischer Lehrer und Autor



Die Straße dringt in das Haus von Umberto Boccioni, italienischer Maler und Bildhauer (1882-1916)

Der Lärm des Augenblicks verhöhnt die Musik des Ewigen.
Rabindranath Tagore (1861-1941), bengalischer Dichter, Philosoph, Maler, Komponist, Musiker, Nobelpreisträger

  Lärm und Bildung

Erstes und letztes Ziel unserer Didaktik soll es sein, die Unterrichtsweise aufzuspüren und zu erkunden, bei welcher die Lehrer weniger zu lehren brauchen, die Schüler dennoch mehr lernen; in den Schulen weniger Lärm, Überdruss und unnütze Mühe herrsche, dafür mehr Freiheit, Vergnügen und wahrhafter Fortschritt; in der Christenheit weniger Finsternis, Verwirrung und Streit, dafür mehr Licht, Ordnung, Friede und Ruhe.
Johann Amos Comenius (Jan Amos Komeský) (1592-1670), tschechischer Philosoph, Theologe und Pädagoge, Bischof der Unität der Böhmischen Brüder

Ich habe meine Aufgabe immer darin gesehen, die Musik vor dem Lärm zu schützen.
Andrés Segovia (1893-1987), spanischer Gitarrist



Fluglärm Mainz
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