Zitate zum Kirchenraum
 

Kirchenbau allgemein

Die Mauer bestand aus Jaspis. Die Stadt selbst war aus reinem Gold gebaut, das so durchsichtig war wie Glas.
Neues Testament, Geheime Offenbarung 21,18

Und Jesus sprach: Macht nicht meines Vaters Haus zum Kaufhaus.
Neues Testament, Johannes 2,16

Das Land, wo die Kirchen schön und die Häuser verfallen sind, ist so gut verloren als das, wo die Kirchen verfallen und die Häuser Schlösser werden.
Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), deutscher Physiker und Schriftsteller, Aphoristiker

Bauform

Denn sie hatte einen Chor als Haupt und Hals, ein Querhaus als Arme und Hände, das Schiff als Leib.
Abt Rudolf von St. Trond

Kreuzförmig erhebt sich die Kirche, die Kirche ist der Sieg Christi. Heilig in hohem Triumph weiht sein Zeichen den Ort.
Aurelius Ambrosius (340-397), lateinischer Kirchenvater, Bischof von Mailand und Hymnendichter

Antike Tempel konzentrieren den Gott im Menschen; des Mittelalters Kirchen streben nach dem Gott in der Höhe.
Johann Wolfgang von Goethe (1888-1960), deutscher Schauspieler und Schriftsteller

Altar

Jakob erwachte aus seinem Schlaf und sprach: "Wahrlich, Jahwe ist an dieser Stätte, und ich wusste es nicht!" Er fürchtete sich und sprach: "Wie furchtbar ist diese Stätte! Hier ist nichts anderes als das Haus Gottes und hier die Pforte des Himmels". Als Jakob früh am anderen Morgen aufgestanden war, nahm er den Stein, den er zum Lager für seinen Kopf gemacht hatte, richtete ihn als Denkstein auf und goss Öl darüber. Er gab jener Stätte den Namen Betel.
AT, Genesis 28

So will ich zum Altar Gottes treten, zum Gott meiner jubelnden Freude.
AT, Psalm 43,4

Wo ihr auch sein werdet, gedenkt meiner am Altare des Herrn.
Monika (Mutter des Augustinus)

Hast du Ehrfurcht vor dem Alter, so hast du Ehrfurcht vor Gott.
bulgarisches Sprichwort

Tabernakel

Der hl. Augustinus suchte Jesus in den Büchern: Jesum quaerens in libris; der hl. Thomas in der Wissenschaft, der hl. Franziskus in den Geschöpfen; der Anbeter sucht ihn im Tabernakel.
Peter Julian Eymard (1811-1868), französischer Geistlicher, Gründer der Kongregation vom Heiligsten Sakrament

Heute verweilte ich lange in unserer kleinen katholischen Dorfkirche vor dem Tabernakel im Gebet. Dies ist ein bewohnter Ort.
Roger Schutz (1915-2005), schweizerisch-französischer evangelischer Pfarrer, Gründer der Gemeinschaft von Taizé

Kirchenfenster

Wer eine gotische Kirche mit alten Glasfenstern betritt, hinter dem versinkt was auf Erden Geltung hat. Er ist in ein Reich versetzt, das nicht von dieser Welt ist.
Ricarda Huch (1864-1947), deutsche Erzählerin und Lyrikerin

Was auf Erden totes Pigment war, strahlt nun in den Himmel erhoben.
Paul Claudel (1868-1955), französischer Dichter

Orgel

Die Orgel wird seit alters und zu Recht als die Königin der Instrumente bezeichnet, weil sie alle Töne der Schöpfung aufnimmt und die Fülle des menschlichen Empfindens zum Schwingen bringt.
Benedikt XVI. (Jospeh Ratzinger)

Die Pfeifenorgel soll in der lateinischen Kirche als traditionelles Musikinstrument in hohen Ehren gehalten werden; denn ihr Klang vermag den Glanz der kirchlichen Zeremonien wunderbar zu steigern und die Herzen mächtig zu Gott und zum Himmel emporzuheben.
Konstitution über die Heilige Liturgie - Sacrosantium Concilium

Man kann zwanzigmal ein Materialist und ein Atheist sein und doch zugleich in der Magengrube einen süßen Druck verspüren, wenn man Orgelmusik oder Glockengeläut vernimmt.
Stanislaw Lem (1921-2006), polnischer Erzähler, philosophischer Essayist, Roman- und Hörspielautor

Glocken (die manche gerne zum verschweigen bringen wollten und wollen!)

Ich beklage die Toten, breche die Blitze, kündige die Feiertage an, sporne die Langsamen an, vertreibe die Winde, besänftige die Grausamen.
Glockeninschrift

Mir scheint es wunderbar und bemerkenswert, dass eine Kunst erfunden wurde, durch einen Klöppelschlag in einer und derselben Sekunde in 1000 verschiedenen Herzen eine und dieselbe Empfindung zu werken.
Francois-René de Chateaubriand (1768-1848), französischer Schriftsteller

Die Glocken klingen, klingen viel anders denn sonst, wenn einer einen Toten weiß, den er lieb hat.
Martin Luther (1483-1546), deutscher Augustinermönch, Reformator

Die Kanone sprach zur Glocke: "Immer locke, immer locke! Hast dein Reich, wo ich es habe, hart am Leben, hart am Grabe. Strebst umsonst, mein Reich zu schmälern! Bist du ehern, bist du stählern. Heute sind sie dein und beten, morgen sind sie mein und - töten.
Christian Morgenstern (1871-1914), deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Journalist und Übersetzer

Der Klang der Glocken ist die Botschaft der Weihe; Botschaft von Gott ohne Grenzen und Enden; die Botschaft der Sehnsucht und der unendlichen Erfüllung.
Romano Guardini (1885-1968), deutscher katholischer Theologe und Religionsphilosoph

Verlieren die Glocken ihre Gewalt über den Lärm, die Türme die Herrschaft über die Dächer, so ist keine Hoffnung und kein Leben mehr.
Reinhold Schneider (1903-1985), deutscher Schriftsteller, Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Ich will die Wende der Zeiten sehen, wenn leuchtende Zeichen am Nachthimmel stehen, neue Glocken über die Völker gehen und läuten und läuten…
Dietrich Bonhoeffer (1906-1945), deutscher evangelischer Theologe, von den Nazis im KZ ermordet

Nun schweigen die Glocken in vielen Räumen des Menschen. In den Städten werden sie übertönt und überlärmt durch andere Laute, erzeugt von Geräuschmaschinen… Wohl klingen noch viele tausend Glocken in Stadt und Land… Aber wir leben nicht mehr in "Glocken-Europa".
Friedrich Heer (1916-1983), deutscher Historiker

Schon immer waren die Menschen selbstsüchtig und oft wenig gut: Aber das Abendläuten erklang, schwebte über den Feldern, über dem Wald. Es mahnte, die unbedeutenden, irdischen Dinge abzulegen, Zeit und Gedanken der Ewigkeit zu widmen. Das Läuten bewahrt die Menschen davor, zu vierbeinigen Kreaturen zu werden.
Alexander Solschenizyn (1918-2008), russischer Schriftsteller, Dramatiker, Literaturnobelpreisträger

Wenn wir die Glocken der Freiheit von jedem Dorf und jedem Weiler, von jedem Staat und jeder Stadt läuten lassen, werden wir den Tag schneller erleben, dass alle Kinder Gottes, Schwarz und Weiß, Juden und Christen, Protestanten und Katholiken Hände halten können und die Worte des alten Negro-Spirituals singen: "Endlich frei, Dank sei Gott, endlich frei."
Martin Luther King (1929-1968), US-amerikanischer Baptistenpfarrer und Bürgerrechtler
 


       

 
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