| "Heiligste
Dreifaltigkeit" Altdorf b.Nürnberg Die drei göttlichen Tugenden - Glaube, Liebe, Hoffnung |
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Die drei göttlichen Tugenden sind untrennbar
miteinander verbunden, doch den höchsten Stellenwert nimmt die Liebe ein.
An verschiedenen Stellen ist von ihnen in der Bibel im Alten und Neuen Testament
die Rede: Der Glaube lässt uns in keiner Lebenslage ohne Hoffnung sein; nicht bei wichtigen Entscheidungen und bei verschiedenen Vorhaben, nicht bei Unglücksfällen und Enttäuschungen, nicht in Verfehlungen und Einsamkeit, nicht in Krankheit und Tod. Deshalb sollen wir uns durch niemanden die Freude rauben lassen, die in der Hoffnung gründet. In dieser Hoffnung muss man wachsen: Durch Geduld mit sich selbst und den Mitmenschen, durch Wachsamkeit, Treue und Ertragen von Schwierigkeiten. Die Hoffnung gibt aber auch Mut sich für die Überwindung schlechter Lebensbedingungen und Zustände auch dann einzusetzen, wenn es aussichtslos scheint. Glaube, Liebe und Hoffnung befähigen und ermutigen uns, das eigene Leben und das Leben in Gemeinschaft sinnvoll zu gestalten und an der Entwicklung einer menschenwürdigen Gesellschaft und Umwelt mitzuwirken. Als zweifache Verbindung diametral entgegengesetzter Punkte ist das Kreuz Sinnbild der Einheit von Extremen (z.B. Himmel und Erde), der Synthese und des Maßes, in dem sich Raum und Zeit verknüpfen. Es ist das Symbol des Mittlers zwischen den Menschen und Gott, Jesus und seinen Sühnetod am Kreuz. Als solches steht es auch als Symbol für den christlichen Glauben allgemein. Das Zentralorgan des Gefäßesystems, vom Menschen frühzeitig als Sitz des Lebensprinzips und der Gemütsaffekte angesehen, steht auch im biblischen Sprachgebrauch für Zuneigung und Liebe. In der Emblematik der Renaissance und des Barock wird das Herz Bild der himmlischen und irdischen Liebe, der Kardinaltugend der caritas, der Nächstenliebe. Herz-Jesu-Darstellungen auf Andachtsbildern sind eine Nachwirkung der Herz-Jesu-Mystik. Der Anker, der den Platz des Schiffes im Hafen
sichert ist seit alters ein Zeichen der Hoffnung der Zuversicht und des
Heils. Für die Christen wurde der Anker nach Hebr. 6.18ff das unmittelbar
treffende Bild der Hoffnung der Glaubenden auf die himmlische Seeligkeit. In
diesem Sinne taucht er auf unzähligen Grabinschriften als ältestes und
zugleich genuin christliches Symbol auf und findet seine weiteste Verbreitung
von 300. Der kreuzförmige Anker erinnerte an die Passion Christi. Nicht
selten Delphine oder Fische beigegeben, ein Hinweis auf die Glaubenden
selbst und auf das "Heilmittel zur Unsterblichkeit", das die Eucharistie
selbst darstellte. Der Anker ist unter anderem Attribut des Placidus, des
Schutzheiligen der Ertrunkenen.
Quellen: Carlo Maria Martini: Die Tugenden. Grundhaltungen christlicher Existenz. München: Verlag Neue Stadt 1997 u.a.
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© Dr. Martin Weimer, Altdorf b.Nürnberg |
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