Homo Deus? - oder Gedanken über menschliche Hybris in Zeiten von Corona
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Gerade in Zeiten von Corona zeigt sich die Verletzlichkeit, Begrenztheit und Vergänglichkeit des Menschen und die Nichtigkeit menschlicher Anstrengungen, menschlichen Fortschrittsglaubens und menschlichen Machbarkeitswahns. Vielleicht beginnen mehr Menschen sich in dieser existenziellen Grenzssituation die dramatischen Veränderungen und Fehlentwicklungen der letzten Jahrzehnten bewusst zu machen, ihr eigenes Verhalten kritisch zu hinterfragen, aus der Gleichgültigkeit und Passivität der Mainstream-Gesellschaft aufzuwachen und sich zu fragen, welche Werte wirklich wichtig sind und dauerhaft tragen. Oder geht alles so weiter als wäre nichts geschehen?

undefinedDann gebot Gott, der Herr dem Menschen: Von allen Bäumen des Gartens darfst du essen, doch vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen; denn sobald du davon isst, wirst du sterben.
Bibel, Altes Testament, Genesis 2,16-17

An dem Tage, da ihr davon esset, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.
Bibel, Altes Testament, Genesis 3,5

Weil du im Herzen geglaubt hast, dass du wie Gott bist, schicke ich Fremde gegen dich.
Bibel, Altes Testament, Ezechiel 28,7

Hybris soll man noch viel mehr löschen als ein Großfeuer.
Heraklit (ca. 550-480 v.Chr.), griechischer Philosoph

Das Universum ist vollkommen. Es kann nicht verbessert werden. Wer es verändern will, verdirbt es. Wer es besitzen will, verliert es.
Laotse (ca. 500 v. Chr.), chinesischer Philosoph

Lasst ab von euch; versucht euch selbst zu erbauen, und ihr erbaut eine Ruine.
Aurelius Augustinus (354-430),  Bischof von Hippo, Philosoph, Kirchenvater, Heiliger

Der Mensch soll nicht in Beschlag nehmen, was Gott gehört, damit er nicht anfängt, sich selbst zu verherrlichen.
Bernhard von Clairvaux (1091-1153), französischer Zisterzienser-Abt und Theologe

Du weißt nicht, Mensch, was du warst, bevor du deinen Leib und deine Seele bekamst. Du weißt nicht, wie du geschaffen wurdest, aber du willst Himmel und Erde erforschen! Du willst die Schöpfung beurteilen, Gott vor dein Gericht stellen und alles wissen - und vermagst doch nicht einmal das Allergeringste richtig zu deuten. Du kannst dir ja nicht einmal erklären, was in deinem Körper vorgeht und was sein wird, wenn sein Leben endet.
Hildegard von Bingen (1098-1179), deutsche Mystikerin, Äbtissin und Naturwissenschaftlerin, Heilige

Ich möchte lieber von einem Gott geliebt werden, als Gott zu sein.
Meister Eckhart (1260-1328), deutscher Dominikanermönch, Mystiker

Mach Dir nicht vor, Du wolltest Irrtümer in der Natur verbessern. In der Natur ist kein Irrtum, sondern der Irrtum ist in dir.
Leonardo da Vinci (1452-1519), italienischer Maler, Bildhauer, Baumeister, Zeichner und Naturforscher

Was für ein Chaos löst doch so ein Geschöpfchen aus, das bald wie Rauch verschwinden wird.
Erasmus von Rotterdam (1469-1536), holländischer Theologe, Philologe und Humanist

Von Natur aus kann der Mensch nicht wollen, dass Gott Gott sei, sondern dass er Gott und Gott nicht Gott sei.
Wir sollen Menschen und nicht wie Gott sein.
Martin Luther (1483-1546), deutscher Augustinermönch, Reformator

Wann die Vernunft in ihr sich selbst verstiegen hat, so spricht sie: Ich bin Gott. Tut, was der Teufel tat.
Daniel Czepko von Reigersfeld (1605-1660), deutscher Dichter und Dramatiker

Wir brennen vor Begier, alles zu ergründen und einen Turm aufzuführen, der bis in die Unendlichkeit reicht. Aber unser ganzes Gebäude kracht, und die Erde öffnet sich bis in die Tiefe.
Blaise Pascal (1623-1662), französischer Philosoph, Mathematiker und Physiker

Und doch neigen wir dazu, ganz von unserer eigenen Bedeutung erfüllt zu sein, anstatt von Ihm, der das geschaffen hat, was wir hoch veranschlagen, und ohne den wir gar keinen Grund hätten, uns selbst hochzuschätzen.
William Penn (1644-1718), englischer Quäker, amerikanischer Poltiker, Gründer von Pennsylvania

Die zahllosen Völker und die mächtigsten Armeen sind nichts als Ameisen, die sich untereinander um einen Grashalm auf diesem Stück Lehm streiten.
Fénélon (Francois de Salinac de La Mothe-Fénelin) (1651-1715), französischer katholischer Theologe, Erzbischof und Schriftsteller

Ihr werdet sein wie Gott … Folg nur dem alten Spruch und meiner Muhme, der Schlange, dir wird gewiss einmal bei deiner Gottähnlichkeit bange.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), deutscher Dichter und Naturforscher

Gott am fernsten ist, wer glaubt, das Rätsel der Welt lösen zu können.
François-René de Chateaubriand (1768-1848), französischer Schriftsteller

Wie können wir uns getrauen, in den Plan einzugreifen, den die Natur für die Ewigkeit entworfen hat, da wir nur ein so unendlich kleines Stück von ihm, unser Erdenleben, überblicken?
Heinrich von Kleist (1777-1811), deutscher Dramatiker und Erzähler

Der Mensch ist nur ein Genießbraucher der Natur, ihr Handlanger und wenn er mehr oder gar alles sein will - ihr Verpfuscher.
Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852), deutscher Pädagoge, nationalistischer Publizist und Politiker

Wie oft denke ich an die Geschichte dieses babylonischen Königs [Nebukadnezar], der sich selbst für den lieben Gott hielt, aber von der Höhe seines Dünkels erbärmlich herabstürzte, wie ein Tier am Boden kroch und Gras aß.
Heinrich Heine (1797-1865), deutscher Dichter und Publizist

Grübeln über Gottes Gründe, kritisieren unsern Schöpfer, ach, das ist, als ob der Topf klüger sein wollt' als der Töpfer.
Heinrich Heine (1797-1865), deutscher Dichter und Publizist

Dass einst ein König jenes Wort gewagt "Der Staat bin ich!", erscheint euch ungebührlich; doch dass ihr all' mehr oder wen'ger sagt "Die Welt bin ich! ", das findet ihr natürlich!
Friedrich Halm (1806-1971), österreichischer Dichter, Novellist und Dramatiker

Es ist das Verderben unserer Tage, dass wir, losgelöst vom Göttlichen, alles aus unserer Kraft und Weisheit heraus gestalten, alles uns selbst und nicht der ewigen Gnade verdanken wollen.
Theodor Fontane (1819-1898), deutscher Schriftsteller, Journalist und Kritiker

Der Mensch ist der Maßstab aller Dinge.
Protagoras (490-411 v. Chr.), griechischer Philosoph

Wir können werden, was wir wollen.
Giovanni Pico della Mirandola (1463-1494), italienischer Philosoph

Gebe, o Jupiter, dass die Deutschen ihre Kräfte erkennen und ihren Fleiß auf höhere Dinge richten, dann werden sie nicht mehr Menschen, sondern Götter sein!

Giordano Bruno (Filippo Bruno) (1548-1600), italienischer Priester, Dichter und Philosoph
Namensgeber der atheistischen Giordano-Bruno-Stiftung in Deutschland


Gott macht die Tiere; der Mensch macht sich selber.
Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), deutscher Physiker und Schriftsteller, Aphoristiker

Der Mensch ist dem Menschen ein Gott.
Ludwig Feuerbach (1804-1872), deutscher Philosoph

Ich habe den Menschen das tiefste Buch gegeben, das sie besitzen, meinen Zarathustra: Ein Buch, das dermaßen auszeichnet, dass wer sagen kann „Ich habe sechs Sätze davon verstanden, das heißt erlebt“ damit zu einer höheren Ordnung der Sterblichen gehört.
Ich will mehr, ich bin kein Suchender. Ich will für mich eine eigene Sonne schaffen.
Und wer ein Schöpfer sein muss im Guten und Bösen: Wahrlich, der muss ein Vernichter sein und Werte zerbrechen.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

Ich werde erst zufrieden sein, wenn ich ein Labor habe, in dem ich Kinder unter ständiger Beobachtung erziehen kann.
John Broadus Watson (1878-1858), US-amerikanischer Psychologe, Begründer des Behaviourismus

Ich bin der Tod geworden, der Zerstörer von Welten.
Robert Oppenheimer (1904-1967), US-amerikanischer Physiker deutsch-jüdischer Abstammung, Erbauer der Atombombe

Jahr für Jahr sterben Millionen sinnlos als Opfer von Epidemien und Naturkatastrophen; und da sollen wir davor zurückschrecken, einige Hunderttausende dem sinnvollsten Experiment der Geschichte zu opfern? [Kommunismus]
Arthur Koestler (1905-1983), österreichisch-ungarischer Schriftsteller

Jetzt können wir den Menschen definieren
. Genotypisch jedenfalls besteht er aus einer 180 Zentimeter langen bestimmten molekularen Folge von Kohlenstoff-, Wasserstoff-, Stickstoff- und Phosphoratomen. Das ist die Länge der Desoxyribonukleinsäure, die im Kern des Ursprungseies und im Kern jeder reifen Zelle zu einer dichten Spirale gedreht ist, die fünf Milliarden Nukleotide lang ist.
Joshua Lederberg (1925-2008), US-amerikanischer Molekularbiologe und Genetiker, Medizinnobelpreisträger

Die promethische Tat der Herstellung und Formung von Menschen ist nicht länger eine sehnsüchtige Phantasmorgie (wie in Lucas Cranachs Gemäde vom Jungbrunnen) noch eine Fiktion der spekulativen Alchemie (wie die Erschaffung des Homunculus in der Laboratoriums-Szene des Faust), sondern ein entwurfsfähiges, reales Projekt…
James Watson (1928- ), US-amerikanischer Molekularbiologe und Nobelpreisträger

Mein Ziel ist einfach. Es ist ein vollständiges Verständnis des Universums.
Stephen Hawking (1942-2018), britischer theoretischer Physiker und Astrophysiker

Der Sinn fällt nicht vom Himmel, er wird auch nicht von einer Religion gestiftet, sondern ich selbst stifte Sinn, indem ich mir mein Tun wichtig mache.
Reinhold Messner (1944- ), italienischer Extrembergsteiger und Buchautor

Richtig glücklich werde ich erst sein, wenn ich so berühmt bin wie Gott.
Madonna Louise Veronica Ciccone (1958- ), US-amerikanische Sängerin, Songschreiberin, Schauspielerin, Autorin, Regisseurin, Produzentin und Designerin

Mein Name ist Linus und ich bin dein Gott.
Linus Benedict Torvalds (1969- ), finnisch-US-amerikanischer Informatiker und Software-Entwickler, Erfinder des Betriebssystems Linux

Die Kirchen sind tot, der Staat zieht sich zurück, die Ideologien haben ihre Macht verloren. Was bleibt, sind die Unternehmen. Sie werden die Sinnstifter der Zukunft sein.
Gunter Hehn (20. Jh.), deutscher Architekt

Bildergebnis für HOmo DeusDie siegreichen liberalen Ideen drängen die Menschheit nun dazu, nach Unsterblichkeit, Glück und Göttlichkeit zu streben.
Yuval Noah Harari (1976- ), israelischer Historiker
„Überreste des Göttlichen“
Weniger zurückhaltend ist da der Israeli Yuval Noah Harari, dessen Buch Homo Deus – Eine Geschichte von Morgen vor einigen Wochen in Deutschland erschien (in Litauen wurde vor kurzem Sapiens veröffentlicht, ein Abriss der Menschheitsgeschichte – sein erster Bestseller). Im vergangenen Monat fand sich ein ausführliches Interview im   „Spiegel“ (12/2017): „Wir werden Götter sein“.
Homo deus – der gottgleiche Mensch. „Wann wird es soweit sein?“ Harari: „Es geht eher um Jahrzehnte als um Jahrhunderte“. Den Begriff homo deus versteht er dabei durchaus „ganz wörtlich“. Gemeint ist ein Mensch, „der Fähigkeiten erlangt, die in traditionellen Vorstellungen Göttern vorbehalten sind. Manches davon haben wir längst erreicht, insofern müsste schon der heutige Mensch seinen Vorfahren wie ein Gott vorkommen. Für den größten Teil der Geschichte erwarteten die Menschen von ihren Göttern Lösungen für praktische Probleme. Man war krank, man betete zu Gott. Es fiel kein Regen, und die Ernte war bedroht, man betete zu Gott. Heute haben die Wissenschaft und der technische Fortschritt für die meisten dieser Probleme Lösungen gefunden, die viel besser sind als die unzuverlässigen Götter. Die Konzepte, die wir im 21. Jahrhundert noch mit Religionen verbinden – das Jenseits etwa oder die moralischen ‘Werte’ – sind nur Überreste des Göttlichen. Durch die ganze Geschichte hindurch haben die Religionen ihr Angebot angepasst, in einer steten Fluchtbewegung vor dem Fortschritt. Sobald sie merkten, dass ihre Hilfe am Krankenbett oder in der Landwirtschaft nicht mehr gefragt war, nahmen die Religionen neue Fantasieleistungen in ihr Angebot auf, die von der Wissenschaft noch nicht abgedeckt wurden, eben das ‘Leben nach dem Tod‘.“
An der Fähigkeit der Erschaffung von Leben „arbeitet der Mensch gerade. Ich glaube, dass die wichtigsten Produkte der Ökonomie des 21. Jahrhunderts nicht mehr Autos, Textilien und Esswaren sein werden, sondern Körper und Gehirn und Bewusstsein, also künstliches Leben. Und es gibt drei Wege, wie sich der Mensch zum Homo Deus ‘upgraden’ kann: erstens Bioengineering, zweitens Cyborgs, drittens anorganisches Leben. Wenn das gelingt, werden wir Götter sein.“
http://lahayne.lt/2017/04/24/homo-deus/
 

Es ist ein großer Irrtum zu denken, dass die menschliche Vernunft etwas Vollkommenes sei und dem Menschen alles entdecken könne.
Leo Tolstoi (1828-1910), russischer Dichter

Es ist wahr, dass uns der Tod nahe ist und dass das ganze Treiben hier Torheit ist. Ich muss dir aufrichtig sagen: Ich lege ja auf meine Pläne und auf meine Arbeit einen hohen Wert; aber wenn man's ernsthaft überlegt, so ist doch diese unsere ganze Menschenwelt nur so eine Art Schimmelüberzug, der sich auf einem kleinwinzigen Planeten gebildet hat. Und da bilden wir uns ein, es könne bei uns etwas Großes geben, große Pläne, große Taten! All das sind nur Sandkörnchen.
Leo Tolstoi (1828-1910), russischer Dichter

Es gibt keinen deutlicheren Beweis dafür, dass sich die Wissenschaft auf dem falschen Weg befindet, als ihre Selbstsicherheit, sie werde alles erforschen.
Leo Tolstoi (1828-1910), russischer Dichter

Hybris ist unsere Stellung zu uns, denn wir experimentieren mit uns, wie wir es uns mit keinem Tier erlauben würden.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

In irgend einem abgelegenen Winkel des in zahllosen Sonnensystemen flimmernd ausgegossenen Weltalls gab es einmal ein Gestirn, auf dem kluge Tiere das Erkennen erfanden. Es war die hochmütigste und verlogenste Minute der Weltgeschichte: aber doch nur eine Minute. Nach wenigen Atemzügen der Natur erstarrte das Gestirn, und die klugen Tiere mussten sterben.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

Hybris ist heute unsere ganze Stellung zur Natur, unsre Naturvergewaltigung mit Hilfe der Maschinen und der so unbedenklichen Techniker- und Ingenieurs-Erfindsamkeit.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe
Friedrich Nietzsche

In hellem Wahnsinn wandeln sie umher, dem Lichte Gottes feindlich abgewandt, – der eignen Kraft vertrauen sie, den Turm von Babel bauen sie aus Flüchen, Blut und Tränen.
Julius Langbehn (1851-1907), deutscher kulturkritischer Schriftsteller

Vor Gott sind alle Menschen, auch die vollkommensten und die genialsten, auch ein Goethe und ein Mozart, primitive Geschöpfe, deren geheimste Gedanken und feinste Gefühlsregungen unter seinem Auge sich wie Perlen einer Kette in regelmäßiger Aufeinanderfolge aneinanderreihen. Das tut der Würde dieser großen Männer keinen Eintrag. Nur muss man immer berücksichtigen, dass es eine Vermessenheit und ein Unsinn wäre, wenn man auf Grund dieser Überlegungen den Versuch machen wollte, es dem göttlichen Auge gleichzutun und die Gedanken des göttlichen Geistes vollständig nachzudenken.
Max Planck (1858-1947), deutscher Physiker, Begründer der Quantentheorie
Namensgeber der Max-Planck-Gesellschaft in Deutschland

Niemand weiß noch, wer künftig in jenem Gehäuse wohnen wird und ob am Ende dieser ungeheuren Entwicklung ganz neue Propheten oder eine mächtige Widergeburt alter Gedanken und Ideale stehen werden, oder aber - wenn keines von beiden - mechanisierte Versteinerung, mit einer Art von krampfhaftem Sich-wichtig-nehmen verbrämt. Dann allerdingst könnte für die "letzten Menschen" dieser Kulturentwicklung das Wort zur Wahrheit werden: "Fachmenschen ohne Geist, Genussmenschen ohne Herz: dies Nichts bildet sich ein, eine nie vorher erreichte Stufe des Menschseins erstiegen zu haben.
Max Weber (1864-1920), deutscher Soziologe

Wir sind weniger als Atome, sage ich, denn das Atom gehorcht dem Gesetz seines Seins, wir aber verleugnen im Übermut unserer Unwissenheit das Gesetz der Natur.
Mahatma Gandhi (1869-1948), indischer Freiheitskämpfer, Verfechter des gewaltfreien Widerstandes

Es ist die erstaunlichste Beobachtung, die wir heute machen, dass man angesichts des Nichts alles preisgibt: das eigene Urteil, das Menschsein, den Nächsten. Wo diese Angst gewissenlos ausgenutzt wird, da gibt es keine Grenzen des Erreichbaren.
Albert Schweitzer (1875-1965), elsässischer evangelischer Theologe, Musiker, Arzt und Philosoph

Die Naturforscher wollten Gott von Angesicht zu Angesicht sehen. Da das nicht möglich war, beteuerte ihre exakte Wissenschaft, dass es ihn nicht gebe. Um wie vieles sind wir Naturforscher bescheidener geworden! Wir beugen uns in Demut vor dem Übergroßen, vor dem Übermächtigen, dem ewig Unsichtbaren, dem niemals Erfasslichen.
Max von Laue (1879-1960), deutscher Physiker und Nobelpreisträger

Der Mensch unserer Zeit hat eine Periode großer Illusionen durchquert, als er sich vorstellte, er habe, da er zu einer besseren Kenntnis seiner selbst und der Welt gelangt sei, die Religion nicht mehr nötig.
Pierre Teilhard de Chardin (1881-1955), französischer katholischer Theologe, Jesuit, Geologe und Anthropologe

Ja, im Töten ist der Mensch ein Gott - aber nicht im Lebendigmachen.
Jean Giraudoux (1882-1944), französischer Schriftsteller

Die Hybris, die uns versuchen lässt, das Himmelreich auf Erden zu verwirklichen, verführt uns dazu, unsere gute Erde in eine Hölle zu verwandeln.
Karl Raimund Popper (1902-2994), österreichisch-britischer Philosoph

Hybris und Maßlosigkeit sind die Versuchungen, die allem Handeln als solchem eigen sind.
Hannah Arendt (1906-1975), deutsche Philosophin

Einst war es die Religion, die uns mit dem Richterspruch am Ende der Tage drohte. Heute ist es unser gequälter Planet selbst, der die Ankunft dieses Tages voraussagt. Diese letzte Offenbarung kommt nicht vom Berg Sinai, nicht von jenem Berg der Predigt, auch nicht vom Bo-Baum Buddhas - es ist die Anklage der stummen Kreatur, die uns mahnt, unsere ehrgeizige Allmacht zu zähmen, damit wir nicht allesamt zu Grunde gehen in einer Wüste, die sich einst als Schöpfung präsentierte.
Hans Jonas (1903-1993), deutscher Philosoph

Der Mensch ist im Grunde Begierde, Gott zu sein.
Jean-Paul Sartre (1905-1980), französischer Schriftsteller und Philosoph

Du bist dein eigener Gott und wunderst dich, dass die Wölfe dich über die dunkle Öde des Winterreifes jagen.
Dag Hammarskjöld (1905-1961), schwedischer Politiker, UN-Generalsekretär, Friedensnobelpreis 1961 (posthum)

Der moderne areligiöse Mensch nimmt dabei eine neue existentielle Situation auf sich: Er betrachtet sich nur als Subjekt und Agens der Geschichte …; er akzeptiert keine Art von Menschlichkeit außerhalb der menschlichen Verfassung, wie sie sich in verschiedenen geschichtlichen Situationen erkennen lässt. Der Mensch macht sich selbst, und er kann sich nur wirklich selbst machen in dem Maß, als er sich selbst und die Welt desakralisiert… Er kann nicht wirklich frei sein, ehe er nicht den letzten Gott getötet hat.
Mircea Eliade (1907-1986), rumänischer Religionshistoriker, Philosoph und Romanautor

Leistet passiven Widerstand, verhindert das Weiterlaufen dieser atheistischen Kriegsmaschine, ehe es zu spät ist, ehe die letzten Städte ein Trümmerhaufen sind, gleich Köln, ehe die letzte Jugend des Volkes irgendwo für die Hybris eines Untermenschen verblutet ist.
Hans Scholl (1918-1943), Mitbegründer und prägendes Mitglied der 1942/43 aktiven studentischen Widerstandsgruppe, die ihre ersten Flugblätter mit Weiße Rose unterzeichnete, ein deutscher Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus

Darin besteht der fundamentale Unterschied gegenüber der seit Jahrtausenden getätigten Züchtung mit den von Gott geschenkten Lebensformen. Die Gentechnologen wollen vom "Baum des Lebens" essen (Gen 2,9), um zu werden wie Gott.
Max Thürkauf (1925-1993), schweizerischer Physiker und Philosoph.

Die unwandelbare Botschaft des prometheischen Atheismus lautet: "Die Selbsterschaffung des Menschen kennt keine Grenzen, Böses und Leid sind kontingent, das Leben ist unendlich erfinderisch, nichts ist - in moralischer oder geistiger Hinsicht - nur deshalb gültig, weil es während der ganzen bisherigen Geschichte als gültig angenommen wurde, die Tradition besitzt keine Autorität, der menschliche Geist bedarf keiner Autorität, der menschliche Geist bedarf keiner Offenbarung und keiner Lehre von außen, Gott ist nichts anderes als der Mensch, der sich und seine Vernunft unterdrückt.
Leszek Kolakowski (1927-2009), polnischer Philosoph, Historiker und Essayist

Wer behauptet, unsere wissenschaftlich-technische Zivilisation wird es auch in 10000 Jahren noch geben, der behauptet etwas sehr Kühnes und extrem Unwahrscheinliches angesichts der Geschichte. Es ist diese Hybris, die das Projekt der Moderne bestimmt und uns verblendet.
Robert Spaemann (1927- ), deutscher Philosoph

Jeder Mensch, der sich für Gott hält, tötet am Ende Menschen.
Elie Wiesel (1928- ), rumänisch-US-amerikanischer Schriftsteller und Journalist, Friedensnobelpreisträger

Wenn der Mensch mit seiner Rolle als Geschöpf nicht mehr zufrieden ist und anfängt, Schöpfer zu spielen, dann kennt er keine Grenzen mehr in seinem blinden Ehrgeiz, den Menschen zu manipulieren.
Werner Münch (1940- ), deutscher Politikwissenschaftler, ehemaliger Politiker, CDU, und Personal- und Unternehmensberater

Es gibt auch eine Ökologie des Menschen: Auch der Mensch hat eine Natur, die er achten muss und die er nicht beliebig manipulieren kann. Der Mensch ist nicht nur sich selbst machende Freiheit. Der Mensch macht sich nicht selbst. Er ist Geist und Wille, aber er ist auch Natur, und sein Wille ist dann recht, wenn er auf die Natur achtet, sie hört, und sich annimmt al der, der er ist und der sich nicht selbst gemacht hat.
Werner Münch (1940- ), deutscher Politikwissenschaftler, ehemaliger Politiker, CDU, und Personal- und Unternehmensberater

Der Sühnecharakter der Arbeit, auf den der Bericht der Genesis deutet, ist nie recht begriffen worden. Denn abgestumpft, wie wir sind … durch unseren technischen Hochmut, haben wir vergessen, dass es eine göttliche Ordnung des Universums gibt und dass die Arbeit, die Kunst, die Wissenschaft nur verschiedene Arten sind, mit ihr in Berührung zu treten … Wenn wir diese große Wahrheit wiederfänden, könnten wir den Makel [das Skandalon des modernen Denkens] tilgen, das in der Feindschaft zwischen Religion und Wissenschaft besteht.
Simone Weil (1909-1943), französische Philosophin

Der Mensch aber überfordert sich selbst, wenn er sich an die Stelle Gottes setzt. Und wenn dann der "neue Mensch" erst noch durch revolutionäre Praxis hervorgebracht werden soll, wird es schnell furchbtar.
Richard Schröder (1943- ), deutscher Philosoph und evangelischer Theologe

Dem Gott "Mensch" ist nichts heilig.
Raymond Walden (Reinhard Wiechoczek) (1945- ), deutscher Kosmopolit, Pazifist und Autor

Wenn wir Gott spielen und die Werte für die Naturkonstanten und -kräfte frei wählen könnten, würden wir wohl entdecken, dass fast alle Einstellungen das Universum unbewohnbar machen würden.
Paul Davies (1946- ), britischer Physiker und Sachbuchautor

Italienischer Meister des ausgehenden Jahrhunderts IKARUS UND DÄDALUS Öl auf Leinwand. 153 x 105 cm. In der griechischen Mythologie ist Ikarus der Sohn des Dädalus. Weil sie von König Minos im Labyrinth des... Minotaurus, Griechische Mythologie, Öl Auf Leinwand, Ikarus, Meister, Jahrhundert, Italien, Malerei, Engel KunstDort, wo die Vernunft auf eigenen Flügeln bis zur Sonne des Geheimnisses gelangen will, welches nur dem Glauben und der Hoffnung gegeben wird, endet sie wie Ikarus mit verbrannten Flügeln - sie stürzt ab: entweder in die Finsternis des Wahnsinns (erinnern wir uns an Nietzsche!), oder sie endet noch schlimmer, indem sie zur Ideologie degeneriert, die dämonisch oder lächerlich sein kann (erinnern wir uns an den marxistischen "wissenschaftlichen" Atheismus!).
Tomáš Halík (1948- ), tschechischer Soziologe, Religionsphilosoph und römisch-katholischer Priester

Das waren noch Zeiten, als Gott Mensch wurde. Heute spielt der Mensch Gott. Aber zum Glück gibt es Gott nicht im Reagenzglas, sondern nur im Stall, am Kreuz und in den Herzen seiner Menschen.
Arno Backhaus (1950- ), deutscher Evangelist

All die mitunter beklagte Hybris des Westens, alle Selbstüberheblichkeit, alle Überschätzung menschlichen Wissens und Könnens, der Glaube an die technische Machbarkeit der Welt haben ihren Ursprung in der humanistischen Idee des sich selbst schaffenden Menschen
Udo Di Fabio (1954- ), deutscher Jurist

Der Mensch ringt immer und zu jeder Zeit damit, ob er sich demütig als Geschöpf in die Schöpfung einordnet oder selbst Gott spielen möchte.
Raphael Maria Bonelli (1968- ), österreichischer Neurowissenschaftler

Der Mensch ist immer der gleiche: Die Systeme, die er schafft, sind immer unvollkommen, und umso unvollkommener, als er seiner sicher ist.
Johannes Paul II. (Karol Wojtyla) (1920-2005), polnischer Papst

Der Mensch will wie Gott sein und verwüstet die Schöpfung, das Leben, die Kulturen, die Werte, die Hoffnung ... das ist es, was wir tun.
Franziskus (Jorge Mario Bergoglio)
(1936- ), argentinischer Papst

 

Quellen:
deutscher Maler Lucas Cranach der Ältere Der Sündenfall https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Lucas_Cranach_d.%C3%84._-_Der_S%C3%BCndenfall_(Schloss_Gottorf).jpg
niederländischer Maler Pieter Bruegel dem Älteren (1563) Turmbau zu Babel https://www.ojc.de/salzkorn/2008/das-netz/turmbau-zu-babel/
italienischer Maler des 16. Jahrhunderts https://www.pinterest.de/pin/303781937364594727/

 

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