Hitler war ein gläubiger Katholik !  Die katholische Kirche hat ihn unterstützt !  ?
   

... und weitere Behauptungen zum Thema katholische Kirche und Nationalsozialismus in Wort und Bild hinterfragt.

Katholischer Ultramontanismus (Romhörigkeit)
Katholischer Antisemitismus
Schweigen der katholischen Kirche zum Holocaust (Schweigen Pius XII.)
Katholischer Antikommunismus
Katholischer Militarismus
Katholische Sympathien für den Nationalsozialismus
Katholische Kirche und NSDAP-Mitgliedschaft
Machtergreifung mit Hilfe der katholischen Parteien (Ermächtigungsgesetz)

Reichskonkordat des Vatikans mit dem Deutschen Reich
Positives Christentum des Nationalsozialismus (Gottgläubigkeit)
Wenig Katholiken leisteten Widerstand
Hitler war ein gläubiger Katholik...
 

 

Was gesagt / gezeigt wird
[Kommentare dazu]
Was dabei nicht gesagt / gezeigt wird
zum Teil wenig bekannte - oder bewusst verschwiegene - Fakten und Hintergründe
  Katholischer Ultramontanismus  
Katholiken ist die Treue zu Rom wichtiger als die Treue zum eigenen Staat.

 

Ultramontanismus als Schlagwort des Kulturkampfs

Für den protestantischen preußischen Reichskanzler Otto von Bismarck galten die Katholiken unter Pius IX. als
Ultramontane (jenseits der Berge), d.h. nach Rom orientierten "Reichfeinde" oder "Schwarze Internationale" (in Analogie zur kommunistischen "Roten Internationale").  Mit verschiedenen Gesetze schränkten er die Rechte der katholischen Kirche ein. Katholiken fühlten sich gegenüber der protestantischen Bevölkerungsmehrheit als Bürger zweiter Klasse und litten unter einem Minderwertigkeitsgefühl. Erst in der Weimarer Republik konnten Katholiken ihre politische Emanzipation durchsetzen. Der letzte Reichskanzler Brüning gehörte dem katholischen Zentrum an.

Die Jesuiten, der größte und einflussreichste katholische Männerorden, wurde von den Nationalsozialisten, ebenso wie die Freimaurer, zu Volksschädlingen erklärt, ihre Anhänger wurden verfolgt, interniert und zum Teil ermordet.

Bereits seit dem 17. Jahrhundert kursierten Verschwörungstheorien über den Orden, der deshalb wiederholt verboten wurde, so auch 1871 unter Bismarck (Jesuitengesetz). Unter dem NS-Regime verbanden sich diese Verschwörungstheorien mit dem Ziel, den Einfluss der Jesuiten, die u.a. Gymnasien unterhielten und sich in der Jugendarbeit engagierten, zu reduzieren. Bereits Bismarck hatte die geistliche Schulaufsicht durch eine staatliche ersetzt.
Durch das Herausstellen der katholischen Verbundenheit mit Volk und Staat versuchten die Katholiken die ultramontane Verdächtigung und Beschimpfung zu brechen und sich als vaterlandsliebend darzustellen.

Eine Repressionsmaßnahme Bismarcks war der Kanzelparagraph von 1871 die bis 1953 galt, eine Vorschrift des deutschen Strafgesetzbuchs, die den Geistlichen aller Religionen in der Ausübung ihres Amtes eine Stellungnahme zu politischen Angelegenheiten mit Androhung einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren untersagte. Auch der Jesuitenpater Rupert Mayer wurde von den Nationalsozialisten wegen "Kanzelmissbrauchs" inhaftiert.

„Der Jesuit – Der vaterlandslose Dunkelmann”. Eine Propagandaschrift von Hubert Hermanns (1933)
Hubert Hermann. Der Jesuit. Der vaterlandslose Dunkelmann. Eine Kampfschrift
Das Bild zeigt eine von Hubert Hermanns geschriebene Propagandaschrift, welche die Warnungen des NS-Regimes vor der „düsteren Macht“ und den „geheimnisvollen Zwecken“ der Jesuiten veranschaulicht.
http://germanhistorydocs.ghi-dc.org/sub_image.cfm?image_id=2068

Zur nationalsozialistischen Erziehung von Kindern und Jugendlichen verfolgte das NS-Regime auch die Gleichschaltung des Schulwesens und die ideologische Anpassung des Unterrichts. Der Nationalsozialistische Lehrerbund der Partei übernahm die politische Lenkung der Lehrerschaft durch teilnahmepflichtige Weiterbildungskurse und -veranstaltungen, in denen die erwünschten ideologischen Inhalte des Unterrichts vermittelt wurden. Bücher und Lehrpläne für Fächer wie Deutsch, Geschichte und Biologie wurden zunehmend dem rassenbiologischen Weltverständnis der Nationalsozialisten angepasst. Sportliche Betätigung trat in den Mittelpunkt des Schulalltags.
http://germanhistorydocs.ghi-dc.org/sub_image.cfm?image_id=2057

Massive Proteste löste die Entfernung von Kreuzen aus den Schulzimmern aus. Der Bischof von Rottenbrug Johannes Sproll schrieb in seinem Fastenhirtenbrief 1937: "Christus hinaus! Sein Bild soll verschwinden, sein Zeichen, das Kreuz, von den Straßen und öffentlichen Plätzen entfernt werden. Man tritt das Kreuz und schändet das Kreuz und entfernt das Kreuz - weil man die Religion des Kreuzes hasst, weil man die Kirche des Gekreuzigten auch in Deutschland ausrotten will."
Senninger, S. 125 f
vgl. dazu auch http://www.ik-augsburg.de/pdf/hefte/46.pdf

Nach dem Tod des Reichspräsidenten Hindenburg übernahm Hitler auch das Amt des Staatsoberhauptes und ließ die Armee nicht mehr auf die Verfassung, sondern auf seine Person vereidigen. Im Herbst 1934 sagte er zu Reichsinnenminister Frick, er werde einen Kulturkampf machen, dass den Katholiken Hören und Sehen vergehe. Alfred Rosenberg, der Autor des "Mythus des 20. Jahrhunderts" wurde mit der weltanschaulichen Schulung der NSDAP beauftragt.
Rosenberg betrachtete die katholische Kirche, die Bibel, insbesondere das Alte Testament, ebenso wie die christliche Heilslehre und as Christentum im Allgemeinen als "artfremde Elemente".

"Voraussetzung jeglicher deutscher Erziehung ist die Anerkennung der Tatsache, dass nicht das Christentum uns Gesittung gebracht hat, sondern dass das Christentum seine dauernden Werte dem germanischen Charakter zu verdanken hat ... Ein Mann aber oder eine Bewegung, welche diesen Werten zum vollkommenen Siege verhelfen wollen, haben das sittliche Recht, das Gegnerische nicht zu schonen. Sie haben die Pflicht, es geistig zu überwinden, es organisatorisch verkümmern zu lassen und politisch ohnmächtig zu erhalten."
Alfred Rosenberg, Mythus des 20. Jahrhunderts. 1935, S. 636

"Die Prälaten und Kardinäle mobilisierten die "gläubigen Massen", und Rom, welches mit dem atheistischen Marxismus, d. h. mit machtpolitischer Unterstützung des Untermenschentums einen Vernichtungskampf gegen Deutschland, auch unter Opferung der deutschen katholischen Massen selbst führt, hatte die Stirn, plötzlich über "Kulturkampf" zu zetern.
Alfred Rosenberg, Mythus des 20. Jahrhunderts.

Manche Überschriften des Mythus" zielen auf die Jesuiten "Jesuiten ersetzen Jesus Christus" (S. 174). "Jesuiten, die Führer der Sozialdemokratie" (S. 472), "Fort mit dem Jesuitenstil!", "Aus den Schiffen und von den Altären der Deutschen Volkskirche werden die Gipsgirlanden, die Blechstrahlen und alle jene Überflutung unseres Lebens durch den Plunder des Jesuitenstils und das spätere bastardische Rokoko verschwinden" [entsprach nicht dem heroischen NS-Kunststil] und bildet den Begriff "Jesuitismus" (S. 195). Sehr deutlich kritisiert er "der katholische Volksteil in Deutschland verhindert die Bildung eines Nationalstaates." (S. 473). Dann stellt er die rhetorische Frage "Ist Rassenschande christlich?"

Der "Mythus" wurde bereits am 7.2.1934 vom Vatikan (Heiliges Offizium) auf den "Index", die Liste der für Mitglieder der katholischen Kirche verbotenen Bücher, gesetzt. Als Erwiderung auf die Schrift entstanden im Erzbistum Köln 1934 die Studien zum Mythos des XX. Jahrhunderts. Geleitet wurde dies von Domvikar Josef Teusch als Leiter der Abwehrstelle gegen antichristliche Propaganda des Erzbistums Köln. Bei dieser Schrift handelt es sich nicht um eine Kampfschrift, sondern um eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Buch Rosenbergs, die hauptsächlich von Dozenten der Universität Bonn unter biblischen, mystischen, kirchengeschichtlichen und moraltheologischen Gesichtspunkten verfasst wurde. Vor einer Veröffentlichung im Bistum Köln schreckte der Kölner Kardinalerzbischof Karl Joseph Schulte jedoch zurück; die Veröffentlichung übernahm spontan Bischof Clemens August Graf von Galen im Bistum Münster. Nachdem die Schrift dort knapp einer Beschlagnahmung entgehen konnte, wurde sie schließlich auch in Köln und Berlin wie in Münster als Beilage zum Kirchlichen Anzeiger veröffentlicht.

Amtsblatt des Bischöflichen Ordinariats Berlin. Amtliche Beilage "Studien zum Mythus des XX. Jahrhunderts"

Auch der katholische Theologe Konrad Algermissen hat in einer Schrift auf das Werk Rosenbergs reagiert. In diesem Buch werden en détail Rosenbergs Interpretationen von historischen Beispielen auf deren Korrektheit geprüft und zahlreiche Fehldarstellungen belegt. Gegen Autor und Buch wurden Sanktionen verhängt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Mythus_des_20._Jahrhunderts


Alfred Rosenberg. An die Dunkelmänner unserer Zeit. Eine Antwort auf die Angriffe gegen den Mythus des 20. Jahrhunderts. München: Hocheneichen Verlag 1935

Auf Baldur von Schirachs Anweisung wurde die ideologische Schulungsarbeit in der Hitlerjugend auf der Grundlage von Rosenbergs Kernthesen durchgeführt: "Nationalsozialismus ist eine Religion (nicht nur eine politische Weltanschauung), die neue, allein wahre Religion, geboren aus Blut und Boden, nordischem Geiste und arischer Seele!".
Goebbels hatte bereits am 5.8.1933 erklärt: "
Wir werden selbst eine Kirche werden."
Senninger, S. 87 f

Von 1942 an arbeitete der Jesuit Alfred Delp in der Widerstandsgruppe "Kreisauer Kreis" um Helmuth James Graf von Moltke mit, um ein Modell für eine neue Gesellschaftsordnung nach dem Ende der Zeit des Nationalsozialismus zu entwickeln. Hier engagierte er sich insbesondere für die Positionen der katholischen Kirche bei einem Neuaufbau Deutschlands im Hinblick auf die katholische Soziallehre.
http://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Delp

Am 27.5.1942 verabschiedete man die Ergebnisse dieser 1. Kreisauer Tagung beginnend mit der „Grundsätzlichen Erklärungen“ über Kirche und Staat und über die Schule. Der erste Satz bildet so etwas wie eine Kreisauer Confessio: „Wir sehen im Christentum wertvollste Kräfte für die religiös-sittliche Erneuerung des Volkes, für die Überwindung von Hass und Lüge, für den Neuaufbau des Abendlandes, für das friedliche Zusammenleben der Völker.“ (Br.1, 209) Grundsätzlich soll für das öffentliche Leben dieses gelten: „Gewährleistet werden die Glaubens- und Gewissensfreiheit sowie die öffentliche Ausübung der christlichen Religion. Alle Geistlichen und Laien, die wegen ihrer christlichen Haltung ungerecht oder unter fadenscheinigen Gründen verhaftet worden sind, erhalten die Freiheit. Aufenthaltsbeschränkungen fallen fort. Die Freiheit für die Arbeit kirchlicher Organisationen, wie Jugend-, Gesellen- und Standesvereine, wird wiederhergestellt. Die Entfaltung religiösen Schrifttums wird wieder ermöglicht. Im gesamten Bildungswesen sowie im Film und Rundfunk erhält das christliche Gedankengut den ihm gebührenden Platz. Den Eltern steht das natürliche Recht zu, ihre Kinder nach den Grundsätzen des christlichen Glaubens und nach den Forderungen ihres eigenen Gewissens zu erziehen. Auch der Staat wird dazu beitragen, die innere und äußere Zerrissenheit der Familie zu überwinden. Der Sonntag ist von staatlichen Pflichtversammlungen frei.“ (Br.1, 210)
http://www.kas.de/wf/doc/kas_11394-544-1-30.pdf?070717155939

Alfred Delp stellte fest: „Im Unterschied zu früheren Zeiten stammen die chaotischen Zustände der gegenwärtigen Tage viel weniger aus einem Versagen konkreter Verfassungen und Anordnungen als aus der Verkennung und Missachtung der ewigen Gesetze und Ordnungen und der daraus folgenden Verwirrung der Geister und Verwüstung des gesunden sittlichen Empfindens. Eine echte Erneuerung fordert also nicht nur Neuordnung der Einrichtungen des politischen, des sozialen und kulturellen Lebens, sondern vor allem auch die Rückbindung (religio) der irdischen Lebensbereiche an die ewigen Wahrheiten und Gesetze.“
http://www.kas.de/wf/doc/kas_11394-544-1-30.pdf?070717155939

Das Gericht hatte zwar den Vorwurf der Mitwisserschaft Delps am Attentat des 20.7.1944 fallen lassen, doch sein Engagement im Kreisauer Kreis, sein Wirken als Jesuitenpater (z.B. als Redakteur bei der vom Jesuitenorden herausgegebenen "Stimmen der Zeit. Katholische Monatsschrift für das Geistesleben der Gegenwart", die zeitweise und 1941 endgültig verboten wurde) und seine christlich-soziale Weltanschauung genügten, um ihn zum Opfer der NS-Justiz zu machen. Während der Haftzeit machte ihm die Gestapo das Angebot der „Freilassung gegen Ordensaustritt“, was aber von Delp ausgeschlagen wurde. Delp legten der Haftanstalt Berlin-Tegel seine letzten, feierlichen Gelübde ab, die Profess, mit der Delp und sein Orden ihre gegenseitige Bindung bekundeten. Das Urteil wurde am 2.2.1945 in Plötzensee vollstreckt, seine Asche auf den Berliner Rieselfeldern (Flächen zur Reinigung der Abwässer Berlins) verstreut.
http://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Delp

Auch die katholische Zeitschrift "Hochland. Monatszeitschrift für alle Gebiete des Wissens, der Literatur und Kunst" erlebte ein ähnliches Schicksal. Nach 1933 erachtete es die Zeitschrift als zentrale Aufgabe, die nationalsozialistische Ideologie zurückzuweisen und zu überwinden, doch konnte die Kritik nicht mehr offen, sondern nur indirekt, z. B. über ästhetische oder geschichtliche Anspielungen vorgetragen werden (Zitat 1939 in Analogie zum obligatorischen Hitlergruß: "Sie rufen Heil, Heil, wo doch kein Heil ist"). Der redaktionelle Kreis wirkte prägend auf den Widerstand der "Weißen Rose" um Hans und Sophie Scholl.
http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/artikel/artikel_44729

Der Aufsatz „Hodie“ (lateinisch: heute), eine prophetische und apokalyptische Geschichtsbetrachtung von Joseph Bernhart, der ursprünglich Weihnachten 1939 erscheinen sollte, führte zum Verbot und Einstampfen der Ausgabe. Der Autor erhielt Publikationsverbot. Denn nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler vom 8. 11.1939 hatte die Reichspressekammer die Weisung erteilt, dass sich „das deutsche Volk entschlossener und fanatischer um seinen Führer schart, um mit ihm den Weg zum Endsieg zu gehen. Für die Kirchenpresse bietet sich jetzt die Gelegenheit, einmal ganz besonders im Hinblick auf das Münchner Attentat das Walten der Vorsehung zu betonen.“ Der politischen und religiösen Knebelung wollte Joseph Bernhart entgegengetreten mit seiner Mahnung: „Die prophetische Aufnahme der Geschichte ist die dem Christen einzig gemäße. Sehet zu, dass da keiner euch verführt durch die Weltanschauung und hohlen Trug.“ Ein weiteres Verbot der Zeitschrift erfolgte im April 1941, da in dieser Ausgabe der von den Nationalsozialisten verherrlichte Philosoph Friedrich Nietzsche ein „Mörder Gottes“ genannt wurde. Als der Überfall auf die Sowjetunion geplant wurde, kam es „aus kriegswirtschaftlichen Gründen“ zum endgültigen Verbot der Zeitschrift Hochland.
 

  Katholischer Antisemitismus  
Die katholische Kirche war seit je her judenfeindlich.



Daniel Jonah Goldhagen. Die katholische Kirche und der Holocaust. Eine Untersuchung über Schuld und Sühne. Siedler-Verlag: Berlin 2002
[Der Historiker Konrad Repgen nennt Daniel Goldhagens "eine Kampfschrift gegen die Kirche", wissenschaftlich schlecht recherchiert mit großen historischen Fehlern. Ausgerechnet der wüste Kirchenhasser Julius Streicher, Herausgeber der NS-Zeitung "Der Stürmer", der "Pacelli als Kumpan des "Weltjudentums" attackierte", erscheint bei Goldhagen "als Zeuge für eine judenfeindliche Verwandtschaft zwischen Kirche und Nationalsozialismus. Der ehemalige Priester und Kirchengeschichtler Georg Denzler stellt fest: "Fast nichts ist bei Goldhagen aus den Quellen belegt. Das Wichtigste wird bei ihm nur behauptet. Typisch für die Fehlerhaftigkeit des Werkes ist schon die Abbildung auf dem Umschlag, die im Inneren nochmals wiederholt wird, mit der Unterschrift "Ein katholisches Wegzeichen und ein antisemitisches Schild wachen 1935 einträchtig über ein fränkisches Dorf." Der Jurist und Politologe Konrad Löw hält dies für eine Fotomontage , die Tafel mit der Aufschrift "Juden sind hier unerwünscht" wurde erst nachträglich in das Bild eingefügt [die dem Gekreuzigten zugewandte Anordnung des Schildes spricht dafür, suggeriert wird die Nähe des Katholizismus zum Antisemitismus]. Das Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz, das als Bezugsquelle genannt wird, widerspricht dieser Wertung nicht. Dort lautet die Auskunft: Wir haben nicht das Original, nur einen Abzug. Wir kennen den Fotografen nicht, auch nicht um welches Dorf es sich handelt. Wir haben unsere Zweifel an der Echtheit. Doch statt das Bild auszumerzen, macht man weiter damit Geschäfte.
Für die Behauptung, Papst Pius  XI. und XII. seien "engagierte Antisemiten" und "Kollaborateure der Nationalsozialisten" gewesen, legen Daniel Goldhagen wie John Cornwell nur einen einzigen "Beleg" vor: einen Nunitaturbericht aus München vom 18.4.1919. Goldhagen kennt diese Quelle offensichtlich bloß in Fassung, die John Cornwell bereits 1999 in einer alle wesentliche Stellen verfälschenden Übersetzung verbreitet hat. Der von dem damaligen Münchner Nuntius Pacelli unterschriebene - im Original italienische - Bericht, gibt eine Szene aus der anarchisch-kommunistischen Phase der Münchner Räterepublik wieder, die unbestritten von einer einflussreichen Gruppe jüdischer Revolutionäre dominiert war. Spartakisten drangen damals in die Nuntiatur ein, bedrohten Pacelli mit einem Revolver und forderten ihn auf das Land zu verlassen. Die antisemitischen Sprachklischees und stereotypen Ausdrücke, aus denen Goldhagen weit reichende Schlüsse zieht, tauchen im Original noch nicht auf, sondern kommen erst durch die Übersetzung ins Englische zustande, aus der eine deutsche Rückübersetzung gemacht wurde.
Senninger, a.a.O., S. 231 f.

[Buchkritik http://www.kas.de/wf/doc/kas_1335-544-1-30.pdf?040415180313]

 

"In der Geschichte des katholischen Christentums hat es einen religiösen Antisemitismus (genauer Anitjudaismus) immer gegeben. Angefangen von Paulus über die Kirchenväter und Theologen des Mittelalters. Zugleich aber gab es viele Zeichen der Toleranz gegenüber den Juden, wie die Aussagen von Päpsten und Theologen belegen."
Papst Gregor X belegte 1247 Personen, die über die Juden schlimme Verleumdungen verbreiteten (z.B. Ritualmord, Hostienfrevel) mit einem Bann, der allerdings ohne Wirkung blieb.
Der bedeutende Luthergegner Johannes Eck veröffentlichte 1541 ein "Judenbüchlein", das ein eigenes Kapitel enthält: "Warum die Kirche die Juden duldet?"
Der Codex Iuris Canonici, das amtliche Gesetzbuch der katholischen Kirche des lateinischen Ritus, hat schon 1917 alles getilgt, was als Diskriminierung der Juden gedeutet werden konnte.

Pater Augustin Bea SJ, der spätere Kardinal, schrieb 1921 in den "Stimmen der Zeit" über die Rassenlehre es sei nicht mehr als "Fantastik, gegen die jede gesunde Geschichtswissenschaft lauten Einspruch erheben muss, wenn man der arischen (oder der germanischen) "Rasse" (eigentlich wissen wir nur etwas von arischen Sprachen, nicht von einer arischen "Rasse") alle Vollkommenheit, der semitischen alle Niedrigkeit und Gemeinheit zuschreiben will."
zit. bei Senninger S. 150

"Wie der Hl. Stuhl allen Hass und alle Feindschaft unter den Völkern verwirft, so verdammt er ganz besonders den Hass gegen das Volk, das Gott in uralten Tagen zu seinem gemacht, nämlich jenen Hass, den man gemeinhin mit Antisemitismus zu bezeichnen pflegt."
Dektret des Hl. Offiziums vom 25.03.1928

Das Staatslexikon der Görresgesellschaft schrieb zur viel diskutierten Judenfrage "Politisch ist es unerlaubt, die Juden unter Ausnahmegesetz zu stellen. Auf staatsrechtlichem Gebiet gibt es nur deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens.", die die selben Rechte haben wie alle anderen Bürger des deutschen Reiches. Der Antisemitismus stört den inneren Frieden und gefährdet auch die deutsche Außenpolitik"
"Das Christentum verwirft den Rassenhass so gut wie den Klassenhass und verurteilt den zur Begründung ins Feld geführten Nationalismus."
Wilhelm Marx von der katholischen Zentrumspartei, der zweimal Reichskanzler war, erklärte: "Die Katholiken lehnen den Antisemitismus als solchen grundsätzlich und bewusst ab. Sie halten sich kraft ihrer religiösen Überzeugung für verpflichtet, den Hass gegen Mitmenschen, mögen sie auch anderer Überzeugung sein wie sie selbst, mit aller Entschiedenheit zurückzuweisen.
Dr. Alois Hundhammer betonte 1930: "Der Antisemitismus der Nationalsozialisten ist mit den Grundsätzen des katholischen Christentums nicht zu vereinbaren."

Zur Wahl zum Preußischen Landtag stellte die Zentrumspartei das Vorstandsmitglied der Jüdischen Gemeinde Berlin, Georg Kareski auf. Der Volksverein lud sachkundige jüdische Referenten zu Vorträgen ein.
zit. bei Senniger S. 151

"Freilich machte dieser aus seiner Gesinnung dem jüdischen Volke gegenüber kein Hehl, griff, wenn nötig, sogar zur Peitsche, um aus dem Tempel des Herrn diesen Widersacher jedes Menschentums zu treiben, der auch damals wie immer in der Religion nur ein Mittel zur geschäftlichen Existenz sah. Dafür wurde dann Christus freilich an das Kreuz geschlagen, wahrend unser heutiges Parteichristentum sich herabwürdigt, bei den Wahlen um jüdische Stimmen zu betteln und später mit atheistischen Judenparteien politische Schiebungen zu Vereinbaren sucht, und zwar gegen das eigene Volkstum.
Adolf Hitler. Mein Kampf. Band I, Kapitel 11 - Volk und Rasse
http://www.mykath.de/topic/1354-halten-sich-christen-fur-die-besseren-menschen/page__st__50

In einer seiner Adventspredigten im Dezember 1933 betonte Kardinal Faulhaber - für die damalige Zeit absolut ungewöhnlich - die ökumenische Verbundenheit mit den Protestanten: "Wir reichen den getrennten Brüdern die Hand, um gemeinsam mit ihnen die heiligen Bücher des Alten Testamentes zu verteidigen.... Unsere getrennten Brüder knien nicht mit uns an der Kommunionbank. Gläubige Betrachten im hl. Evangelium aber ist geistige Kommunion mit unserem Herrn und Heiland."


Judentum, Christentum, Germanentum. Adventspredigten von Kardinal Faulhaber. München 1933

Die Dritte Predigt vom 17.12.1933 trug den Titel "Die sozialen Werte des Judentums". Auch wenn sich die Faulhabers Adventspredigten nicht direkt auf den Glauben und die Ethik des nachbiblischen Judentums bezogen, wurden sie von den Nationalsozialisten als Verteidigung der Juden im Allgemeinen interpretiert.
http://www.danwymanbooks.com/german2/german.htm

(Im Wikipedia-Artikel zu Kardinal Faulhaber werden die Adventspredigten nicht erwähnt)

In der 1926 in Rom gegründeten Priestervereinigung "Amici Israel" hatte Faulhaber eine führende Rolle inne. Hauptziel war die christlich-jüdische Versöhnung. Der Verein bat Papst Pius XII. 1928 darum, die schroff formulierte Karfreitagsfürbitte für die Juden (Oremus et pro perfidis Iudaeis – „Lasst uns auch beten für die treulosen Juden“) ändern zu lassen.

Am 29.5.1934 stürmten uniformierte und bewaffnete Gauführer der HJ die Berliner Filiale der Herderschen Buchhandlung und verlangten die Entfernung des "katholischen Schunds" aus der Auslage und die Einstellung des Verkaufs der Adventspredigten von Kardinal Faulhaber.
zit. in Senninger S. 154
http://www.politikstube.de/forum/kirchengeschichte/24050-katholisch_papst_hitler_narrte.html

Unter dem Druck der schrittweisen Annäherung Italiens an den Antisemitismus hat Pius XI. zwischen 1928 und 1939 katholischerseits die Wende zu einer positiven Würdigung des Judentums vollzogen. Vor belgischen Pilgern sprach er am 6.9.1938 die berühmt gewordenen Worte aus: "Spirituellement, nous sommes des sémites" [Geistlich sind wir Semiten], indem er auf Abraham als unseren Ahnherrn im Glauben verwies.

Zur Reichskristallnacht am 9./10.11.1938 nahmen die deutschen Bischöfe öffentlich keine Stellung,. Der Berliner Domprobst Bernhard Lichtenberg  betete dagegen öffentlich für die Juden: „In Berliner Häusern wird ein anonymes Hetzblatt gegen die Juden verbreitet. Darin wird behauptet, daß jeder Deutsche, der aus angeblich falscher Sentimentalität die Juden irgendwie unterstützt, und sei es auch durch freundliches Entgegenkommen, Verrat an seinem Volk übt. Laßt euch durch diese unchristliche Gesinnung nicht beirren, sondern handelt vielmehr nach dem strengen Gebot Jesu Christi: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“

Moltke zitierte aus den Vernehmungen des Domprobstes Lichtenberg: Auf die Frage „Wie stehen Sie zum Führer?“ sagte dieser: „Er ist nicht mein Führer, das ist er nur für PG’s und in seiner Funktion als Parteichef. Ich bin aber nicht Mitglied und kenne nur einen Führer Jesum Christum …“ Die Antwort: „Wenn Sie sich nicht ändern, werden wir Sie zu Ihren lieben Juden nach Litzmannstadt schicken.“ „Gerade darum wollte ich bitten, denn was könnte es für einen alten Geistlichen Schöneres geben, als diesen zum Tod geweihten jüdischen Christen beizustehen.“ (MB 319f.)
http://www.kas.de/wf/doc/kas_11394-544-1-30.pdf?070717155939

Er wurde zu zwei Jahren Gefängnis wegen Kanzelmissbrauchs und Vergehens gegen das Heimtückegesetz verurteilt. Auf dem Transport in das KZ Dachau verstarb der schwer herz- und nierenkranke Geistliche.
http://de.wikipedia.org/wiki/Kanzelparagraph

Ab Oktober 1941 war "Judenbegünstigung" ein Delikt, das aufgrund eines Erlasses des Reichssicherheitshauptamtes mit der Einweisung in ein KZ von mindestens drei Monaten geahndet wurde. Die Karthäusermönche in Farneta (Norditalien) hatten jüdischen Flüchtlingen Unterschlupf gewährt. Deshalb wurden 11 Mönche erschossen, an erster Stelle der Prior Pater Martin Binu. Völlig unbekannt ist die Zahl derer, die im geheimen Hilfe leisteten.
Senninger, S. 167

Thomas Mann hatte schon im Mai 1938 festgestellt: [Die Welt] muss einsehen, dass die nationalsozialistische Verfolgung des Judentums Hand in Hand geht mit der Feindschaft gegen das Christentum, ja, dass beide Anfeindungen Ausdruck derselben heidnischen und gottfeindlichen Gesinnung sind. Der nationalsozialistische Antisemitismus ist zugleich Antichristlichkeit."
http://derhonigmannsagt.wordpress.com/2010/05/09/schwieg-die-kirche/

Am Totensonntag, 15.11.1942 predigte Bischof Preysing von Berlin: "Jeder Mensch trägt das Ebenbild Gottes in seiner Seele. Jeder Mensch hat Recht auf Leben und Liebe. Nie ist es erlaubt, Angehörigen fremder Rassen die menschlichen Rechte zu nehmen, das Recht auf Freiheit, das Recht auf Eigentum, das Recht auf unlösliche Ehe; nie ist es erlaubt, gegen irgendjemanden solche Grausamkeiten zu verüben." Die Predigt wurde zu einem Adventsbrief umgearbeitet, der am 12.12.1942 in den Kirchenprovinzen von Köln und Paderborn als Hirtenbrief verlesen wurde in dem es hieß: „Wer immer Menschenantlitz trägt, hat Rechte, die ihm keine irdische Gewalt nehmen darf.“ und "All die Urrechte, die ein Mensch hat, das Recht auf Leben, auf Unversehrtheit, auf Freiheit, auf Eigentum, auf eine Ehe, deren Bestand nicht von staatlicher Willkür abhängt, können und dürfen auch dem nicht abgesprochen werden."
zit. in Senninger, S. 160, 161
Auch wenn nicht die Juden ausdrücklich als Opfer genannt wurden, so war die Beziehung des Hirtenbriefs zu der damals in Gang gesetzten "Endlösung der Judenfrage" für das In- und Auland deutlich. Im amerikanischen Abgeordnetenhaus wurde der Hirtenbrief verlesen und die Londoner BBC sandte den Wortlaut in einer deutschen Sendung.
Im Hirtenschreiben der deutschen Bischofskonferenz vom August 1943 "Über die Zehn Gebote als Lebensgesetz der Völker" hieß es : "Kein Volk darf sich selbst zum Abgott machen, als ob sein Wille und nicht der Wille Gottes die Quelle der Sittlichkeit und allen Rechtes sei.... Darum darf keine irdische Macht in das Recht des Herrn über Leben und Tod willkürlich eingreifen und das Leben eines Unschuldigen frevelhaft verletzen und vernichte." Dagegen wurde der Einsatz für diejenigen gefordert, "für die unschuldigen Menschen, die nicht unseres Blutes und unserer Rasse sind, für die Evakuierten, für die Gefangenen und die Fremdarbeiter, für ihr Recht auf menschenwürdige Behandlung."
zit. in Senninger, S. 162

Erzbischof Frings von Köln erklärte am Pfingstsonntag, den 13.6.1943 im Dom: "Wer mit Absicht Unschuldige und Nichtkämpfende tötet, sei es aus der Luft oder wie immer, wer ihnen das Leben nimmt, nur weil sein einem fremden Volk, einer fremden Rasse angehören, der sündigt wider Gottes Gebot: Du sollst nicht töten!"
zit. in Senninger, S. 163


"Herr vergib ihnen. Warum manche Pfaffen Großdeutschland hassen? Der Teufel versteh's. das muss man ihm lassen" (Der katholische Pfarrer erliegt den
Einflüsterungen des jüdischen Teufels, zu erkennen an der Hakennase, der ihm seine Parolen in die Feder diktiert)
Der Stürmer, Nr. 21 März 1936, S. 7
http://germanhistorydocs.ghi-dc.org/sub_image.cfm?image_id=2065&language=german
 

"Die "heilige Schrift. Den Geist, der aus dem Buche spricht, versteht die deutsche Jugend nicht" (Das Alte Testament wurde als jüdisches Buch verworfen)
Der Stürmer, Nr. 44, Oktober 1936, S. 1




Den Pharisäern und Schriftgelehrten "Vor zweitausend Jahren habe ich die Juden als Teufelsvolk verflucht und ihr macht ein Gottesvolk aus Ihnen" (Christus als aufrechter, blonder arischer Mann tritt einem katholischen und evangelischen Geistlichen entgegen, die den Kopf gesenkt halten)
Der Stürmer, Nr. 13, März 1934, S. 1

 

"Dem politischen Katholizismus. Sage mir, mit wem du Umgang pflegst und ich sage dir, wer du bist."
Der Stürmer, Nr. 23, Juni 1938, S. 7

Das am 20. April 1923 von Julius Streicher in Nürnberg gegründete antisemitische Wochenblatt "Der Stürmer" war zunächst auf den Umkreis von Nürnberg beschränkt. Dies änderte sich nach der nationalsozialistischen Machtübernahme. Obwohl es nie offizielles Blatt der NS-Presse war, hing "Der Stürmer" ab 1933 überall in öffentlichen Schaukästen, den sogenannten Stürmerkästen, aus. Das Hetzblatt versuchte mit einer Mischung aus sexuellen Obsessionen und Warnungen vor einer "jüdisch-bolschewistischen Weltverschwörung", einen radikalen Antisemitismus in der deutschen Bevölkerung zu wecken. Er wurde auch als Lehrmaterial im Unterricht eingesetzt. Zum letzten Mal wurde "Der Stürmer" am 1. Februar 1945 herausgegeben, sein Verleger bei den Nürnberger Prozessen zum Tode verurteilt.

  Schweigen der katholischen Kirche zum Holocaust (Schweigen Pius XII.)  

Pius XII. hat gegenüber dem Holocaust geschwiegen.

Rudolf Augstein: Die Kirche und der Holocaust. Papst Pius XII.
Der Spiegel 43/1997
[Interessant die suggestive Bildkomposition: Pius XII. quasi faltet fromm die Hände zum Gebet und schaut am Schicksal der auf die Deportation wartenden Juden vorbei]
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8805183.html

[Unter den heftigsten Kritikern der katholischen Kirche im Dritten Reich treten manchmal gerade solche hervor, die selbst ein Problem mit ihrer eigenen "braunen" Vergangenheit haben oder mit ihrer früheren Kirchenzugehörigkeit (Entziehung der Lehrerlaubnis, Versetzung in Laienstand, Austritt aus Kirche).
Das Magazin "Der Spiegel" geht in seinem Special "Die Machtergreifung. 30. Januar 1933: Der Anfang vom Untergang" (1/2008) unter dem Titel "Der Pakt zwischen Himmel und Hölle" wieder mit der katholischen Kirche im Nationalsozialismus scharf ins Gericht
Der Artikel enthält viele Fakten, die den Widerstand der katholischen Kirche gegen die Nazis darstellen. Doch geschickt schafft es der Spiegel, durch propagandistische Wortwahl und Unterstellungen den Tatsachen eine interpretatorische Wende zu geben, die dem Leser suggeriert, dass Kirche und Nationalsozialismus doch unter einer Decke steckten.
http://www.mykath.de/topic/3530-spiegel-hetze-gegen-die-katholische-kirche/

Dabei hat die Spiegel-Redaktion in ihren Anfangsjahren in hochrangigen Positionen selbst ehemalige Nazis eingestellt und vertritt die unter Historikern umstrittene Alleintätertheorie zu der Reichtagsbrandstiftung. Nach wie vor befinden sich auf der Website des Spiegel der Artikel "Christus war ein Arier" aus der Ausgabe 5/1964 mit Hitlerzitaten http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46162906.html. obwohl das von Hermann Rauschning Buch "Gespräche mit Hitler" mit diesen Zitaten, bei den meisten Historikern als Fälschung gilt.
Braune Vergangenheit
http://www.berliner-zeitung.de/archiv/ein-buch-beleuchtet--wie-eng-das-magazin-der-spiegel-in-seinen-anfangsjahren-mit-ns-taetern-kooperierte-braune-vergangenheit,10810590,10782036.html
Reichstagsbrandstiftung – Eine neue Kampagne
http://www.sopos.org/aufsaetze/49293d821f7ee/1.phtml [Alleintätertheorie]

 

 

Der bekannte Historiker Guido Knopp ist der Meinung, dass lauter Protest den Massenmord nicht verhindert hätte.

"Rudolf Augstein widmet diesem Thema einen „Spiegel“-Titel. Er verurteilt Papst Pius XII. wegen mangelnder Verurteilung des Massenmords. Ein Wort des Papstes, meint Augstein, hätte wohl „ein Viertel der Juden“ retten können. Hätte es das?
Bevor wir über Pius urteilen, hat auch er es verdient, dass wir uns zunächst mit seinen Gründen auseinandersetzen. Als der italienische Feldgeistliche Pater Scavizzi, Zeuge des Mordens, dem Papst schon 1942 die schreckliche Wahrheit vortrug, zeigte der sich tief erschüttert: „Ich sah ihn weinen wie ein Kind.“ Pius, so Scavizzi, habe überlegt, den „Nazismus mit dem Bannstrahl der Exkommunikation zu belegen“. Doch auf dem Schlachtfeld des Gewissens siegte der Zauderer: „Vielleicht hätte mir ein feierlicher Protest das Lob der zivilisierten Welt eingetragen“, so Pius zu Scavizzi, „aber er hätte den armen Juden eine noch unerbittlichere Verfolgung gebracht.“
Das war des Papstes Credo. Und er fühlte sich bestätigt, als die holländischen Bischöfe von ihren Kanzeln gegen die Verschleppung von Juden ins KZ protestierten – und die Besatzungsmacht als Antwort gleich auch die getauften Juden mit ins Lager deportierte. Pius sei, als er dies hörte, „kreidebleich“ geworden, sagt uns die Vertraute, Schwester Pasqualina, und habe seinen schon geschriebenen Protest im offenen Feuer verbrannt. In seiner Weihnachtsbotschaft 1942 verdammte er nicht die Täter, sondern nannte nur das Leid der Opfer."
http://www.focus.de/politik/deutschland/standpunkt-macht-des-papstes-endete-am-tor-von-auschwitz_aid_165722.html

Die Vorstellung des Grauens war zu schrecklich, als dass Zeitgenossen, die vom Massenmord erfuhren, dem in vollem Ausmaß glauben wollten. Das galt nicht nur für den Papst. Auch in Hitlers Volk gab es viele, die genügend wussten, um genau zu wissen, dass sie nicht mehr wissen wollten. Und es galt auch für die Staatsmänner der Alliierten, die den Krieg nicht führten, um den Holocaust schnellstmöglich zu beenden; sie führten ihn, um Hitler an der Weltherrschaft zu hindern.

...
Standpunkt: Macht des Papstes endete am Tor von Auschwitz - weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/politik/deutschland/standpunkt-macht-des-papstes-endete-am-tor-von-auschwitz_aid_165722.html

Pius XII. versuchte im Stillen, den verfolgten Juden zu helfen. Er erreichte, dass die Deportation der römischen Juden gestoppt wurde und rettete somit über 7000 von über 8000 Juden. Die Klausur von Klöstern wurde aufgehoben, so dass Verfolgte beiderlei Geschlechts Unterschlupf finden konnten. Jüdische Kinder und Jugendliche wurden als Klosterschüler oder Novizen getarnt, jüdische Frauen und Männer erhielten zum Schutz Ordenskleider. Juden fanden im Vatikan (Palastgarde), in der päpstlichen Universität Gregoriana oder im päpstlichen Sommersitz Castel Gandolfo Unterschlupf. Auf der Synagoge am Tiber ließ er sein päpstliches Siegel anbringen, das von den Nationalsozialisten sogar respektiert wurde.
Der österreichische jüdische Religionswissenschaftler Pinchas Lapide, der 1938 aus einem KZ fliehen konnte, berichtet ausführlich über die Aktionen des Vatikans zur Rettung der Juden in Italien (über 90 % konnten gerettet werden), in der Slowakei, Rumänien, Bulgarien, Griechenland, Frankreich, Ungarn und Polen. Pinchas Lapide beschönigt nichts und weist auch auf die antijüdischen Ausschreitungen hin, die es früher in der Kirche auch bei den Geistlichen gegeben hat. Rolf Hochhuth, Verfasser des Buchs "Der Stellvertreter", das Pius Schweigen und Untätigkeit vorwarf, nennt Lapide einen Lügner.
Senninger, S. 210 f

Zu seinem Werk selber sagt Hochhuth: "Mein Stück basiert nicht auf einem Dokument oder einer Information, sondern auf dem Schweigen des Papstes zum Holocaust."

Zu den Einflussmöglichkeiten des Papstes bemerkt Pinchas Lapide: "Leider hält die Annahme, das weltliche Herrscher - oder Völker - der modernen Zeit den Päpsten jemals gehorcht hätten, auch der flüchtigsten Überprüfung nicht stand."
Senninger, S. 240

Das Jewish Chronicle in London urteilt über sein Buch: "Hierbei handelt es sich nicht um eine Reinwaschung, sondern um eine wesentliche Berichtigung zum "Stellvertreter" von Rolf Hochhuth. Hätte die Kirche geschwiegen, dann hätte die israelische Ministerpräsidentin Golda Meir kaum ein Beileidtelegramm zum Tod von Pius XII. geschickt. Hochhut unterstellt Golda Meirs Verhalten "totale Unkenntnis". Dr. Arien Kubovy, Direktor des Instituts zur Erforschung der Judenverfolgung im letzten Weltkrieg, wandte sich gegen eine "Stellvertreter"-Aufführung in Israel. Nach dem Tode von Pinchas Lapide widersprach seine Frau Ruth Lapide, Religionswissenschaftlerin und Historikerin, entschieden dem Bild, das Daniel Goldhagen von Pius XII. in seinem Buch "Die katholische Kirche und der Holocaust" gezeichnet hat. Der Patriarch von Venedig und päpstliche Legat für die Türke Angelo Roncalli (der spätere Papst Johannes XXIII.) hatte mit dem Wissen und im Aufttrag Pius XII. mehrere Tausend Blanko-Taufscheine ausgestellt, um verfolgte Juden zu retten; die Aktion war erfolgreich, obwohl kein einziger Jude getauft wurde. (Die türkische Führung unter Djemal Pascha wollte 1915 mit den Juden genauso verfahren wie mit den christlichen Armenieren, von denen in einem Genozid über 1,5 Mio. umgebracht wurden. Pacelli intervenierte damals zu Gunsten der Juden bei der mit Konstantinopel verbündeten Regierung in Berlin und erreichte, dass die Juden unter deutschen Schutz genommen wurden.)

In "God's own Country", den USA, brauchte Kardinal Mundelein, Erzbischof von Chicago am 18.5.1937 kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Er geißelte den Terror, die Angst und die Sklaverei, die ausgeübt wurde, von "einem österreichischen Tapezierer - überdies noch einem schlechten! - und einigen Komplizen wie Goebbels und Göring." In einer deutschen Note an den Vatikan wurde Genugtuung für diese Äußerungen verlangt, doch Pacelli lehnte eine solche ab. Dem italienischen Botschafter in Berlin gegenüber sagte er "Die Kirche beugt sich nicht vor "Idolen", diese müssen vielmehr zerschmettert werden".
Im Auftrag von Pius XI. erließ die Kongregation für Seminare und Universitäten am 13.4.1938 eine Instruktion über die Rassenfrage und Rassenvergötterung.  Alle Hochschullehrer wurden darin aufgerufen, "mit allen geistigen Kräften" die höchst verderblichen Lehren, die "unter dem Deckmantel einer Schweinwissenschaft die Geister irrezuführen versuchen", zu bekämpfen. Der Völkische Beobachter vom 2.8.1938 schrieb: "Der Vatikan hat die Rassenlehre von Anfang an abgelehnt ... weil sie seinem Dogma von der Gleichheit aller Menschen widerspricht."
Senninger. S.106 f.

Am Tag nach der Reichskristallnacht am 9.11.1938 besuchte Clemens August von Galen sofort die jüdische Gemeinde und bat dem Rabbiner Dr. Steinthal an: "Ich gehe morgen für Sie auf die Kanzel, umd diese Gräueltaten öffentlich anzuprangern. Aber bitte gegen Sie mir vorher schriftlich, das Sie es mir nicht anlasten, wenn dann die SS und die SA aus Rache noch schlimmer zuschlagen!" Dr. Steinthal erbat sich Bedenkzeit und sagte einen Tag später zum Bischof: "Bitte, tun sie's nicht, sonst wird es ja noch schlimmer!"
Senninger, S. 280

Der St. Raphaelsverein zum Schutze deutscher Auswanderer hatte 1933 ein Sonderhilfswerk nicht-arischer Auswanderer gegründet. Insgesamt konnte wohl mehr als 10.000 Verfolgten zur Auswanderung verholfen werden. 1941 wurde der Verein durch die Nationalsozialisten aufgelöst, denn "die Ermittlungen haben einwandfrei ergeben, dass die katholische Kirche in Deutschland in betonter Ablehnung der deutschen Judenpolitik systematisch die Juden unterstützt, ihnen bei der Flucht behilflich ist und keine Mittel scheut, ihnen nicht nur die Lebensweise zu erleichtern, sondern auch ihren illegalen Aufenthalt im Reichsgebiet möglich zu machen" heißt es in einem Bereicht der Gestapo. In Berlin leitete Dr. Margarete Sommer, Leiterin der Frauenseelsorge im Bistum Berlin ein Hilfswerk, dem jüdische "Nichtarier" katholischen Glaubens angehörten. Sie unterhielt heimliche Kontakte zu mutigen Informanten in staatlichen Behörden, durch die viele in letzter Minute vor dem Zugriff der Gestapo gerettet werden konnten.
Senninger, S. 170

Bisweilen hatten Interventionen des Vatikans für Verfolgte sogar tödliche Folgen und die Betroffenen wurden beseitigt. Dem Auswärtigen Amt wurde dann mitgeteilt, Personen dieses Namens befänden sich gar nicht in der Haft. Angesichts solcher Praktiken erschien es dem Vatikan schließlich ratsam, auf öffentliche Demonstrationen zu verzichten und zu versuchen im Stillen mäßigenden Einfluss auf die Machthaber auszuüben.
Semmomger S- 188

Am 27.7.1942 wurde von allen Kanzel der Niederlande ein Protest-Hirtenwort gegen die unmittelbar bevorstehende Massendeportation von Juden und die telegraphische Antwort des Reichkommisars Seyß.Irquart darauf verlesen. Von einem Angebot, die katholischen Juden zu schonen ließ man sich nicht abhalten. Als Rache wurden am 2.8.1942 alle nichtarischen Ordensleute, darunter auch Edith Stein, von der Gestapo verhaftet. Einen Tag später erklärte der Amtsleiter des NSDAP in Holland: "Wenn die holländischen Bischöfe sich so für die Juden einsetzen, dann müssen wir annehmen, dass die katholischen Juden die schlimmsten sind. Deshalb haben wir uns entschlossen, zuerst die katholischen Juden zu verhaften."
Senninger, S. 200 f

Von der Wirkung öffentlicher Proteste schreibt der weltbekannte Nazijäger Simon Wiesenthal: "In keinem Land wurde häufiger gegen die Judenverfolgung protestiert als in den Niederlanden, aber kein Land hatte mehr Opfer zu beklagen - nämlich 79 Prozent. In keinem Land wurde so wenig öffentlich gegen die Verfolgung protestiert wie in Italien. Aber dort überlebten die meisten Juden."
Senninger, S. 204

Gertrud Luckner begann ihre Unterstützung für jüdische Deutsche zur Zeit der Verabschiedung der Nürnberger 1935 und setzte diese Tätigkeit nach der Reichsprogromnacht 1938 fort. Sie riet bereits kurz nach der so genannten Machtergreifung Juden zur Auswanderung und half ihnen dabei. Seit 1936 war sie von der Caritas angestellt und setzte dort unter der Leitung und dem Schutz des Caritaspräsidenten Benedikt Kreutz ihre Tätigkeit für verfolgte Juden. Der Freiburger Erzbischof Conrad Gröber erteilte ihr zu ihrem Schutz im Dezember 1941 den formulierten Dienstauftrag, dass sie „mit der Durchführung notwendiger Aufgaben der außerordentlichen Seelsorge“ betraut sei. In zahlreichen Reisen überbrachte sie die ihr anvertrauten umfangreichen Geld- und Sachmittel, stellte sich öffentlich auf die Seite der Juden, ging mit ihnen, nachdem sie 1941 zum Tragen des Judensterns gezwungen worden waren, spazieren oder begleitete sie in den Gottesdienst und half ihnen bei den nach Kriegsbeginn nur noch selten durchgeführten Fluchtunternehmungen aus den vom Deutschen Reich kontrollierten Gebieten. Sie betrieb vor allem die Fluchthilfe über die schweizerische Grenze, die Sabotage von Transportlastwagen, welche für Judendeportationen genutzt wurden und die Suche nach sicheren Verstecken für Juden. Luckner beabsichtigte nach eigenen Angaben über die Caritas-Strukturen im Reichsgebiet vertrauenswürdige Personen dezentral zu positionieren. Diese sollten dann ein breites Netzwerk von Helfern bilden. Durch die Gleichschaltung der Caritas konnte dies nicht umgesetzt werden. Über ihren persönlichen Kontakt zu Leo Baeck konnte sie Kontakt zu geheimen jüdischen Strukturen aufnehmen. Von einem V-Mann der Gestapo innerhalb der Caritas verraten, wurde Sie auf ihrer Zugfahrt zur Unterstützung der jüdischen Gemeinde in Berlin festgenommen, im Wuppertaler Polizeigefängnis wurde sie drei Wochen lang „fast jede Nacht bis in die frühen Morgenstunden“ vernommen und schließlich im KZ Ravensbrück interniert. Dort musste sie den roten Winkel einer „Politischen“ tragen, wurde zu schwerer Zwangsarbeit verpflichtet. Sie überlebte durch die Hilfe ihrer Leidensgenossinnen und die Befreiung des Todesmarschs des aufgelösten Lagers. Nach ihrer Pensionierung 1968 arbeitete Gertrud Luckner an der Herausgabe und Redaktion des Freiburger Rundbrief zur Förderung der Freundschaft zwischen dem alten und neuen Gottesvolk – im Geist der beiden Testamente.
http://de.wikipedia.org/wiki/Gertrud_Luckner

1940 erfuhr Bischof Clemens August von Galen in Münster von dem Euthanasie-Programm in so genannten Heil- und Besserungsanstalten. In der Predigt am Sonntag, den 3.8.1941 mahnte er: "Wenn einmal zugegeben wird, dass Menschen das Recht haben, unproduktive Mitmenschen zu töten und wenn es jetzt auch nur arme, wehrlose Geisteskranke trifft, dann ist grundsätzlich der Mord an allen unproduktiven Menschen, also den unheilbar Kranken, den Invaliden der Arbeit und des Krieges, dann ist der Mord an uns allen, wenn wir alt und altersschwach und damit unproduktiv werden, freigegeben. Es ist nicht auszudenken, welche Verwilderung der Sitten, welch allgemein gegenseitiges Misstrauen in den Familien hineingetragen wird, wenn diese fürchterliche Lehre geduldet, angenommen und befolgt wird." Die Predigt wurde in ganz Europa verbreitet, Rundfunksender verbreiteten Auszüge daraus und Kommentare dazu. Die Royal Air Force war Texte als Flugblätter ab, die auch von Karol Wojityla, dem späteren Papst Johannes Paul II. verbreitet wurden. Am 4.08.1942 ordnete Hitler den Stopp der Euthanasiemaßnahmen an. Von Galen blieb von der Rache verschont. An seiner Stelle aber wurden 24 Weltpriester und 13 Ordensgeistliche aus der Diözese Münster in Konzentrationslager gebracht. Die Euthanasiemaßnahmen wurden wieder aufgenommen.
Senninger, S. 283 f

Am 23.12.1940 schrieb der Physiker und Philosoph Albert Einstein, der selbst Jude war, im "Time Magazine":
"Nur die (katholische) Kirche widersetzt sich vollständig Hitlers Kampagne, die die Wahrheit unterdrücken sollte. Ich hatte nie ein besonderes Interesse an der Kirche, jetzt aber fühle ich eine große Liebe und Bewunderung für sie, denn nur sie hat den Mut und die Ausdauer, die intellektuelle Wahrheit und moralische Freiheit zu verteidigen. Ich sehe mich daher verpflichtet zu bekennen, dass ich das, was ich früher verachtet habe, jetzt ohne Reserve lobe."
Senniger, S. 210 ff.

Der Soziologe Max Horkheimer ließ eine Studie über die Frage anfertigen: Welche Bevölkerungsschichten haben den Juden am meisten geholfen? Das Ergebnis lautete: Gläubige Katholiken zeigten die größte Bereitschaft, den Verfolgten zu helfen. Kritik löste auch der Vorwurf der unterlassenen Hifeleistung aus. Er habe habe einen ziemlich relaitätsfremden Beigeschmack. Denn gerade wegen ihres Festhaltens am Alten Testament seien Katholiken ebenso verachtet worden wie Juden.
Senninger, S. 148
 

  Katholischer Militarismus  
Die katholische Kirche segnete Mordwaffen und hieß den Angriffskrieg gut.

Koppelschloss der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg "Gott mit uns"

Bereits im Ersten Weltkrieg wurden Waffensegnungen durchgeführt

http://www.payer.de/religionskritik/karikatur184.gif
Holzschnitt "Die Kirche" von dem belgischem Graphiker Frans Masareel (1889-1972)
[deutlich die Pauschalisierung "D i e  Kirche"]
http://www.payer.de/religionskritik/karikaturen253.htm

 

Weder das "Rituale Romanum", wie es Papst Paul V. im Jahre 1614 veröffentlicht hat, also das offizielle Buch der Kirche, das alle Segnungen enthält, noch die sorgfältig revidierte Neuausgabe von Papst Pius XI. von 1925 kennt einen Waffensegen. Somit entbehrt der Vorwurf, "die Kirche" segne Waffen, einer offiziellen Grundlage.

Es trifft jedoch zu, dass einzelne Geistliche aus einem überzogenen patriotischen oder religiös verbrämten Fanatismus heraus solche wie immer gearteten Waffensegnungen vorgenommen haben. Dabei konnten sie sich aber niemals auf amtliche Texte "der Kirche" berufen.
http://www.credobox.de/seelsorg.htm

Religiöse Riten und Symbole wurden im Zweiten Weltkrieg zur Steigerung des Kampf- und Durchhaltewillens missbraucht.

In der Beurteilung des Zweiten Weltkriegs waren sich die deutschen Bischöfe nicht einig. Viele von ihnen riefen zum Gebet um den Frieden auf, ermahnten aber auch ihre Gläubigen zu Opferbereitschaft und Vaterlandsliebe, vielleicht eine Nachwirkung des Kulturkampfes.

Von den katholischen Militärgeistlichen im Zweiten Weltkrieg kamen bis auf die Inhaber weniger Planstellen in Friedenszeiten alle aus der zivilen Seelsorge. Kein einziger gehörte der NSDAP an. Sie hatten sich zu diesem Dienst gemeldet, weil sie als Priester, als Seelsorger den Menschen nahe sein wollten. Militärpfarrer, die Kriegsverbrechen miterlebt und dagegen wegen "Schädigung des Ansehens der deutschen Wehrmacht" bei den Vorgesetzten Protest erhoben hatten, wurden sehr schnell zu anderen Einheiten versetzt. Priester, die für die Devise "Nicht Sieg, sondern Friede" einstanden bezahlten dies mit dem Leben, 1942 etwa wurden 5 Priester deswegen hingerichtet.
Senninger, S. 275

Zur Zeit der Weimarer Republik gab es an der Basis des deutschen Katholizismus eine beachtliche pazifistische Strömung - ihren organisatorischen Ausdruck fand sie in dem von dem Geistlichen Max Josef Metzger 1919 gegründenten  „Friedensbund Deutscher Katholiken“, dessen Zeitung von dem bekannten Journalisten Walter Dirks publiziert wurde.

http://www.erzbistum-freiburg.de/dynamic/bildgalerie/grossbilder/metzger_2gross.jpg
Max Josef Metzger. Friede auf Erden. Ein Aufruf zur Völkerversöhnung. Graz: Verlagsanstalt Volksheil. 1918
http://www.erzbistum-freiburg.de/html/max_josef_metzger.html?t=&

Der FDK befürwortete außenpolitisch den Völkerbund, den vertraglichen Ausschluss des Angriffskrieges im Völkerrecht und eine europäische Friedensordnung auf der Basis des Versailler Vertrages von 1919. Er bekämpfte Militarismus und Nationalismus, besonders den Bau der Panzerkreuzter (1928), die Bildung von Wehrsportgruppen und die damals häufige strafrechtliche Verurteilung von Pazifisten als Landesverräter. Mit diesen Anliegen stellte er sich zunehmend auch gegen die Linie der Zentrumspartei.
http://de.wikipedia.org/wiki/Friedensbund_Deutscher_Katholiken

Weiterhin setzte sich der FDK für die deutsch-französische und deutsch-polnische Aussöhnung ein, ersteres angesichts des von vielen als Demütigung empfundenen Versaiiller Vertrages sicherlich kein leichtes Unterfangen.

Aufgrund seiner Erfahrungen als Divisionspfarrer im Ersten Weltkrieg wurde Max Josef Metzger zum radikalen Pazifisten mit internationaler Ausstrahlung und war Mitglied des internationalen Versöhnungsbundes. Er gründete verschiedene pazifistische Organisationen, darunter Weltfriedensbund vom Weißen Kreuz und engagierte sich in der überkonfessionellen Una-Sancta-Bewergung sowie für die internationale Sprache Esperanto und war darüber in der Trinkerfürsorge und Abstinenzlerbewegung tätig. Diese vielfältigen und öffentlichkeitswirksamen Tätigkeiten ließen Metzger bald nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten ins Visier der Gestapo geraten. Nach zwei kürzeren Haftaufenthalten 1934 und 1939 wurde er endgültig am 29.6.1943 aufgrund des Verrats einer Gestapoagentin, die sich als Spitzel in die ökumenische Una-Sancta-Bewegung und in sein Vertrauen eingeschlichen hatte, verhaftet. Er hatte ihr, da sie schwedische Staatsbürgerin war und regelmäßig auch während des Krieges Verwandte in Schweden besuchen durfte, ein an einen den schwedischen Erzbischof Erling Eidem gerichtetes Memorandum (das Demokratische Manifest) anvertraut, welches die künftigen demokratischen Strukturen Deutschlands ausformulierte. Als Metzger in dem kurzen Schauprozess die Bewegung Una Sancta erwähnte schrie der Präsident des Volksgerichtshof Roland Freisler, „Una Sancta, Una sancta – una sanctissima – Una – das sind wir, und weiter gibt es nichts!“ Freisler erklärte, eine solche Pestbeule sei auszumerzen und verkündete wenige Minuten später das vorgefasste Todesurteil wegen Landesverrat und Feindbegünstigung. Am 17.4.1944 wurde er im Zuchthaus Brandenburg-Görden hingerichtet. Die juristische Aufarbeitung dieses und anderer Unrechtsurteile blieb sehr unvollkommen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Max_Josef_Metzger
http://www.max-josef-metzger-meitingen.de/

Der FDK verfügte über ein eigenes Organ („Katholische Friedenswarte“ 1924–1926; „Der Friedenskämpfer“ 1926–1933) war mit 9.000 Mitgliedern (1929) die zweitgrößte pazifistische Organisation in Deutschland. Eine religiös-sittliche und moraltheologische Begründung katholischen Friedenshandelns legte der Palottinerpater Franziskus Maria Stratmann in „Weltkirche und Weltfriede“ (1924) vor. Auf ihn geht die Kernaussage der Hildesheimer Richtlinien von 1924 zurück, dass „bei den heutigen Verhältnissen von Kultur und Technik die von der katholischen Sittenlehre geforderten Bedingungen für einen erlaubten Krieg fehlen“. Seine Anhänger fand er beim niederen Klerus, bei katholischen Jugendorganisationen, bei regionalen Gruppen des Jungen Zentrums sowie der Kolping- und katholischen Arbeitervereine; die Bischöfe verhielten sich meist ablehnend.
http://www.kas.de/wf/de/71.8789/


Plakat des Friedensbundes deutscher Katholiken von 1933
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=1315

Franziskus Maria Stratmann: "Der wahre Kern des falschen Militarismus ist die Betonung eines starkes Schutzes. Nun kommt der Militarismus nach echter Versucherart als Engel des Lichtes daher, nie tritt er vor die Menschen und Völker mit der Maske des Bösen, sondern des Guten, des Erlaubten, Berechtigten, Notwendigen, Harmlosen. Die Maske verhüllt sein wahres Gesicht und zeigt ein ruhiges, würdiges schönes. Er spricht: "Ich bin die Wehrmacht. Sich wehren heißt nichts anderes als sich verteidigen, wenn man angegriffen wird. Ich bin der Engel der Verteidigung. Jede Flinte, jede Kanone, jedes Flugzeug, jeder Soldat, jeder General, jedes Kriegsministerium hat ausschließlich Wehr-, d. h. Verteidigungscharakter. Wer wagt es, das Recht der Verteidigung zu bestreiten? Nur ein Narr! Also her mit den Verteidigungsmitteln."
http://www.dfg-vk-bonn-rhein-sieg.de/index.php?option=com_content&view=article&id=1235:franziskus-maria-stratmann-der-wahre-kern-des-falschen-militarismus-ist-die-betonung-eines-starkes-schutzes&catid=62:friedenszitate-friedenssprueche-lang&Itemid=78

Auf dem Boberg im Sauerland organisierte der FDK 1931 ein internationales Friedenstreffen, an dem mehr als 1000 Personen teilnahmen. Einer der Hauptredner war der damalige Diakon Franz Stock. Er gab dem farbigen französischen Staatsbürger Louis Archille den Friedenskuss, was von anwesenden SA-Männern mit Protest quittiert wurde. Am 1. Juli 1933 verbot das NS-Regime mit anderen pazifistischen Vereinigungen auch den FDK, der auch Verbindungen zum Bund der religiösen Sozialisten Deutschlands unterhielt, und inhaftierte einige seiner Führungspersonen in Konzentrationslagern, Andere wurden zu langen Zuchthausstrafen verurteilt oder hingerichtet.
http://de.wikipedia.org/wiki/Friedensbund_Deutscher_Katholiken

Auch die gebürtige Engländerin Gertrud Luckner war überzeugte Pazifistin, sie gehörte seit 1933 dem FDK und zeitweilig auch den Quäkern an bis sie sich römisch-katholisch taufen ließ und sich theologisch vom Quäkertum distanzierte. Sie blieb jedoch Pazifistin. Mit diesen Aktivitäten war sie dem NS-Regime suspekt. Bereits seit 1933 wurde ihre Post von der Polizei überwacht.

Alfred Rosenberg kritisierte im "Mythos des 20. Jahrhunderts", dass "in katholischen politischen Versammlungen gefordert wurde, dem deutschen Soldaten den Gruß zu verweigern" und "Die römische Kirche in Deutschland kann ihr volle Verantwortlichkeit für die volksverwüstende Arbeit ihrer zahlreichen pazifistischen Geistlichen da sie in andern Fällen, wo ehrenwerte katholische Priester Worte echten deutschen Nationalwillens fanden, über sie ohne weiteres das Redeverbot verhängten. Es besteht also nachweislich eine systematisch durchgeführte politisch-weltanschauliche Arbeit, dem deutschen Volk seinen Stolz auf die Verteidiger der Heimat von 1914 zu rauben, ihr Andenken zu schänden und den heißen Willen, Volk und Vaterland zu schirmen, in den Schmutz zu ziehen." (S. 9) und spricht von "der volkszermürbenden Politik der Zentrumspartei" (S. 478)

Einzelne katholische Kriegsdienstverweigerer wurden wegen "Wehrkraftzersetzung" in KZ interniert und umgebracht. So der österreichische Landwirt Franz Jägerstätter. Nach dem Anschluss Österreichs an das Dritte Reich am 12.3.1938 lehnte er das ihm angebotene Amt des Bürgermeisters ab. Bei der Volksabstimmung über den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 10.4.1938 gab er die einzige Nein-Stimme ab. Er erklärte öffentlich, dass er als gläubiger Katholik keinen Wehrdienst leisten dürfe, da es gegen sein religiöses Gewissen wäre, für den nationalsozialistischen Staat zu kämpfen. Seine Umgebung versuchte ihn umzustimmen und wies ihn auf die Verantwortung seiner Familie gegenüber hin, konnte aber seine Argumente nicht widerlegen. Er suchte sogar den Bischof von Linz auf; auch dieser riet ihm von einer Wehrdienstverweigerung ab. Seine Frau Franziska unterstützte ihn, obwohl sie sich der Konsequenzen bewusst war. Seine letzten Zweifel wurden zerstreut, als er durch den Gefängnisseelsorger Heinrich Kreutzberg erfuhr, dass der österreichische Palottinerpater Franz Reinisch ebenfalls den Wehrdienst verweigert hatte und dafür hingerichtet worden war
http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_J%C3%A4gerst%C3%A4tter

Den verbreiteten deutschen Chauvinismus verurteilt Fritz Gerlich: "In besonders großer Zahl finden wir aber, wie die letzten Wahlen gezeigt haben, diese geistig Zurückgebliebenen bei uns in Deutschland. Man erkennt sie daran, dass sie alle sich besonders freudig zu dem albernen Satz bekennen: "Denn es wird am deutschen Wesen noch einmal die Welt genesen.""
Der Gerade Weg, Nr. 16, 24.4.1932, zit. in Prophetien wider das Dritte Reich, S. 288

In dem Artikel "Über die deutsch-französische Verständigung" schrieb der Redakteurs R. Kiefer im Sinne des Herausgebers Fritz Gerlich prophetisch: "Wir aber wollen Frieden, wir wollen Verständigung mit Frankreich, weil wir Europa nicht in ein Leichenhaus verwandeln wollen, dessen Gestank die Erde mit einem Verwesungsgeruch erfüllen soll, wie er uns schon aus den Schriften der Apologeten des Nationalsozialismus entgegenschlägt."
Der gerade Weg, Nr. 20, 15.5.1932, zit. in Prophetien wider das Dritte Reich, S. 335

 

  Katholischer Antikommunismus  
Die katholische Kirche ist durch ihren eingefleischten Anti-Kommunismus bei ihrer Kritik gegen die Nazis gehemmt worden.

Der Papst war ein blinder Antikommunist.

Der politische Katholizismus wandte sich sowohl gegen eine Drohende Diktatur der Kommunisten als auch der Nationalsozialisten.

http://www.dhm.de/lemo/objekte/pict/pli02521/index.jpg

Für Recht und Freiheit. Bayerische Volkspartei
Wahlplakat der Bayerischen Volkspartei zu den Reichstagswahlen 1932
http://www.dhm.de/lemo/objekte/pict/pli02521/index.html



Der Freiheit und Ordnung letztes Bollwerk – Zentrums-Plakat zur Reichstagswahl 1932
http://www.vulture-bookz.de/imagebank/Propaganda/pages/1932~Reichstagswahl_%28Zentrum%29.html

http://1.bp.blogspot.com/_AIyYZZwhGsk/S76O_1E5NrI/AAAAAAAABJM/ELVpqCZR0lY/s1600/sturmer2.jpg
Den letzten Stoß - Liste 2 National-Soz.-Deutsche-Arbeiter-Partei NSDAP
Wahlplakat (wie die "Roten" (Kommunisten) wurden auch die "Schwarzen" (Katholiken) als Gegner betrachtet.
http://orthometer.blogspot.de/2010_04_01_archive.html

Seit der Russischen Revolution wurde die orthodoxe Kirche von den Kommunisten unterdrückt. Die Gottesdienste wurden mit nur wenigen Ausnahmen im ganzen Land verboten. Zehntausende Geistliche, Mönche und Nonnen wurden zum Tode verurteilt oder im Gulag-System inhaftiert. Das Dritte Reich erschien vielen Bischöfen anfangs als kleineres Übel, das den antikirchlichen Bolschewismus niederringen konnte. Auch in Mexiko und Spanien wurden von kommunistischen Regimen Tausenden von Priestern und Ordensleuten ermordet.
Die stalinistischen Verbrechen wurden während des 2. Weltkriegs, nicht angeprangert, weil die Bolschewisten de-Facto-Verbündeten der Alliierten waren.
In Russland wird Stalin heute noch Anerkennung  z.B. in Schulbüchern entgegengebracht, keine Entschädigung für Opfer des Stalinismus gezahlt und ein Mahnmal für Opfer des Stalinismus abgelehnt.
Laut dem  Schwarzbuch des Kommunismus wurden von kommunistischen Regimen in aller Welt ca. 100 Mio. Menschen umgebracht von den Nationalsozialisten 25 Mio. In jedem Fall ist damit ein
Nachdenken über die Ähnlichkeit der totalitären Systeme notwendig..


Die Frankreich-Reise des Kardinals. Schön ist sie ja nicht. Aber sie kann gut kochen!
(Vor der Giftküche der Volksfront kokettiert Pacelli mit Marianne, die in der Hand die kommunistische Zeitschrift "Humanité" hält mit der Überschrift "Christenverfolgung in Deutschland")
Das Schwarze Korps, 1938 http://kreuz.net/article.5477.html

Als der Führer der niederländischen nationalsozialistischen Partei 1936 beklagte, das die niederländischen Bischöfe seine Partei verboten hätten, obwohl doch gerade sie die große Bekämpferin des Nationalsozialismus sei, antwortete Pacelli:  "Ich wüsste nicht, warum der Nationalsozialismus besser wäre als der Kommunismus."
Alle deutschen Appelle, er solle den Krieg gegen die Sowjetunion als einen christlichen Kreuzzug loben, wies er entrüstet zurück.
Senninger S. 222

Als Anfang Juni 1937 Pacelli als Legat des Papstes zu religiösen Feiern in Lisieux reiste, schrie die kommunistische Zeitung Humanité von "dem päpstlichen Vertreter, der nach Frankreich kommt, um den Hitlerismus zu verurteilen." Pacelli sprach von der Rolle Frankreichs in der geschichtlichen Vorsehung. Die deutsche Presse kommentierte: "Wenn der Vatikan Armeen zur Verfügung hätte, dann würde er wiederum den Dreißigjährigen Krieg gegen Deutschland führen."
Senninger, S. 107

Beim Warschauer Aufstand von August bis Oktober 1944 fanden zwischen 150.000 und 180.000 Polen, meist Zivilisten, den Tod und die Stadt wurde planmäßig zerstört. Die Rote Armee stand zwar in den östlichen Stadtteilen rechts der Weichsel, blieb jedoch passiv, während Stalin den westlichen Allierten wochenlang die Landungsrechte verweigerte. Pius XII erreichte, dass die gefangenen Aufständischen nachträglich als reguläre Truppen anerkannt und deshalb nicht hingerichtet, sondern in Gefangenenlager überführt wurden, wo sie später die Allierten befreiten.
Senninger, S. 224

Vor dem Hintergrund wundert es nicht, dass Deutschland die einzige größere Macht war, die zur Krönung des Papstes Pius XII. keinen Vertreter schickte.
 

  Katholische Sympathien für den Nationalsozialismus  
Katholiche Laien und kathlolischer Klerus sympathisieren mit den Nationalsozialisten.

Ein feierlicher Augenblick von der Grundsteinlegung zum Haus der deutschen Kunst. Der päpstliche Nuntius Vasallo di Torregrossa spricht eben zum Führer: "Ich habe Sie lange nicht verstanden. Ich habe mich aber darum bemüht. Heute versteh' ich sie." Auch jeder deutsche Katholik versteht heute Adolf Hitler und stimmt am 12. November mit "Ja"! -- Plakat der NSDAP 1933 [zitiert wird die Aussage auch in dem Buch von Hubert Wolf. Papst & Teufel. Die Archive des Vatikans und das Dritte Reich, der Bedeutungskontext/Bezug des Zitats wird nicht genannt, eine Quelle wird nicht aufgeführt. Es bleibt die suggestive Wirkung damals (Hitler ist für Katholiken wählbar) und heute (die katholische Kirche hat mit Hitler sympathisiert).)
http://www.payer.de/religionskritik/karikaturen253.htm



Auf einer NS-Kundgebung in München marschiert Michael Kardinal von Faulhaber durch ein Spalier SA-Leute.
[Bezeichnend für Goldhagen und seinen Verlag sind auch der Streit um ein angebliches Faulhaber Bild. Die Bildunterschrift ist nachweislich falsch. Die Erzdiözese München-Freising hatte beim Landgericht München I eine einstweilige Verfügung erwirkt, nach der unter Androhung einer Geldstrafe das Buch in der ersten Auflage nicht mehr veröffentlichen darf. Der Verlag teilte nach Tagen mit, die einstweilige Verfügung sei ihm bis jetzt noch nicht rechtswirksam zugestellt worden. Damit sei sie "de jure" auch nicht zu beachten. Außerdem betreffe das Vertriebsverbot nur den Verlag, nicht auch die Buchhandlungen. Das Gericht habe den Verlag auch nicht dazu verpflichtet, die bereits ausgelieferten Bücher zurückzurufen. Die erste Auflage (30.000 Stück) wurde trotz einstweiliger Verfügung verkauft. Eine zweite Auflage (20.000 Stück) wurde mit geänderter Bildunterschrift vorbereitet "Auf einer NS-Kundgebung in München marschiert ein hoher katholischer Würdenträger durch ein Spalier von SA-Leuten." Der Historiker Karl Joseph Hummel stellte richtig und ergänzt: Am großen Festakt zum 1. Mai 1934 auf dem Tempelhofer Feld in Berlin nahmen zwei Millionen Menschen, Regierungsvertreter, das diplomatische Korps und viele andere teil. Für den päpstlichen Nuntius Cesare Orsenigo, den Doyen des diplomatischen Korps, gehörte die Teilnahme an solchen Veranstaltungen zu seinen dienstlichen Repräsentationspflichten.... Das Buch Goldhagens wird wohl ein Bestseller werden, weil es gängige Vorurteile gegenüber der katholischen Kirche bestärkt.
Senninger, a.a.O., S. 234 f.
Das Bild befindet sich auch auf der obskuren antikatholischen amerikanischen Website mit der abenteuerlichen Bildunterschrift "Cardinal Faulhaber reviewing Nazis"
http://catholicarrogance.org/Catholic/NaziCrosses.html]

http://www.positief-atheisme.nl/_Media/hitlermuller_med.jpeg

Auf dem NS-"Reichtsparteitag der Einheit und Stärke" vom 4. bis 10.9.1834 begrüßt Hitler Abt Albanus Schachleitner und den von ihm ernannten Reichsbischof Ludwig Müller auf der Ehrentribüne
[
Bevor im Juli 1935 das Ministerium für kirchliche Angelegenheiten gegründet und damit die staatliche Unterdrückung der christlichen Kirchen institutionalisiert wurde, bewegte sich die nationalsozialistische Politik gegenüber den Kirchen zwischen nach außen gezeigter Duldung und zunehmender Einschüchterung.]
http://germanhistorydocs.ghi-dc.org/sub_image.cfm?image_id=2061

Bereits im Jahre 1923 begegnete er in der Wohnung des Historikers Karl Alexander von Müller Adolf Hitler. Die Kirchenleitung belegte Schachleiters militant nationalistische Haltung und sein Bekenntnis zum Nationalsozialismus von 1926 mit einem Verbot öffentlicher politischer Äußerungen und der Weisung, eine klösterliche Wohnung zu beziehen. Beides ignorierte er. Als er im Völkischen Beobachter vom 1. Februar 1933 schließlich Hitlers Machtergreifung begrüßte, wurde er im März 1933 suspendiert sowie aus allen diözesanen Ehrenämten ausgeschlossen. Die NSDAP unterstützte ihn daraufhin mit einer monatlichen Rente; Hitler selbst besuchte ihn am 13. Mai 1933. Nach Schachleiters scheinbarer Unterwerfung hob der Vatikan die Suspension im September 1933 auf. Dennoch war er 1934 und 1935 Ehrengast bei den Nürnberger Parteitagen – trotz römischer Proteste gegen seine politische Stellungnahme.
http://de.wikipedia.org/wiki/Albanus_Schachleiter

"Catholic Hitler with Catholic Nun" = "Der katholische Hitler mit katholischen Nonne"
[Das ohne Quellenangabe "im schwarzen Trauerrand" abgebildete Foto einer obskuren englischsprachigen evangelikalen Websitte mit der bezeichnenden Überschrift "A Picture is Worth a Thousand Words. Twenty Pictures are Worth 20,000 Words.
NAZI CATHOLIC VATICANITES", könnte als Illustration des Sprichwortes "Hass macht blind" bzw. als Musterbeispiel antikatholischen Ressentiments gelten, die Kleidung - insbesondere Häubchen und weißer Kragen - ist keine katholische Ordenstracht sondern deutet, darauf hin, dass es sich um eine (evangelische) Diakonisse handelt. Die gleiche Website zeigt "Catholic Hitler with Catholic Reichsbischof Muller" - jeder weitere Kommentar erübrigt sich wohl ... ]
http://www.alamoministries.com/content/english/Antichrist/nazigallery/photogallery.html



"Das Hakenkreuz muss hängen bleiben." [Das Bild ist so fotografiert bzw. der Bildausschnitt so gewählt, dass bei flüchtigem Hinsehen der Eindruck entstehen kann, dass der Dom mit der Hakenkreuzfahne beflaggt ist; bei näherem Hinsehen sieht man den durch die Architektur geschickt kaschierten Fahnenmasten, der aber auf öffentlichem, nicht kirchlichen Grund steht! Geschickter wäre die Bildmanipulation gewesen, wenn die Domtreppe ganz weg geschnitten worden wäre. Die manipulatorische Tendenz des Bildes wird durch den Titel - eine zynische Anspielung auf das Kruzifxurteil (Entfernung des Kreuzes aus öffentlichen Schulen in der Bundesrepublik per Gesetz - im Dritten Reích setzten die Nationalsozialisten dies auch ohne Gesetz durch, siehe rechts) verstärkt, der das christliche Kreuz in die Nähe des Hakenkreuzes rückt bzw. die katholische Kirche in die Nähe des Nationalsozialismus und den Titel "Aufklärung 2.0". Tatsächlich geht es um das genaue Gegenteil. Diverse "Nachdenk-Seiten-Leser" [eigentlich eines sich besonders kritisch gebende Website!] scheinen nichts von der Manipulation zu merken oder merken zu wollen und sehen in dem Bild nur eine willkommene Bestätigung ihrer vorgeprägten Meinung]
http://feuerbringer.com/2009/11/07/das-hakenkreuz-muss-hangen-bleiben/

Ergebnisse der letzten freien Reichtagswahlen

Prozentualer Anteil der katholischen Bevölkerung in Deutschland laut Volkszählung vom 16.06. 1925 (oben) und prozentualer Stimmanteil der Nationalsozialisten bei der Reichtagswahl vom 31.06.1932

Der Benediktinerabt Alban Schachleitner hielt mit einer kleinen Gruppe von Rechtskatholiken der Zeitpunkt gekommen die Verurteilung der NSDAP durch die deutschen Bischöfe aufzuheben, Kardinal Faulhaber aber wandte sich scharf dagegen.Die Kirchenleitung belegte Schachleiter wegen seiner militant nationalistischen Haltung und sein Bekenntnis zum Nationalsozialismus von 1926 mit einem Verbot öffentlich politischer Äußerungen und der Weisung, eine klösterliche Wohnung zu beziehen. Beides ignorierte er. Als er im Völkischen Beobachter  vom 1. Februar 1933 schließlich Hitlers Machtergreifung begrüßte, wurde er im März 1933 suspendiert sowie aus allen diözesanen Ehrenämtern ausgeschlossen. Die NSDAP unterstützte ihn daraufhin mit einer monatlichen Rente. Hitler selbst besuchte ihn am 13. Mai 1933. Nach Schachleiters scheinbarer Unterwerfung hob der Vatikan die Suspension im September 1933 auf. Dennoch war er 1934 und 1935 Ehrengast bei den Nürnberger Parteitagen – trotz römischer Proteste gegen seine politische Stellungnahme.
http://de.wikipedia.org/wiki/Albanus_Schachleiter

Aus Anlass der Machtergreifung fanden sich die höchsten Repräsentanten von Staat und NSDAP im evangelischen Gottesdienst ein, der (nominell) katholische Hitler hielt sich vom katholischen Gottesdienst demonstrativ fern; ein "kleiner Gottesdienst" im Palais des Reichskanzlers, um den Hitler den befreundeten Abt Schachleitner gebeten hatte, musste wegen dessen Suspension ausfallen.
Senninger, S. 55

"P.X. antwortet nicht "Das Kirchensteuer haben immer noch wir in der Hand!" "Tja,, Herr Kardinal, und die Kirchensteuer - wir!" (P.X. bezieht sich auf die beiden Buchstaben Chi und Rho aus denen das Christusmonogramm zusammengesetzt ist, auch Zeichen der katholischen Jungend, ein blonder arischer Mann mit Hakenkreuzarmbinde überreicht Kardinal Pacelli triumphierend die "deutsche Protestnote", vor dem Steuermann Kardinal Pacelli liegt das Buch "Antinazi-Kurs. Bearbeitet für das Kirchenschiff", darunter ein Schreiben mit dem Titel "Konkordat")
Das Schwarze Korps, 10. Juni 1937, S. 1

Die allgemeine weltanschauliche Ablehnung des Nationalsozialismus durch die Katholische Kirche spiegelte sich auch in den deren Jugendorganisationen. Sie waren nach der Machtübernahme nicht bereit, ihre Existenz und Jugendarbeit zugunsten der HJ aufzugeben, die HJ wiederum terrorisierte die katholischen Jugendverbände auf deren Veranstaltungen, zerstörte ihre Heime und verprügelte ihre Mitglieder. Durch die Ratifizierung des Reichskonkordats im September 1933 gelang es den katholischen Jugendverbänden, von 1933 bis 1937 unter dessen Schutz zumindest halbwegs legal existieren zu können, allerdings nicht ohne Schikane durch die Nationalsozialisten. HJ-Führung und andere NS-Staatsorgane versuchten, die Mitglieder der katholischen Jugendverbände abzuschrecken, indem sie Druck auf Eltern, Schulen und Ausbildungsbetriebe ausübten. Zunächst wurden Uniformen, Wimpel und Abzeichen verboten. Seit 1933 waren Mitglieder konfessioneller Jugendgruppen von der Mitgliedschaft in der HJ oder dem BDM ausgeschlossen, 1934 wurden sie außerdem von der Mitgliedschaft in der DAF ausgeschlossen, was das Finden eines Ausbildungsplatzes bzw. einer Anstellung erschwerte. Trotz des Verbots aller konfessionellen Jugendverbände vom 23. Juli 1935 bestanden besonders in ländlichen Gegenden weiterhin katholische Jugendgruppen, teilweise auch illegal im Untergrund. Deren vollständige Auflösung konnten die Nationalsozialisten erst 1938/39 durchsetzen.

 Katholisches Jugendtreffen in Berlin-Neukölln (20. August 1933)

Dieses Foto zeigt verschiedene katholische Jugendgruppen beim Einzug in das Stadium Neukölln, wo sie im August 1933 ein katholisches Jugendtreffen feierten. In der Mitte ist ein Junge mit der Fahne des DJK, des katholischen Sportverbands, zu sehen. (DJK stand für Deutsche Jugendkraft). Bereits 1933 waren erste Ortsvereine des DJK verboten worden, sein Reichsführer Adalbert Probst wurde am 1. Juli 1934 von der Gestapo verhaftet und einen Tag später erschossen. 1935 wurde der DJK im Zuge der Gleichschaltung der Sportorganisationen schließlich verboten. Rechts im Bild ist außerdem ein Junge zu sehen, der eine Hakenkreuzflagge als Symbol des Deutschen Reiches trägt.
http://germanhistorydocs.ghi-dc.org/sub_image.cfm?image_id=2063

Im Diözesanarchiv Bamberg liegen zu nahezu jeder Pfarrei Fragebögen vor, die nach dem Ende der Diktatur von der Bistumsleitung an die Ortspfarrer verschickt wurden und von diesen ausgefüllt zurückgesandt wurden. Es gab insgesamt drei verschiedene: A für die Verfolgung katholischer Geistlicher, B für die Verfolgung katholischer Laien und C für antikirchliche Maßnahmen sachlicher Art.


Der Fragebogen für Hochstadt an der Aisch wird mit freundlicher Genehmigung von OstR a.D. Wolfgang Epple vom Heimatverein Höchstadt wiedergegeben.
 

  Katholische Kirche und NSDAP-Mitgliedschaft  



Rettet Kirche und Christentum. Katholische Frauen und Männer! Katholische Buschen! Katholische Mädchen!
... Christus sagte, als er vor Pilatus stand "Ich bin gekommen, für die Wahrheit zu zeugen und wer aus der Wahrheit ist, hört meines Stimme". Um diese Wahrheit geht es auch im politischen Kampf. Ihr habt bisher auf eine Partei gehört, die nicht genug Schlechtes und nicht genug Gemeines über die Hitlerbewegung sagen konnte. Diese Partei, die so schimpfte und geiferte,  ist die Bayerische Volkspartei. ... Die Aufgabe der nationalsozialistischen Bewegung ist nicht die einer religiösen Reformation, sondern die einer politischen Neugestaltung unseres Volkes. Wahr ist, dass Adolf Hitler in seinem Buche "Mein Kampf" schreibt:  "
Die nationalsozialistische Bewegung sieht in beiden religiösen Bekenntnissen gleich wertvolle Stützen für den Bestand unseres Volkes. Sie sieht in ihr das Fundament der sittlichen, religiösen und moralischen Festigung unseres Volkskörpers." Wahr ist, dass der Punkt 24 des nationalsozialistischen Programms heißt: "Die Partei vertritt den Standpunkt eines positiven Christentums".... Papst Pius XI. ließ im Jahre 1923 bekannt geben. "Es gibt keine katholische Partei und es kann keine solche geben. Die katholischen Grundsätze und politischen Rechte finden Schutz und Auslegung in der Kirche selbst."... Papst Leo VIII. erklärte in seiner Enzyklika: "Die Kirche in die Parteipolitik verwickeln oder sie benutzen, um die (politischen) Gegner zu überwinden, heißt die Religion maßlos missbrauchen." Der Vatikan will also, dass die Kirche von der Parteipolitik fern bleibt. Darum hat er auch in Italien den Geistlichen durch den Lateranvertrag die politische Tätigkeit verboten.... "Der Heilige Stuhl benutzt die Gelegenheit des Abschlusses dieses Konkordates, um für alle Geistlichen und Ordensleute in Italien das Verbot zu erneuern, sich bei irgendeiner Partei einzuschreiben und zu betätigen."... Heute würde er zu manchen Bayerischen Volkspartei-Geistlichen sagen "Mein Haus ist ein Gotteshaus, Du aber hast es zu einem politischen Versammlungslokal gemacht." ... Denn die Sozialdemokratie ist gegen alle christlichen Grundsätze. Sie ist gegen die Ehegesetze, gegen die elterliche Kindererziehung, gegen das Familienleben.... Die Führer der Sozialdemokraten sind alle religionslos. Ihr Schlachtruf heißt seit achtzig Jahren: "Tretet aus der Kirche aus! Es gibt keinen Gott! Religion ist Volksverdummung!" Mit diesen Sozialdemokraten geht die angeblich christliche Bayerische Volkspartei im neuen Landtag zusammen....
Wählt Nationalsozialisten (Hitlerbewegung) Liste 5
Für den Inhalt verantwortlich: Dr. Walter Krauß, Eichstätt - Druck von Fr. Monninger Nürnberg

[Die päpstlichen Zitate zur politischen Betätigung der Kirche und der biblische Bezug zur so genannten "Tempelreinigung" - die Vertreibung der Händler aus der Synagoge  -  sowie der Hinweis auf kirchen- und religionsfeindliche Tendenzen in der Sozialdemokratie mit der die Bayerischen Volkspartei kooperierte, dienen der Diskreditierung der BVP und der Gewinnung "katholischer Nationalsozialisten". Fritz Gerlich beschreibt das wahltaktische Verhalten der Nationalsozialisten im Artikel "Deutsche. Eure Menschenrechte in Gefahr": "Die Hitlerpartei hat als folgerichtige reaktionäre Umsturzpartei bei den letzten Wahlen die religiöse Frage in der doppelten Form behandelt. In katholischen Gegenden hat sie Hitler als getreuen Katholiken vorgestellt und in protestantischen Gegenden hat sie sich als "romfeindlich und Beschützer der Reformation" ausgeben."
Der Gerade Weg, Nr. 24 vom 12.6.1932]

[Pater Ingbert Naab erläutert die Beweggründe für die Koalition mit den Sozialdemokraten und entlarvt die Taktik der Nationalsozialisten: "Wir können mit anderen Parteien, die weltanschaulich von uns getrennt sind, in gewissen Punkten gleiche politische Ziele haben, wenn auch aus sehr verschiedene Beweggründen heraus die Arbeit gemacht wird. Aber wir dürfen nie den weltanschaulichen Irrtümern Vorschub leisten, noch die mit der christlichen Moral nicht vereimbarlichen Praktiken begünstigen. Die Oberflächlichen sehen in der Tatsache der Koalition mit der Sozialdemokratie einen Bruch mit den christlichen Grundsätzen, obwohl das durchaus nicht der Fall sein muss. Sie werden in ihren Gefühlen noch bedeutend verstärkt durch die fortwährende Propaganda der so genannten nationalen Seite, die die Koalition mit der Sozialdemokratie als das größte Verbrechen hinstellt und die nicht müde wird, in einem fort päpstliche Aussprüche zu zitieren, die sie gegen das Zentrum ausschlachten, wo doch der gleichen Seite sonst die päpstlichen Aussprüche und Enzykliken das Egalste oder Verhassteste sind, was es auf der Welt gibt. Aber die Heuchelei wird von den arglosen Gemütern nicht durchschaut."
Der gerade Weg, Nr. 19, 8.5.1932, zit. in Prophetien wider das Dritte Reich, S. 323]

"Das Hitler-Regime war kein atheistisches System. Atheisten wurden aus der SS ausgeschlossen, wenn Sie gesagt haben "Ich glaube nicht an Gott""
Michael Schmitt-Salomon in einer Fernsehsendung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Die katholische Kirche war der größte überparteiliche Zusammenschluss, der seinen Anhängern eine Mitgliedschaft in der NSDAP explizit verbot und sogar unter Strafe stellte.

Die katholisch geprägte Bayerische Volkspartei machte sich auf einem Wahlplakat zur Reichtagswahl am 31.07.1930 über die Rassenideologie der Nationalsozialisten und ihres Protagonisten und überhaupt nicht dem arischen Ideal entsprechenden Protagonisten Joseph Goebbels lustig:
"Der Naziführer Dr. Goebbels "Die nordische Rasse stellt die eigentliche Schöpferrasse der Menschheit dar" so der Rassesachverständige der NSDAP, Ministerialrat a.D. Konopatzki - Konopath (man beachte den urgermanischen Namen!), vor den Funktionären des Gaues Groß-Berlin am 12.12.1930. Erklärt mir Graf Orindur, diesen Zwiespalt der Natur!" - Dieser "nordische" Mensch brüllte im Berliner Sportpalast "Dem bayerischen Pack muß die Faust unter die Nase gesetzt werden". Bayerische Landsleute, gebt diesem "Uebermenschen" und all seinen braunen Nachläufern eine deutliche bayerische Antwort. Gebt am 31. Juli Eure Stimme der Liste 9 Bayer. Volkspartei"

Der Fragebogen für Hochstadt an der Aisch wird mit freundlicher Genehmigung von OstR a.D. Wolfgang Epple vom Heimatverein Höchstadt wiedergegeben.

Dr. Alois Hundhammer, Generalsekretär der katholischen Burschenvereine Bayerns (und nach dem Krieg bayerischer Kultusminister) hielt Aufklärungsvorträge über die Ideologie des Nationalsozialismus und das Parteiprogramm der NSDAP. Er sagte: "Die Zugehörigkeit zur nationalsozialistischen Partei ist unvereinbar mit dem katholischen Gewissen." Für seinen Mut brachte man ihn ins KZ Dachau.
Michael F. Feldkamp. Mitläufer, Feiglinge, Antisemiten? Katholische Kirche und Nationalsozialismus. Sankt Ulrich Verlag Augsburg 2009, zit. bei Senninger, S. 44

"Auf die Frage "Kann ein Katholik, der sich zu den Grundsätzen der NSDAP bekennt, zu den heiligen Sakramenten zugelassen werden?" müssen wir mit "nein" antworten. § 24 des Parteiprogramms widerspricht grundlegend dem katholischen Glauben. Es proklamiert die Religionsfreiheit, stellt sie aber unter den doppelten Vorbehalt der Staatssicherheit und der nationalsozialistischen Ideologie"
Bischöfliches Ordinariat Mainz am 30.09.1930

"Dem katholischen Geistlichen ist es streng verboten, an der nationalsozialistischen Bewegung in irgendeiner Form mitzuarbeiten. Dem katholischen Geistlichen, der kraft seiner theologischen Bildung Dogma und Irrlehre zu unterscheiden fähig ist, können die christentumsfeindlichen und kirchenfeindlichen Grundsätze und Tatsachen dieser Bewegung nicht unbekannt sein, wie die Ablehnung jeglichen Konkordates, die Forderung der Simultanschule, der Radikalismus des nationalen Gedankens, der Widerstand gegen den Schutz des keimenden Lebens.... Die Teilnahme von Nationalsozialisten an gottesdienstlichen Veranstaltungen in geschlossenen Kolonnen mit Uniform und Fahne ist und bleibt verboten, weil eine solche Kirchenparade das Volk auf den Gedanken bringen müsste, die Kirche habe sich mit dem Nationalsozialismus abgefunden."
Bertram Otto. Hundert Jahre Tag und Nacht. Geschichte des deutschen Katholizismus zwischen 1868 und 1968. Bonn: Verlag des Borromäusvereins 1968, S. 221

"Das Programm der NSDAP. steht namentlich im § 24 im offenen Gegensatz zur katholischen Religion. Schon die Worte "soweit religiöse Bekenntnisse nicht den Bestand des Staates gefährden" sind sehr dehnbar und im Lichte anderer Kundgebungen bedenklich; auch ist das Bekenntnis zum "positiven" Christentum recht inhaltarm. Wenn man auch über diese Bedenken allein hinwegsehen wollte, so ist doch der Satz: "Freiheit aller religiösen Bekenntnisse, soweit sie nicht gegen das Sittlichkeits- und Moralgefühl der germanischen Rasse verstoßen", direkt gegen die christlichen Grundsätze gerichtet; denn er macht das Gefühl einer Rasse zum Richter über religiöse Wahrheiten, über Gottes Offenbarung und über Zulässigkeit des von Gott gegebenen Sittengesetzes. In seinen letzten Konsequenzen leugnet er den universalen Charakter der katholischen Kirche. Das Reich Christi gilt uns Katholiken aber als international, universal, katholisch. ... Wir begegnen Äußerungen, die im schärfsten Gegensatz zur katholischen Glaubens- und Sittenlehre stehen, Schmähungen enthalten gegen die katholische Kirche und ihren Glaubensinhalt, gegen die Heilige Schrift (nicht nur gegen das Alte Testament), gegen den Apostolischen Stuhl, gegen katholische Religionsübung, alles mit dem Ziele, eine vom Stuhle Petri losgelöste künftige Religionsgemeinschaft zu gründen, d. h. eine "neue deutsche Volkskirche", die sich lossagen müsse vom ¯römischen Zentralismus" der katholischen Kirche. In diesem Sinne ist das Hakenkreuz Kampfzeichen gegen Christi Kreuz.
... Da jeder, der einer Partei beitritt, das ganze Programm der Partei und die Arbeit in ihrem Geiste unterstützt, so ist für katholische Christen die Zugehörigkeit zur NSDAP. unerlaubt, "solange und soweit sie kulturpolitische Auffassungen kundgibt, die mit der katholischen Lehre nicht vereinbar sind".
Hirtenbrief der Bischöfe der Paderborner Kirchenprovinz, Caspar, Erzbischof von Paderborn, Josef Damina, Bischof von Fulda. Nicolaus, Bischof von Hildesheim am 10.03.1931

"Das Hakenkreuz ist heidnisch .... Die Zugehörigkeit zur nationalsozialistischen Partei ist unvereinbar mit dem katholischen Gewissen."
Osservatore Romano Nr. 238, 1930

Wir werden dafür sorgen, dass die Kirchen keine Lehren verbreiten, die sich mit den Interessen des Staates im Konflikt befinden. Wir werden damit fortfahren, die Doktrin des National-Sozialismus’ zu lehren, und den jungen Menschen wird in Zukunft nichts anderes mehr als die Wahrheit gelehrt werden.“
Zitate von Hitler aus dem Zeitraum Juli 1941 - Juli 1942, protokolliert von seinem Sekretär Martin Bormann

In seiner Abschiedsrede an die deutschen Bischöfe erklärte Nuntius Pacelli 1929:;
"Ich müsste mich sehr täuschen, wenn dies hier ein gutes Ende nehmen soll. Dieser Mensch ist völlig von sich selbst besessen, alles was nicht ihm dient, verwirft er, was er sagt und schreibt, trägt den Stempel seiner Selbstsucht, dieser Mensch geht über Leichen und tritt nieder, was ihm im Weg ist. Ich kann nur nicht begreifen, dass selbst so viele von den besten in Deutschland dies nicht sehen. Wer von all diesen hat überhaupt das haarsträubende Buch "Mein Kampf" gelesen?"
Senninger, S. 49

[Vor allem der erste Band wurde bis 1932 in der Weimarer Republik zu einem viel diskutierten Bestseller, dass schon vor der Machtergreifung und der kostenlosen Verteilung 241.000 mal verkauft worden bis Kriegsende 12 Mio. mal gedruckt wurde.]
http://de.wikipedia.org/wiki/Mein_Kampf

Die katholische Kirche stand in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts kurz davor, Adolf Hitlers Buch "Mein Kampf" zu verbieten. Papst Pius XI. (1922-1939) hatte Ende 1934 eine Kommission eingesetzt, die aus Hitlers hetzerischer Programmschrift eine Liste mit zehn zu verurteilenden Sätzen zum Rassismus erarbeitete. Aus bislang nicht genau zu ermittelnden Gründen seien die päpstlichen Zensoren aber vor dem letzten Schritt zurückgeschreckt
http://kirchensite.de/index.php?myELEMENT=104170

Dr. Fritz Gerlich, warnte in der Münchner Wochenzeitung "Der grade Weg. Deutsch Zeitung für Wahrheit und Recht" zusammen mit dem Kapuziner Pater Ingbert Naab vor den Gefahren einer Machtergreifung Hitlers. Früher völkisch-derutschkonservativ und anti-sozialistisch eingestellt wandelte sich Gerling mit dem Hitlerputsch 1923 zu einem der profilierteste Gegner Hitlers. Als Chefredakteur der "Münchner Neuesten Nachrichten" entfernte er sich immer mehr von deren republikfeindlich-nationalistischen Kurs und wurde zu einem Verteidiger der Weimarer Verfassung. 1931 konvertierte er zum Katholizismus. Ein reicher Gönner verschaffte ihm eine eigene Wochenzeitung. Finanziert wurde der Kauf der Zeitung „Das Illustrierte Wochenblatt“, aus dem Gerlich innerhalb eines Jahres das Kampfblatt „Der gerade Weg“ mit einer Auflage von 40.000 Exemplaren macht, von Erich Fürst von Waldburg-Zeil. In provokanten und leidenschaftlichen Artikeln und mit Karikaturen kämpfte er nun gegen den aufsteigenden Nationalsozialismus an. Die Nr. 31 vom 31.7.1932 erreichte über 100.000 Exemplare. Die Zeitung wurde auch von nicht-katholischen Lesern anderer Parteien, sogar der kommunistischen Partei gelesen.
Prophetisch sah Gerlich "Ich kann mir keine Folter denken, die schwerer ist als die, mit der Einsicht in die jetzigen Zukunftsmöglichkeiten Deutschlands und Europas zusehen zu müssen, wie unser armes Volk jetzt wieder vom Rechtsradikalismus um seine Zukunft betrogen wird."
Illustrierter Sonntag, Nr. 31 vom 2.8.1931

Kardinal Faulhaber schrieb am 13.09.1932 in einem Brief an den Rottenburger Bischof Sproll begeistert, wie die Zeitung zu einem "ebenbürtigen und sogar überlegenen Gegner" des "Völkischen Beobachters" wurde. "Der hiesige Klerus ist begeistert, dass endlich auf katholischer Seite ein Mann aufgetreten ist, der den Gegnern die Stange hält, wenn er nicht, wie ihm angedorht wurde, durch Meuchelmord stumm gemacht wird. Vor der Wahl am 31.06.1932 war in der Eichstätter Volkszeitung ein
anonymer Drohbrief an Gerlich mit dem Kommentar veröffentlich worden "Eine bessere Empfehlung des 3. Reiches könnte wohl nicht geschrieben werden." Am 5.9.1932 schrieb die Eichstätter Volkszeitung von einer "Wähler-Einfuhr" nach Bayern, durch die die Nazis versuchten, die Wahlen in ihrem Sinne zu beeinflussen.
Senninger, S. 46 f.


Leitartikel "Hitler der Bankrotteur". Karikatur "Deutschlands "Befreiung" im Anmarsch (Hitler als Totenskelett führt die Masse in den Tod - wie prophetisch)
Der gerade Weg, Nr. 17, 24.4.1932
http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Titelseite_Bankrotteur.jpg

http://images.eo-bamberg.de/5/467/1/10851330759897929026.jpg

Der Gerade Weg "Was machen die da?" - "Die leisten den geistigen Offenbarungseid" (=Hitlergruß), Heft 21, 22.05.1932


Der gerade Weg "Der Deutsche hat keine Ahnung, wie man das Volk beschwindeln muss, wenn man Massenanhänger haben will." Heft 34 vom 23.10.1932
(Interessant ist, dass Gerlich Hitler selbst "beim Wort nimmt" bzw. aus seinem Werk "Mein Kampf zitiert!)

http://images.eo-bamberg.de/5/467/1/12066229961627767728.jpg

Der Gerade Weg "Der Weg der Leiden", Bayerischer Volkspartei, Zentrum und Sozialdemokraten gemeinsam für Brüning und gegen Hitler, Heft 30, 24.07.1932,

http://images.eo-bamberg.de/5/467/1/12146833374926711965.jpg

Der Gerade Weg "Wollt Ihr als Sklaven untergeordneter Menschen leben in freudlosem Fron, so wählt den hohlen Koloß", Heft 31, 31.07.1932
http://images.eo-bamberg.de/5/467/1/12146833374926711965.jpg



Der Nationalsozialismus ist eine Pest!
Wahlaufruf Dr. Fritz Gerlichs, Der gerade Weg, Nr. 31 v. 31. Juli 1932
"Nationalsozialismus aber bedeutet:
Feindschaft mit den benachbarten Nationen,
Gewaltherrschaft im Inneren, Bürgerkrieg, Völkerkrieg.
Nationalsozialismus heißt:
Lüge, Hass, Brudermord und grenzenlose Not.

....
Ihr, die Ihr diesem Betrug eines um die Gewaltherrschaft Besessenen verfallen seid, erwacht! Es geht um Deutschlands, um Euer, um Euer Kinder Schicksal."
wider gegeben in Prophetien wider das Dritte Reich, S. 437 f

Unter der Überschrift "Gefängnis für die Führer" schreibt Fritz Gerlich: "Im höheren Sinne liegt eine ungeheurer Ungerechtigkeit darin, dass eine Gefolgschaft, die oft gar nicht reif zur Einsicht in die Konsequenz der angenommenen Lehren ist, ins Gefängnis wandert, während die Führerschaft - durch ihre Abgeordneten-Immunität und anderes geschützt - ein sicheres Leben führt. Gerade vom naturrechtlichen Standpunkt aus, den ich unbedingt vertrete, ist es eine unabweisbare Forderung der Gerechtigkeit, dass endlich einmal die geistigen Urheber der Verbrechen gegen die Sicherheit des Lebens unter uns, nämlich die eigentlichen Propagandisten der zu den Morden führenden Ideen mit ihrem rechtsradikalen Anhang auch die Folgen tragen müssen."
Illustrierter Sonntag, Nr. 40 vom 4.10.1931. zitiert in Prophetien wider das Dritte Reich

Weiter schriebt er unter der Überschrift "Sperrt die Führer ein!": "Will die bayerische Landesregierung der .... ihr obliegenden Verantwortung nachkommen, so muss sie die Quelle der Verhetzung dadurch stopfen, dass sie die Führer der nationalsozialistischen Partei - einschließlich Adolf Hitlers - in Schutzhaft nimmt und bei der Reichsregierung ein Gesetz verlangt, wonach diese Parteiführung in Verantwortung der von ihr durch Hetze oder Befehle veranlasste Straftaten und Auflehnungen gegen die öffentliche Ordnung ins Zuchthaus kommen."
Der Gerade Weg, Nr. 26, 26.6.1932, zit. in Prophetien wider das Dritte Reich, S. 402

Am 8.2.1933 schrieb Gerlich unter der Überschrift "Und dennoch: Die Wahrheit. "Erneuerung aus der deutschen Seele" als Kulturkampf.
http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00010485/image_1

Am 26.2.1933 warnte Gerlich unter der Überschrift "Nein! Nein! Kein Katholik darf nationalsozialistisch wählen.
http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00010485/image_265

http://images.eo-bamberg.de/5/467/1/13722436990063996485.jpg
Ullstein Bild Berlin, Nr. 00000173

Durch die regelmäßige Lektüre des "Geraden Wegs" wusste Adolf Hitler sehr genau, welche Gefahr für ihn von der Zeitung von Gerlich ausging. Das Bild wurde am 17. Januar 1932 im Hotel Kaiserhof in Berlin aufgenommen.
http://www.gerlich.com/

Sofort nach der Machtergerifung rächten sich die Nationalsozialisten: Am 9. März 1933 wurde Gerlich in den Redaktionsräumen des Geraden Wegs mit anderen Zeitungskollegen in ein Polizeigefängnis gebracht. In Dunkelhaft gehalten und von einem SA-Trupp fast zu Tode geprügelt  blieb fast 16 Monate in München in „Schutzhaft”. In der Nacht vom 30. Juni zum 1. Juli 1934 wurde er im Zusammenhang mit dem so genannten Röhm-Putsch von der Münchner Polizeidirektion ins KZ Dachau  verlegt und dort auf dem Schießstand des Lagers erschossen.

Kapuzinerpater Ingbert Naab schrieb in einem offenen Brief an Adolf Hitler: "Herr Hitler, wer hat sie gewählt?"
"Leute mit antirömischem Affekt! ....
Die Masse der Suggerierten
.
Sie wollten die Massensuggestion, Sie sprachen davon, dass man den Massen einen fremden Willen aufzwingen, dass man sie fanatisch machen muss."
"Der Heiland ist für alle gestorben und alle sind für den Himmel bestimmt, auch die Neger, die Hitler zu Halbaffen erklärt. Es hat kein Mensch von vornherein auf Grund seiner Rasse das Recht über andere zu herrschen....
Die Stellenjäger und zukünftigen Parteibuchbeamten....
Eine Masse unreifer junger Menschen....
"
Der Gerade Weg, Nr. 12, 20.3.1932, zit. in Prophetien wider das Dritte Reich, S. 267 ff
Der Aufsatz wurde als Flugblatt in 8 Tagen 1.250.000 verkauft und in über 1000 deutschen Zeitungen mit einer Gesamtauflage von 20.000.000 abgedruckt.
ebd., S. 277


Ist Hitler ein Christ? von P. Ingbert Naab. O. Min. Cap. München: Verlag Zeichenring
Hier die in hoher Auflage verbreitete Extrabroschüre des im Februar 1931 in der Zeitschrift
„Der Weg“ erschienenen Artikels
(Signet: Verlag Zeichenring)
Aus der Sorge um die Menschen, ihre Rechte und um die Zukunft des Vaterlandes wandte sich der Jugendseelsorger Pater Ingbert Naab an die Schüler der höheren Lehranstalten, um mit der Fragestellung „Ist Hitler ein Christ?“ die oberflächliche, emotionale Begeisterung vieler Jugendlicher an höheren Schulen für die nationalen Gedanken zu durchstoßen und sie zum rationalen Argumentieren zu bringen.
http://www.pater-ingbert-naab.de/publizistisches.htm

Pater Ingbert Naab schreibt unter der Überschrift "Herr Hitler, sind Sie ehrlich oder ein Falschmünzer im Großen?" "Oder soll am Ende doch ihr ehemaliger Kampfgenosse Dinter recht haben, der sich dahin geäußert hat, Sie hätten ihm gegenüber gesagt, dass sie den Katholizismus brauchen, bis Sie an der Macht sind, dass die katholische Kirche aber nichts zu lachen hat, wen sie einmal an der Macht sind? Sie haben unseres Wissens den Ausspruch nie dementiert, obwohl er ihnen in der Presse schon oft vorgehalten wurde."
Illustrierter Sonntag, Nr. 42 vom 18.10.1931, zit. in Prophetien wieder das Dritte Reich, S. 155



Aus der Geheimküche der N.S.D.A.P. Die Partei mit der christlichen Maske. Pater Ingbert Naab
Illustrierter Sonntag, Nr. 45 vom 8.11.1931

http://digipress.digitale-sammlungen.de/de/fs1/calendar/1931-11-08.all/bsb00012497_00617.html

Lenein / Mussolini / Hitler. Die Technik des modernen Staatstreiches
Illustrierter Sonntag, Nr. 51 vom 10.12.1931

Unter der Überschrift "Ich bin ein Hitler" beschreibt Pater Ingbert Naab die Psychologie der an Idealen orientierten aber naiven völkischen Jugend: "Schon die einheitliche Kleidung spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle. Dazu die ganze an das frühere Militär erinnernde Art: geschlossener Aufzug, Musik, Gruß und Heilrufen. Es sieht sich das ganz anders an, als wenn zu einer bürgerlichen Versammlung ein Mann nach dem anderen gemächlich erscheint und ein Vorsitzender mit allzu bekannten Redensarten die Versammlung eröffnet. ... Nehmen wir hinzu die selbstbewusste und siegessichere Sprache, die sich von notwendigen Unterscheidungen und nüchternen Abwägungen sorgsam fernhält, die Übertreibungen und der stark markierte Mut, dann versehen wir, dass eine Jugend, die infolge mangelnder Erfahrung selbst gern in großen Redensarten ohne Wenn und Aber zu sprechen pflegt, in der völkischen Bewegung ein Ideal erblickt, das ihrem Denken und Hoffen ungemein verwandt ist....
Es gibt in unserem Vaterland wie überall Menschen, die schon deswegen etwas ablehnen, weil es eine konfessionelle oder gar klerikale Etikette trägt. Dieser meist in der Familie anerzogene Instinkt überlegt und prüft nicht mehr, ob das Abgelehnte gut oder schlecht ist, praktisch oder unpraktisch, es genügt einfach die Herkunft....
Solange der Geschichtsunterricht nicht wahrer, sachlicher und kritischer wird, solange man weiterfährt, bestimmte einseitige Auffassungen als die allein zulässige deutsche Betrachtungsweise gelten zu lassen, werden viele höhere Lehranstalten Deutschlands immer zu den Hauptlieferanten der Hitlerbewegung zählen...."
Illustrierter Sonntag, Nr. 34/35 vom 23. und 30.8.1931, zit. in Prophetien wider das Dritte Reich, S. 104 ff

Unter der Überschrift "Ansteckender Irrsinn" beschreibt Pater Ingbert Naab prophetisch die "Massenerkrankung des Nationalsozialismus". "Die Katastrophenzeiten sind Zeiten der Krankheit. Wer aber den Massen sagt: ihr seid krank, der wird sehr unpopulär. Es gibt oft Kranke, die böse werden, wenn man sie für krank hält. Und doch liegt unsere einzige Rettung darin, dass die Wahrheit gesagt wird. Die Propheten der Wahrheit aber werden gesteinigt. Doch wenn das Unglück da ist, gelten sie als die großen Patrioten. Dann müssen sie sich freilich wie Jeremias auf die Trümmer ihrer Stadt setzten und einen Klagegesang anstimmen, den Gesang der Liebe zu ihrem geblendeten Volk, das zu spät einsieht, dass sie allein recht gehabt haben. Muss es denn wirklich so kommen?"
Illustrierter Sonntag, Nr. 41 vom 11.10.1931, zit. in Prophetien wider das Dritte Reich. S. 150

Pater Ingbert Naab veröffentlichte zum Pressesonntag eine Gewissenserforschung über den Charakter der Zeitung/Zeitschrift, das/die der Leser in die Hand nimmt:
"Ist dein Blatt so charaktervoll, dass es der Wahrheit Zeugnis gibt? Tritt es auch für die Wahrheit ein, die nicht gern gehört wird?
Ist dein Blatt Ausdruck des Gewissens? Steht ihm das Gewissen höher als die Interessen irgendeiner politischen Partei? Höher als eigener Gewinn oder Geschäft?
Vertritt dein Blatt die Gerechtigkeit? Tritt es ein für eine gerechte Verteilung der Soziallasten oder rückt es einseitig die Interessen bestimmter Berufe in den Vordergrund? Hat es das Volksganze und das Staatswohl im Auge? ....
Hat dein Blatt Mut? Mut nach jeder Richtung? Mut gegenüber den Volksmassen? Mut gegenüber der öffentlichen Meinung? Mut gegenüber den Abgeordneten und Parteien? Mut gegenüber der Regierung?"
Illustrierter Sonntag, 20.9.1931. zit. in Prophetien wieder das Dritte Reich, S. 16

Dazu führt Pater Ingbert Naab unter der Überschrift "Mut zum Alleinstehen" aus: "Alte Wahrheiten sind nicht immer populär. Die Masse der Gebildeten und Ungebildeten stürzt sich auf das Schlagwort und auf die Modeströmung. Kämpft man gegen diese Massenpsychose an, gilt man als rückständig. Führt man seinen Kampf etwas kräftig und vernehmlich, so stellt sich sofort die Gegenfront in Schlachtreihe. Eine Zeitung, die höheren Aufgaben dienen will, darf den Kampf nicht scheuen. Betrachtet sich eine Zeitung als reines Geschäftsunternehmen ohne Rücksicht auf das, was sie inhaltlich bietet, sie wird nur den mächtigeren Haufen Geld im Auge behalten. Will aber eine Zeitung unter allen Umständen der Wahrheit dienen, auch der ganz unpopulären Wahrheit, so wird die mit heftiger Feindschaft zu rechnen haben.
Der gerade Weg, Nr. 1 vom 3.1.1931, zit. in Prophetien wider das Dritte Reich, S. 203

Unter der Überschrift "Hitler im Jahre 1980. Duldung einer unglaublichen Gefährdung der staatlichen Existenz" schreibt Pater Ingbert Naab: "Das Merkwürdigste jener an Widersinnigkeit so reichen Zeit war der Umstand, dass der Staat die grundsätzlichen Revolutionäre von links und von rechts in seinen gesetzgebenden Kammern duldete und ihnen die Gehälter von Abgeordneten zahlte. Niemand kam auf den Gedanken, den Antrag zu stellen: Der Staat darf keinen Abgeordneten zulassen, der sich zu einer Partei bekennt, die grundsätzlich oder tatsächlich revolutionäre Bestrebungen hat. Die Staatsmänner und Parlamentarier waren damals, ohne dass sei es merkten, immer noch von den Auswirkungen der liberalen Geisteshaltung befangen, die dem Schlechten und dem Guten im Staat eine gleiche Existenzberechtigung zuerkannte. Es ist ganz unverständlich, wie eine Staatsregierung, die doch in erster Linie die Existenz des Staates schützen und garantieren muss, den Brandstiftern des staatlichen Hauses die gleichen Abgeordnetenrechte zubilligte wie allen anständigen Leuten." Im gleichen Artikel warnt Naab vor der Naivität derjenigen, die "Brücken nach Rechts" bauen wollten und glaubte, dass die christlich orientierten Parteien Gemeinsamkeit mit dem Ideengehalt des Nationalsozialismus haben. Ebenso warnte er vor der Unterwühlung der Polizei und das Versagen der Justiz und die Verrohung der parlamentarischen Sitten.
Der gerade Weg, Nr. 18, 1.5.1932, zit. in Prophetien wider das Dritte Reich, S. 291 fd

Am 19.6.1932 meinte Pater Ingbert Naab auf die Frage nach der Stärke einer von ihm für notwendig erachteten Abwehr- und Widerstandsfront: "Die Katholiken bilden ein Drittel der deutschen Bevölkerung. Von diesem Drittel fällt wieder etwas die Hälfte weg. Es ist die Menge derer, die entweder praktisch mit ihrem Katholizismus gebrochen hat oder die blind und verhetzt sich von jeder Phrase in stärkster Unwissenheit über die Grundsätze ihrer eigenen Religion dahin treiben lässt, oder es gehören dazu Leute, die rein wirtschaftlich rechnen und um einiger Mark willen dorthin neigen, wo sie die Sicherung dieser paar Mark zu sehen glauben, ganz gleich ob es sich um Beamte oder Geschäftsleute handelt. Ganz hoch gerechnet können wir sagen: Unsere Front wird sicher nicht über ein Sechstel der Bevölkerung Deutschlands erreichen, es sind aber tatsächlich nicht einmal so viele. Die im "Evangelischen Volksdienst" gesammelten Protestanten sind leider zahlenmäßig so gering, dass sie unsere Front nicht wesentlich verstärken helfen."
Senninger, S. 46 f

Kritik am Nationalsozialismus fiel unter den Strafbestand des "Heimtückegesetzes" vom 20.12.1934, wo es unter § 2, Abs. 1 heißt: "Wer öffentlich gehässige, hetzerische oder von niedriger Gesinnung zeugende Äußerungen über leitende Persönlichkeiten des Staates oder der NSDAP, über ihre Anordnungen oder die von ihnen geschaffenen Einrichtungen macht, die geeignet sind, das Vertrauen des Volkes zur politischen Führung zu untergraben, wird mit Gefängnis bestraft."

Seit Juni 1933 war Pater Ingbert Naab auf der Flucht durch die Schweiz, dort legte er sich den Namen Peregrinus (=Wanderer, Fremdling) zu, Tschechoslowakei, Italien und das Elsass. Aus dem Exil ließ er der Deutschen Bischofskonferenz eine Denkschrift übermitteln, in der er zu geschlossenem Auftreten und zum Abbruch jeglichen diplomatischen Taktierens drängte. "Jetzt müssen die Hirten der Kirche reden, unterstützt vom obersten Hirten der Kirche." Am 28.3.1935 starb er in Straßburg. Auf seinem Grabkreuz durfte wieder sein richtiger Name stehen.

Therese Neumann, die Stigmatisierte von Konnersreuth bei der sich Naab und Gerlich kennengelernt und befreundet hatte ermunterte sie "Ihr zwei müsst kämpfen. Helfen wird es ja nichts; aber ihr müsst es doch tun!".

Die Statistik des konfessionellen Wählerverhaltens zeigt, deutlich, dass Katholiken weniger NSDAP-anfällig waren als Nicht-Katholiken. Mit Ausnahme von wenigen zu vernachlässigenden Grenzregionen lagen die Wahlergebnisse der NSDAP in katholischen Gebieten weit unter dem Reichsdurchschnitt.
"Der aktive politische Widerstand gegen den Nationalsozialismus, der eine individuelle Glaubens- und Gewissensentscheidung erforderte, blieb letztlich die Sache einer Minderheit von Katholiken. Festzuhalten ist jedoch die
weitgehende Resistenz der Katholiken gegen die nationalsozialistische Weltanschauung und ihren Totalitätsanspruch. Das verteidigte Werte- und Normensystem war eine der zentralen Voraussetzungen für den Aufbau der demokratischen Nachkriegsordnung in der Bundesrepublik Deutschland".
Karl-Joseph Hummel: Katholische Kirche, politischer Katholizismus und Drittes Reich

Auffällig stark ging mit dem Erstarken der "Völkischen" und der "Hitlerpartei" der starke Rückgang der Liberalen einher; was Fritz Gerlich zu der These einer Wählerwanderung zur NSDAP veranlasst, da die anderen Parteien vergleichsweise beständig waren.
Artikel "Nationalsozialismus. Zersetzter Liberalismus" in Der gerade Weg. Nr. 18, 1.5.193

"Der gläubige Katholik steht in Deutschland unter Ausnahmerecht. Er muss Spott und Hohn, Unfreiheit und Bedrängnis für seinen Glauben dulden, ohne sich verteidigen zu können."
Bischof Konrad von Preysing, im Adventsbrief 1937
 

  Machtergreifung mit Hilfe der katholischen Parteien (Ermächtigungsgesetz)  
Zustimmung der katholischen Zentrumspartei und der Bayernpartei zum Ermächtigungsgesetz.

"Möge der allmächtige Gott unsere Arbeit in seine Gnade nehmen, unseren Willen recht gestalten, unsere Einsicht segnen und uns mit dem Vertrauen unseres Volkes beglücken."
Aufruf der Reichsregierung an das Deutsche Volk vom 1.2.1933

 

 



Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich vom 24.3.1933, Reichsgesetzblatt Nr. 25, S. 141

Verführungs- und Beschwichtigungtaktik kombiniert mit Drohgebärden förderten die Zustimmung zum Ermächtigungsgesetz - doch die eigentliche Kapitulation erfolgte schon vorher

Bereits vorher, zuletzt am 14.09. 1930  hatten alle demokratischen Parteien versagt, als der Versuch eine Koalitionsregierung gegen die Nationalsozialisten zu als gemeinsame Front der Verfassungstreuen gegen gegenüber den Gegnern der Weimarer Republik zu bilden scheitete.

Dr. Fritz Gerlich hatte deutlich die "faschistische Kautschukbestimmung des "Staatsinteresses" kritisiert und zur Absetzung des Reichspräsidenten Hindenburg wegen Verfassungswidrigkeit durch eine Koalition aller verfassungstreuen Kräfte verlangt. Seine Zeitung wurde für 4 Wochen verboten.
(Der Gerade Weg, Nr. 30 vom 24 Juli 1932, zit. in Gerlich-Naab, Prophetien wider das Dritte Reich, S. 430 ff).

Mit im Wahlkampf für die Reichtagswahl vom 5.3.1933 brannte in der Nacht vom 27. auf den 28. Februar 1933 der Reichstag in Berlin. Als Brandstifter festgenommen wurde Marinus van der Lubbe, ein politisch links orientierten niederländischen Arbeiter, der am Brandherd angetroffen wurde. Die Schuld van der Lubbes wurde bereits kurz nach dem Brand erstmals angezweifelt, zumal die Nationalsozialisten den Reichstagsbrand als Vorwand nahmen, um gegen die deutschen Kommunisten vorgehen zu können. Göring äußerte dabei: "Das ist der Beginn des kommunistischen Aufstandes, sie werden jetzt losschlagen! Es darf keine Minute versäumt werden!

Angesichts der Angst vor einem bolschewistischen Umsturz stieß die Reichtagsbrandverordnung in breiten Schichten des Volkes auf Verständnis und Zustimmung.
Noch am 28. Februar 1933 wurde vom Reichskabinett die Notverordnung „Zum Schutz von Volk und Staat“ verabschiedet. Damit wurden die Grundrechte außer Kraft gesetzt.



Verordnung bei Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat (Reichtagsbrandverordnung) vom 28.2.1933, Reichsgesetzblatt Nr. 17, S.83:
"Aufgrund des Artikels 48 Absatz 2 der Reichsverfassung wird zur Abwehr kommunistischer staatsgefährdender Gewaltakte Folgendes verordnet:
§ 1. Die Artikel 114, 115, 117, 118, 123, 124 und 153 der Verfassung des Deutschen Reiches werden bis auf weiteres außer Kraft gesetzt. Es sind daher Beschränkungen der persönlichen Freiheit, des Rechtes der freien Meinungsäußerung, einschließlich Pressefreiheit, des Vereins- und Versammlungsrechtes, Eingriffe in das Brief-, Post-, Telegrafen- und Fernsprechgeheimnis, Anordnung von Haussuchungen und von Beschlagnahmungen sowie Beschränkung des Eigentums auch außerhalb der sonst hierfür bestimmten gesetzlichen Grenzen zulässig."
http://www.ns-archiv.de/system/gesetze/1933/reichstagsbrand/faksimile/

Auf dieses Ausnahmegesetz hat sich die NS-Diktatur in erster Linie gestützt, nicht auf das drei Wochen später gebilligte Ermächtigungsgesetz, das zitiert wird, um den Parteien der Mitte die Mitverantwortung zuzuschieben.

Hitler wählte zunächst eine raffinierte Vernebelungstaktik zur Verschleierung seiner wahren antikirchlichen Ziele und bekannte sich zu einem angeblichen Bundesgenossen im Kampf gegen den atheistischen Materialismus und den säkularen Liberalismus
Maßnahmen, wie das Verbot von religionsverächtlichen periodischen Druckschriften, die Wiedereinführung des Religionsunterrichts als ordentliches Fach an den Berufsschulen sollten die Stimmung zu Gunsten der Nationalsozialisten wenden.

Göring drohte bereits Anfang März damit, Beamte, die Zentrumsmitglieder sind, aus den öffentlichen Ämtern zu entlassen, wenn ihre Partei nicht dem Ermächtigungsgesetz zustimme. Durch Schikane wie die Beurlaubung des Kölner Oberbürgermeisters Konrad Adenauers und die Verhaftung des Bauernführers Andreas Hermes versuchten die Nationalsozialisten das Zentrum zu zermürben.

Nachdem die Kommunisten alle verhaftet waren und ebenso ein Teil der Sozialdemokraten, fehlten Hitler nur noch etwa 15 Stimmen für eine Zweidrittel-Mehrheit. In der Situation der viele Tote fordernden Straßenkämpfe einerseits und der Hoffnung auf stabilere Verhältnisse und eine Zähmung Hitlers andererseits stimmten die Abgeordneten von Zentrum und BVP dem Ermächtigungsgesetzt zu.
Bewaffnete SA und SS-Verbände waren bereits im Plenarsaal, um befürchtete Unmutsäußerungen und Zwischenrufe demokratischer Abgeordneter zu unterdrücken. Kaum bekannt ist die Tatsache, dass sich Otto Wels, der das mutige "Nein" der SPD gegen das Ermächtigungsgesetz im Plenum des Reichtags begründet hatte, später beim Zentrum für ihr Abstimmungsverhalten bedankt hat: "Sonst wären wir dort nicht mehr herausgekommen."
Senninger, S. 59

Das Ermächtigungsgesetz entsprach nicht den Erfordernissen der Weimarer Reichsverfassung. Im Urteil des Tribunal Général von Rastatt von 1947 heißt es dazu "Die Verordnung vom 21. März 1933 ist im Hinblick auf die Art. 46, 49, 68 [(1) Die Gesetzesvorlagen werden von der Reichsregierung oder aus der Mitte des Reichtags eingebracht (2) Die Reichsgesetze werden vom Reichstag beschlossen] (in ihrem ursprünglichen Wortlaut) der Verfassung vom 11.04.1919 verfassungswidrig".
http://grundrechtepartei.de/Erm%C3%A4chtigungsgesetz

Zur Machtergreifung am 30.01.1933 äußerte sich der neue Kardinalstaatsekretär Pacelli: "Das ist verhängnisvoller, als ein Sieg der sozialistischen Linken gewesen wäre." Konrad von Preysing, der Bischof von Eichstätt meinte, "Wir sind in den Händen von Verbrechern und Narren."
Senninger S. 49

Kein einziger katholischer Bischof begrüßte die Machtübernahme Hitlers.
Von den ca. 22.000 katholischen Priestern können maximal ca. 70 als mit der NSDAP sympathisierende Geistliche bezeichnet werden, ca. 0,33 %, d.h. 3 bis 4 auf tauend.
Daher heißt es in der Berichten des NS-Sicherheitsdienstes (SD) 22.23: Katholische Geistliche, die sich voll und ganz zum Nationalsozialismus bekennen, sind äußerst gering an Zahl. Sie werden um ihrer Überzeugung willen von ihren Amtsbrüdern und ihren vorgesetzten kirchlichen Behörden verfolgt. So ging es dem bekannten Abt Schachleitner."
zit. bei Senninger, S. 113

Am 3.12 1939 notierte der katholische Schriftsteller und Philosoph Theodor Haecker in sein Tagebuch: „Man darf annehmen, dass die Deutschen, bewusst und unbewusst, alles tun werden, um ungefähr alles, was heute gesprochen, geschrieben und getan wird, so rasch wie möglich zu vergessen.“ Häcker war eine prophetische Stimme des Widerstandes gegen den Ungeist der deutschen „Herrgottreligion“ und war Mentor von Hans und Sophie Scholl vom Widerstandskreis Weiße Rose.
http://www.zum.de/psm/ns/k_kirche.php

In einem gemeinsamen Hirtenwort der deutschen Bischöfe vom 23.8.1945 wurde ein erstes Schuldbekenntnis abgelegt: "Furchtbares ist schon vor dem Kriege in Deutschland und während des Krieges durch Deutsche in den besetzten Ländern geschehen. Wir beklagen es zutiefst: Viele Deutsche, auch aus unseren Reihen, haben sich von den falschen Lehrern des Nationalsozialismus betören lassen, sind bei den Verbrechen gegen menschliche Freiheit und menschliche Würde gleichgültig geblieben; viele leisteten durch ihre Haltung den Verbrechen Vorschub, viele sind selber Verbrecher geworden. Schwere Verantwortung trifft jene, die aufgrund ihrer Stellung wissen konnten, was bei uns vorging, die durch ihren Einfluss solche Verbrechen hätten hindern können und nicht getan haben, ja diese Verbrechen ermöglicht ... haben."
Senniger, S. 346

 

  Reichskonkordat des Vatikans mit dem Deutschen Reich  


Postkarte "Die Unterzeichnung des Reichskonkordats in Rom"
http://www.dhm.de/sammlungen/gifs/sammlungen/alltag3/postkarten/pk99_386.jpg
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Warum muß der Katholik die Reichtagsliste Adolf Hitlers wählen?
Weil im nationalsozialistischen Staat an sich und durch das Reichskonkordat 1. die Religion geschützt ist, 2. der kirchliche Frieden gesichert ist, 3. die öffentliche Sittlichkeit gewahrt bleibt, 4. der Sonntag geheiligt wird [die Bolschewisten hatten den Sonntag in der Sowjetunion abgeschafft], 5. die Bekenntnisschule erhalten ist, 6. das katholische Gewissen nicht mehr belastet ist, 7. der Katholik vor dem Gesetz und im Staatsleben gleichberechtigt ist, 8. die katholischen Vereine und Verbände, soweit sie ausschließlich religiösen, charitativen und kulturellen Zwecken dienen, frei arbeiten können. Deshalb muß der Katholik am 12. Nov. so wählen: Volksabstimmung > Ja  X < Adolf Hitler.

http://www.concordatwatch.eu/showkb.php?org_id=858&kb_header_id=752&order=kb_rank%20ASC&kb_id=36931

 

 

Zwischen Hoffnung auf Sicherheit und Selbsttäuschung

Die Folgen des Kulturkampfs in Preußen, der Sturz der meisten europäischen Monarchien in Folge des Ersten Weltkriegs, die staatliche Neuordnung Europas sowie die Wiedererlangung der staatlichen Souveränität des Vatikans durch die Lateranverträge machten es für die katholische Kirche notwendig, ihre internationalen Beziehungen neu zu regeln. Die erstmalige umfassende Kodifizierung des lateinischen Kirchenrechts im Codex Iuris Canonici (CIC) von 1917 war ein weiterer Beweggrund, die äußeren Rechtsbeziehungen durch Konkordate mit dem CIC in Beziehung zu setzen. Unter Papst Pius XI. und dessen Kardinalstaatssekretär Pietro Gaspari  wurden zahlreiche Konkordate geschlossen, unter anderem mit Lettland, Portugal und Italien. Auch mit einzelnen Landesregierungen, wie Bayern und Preußen wurden Konkordate abgeschlossen, ein Konkordat während der Weimarer Republik scheiterte aber u.a. wegen der häufig wechselnden politischen Verhältnisse.

Die Initiative für ein Reichskonkordat mit dem Vatikan ging von den Nationalsozialisten aus. Hitler hoffte, ähnlich den Bestimmungen des italienischen Konkordats von 1929, dadurch den Klerus von parteipolitischer Betätigung fernhalten zu können und über kurz oder lang auch die politische Vertretung der Katholiken im Reich, die Zentrumspartei, ausschalten zu können, wenn sich der Nationalsozialismus als kirchenfreundlich zeige und dadurch verstärkt ins katholische Wählerreservoir eindringen könne.
Aus katholischer Sicht war es "die vertragliche Form der Nichtanpassung der katholischen Kirche an das Dritte Reich.
Konrad Repgen, zit. bei Senninger, S. 83

Der neue Kardinalstaatsekretär Pacelli bot dem deutschen Delegationsleiter von Papen an, im Einklang mit den Bestimmungen des CIC, can. 139 die politischen Betätigungsmöglichkeiten des Klerus so weit einzuschränken, dass sie de facto nur mehr mit einer päpstlichen Dispens möglich gewesen wäre, auf deren Gewährung der Heilige Stuhl weitgehend verzichten wollte. Im Gegenzug sollte das Deutsche Reich der Kirche in der Frage der Bekenntnisschulen und des Religionsunterrichts weit entgegenkommen. Dieses Angebot ging Hitler jedoch nicht weit genug. Er wollte ein generell festgeschriebenes Verbot politischer Betätigung für Kleriker durchsetzen und war dafür bereit, die schulpolitischen Forderungen Pacellis weitgehend zu akzeptieren.
Die deutschen Bischöfe intervenierten gegen den vollkommenen Rückzug der Pfarrer aus der politischen Öffentlichkeit und wollten zusätzlich den Schutz der katholischen Verbände berücksichtigt wissen. Nach offenem Straßenterror der SA gegen den in München stattfindenden Gesellentag des Kolpingwerks am 11. Juni 1933 erschien vor allem die letzte Forderung vordringlich. Die Bischöfe glaubten, nur noch durch die Garantie der katholischen Verbände in einem Konkordat den Verbandskatholizismus vor der Gleichschaltung retten zu können.
Nach der erzwungenen Selbstauflösung von Bayerischer Volkspartei  und Zentrumspartei am 4. bzw. 5. Juli entfiel für den Heiligen Stuhl auch eine Rücksichtnahme auf den politischen Katholizismus und so folgte am 8. Juli die Paraphierung durch die Verhandlungspartner.
Noch am selben Tag hob Hitler in einer Verordnung alle Zwangsmaßnahmen gegen katholische Organisationen und Geistliche auf und bestätigte so die Hoffnungen, die die katholische Seite in das Konkordat gesetzt hatte.

Die Unterzeichnung des Reichskonkordats mit dem Vatikan im Juli 1933 war der erste außenpolitische Erfolg und ein Prestigegewinn der Hitler-Regierung. Es enthielt u.a. Bestimmungen über den Schutz katholischer (nichtpolitscher) Organisationen, die Ausübung des katholischen Bekenntnisses in Deutschland, über den Schutz kirchlichen Eigentums und kirchlicher Schulen und Hochschulen. Gleichzeitig schloss es die katholischen Geistlichen von jeder parteipolitischen Betätigung aus. Für Hitler war es eine Möglichkeit, seine Konzessionsbereitschaft zu verdeutlichen und den Verdacht der Kirchenfeindlichkeit seines Regimes zu entkräften. Der Vatikan begründete den Abschluss mit der klaren Haltung Hitlers gegenüber dem Bolschewismus und der „Gottlosenbewegung“.

Der umstrittene "
Entpolitisierungsparagraph" des Reichskonkordat führte zur Selbstauflösung von Zentrum und Bayerischer Volkspartei an deren Spitze die Prälaten Ludwig Kaas und Georg Wohlgemuth standen. Er war gleichzeitig das Ende des politischen Katholiszismus im Dritten Reich. Als die Bischöfe zu Hirtenbriefen und Stellungnahmen "für den Abwehrkampf im Osten" aufgefordert wurden, konnte sie sich auf den "Entpoltisierungsparagraphen" berufen.



Die lieben Toten:  Reaktion: "Mein Gott, soviel Wachs gibt es gar nicht, als man Kerzen opfern müsste, ums sie wieder ins Leben zurückzubeten".
Der Stürmer, Nr. 46, November 1936, S. 7

Hätte Rom die so günstig klingenden Konkordatsbedingungen abgelehnt, hätte dies in der Öffentlichkeit propagandistisch gegen die katholische Kirche in Deutschland genutzt werden können.
Der Einwand, eine Ablehnung des Konkordats hätte den Widerstand anderer Mächte und Völker mobilisiert ist fraglicht, da diese eine Appeasement-Politik gegen Hitler-Deutschland betrieben.

Bereits im Herbst 1933 stellte der Episkopat jedoch fest, dass das NS-Regime das Konkordat fortwährend brach Mit der innen- und außenpolitischen Etablierung des NS-Regimes eskalierte die Katholikenverfolgung dramatisch. Die kulturelle Infrastruktur der Kirche wurde immer mehr untergraben, die polizeiliche Überwachung von Gottesdiensten und Predigten verschärft, Klöster und katholische Schulen aufgelöst. Außerdem leitete das NS-Regime unter Koordination von Polizei und Propagandaministerium eine regelrechte Hetz- und Verleumdungskampagne gegen Kleriker ein. Hunderte von Mönchen, Nonnen und Priestern wurden unter Vorwurf von Korruption  oder Moralvergehen verhaftet und angeklagt. Ihre Schauprozesse sollten der Öffentlichkeit beweisen, dass die Kirche von Geldgier, Betrügerei, Homosexualität und Perversion durchsetzt sei. Im Rahmen der NS-Katholikenverfolgung wurden rund ein Drittel aller Kleriker in Deutschland Opfer von verschiedenen polizeilichen oder juristischen Disziplinarmaßnahmen. Beschwerden des Episkopats blieben erfolglos.
Doch die Orden lösten bei den Nationalsozialisten nicht nur Hass, sondern zugleich auch eine starke Faszination aus: So orientierte sich nicht zuletzt die SS in ihrem Aufbau am Vorbild des Jesuitenordens, und NS-Eliteschulen wurden als „Ordensschulen" bezeichnet.
http://germanhistorydocs.ghi-dc.org/sub_image.cfm?image_id=2066

In diesem Feindbild von der katholischen Kirche spielten die Ordensgemeinschaften eine besondere Rolle: An kaum einen Ort konnte die NS-Weltanschauung so schwer vordringen wie hinter dicke Klostermauern. Alles, was die katholische Lehre ausmachte, schien in den Klöstern besonders stark ausgeprägt zu sein. Sie galten den Nationalsozialisten deshalb als der „Lebensnerv der katholischen Kirche". „Wer die Klöster angreift, greift immer auch die Gesamtkirche an", heißt es in einer Ausarbeitung der SS aus dem Jahr 1935".
Dabei spielten jahrhundertealte ordensfeindliche Klischees eine Rolle: Völlerei, sexuelle Ausschweifungen und das Anhäufen immenser Reichtümer hinter der Fassade der Armut gehörten zu den traditionellen Vorwürfen, derer sich auch die Nationalsozialisten gern bedienten. Zudem galt die zölibatäre (ehelose) Lebensweise als undeutsch, da sie die Ordensleute zu „biologischen Blindgängern" mache. Den kontemplativ (beschaulich) lebenden Ordensgemeinschaften wurde vorgeworfen, dass sie „nur beten und nichts arbeiten". Noch gefährlicher schienen dem NS-Regime jedoch jene Orden, die durch Unterricht, Exerzitien und Predigten öffentlich tätig waren und dadurch die Möglichkeit zu regierungsfeindlicher Propaganda hatten. Aus diesem Grund gehörte die Bekämpfung der Orden, die als „beste und gefährlichste Kampftruppe" und als der „militante Arm der katholischen Kirche" galten, von Anfang an zu den zentralen Zielen der
http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/themen/Das%20Rheinland%20im%2020.%20Jahrhundert/
Seiten/KlostersturmimRheinland1940%E2%80%931942.aspx

Es gab zahlreiche Einschränkungen bei der religiösen Verkündigungen:
Den Angehörigen der SS war vielfach untersagt, ihre Kinder taufen zu lassen. Geistliche wurden bestraft wegen der Taufe nicht-arischer Kinder. In den Gefängnissen der Gestapo und den KZ gab es keine Seelsorge mehr
In Tageszeitungen gab es keine Hinweise mehr auf gottesdienstliche Veranstaltungen. Die Herausgabe von Pfarrblättern wurde erschwert.
Zahlreiche religiöse Schriften der verschiedensten Verlage wurden verboten und beschlagnahmt. Pfarrbüchereien wurden in immer größerer Zahl abzuwürgen versucht.
Ordensangehörige wurden aus Schulen vertrieben.
Senninger, S. 90

Am 13.12.1936 wurde trotz des Verbots nach der Verordnung vom 28.02.1993 "zum Schutz von Staat und Volk" ein ungewöhnlich scharfer Hirtenbrief der bayerischen Bischöfe verlesen, genauso wie der gemeinsame Hirtenbrief der deutschen Bischöfe vom 24.12.1936, nach dem der nationalsozialistische Staat die Kirche nach dem Bolschewismus als "zweiten Staatsfeind" bekämpfe. Im Januar 1937 folgte ein scharfer Protest der Regierung.

http://www.kas.de/wf/doc/kas_24485-1609-1-30_90.jpg?120320152037
Seit Monaten bereitete man in Rom ein großes Lehrschreiben gegen den atheistischen Kommunismus vor. Da schien es notwendig, um Fehldeutungen zu vermeiden, auch die andere totalitäre Weltanschauung zu brandmarken. Der Münchner Kardinal Faulhaber entwarf den Text für die
päpstliche Enzyklika "Mit brennender Sorge", in der Papst Pius XI. (1857-1939) die Konkordatsbrüche anklagte. In einer gigantischen logistischen Geheimaktion wurden die Hirtenbriefe durch vertrauenswürdige Kirchenmitarbeiter per Motorrad oder Fahrrad auf Feld- und Waldwegen in alle 11.500 Gemeinden des "Dritten Reichs" gebracht, konspirativ im Beichtstuhl übergeben und im Tabernakel aufbewahrt und von den Kanzeln verlesen. Selbst für den Fall einer staatlichen Gegenaktion waren die Kirchenmänner gewappnet: Jede Gemeinde erhielt zwei Kopien des Dokuments, die getrennt aufbewahrt werden sollten, falls eine vorzeitig beschlagnahmt werden sollte. Vielfach übernahmen die Bischöfe am Palmsonntag, den 21.3.1937 selber in ihren Domkirchen die Verlesung, weil sie wussten, dass sie vor Verhaftungen sicherer seien.
http://www.politikstube.de/forum/kirchengeschichte/24050-katholisch_papst_hitler_narrte-2.html

Millionen hörten die Stimme Roms, die viele schon mit Ungeduld erwartet hatten. Vatikan, Nuntius, Episkopat, Die Enzyklika beschränkte sich strikt auf den Bereich der kirchlichen Zuständigkeit und demaskierte den angeblichen christlichen Charakter der nationalsozialistischen Weltanschauung.

"Reiner Gottesglaube ... 12. Wer die Rasse, oder das Volk, oder den Staat, oder die Staatsform, die Träger der Staatsgewalt, oder andere Grundwerte menschlicher Gemeinschaftsgestaltung - die innerhalb der irdischen Ordnung einen wesentlichen und ehrerbietenden Platz behaupten - aus ihrer irdischen Werteskala herauslöst, sie zur höchsten Norm aller, auch der religiösen Werte macht und sie mit Götzenkult vergöttert, der verkehrt und fälscht die gottgeschaffene und gottbefohlene Ordnung der Dinge... Nur oberflächliche Geister können der Irrlehre verfallen, von einem nationalen Gott, von einer nationalen Religion zu sprechen, können den Wahnversuch unternehmen, Gott in die Grenzen eines einzelnen Volkes, in die blutmäßige Enge einer einzelnen Rasse einkerkern zu wollen."
Keine Umdeutung heiliger Worte und Begriffe ...  26. Ein besonders wachsames Auge, Ehrwürdige Brüder, werdet Ihr haben müssen, wenn religiöse Grundbegriffe ihres Wesensinhaltes beraubt und in einem profanen Sinne umgedeutet werden. 27. Offenbarung im christlichen Sinn ist das Wort Gottes an die Menschen. Dieses gleiche Wort zu gebrauchen für die „Einflüsterungen“ von Blut und Rasse, für die Ausstrahlungen der Geschichte eines Volkes ist in jedem Fall verwirrend. Solch falsche Münze verdient nicht, in den Sprachschatz eines gläubigen Christen überzugehen....
Sittenlehre und sittliche Ordnung....
Die Auslieferung der Sittenlehre an subjektive, mit den Zeitströmungen wechselnde Menschenmeinung, statt ihrer Verankerung im heiligen Willen des ewigen Gottes, in Seinen Geboten, öffnet zersetzenden Kräften Tür und Tor.
Anerkennung des Naturrechts 35. Im verhängnisvollen Zug der Zeit liegt es, wie die Sittenlehre, so auch die Grundlagen des Rechtslebens und der Rechtspflege vom wahren Gottesglauben und von den geoffenbarten Gottesgeboten mehr und mehr abzulösen. Wir denken hier besonders an das sogenannte Naturrecht, das vom Finger des Schöpfers selbst in die Tafeln des Menschenherzens geschrieben wurde....Mit diesem Maßstab muß auch der Grundsatz: „Recht ist, was dem Volke nützt“, gemessen werden, wenn man unterstellt, daß sittlich Unerlaubtes nie dem wahren Wohle des Volkes zu dienen vermag. Indes hat schon das alte Heidentum erkannt, daß der Satz, um völlig richtig zu sein, eigentlich umgekehrt werden und lauten muß: „Nie ist etwas nützlich, wenn es nicht gleichzeitig sittlich gut ist."...
37. Gewissenhafte, ihrer erzieherischen Pflicht bewußte Eltern haben ein erstes und ursprüngliches Recht, die Erziehung der ihnen von Gott geschenkten Kinder im Geiste des wahren Glaubens und in Übereinstimmung mit seinen Grundsätzen und Vorschriften zu bestimmen. Gesetze oder andere Maßnahmen, die diesen naturrechtlich gegebenen Elternwillen in Schulfragen ausschalten oder durch Drohung und Zwang unwirksam machen, stehen im Widerspruch zum Naturrecht und sind im tiefsten und letzten Kern unsittlich.
An die Jugend....
Man redet euch viel vor von menschlichen Schwächen in der Geschichte der Kirche. Warum verschweigt man euch die Großtaten, die ihren Weg durch die Jahrhunderte begleiten, die Heiligen, die sie hervorbrachte, den Segen, der aus der lebendigen Verbindung zwischen dieser Kirche und eurem Volke für die abendländische Kulturwelt floß?... Man redet zu euch viel von sportlichen Übungen. Mit Maß und Ziel betrieben, bedeutet die körperliche Ertüchtigung eine Wohltat für die Jugend. Ihrem Betätigungsraum wird jetzt aber vielfach ein Umfang gegeben, der weder der harmonischen Gesamtausbildung von Körper und Geist, noch der gebührenden Pflege des Familienlebens, noch dem Gebot der Sonntagsheiligung Rechnung trägt. Mit einer an Nichtachtung grenzenden Gleichgültigkeit werden dem Tag des Herrn so seine Weihe und Sammlung genommen, wie sie bester deutscher Überlieferung entsprechen. Wir erwarten vertrauensvoll von der gläubigen katholischen Jugend, daß sie in der schwierigen Umwelt der staatlichen Pflichtorganisationen ihr Recht auf christliche Sonntagsheiligung nachdrücklich geltend macht, daß sie über der Ertüchtigung des Leibes ihre unsterbliche Seele nicht vergißt,...
An die Getreuen aus dem Laienstande ... Die formelle
Aufrechthaltung eines, zudem von Unberufenen kontrollierten und gefesselten Religionsunterrichts im Rahmen einer Schule, die in andern Gesinnungsfächern planmäßig und gehässig derselben Religion entgegenarbeitet, kann niemals einen Rechtfertigungsgrund abgeben, um einer solchen, religiös zersetzenden Schulart die freiwillige Billigung eines gläubigen Christen einzutragen. Wir wissen, geliebte katholische Christen, daß von einer solchen Freiwilligkeit bei euch nicht die Rede sein kann. Wir wissen, daß eine freie und geheime Abstimmung unter euch gleichbedeutend wäre mit einem überwältigenden Plebiszit für die Bekenntnisschule.
http://www.vatican.va/holy_father/pius_xi/encyclicals/documents/hf_p-xi_enc_14031937_mit-brennender-sorge_ge.html

Die Enzyklika wurde auch von evangelischen Christen und selbst von Nichtchristen freudig begrüßt. Im Deutschland-Bericht der SPD hieß es, dass die Enzyklika "wie ein Lauffeuer" herumgesprochen habe. Nach der Verlesung der Enzyklika von den Kanzeln erreichten die Verfolgungen von katholischen Geistlichen in Deutschland einen Höhepunkt. Auf eine Kundgebung in Berlin am 1. Mai 1937 sagte Hitler: "Auch die Kirchen unterstehen der Staatsautorität. Das gilt auch für alle Kirchen... Wenn sie versuchen, durch irgendwelche Maßnahmen, Schreiben, Enzykliken usw. sich Rechte anzumaßen, die nur dem Staat zukommen, werden wir sie zurückdrängen in die ihnen gebührende geistlich-seelsorgerische Tätigkeit... Für die deutsche Staats- und Volksmoral wird schon die deutsche Staatsführung Sorge tragen..."
Heinrich Himmler erklärte "Man wird sich in Deutschland daran gewöhnen müssen, dass Leute, die für ihre regierungsfeindliche Betätigung vom Ausland gelobt werden, automatisch wie Landesverräter in Schutzhaft genommen werden.
Obwohl auch nach dem damaligen Recht ein Drucker für den Inhalt von Druckerzeugnissen nicht haftbar gemacht werden konnte wurden ein Dutzend Druckereien entschädigungslos enteignet, weil sie das Rundschreiben gedruckt hatten.
Die Anordnungen der Gestapo zeigen die perfide Taktik: Bischöfe und Priester, die den Protest des Papstes veröffentlichen, werden geschont, Laien aber die die technische Hilfe leisteten, wurden schwer bestraft. Dadurch sollte ein Keil zwischen Laien und Klerus getrieben werden ("Die Großen lässt man laufen, die Kleinen werden gehängt.") und sollten sie nicht mehr unterstützen, der Klerus sollte mit Rücksicht auf die Laien an weiteren Protesten gehindert werden.
Senninger S. 100 ff.

In Folge der Enzyklika wandten sich regimetreue Katholiken in Scharen von der katholischen Kirche ab. Über 100.000 Kirchenaustritte im Jahr 1937 waren die Folge.
http://www.politikstube.de/forum/kirchengeschichte/24050-katholisch_papst_hitler_narrte-2.html

Der Chef der Gestapo Müller urteilte über die Enzyklika: "Die Enzyklika richtet sich ausschließlich gegen Deutschland, sowohl auf weltanschaulichem Gebiet wie bezüglich der deutsch-polnischen Auseinandersetzung. Ihre Gefährlichkeit auf außen- und innenpolitischem Gebiet bedarf keiner weiteren Erörterung." Die Verbreitung der Enzyklika wurde in Deutschland verboten. Französische Flugzeuge warfen 88.000 Kopien über dem Reichsgebiet ab, um das deutsche Volk aufzurütteln.
Senninger S. 128

Die zwangsweise Umwandlung der Bekenntnisschulen in Gemeinschaftsschulen mit Beginn des Schuljahres 1937/1938 verstieß klar gegen die Bestimmungen des Reichskonkordats. Damit sollte eine an der nationalsozialistischen Ideologie ausgerichtete Erziehung der Jugend gewährleistet werden. Durch den Erlass des Bayerischen Kultusministeriums vom 20.12.1937 waren allein in Bayern 82 klösterliche Anstalten mit 15.000 Schülern betroffen. 1.200 Ordensleute wurden aus dem Schuldienst entlassen. Proteste der bayrischen Bischöfe und ein gemeinsames Hirtenwort der deutschen Bischöfe blieben erfolglos. 1939 folgte die Schließung aller theologischen Fakultäten in Bayern bis auf Eichstätt, das in kirchlicher Trägerschaft war.
Senninger S. 109 f.

Am 22.3.1942 wurde ein neuer Hirtenbrief veröffentlicht, dem bei gleichem Inhalt die Bischöfe verschiedene Einleitungen voransetzen konnten. die meist aber mit folgenden Worten begannen: "Seit Jahren tobt nun in unserem Vaterland ein Kampf gegen Christentum und Kirche, wie er in dieser Schärfe noch nie geführt wurde. Wiederholt haben die deutschen Bischöfe die Reichsregierung gebeten, diesem unheilvollen Kampf ein Ende zu bereiten, aber leider waren unsere Bitten und Bemühungen ohne Erfolg. Sogar im Krieg, wo doch der Burgfrieden immer selbstverständlich war, geht der Kampf weiter, ja nimmt an Schäfre und Bitterkeit immer noch zu." Der Kern des Hirtenschreibens:
"Der katholischen Kirche gab die Reichsregierung im Konkordat vom 20.6.1933 die Zusicherung des staatlichen Schutzes zur freien Entfaltung ihres Lebens.
1. Versprochen und verbürgt war die "Freiheit des Bekenntnisses und der öffentlichen Ausübung der katholischen Religion". Tatsächlich wird auf solche, die von staatlichen oder Parteistellen abhängig sind, vielfach ein Druck ausgeübt, der sie zur Verheimlichung oder Verleugnung ihres katholischen Bekenntnisses oder sogar zum Austritt aus der Kirche nötigen soll. Sogar die Übung der Religion im Inneren der Gotteshäuser ist vielfach beschränkt und unterdrückt.... Stellenweise hat man die Abhaltung von Seelsorgestunden für Kinder und Jugendliche sogar in kircheneigenen Räumen verboten und durch Bestrafung geahndet."
Kritisiert wird weiterhin die Schließung von katholischen Schulen, Verdrängung der Orden aus den Schulen, Überwachung der Priester, Beschlagnahmung von Priesterseminare. Weiter heißt es:
"1. Jeder Mensch hat das Recht auf persönliche Freiheit. Wir deutschen Bischöfe protestieren gegen jede Missachtung der persönlichen Freiheit... 2. Wir deutschen Bischöfe werden nicht nachlassen, gegen Tötung Unschuldiger Verwahrung einzulegen. Niemand ist seines Lebens sicher, wenn nicht unangetastet dasteht: "Du sollst nicht toten!""

Senninger, S. 136 ff

Victor Klemperer, der als Kind eines Rabbiners die Schrecken der NS-Zeit am eigenen Leib miterlebt hat, schreibt in "Tagebücher 1942": "Der Hauptstoß richtet sich wieder und wieder gegen die römische Kirche, gegen Papst und Jesuiten."
zit. bei Senninger, S. 139

Unter der Überschrift "Ich glaube an einen langen Frieden" veröffentlichte der Donaubote in Ingolstadt Auszüge aus der Rede Hitlers vor dem ersten Großdeutschen Reichtag nach dem Anschluss Österreichs: "Den deutschen Priester als Diener Gottes werden wir beschützen, den Preister als politischen Feind des deutschen Reiches werden wir vernichten." Er schloss seine Ansprache mit den Worten "Danken wir Gott, dem Allmächtigen, dass er unsere Generation und uns gesegnet hat, diese Zeit und diese Stunde zu erleben."
Jeder, der dem Regime widersprechen wollte, hatte längst begriffen, dass er auf keinerlei Schutz durch Behörden, Gerichte oder Nachbarn hoffen durfte. Viele versuchten daher zu beherzigen "Lieber Gott, mach mich stumm, dass ich nicht nach Dachau kumm."
Senninger, S. 126 f.

"Es muss durchgesetzt werden, dass die Kirche im Staat nichts mehr dreinredet. Die Erziehung von Jugend auf sorgt dafür, dass jeder weiß, was richtig ist im Sinne der Staatserhaltung. [...] Wir werden dafür sorgen, dass die Kirchen keine Lehren mehr verkünden, die mit unseren Lehren in Widerspruch stehen. Wir werden weiter unsere nationalsozialistischen Lehren durchsetzen, und die Jugend wird nur mehr die Wahrheit hören."
Adolf Hitler (14. Oktober 1941, Adolf Hitler - Monologe im Führerhauptquartier 1941-1944, Heim, Heinrich / Jochmann, Werner (Hrsg.), Orbis; Aufl. 2000

Während der ganzen Zeit des Dritten Reiches gab es in der Gestapo und SD unter den Abteilungen für Gegnerbeobachtung und -bekämpfung (neben Judentum und Marxismus) stets ein Referat "Politischer Katholizismus". was belegt, dass die katholische Kirche als grundsätzlicher, ideologischer Gegner betrachtet wurde.
Senninger, S. 313
 

  Positives Christentum des Nationalsozialismus (Gottgläubigkeit)  
"Diese unsere Bewegung ist tatsächlich christlich."
Adolf Hitler (1928, zit. n. Eberhard Röhm / Jörg Thierfelder: „Juden-Christen-Deutsche. Band 1“, Stuttgart 1990ff., S. 65)

Hitler vor der katholischen Liebfrauenkirche auf dem Hauptmarkt in Nürnberg
[Bild-Text-Montage auf einer englischsprachigen anti-katholischen Internetseite unter Verwendung eines Fotos von Heinrich Hoffmann vom September 1934 [man beachte die himmelhochstrebende Bildkomposition mit Hitlers "deutschem Gruß"]


"Der ergreifende Abschluss der Kundgebung in Wien. Wir treten zum Beten..."
[Hitler steht mit gesenktem Kopf - suggeriert demütiges Insichgehen - vor einer Hakenkreuzfahne]

http://www.jesus-is-savior.com/False%20Religions/Roman%20Catholicism/der_stuermer.jpg

Der Stürmer. Deutsches Wochenblatt zum Kampf um die Wahrheit. Nr. 20, Mai 1936,  "Oberhirtliche Erklärung. Also sprach Jesus Christus: "Ihr Heuchler, die ihr nicht seht den Balken im eigenen Auge"... darunter die Bildlegende "Wir deutsche Jungen schreiten freudig der Sonne zugewandt..."
[Hitler hat selbst an die heidnische germanische Sonnentradition anknüpfend die Hakenkreuzfahne entworfen.]

http://omasiali.wordpress.com/2011/11/05/hitlers-pope-pope-benedict-xvi-%E2%80%94-former-hitler-youth/
[hier auch das Zitat "The Jesuits had secretly prepared World War II, and Hitler’s war machine was built and financed by the Vatican to conquer the world for Roman Catholicism"]

Evangelium im Dritten Reich. Kirchenzeitung für Christentum und Nationalsozialismus. Wenn Gott einem Volke hat wollen helfen hat er es nicht mit Büchern getan sondern nicht anders denn daß er einen Mann oder zwei hat aufgeworfen der regiert besser denn alle Schrift und Gesetze. Dr. Martin Luther
Adolf Hitler verlässt [pietätsvoll den Hut in der Hand und gebeugtem Haupt über ihm ein Kreuz wie ein Heiligenschein] eine Kirche in Lübeck, 22. April 1934,
Artikel in der Zeitung "Evangelium im Dritten Reich" der "Deutsche Christen"
http://www.fundamentalismusdebatte.de/religion-ns/
[genau über seinem Kopf ist ein Kreuz zu sehen - fast schon wie ein Heiligenschein
Die sogenannte „Glaubensbewegung Deutsche Christen“ etablierte sich ab 1932 als bedeutende nationalsozialistische Splittergruppe innerhalb der protestantischen Kirche. Sie war streng nach dem Führerprinzip organisiert und propagierte die Synthese von Rassen- und Kirchendoktrin. Unter anderem verlangten die Deutschen Christen Rassenreinheit innerhalb der Kirche und die „Entjudung“ der Religion durch Abschaffung des Alten Testaments. Nach Hitlers Amtsantritt schwoll die Mitgliedschaft der Bewegung an. Sie gewann die Kirchenwahlen der neuen einheitlichen Deutschen Evangelischen Kirche (DEK oder auch „Reichskirche“) am 23. Juli 1933, besetzte die wichtigsten kirchlichen Ämter und verfolgte die doktrinäre wie institutionelle Gleichschaltung der Kirche von innen. Predigten sollten nun zum Beispiel theologische Grundlagen der Rassentheorien und den vermeintlichen „nordischen“ Charakter Christi hervorheben. Kirchen wurden mit Hakenkreuzen geschmückt, und eine Reihe von neuen Symbolen und Ritualen sollten die Einheit von Kirche und NS-Staat demonstrieren. Als die Deutschen Christen auch den Arierparagraphen für Kirchenämter einführten, protestierte eine Gruppe von evangelischen Theologen und Geistlichen um Pfarrer Martin Niemöller mit der Gründung des Pfarrernotbundes, aus der die "Bekennende Kirche" hervorging. Diese interne Oppositionsbewegung bestritt die Kompetenz und Legitimität der Reichskirche und der Deutschen Christen und erklärte sich selbst zur einzig rechtmäßigen evangelischen Kirche. Die Bekennende Kirche blieb jedoch eine innerlich geteilte Minderheitsorganisation, deren institutionelle Basis durch Massenverhaftungen nach 1936 weitgehend zerschlagen wurde.
http://germanhistorydocs.ghi-dc.org/sub_image.cfm?image_id=2059&language=german

Datei:Bundesarchiv Bild 183-1985-0109-502, Kirchenwahl.- Propaganda der "Deutschen Christen" in Berlin.jpg
Wählt Liste 1 deutsche Christen.
[Bei der evangelischen Kirchenratswahlen am 23. Juli 1933 warben sogar uniformierte SA-Männer vor der Kirche St. Marien am Neuen Markt in Berlin für die Wahl der NS-freundlichen "Deutschen Christen"]
http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Christen


Wir halten die Kräfte des Christentums unentbehrlich für den sittlichen Wiederaufstieg des deutschen Volkes.
Postkarte mit einer Aussage Adolf Hitlers, Poststempel: 31. Dezember 1933
http://www.dhm.de/lemo/objekte/pict/97000251/index.html



Heinz Bartsch. Vom Positiven Deutschen Gottglaubens [sic!]. Jauer in Schlesien: Richard Queißer, 1939

[Zahlreiche Nationalsozialisten traten aus der Kirche aus und bezeichneten sich als "gottgläubig". Drei Viertel der Abgeordneten des Großdeutschen Reichtags von 1943 gehörten keiner christlichen Kirche mehr an. In der SS und auch in bestimmten Stadtteilen Berlins, in denen viele Ministerialbeamte wohnten, war die Nichtkirchlichkeits-Rate überdurchschnittlich hoch. Genauere Zahlen, teilweise bis auf Gemeindeebene, lassen sich der Auswertung der Volkszählung von 1939 entnehmen, bei der ausdrücklich das Merkmal "gottgläubig" angegeben werden konnte. Die NSDAP erwartete nach 1936, dass ihre Mitglieder sich zu Gott bekennen und nicht Agnostiker oder Atheisten wurden. Die Partei erfüllte zunehmend weltanschaulich-religiöse Funktionen und entwickelte rituelle Formen. So wurde der Festkalender der Partei mit quasi-religiösem Ritual ausgestaltet. Auf „Feierstunden“ und „Weihefeiern“ sollte sich eine neue, modernisierte Form volksgebundener nichtorientalischer Religiosität ausdrücken.]
Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Gottgl%C3%A4ubig

["Nicht Partei gegen Christentum, sondern wir müssen uns als die einzig wahren Christen deklarieren. Dann aber mit der ganzen Wucht der Partei gegen die Saboteure."
Joseph Goebbels, 23. 12.1937
"Am besten erledigt man sich der Kirchen, wenn man sich selbst als positiver Christ ausgibt."
Joseph Goebbels, 28.12.1939
zit. in Ralf Georg Reuth, Joseph Goebbels Tagebücher, München 1992
]

["Es ist erschreckend, dass Christen nicht erkannten, dass Hitlers Gott ein völlig anderer als der christliche Gott war." Prof. Dr. theol. Dr. phil. Thomas Vorsitzender der Theologischen Kommission der Weltweiten Evangelischen Allianz Thomas Schirrmacher bei der Vorstellung seines Buches
Thomas Schirrmacher. Hitlers Kriegsreligion. Die Verankerung der Weltanschauung Hitlers in seiner religiösen Begrifflichkeit und seinem Gottesbild. 2 Bände. VKW: Bonn, 2007
"Im Dritten Reich saßen die Christen einer Konkurrenzreligion auf.", Bonner Querschnitte 09b/2007 Ausgabe 38b)]

 


5-Reichsmark von 1933 mit Hakenkreuz und Garnisonskirche in Potsdam
[Die Darstellung suggeriert eine harmonische Beziehung zwischen Nationalsozialismus und protestantischer Kirche bzw. der preußischen Tradition.
Die spätere Begräbnisstätte Friedrich Wilhelms und seines Sohnes Friedrich des Großen war über die Abschaffung der Monarchie im Jahre 1918 hinaus eine Stätte der Verehrung Preußens und seines Königtums. Das Innere des Kirchenschiffs brannte beim  Luftangriff auf Potsdam am 14. April 1945 aus. Nachdem bereits Wiederaufbauarbeiten begonnen hatten, fand infolge von Beschlüssen der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) etwa zeitgleich mit der Sprengung der Leipziger Universitätskirche im Mai und Juni 1968 in Potsdam die Sprengung der Ruine der Garnisonkirche statt. An ihrer Stelle steht seit 1971 ein Rechenzentrum. Die 2004 gegründete Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonkirche Potsdam e.V. strebt eine Rekonstruktion der Garnisonkirche an.

http://de.wikipedia.org/wiki/Garnisonkirche_%28Potsdam%29

[Abbildung]

Dr. Hans Friedrich Karl Günther: Kleine Rassenkunde des deutschen Volkes. Berlin: J. F. Lehmanns Verlag 1937
[Die Nationalsozialisten instrumentalisierten den Bamberger Reiter im Bamberger Dom und stilisierten ihn zum "Urbild einer Führerpersönlichkeit der nordischen Rasse". In der mittelalterlichen Farbfassung mit schwarzen Haaren hätte er sicherlich als Arier gegolten.
Das Buch erreichte zwischen 1922 und 1943 eine Auflage von 270.000 Exemplaren. Günther ordnet den verschiedenen Rassen bestimmte Merkmale zu: Der "nordischen Rasse" spricht er Urteilsfähigkeit, Wahrhaftigkeit, Tatkraft und Gerechtigkeitssinn zu und stellt ihr die seiner Auffassung nach "minderwertigeren Rassen" gegenüber.]
http://www.dhm.de/lemo/objekte/pict/98006674/index.html



NS-Wahlplakat "Es lebe Deutschland!" mit Hitler in Christus-Pose als der Retter Deutschlands [der "Heiligem Geist", der auf ihn herabkommt gleicht aber weniger einer Taube als einem Adler. Aus christlicher Sicht wird Hitler als "Anti-Christ" gesehen werden, als falscher Messias, der gottgleiche Verehrung beansprucht http://www.dhm.de/ausstellungen/arthur-szyk/popups/popup_028.html]
http://www2.needham.k12.ma.us/nhs/cur/wwii/11/Brooke-JPG-p2/GuntherGarbe.html

"Ich tat reinen Gewissens und gläubigen Herzens meine Pflicht."
Adolf Eichmann

"Gottgläubig war ich im Leben, und gottgläubig sterbe ich."
Adolf Eichmann vor seiner Hinrichtung im Jahre 1962

[http://giordanobrunostiftung.wordpress.com/tag/nationalsozialismus/ "Zitate zum Thema Nationalsozialismus und Christentum ... vielleicht sollte sich Kardinal Meisner das mal durchlesen als Nachhilfe [sic] zur deutschen Geschichte."
Eine zynischere Perversion des Gewissens, wie in dem Zitat des SS-Obersturmbannführer, der im Zuge der Endlösung den Transport der Juden in die Vernichtungslager organisierte, ist kaum vorstellbar. Das die so genannte "Gottgläubigeit" nichts mit dem christlichen Glaubensverständnis zu tu hat wurde bereits erläutert. Dennoch werden die "Gewissen"  und "Gottgläubigkeit" wie Reizworte zur Diffamierung des Christentums verwendet. Leider werden die Zitate - wie auch auf vielen anderen einschlägigen Websites - ohne nähere Angaben, wann und wo diese Äußerung fiel (Quellenangabe), aufgeführt. Adolf Hitler selbst: "Der Deutsche hat keine Ahnung, wie man das Volk beschwindeln muss, wenn man Massenanhänger haben will.", Mein Kampf, 1.-11. Auflage, S. 202)]
 

Hitlers "positives Christentum" bediente sich des Namens Christentum und christlicher Symbole aus propagandistischen Zwecken. Der Nationalsozialismus war eine antichristliche Ersatzreligion.

"Der Führer ist tief religiös, aber ganz antichristlich,"
Dr. Joseph Goebbels am 29.12.1939, 1933 - 1945 Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda
Ralf Georg Reuth, Joseph Goebbels Tagebücher, München 1992

Reines Christentum - das Christentum der Katakomben - ist darin interessiert, die christliche Doktrin zu verwirklichen. Es führt - auf den einfachsten Nenner gebracht - zur Vernichtung der Menschheit. Es ist nichts anderes als rückhaltloser Bolschewismus unter den Rauschgoldgirlanden der Metaphysik.
Der schlimmste Schlag, den die Menschheit jemals getroffen hat, war das Erscheinen des Christentums. Der Bolschewismus ist das uneheliche Kind des Christentums. Beide sind Erfindungen der Juden. In Sachen Religion war es das Christentum, das der Welt die vorsätzliche Lüge brachte. Bolschewismus praktiziert eine vergleichbare Lüge, indem er vorgibt, dem Menschen Freiheit zu bringen, während er ihn in Wirklichkeit zu versklaven beabsichtigt. In der antiken Welt waren die Beziehungen zwischen der Menschheit und den Göttern auf einem instinktiven Respekt begründet.“
"Das Beste ist es, das Christentum eines natürlichen Todes sterben zu lassen. Ein langsamer Tode hat etwas Tröstendes an sich. Das Dogma des Christentums wird mit den Fortschritten der Wissenschaft erledigt werden. Die Religion wird immer mehr Zugeständnisse machen müssen. Allmählich werden die Mythen zusammenbrechen."
"Christentum ist die Erfindung von kranken Gehirnen: Man kann sich nichts Sinnloseres ... vorstellen."
"Es ist bedauerlich, dass die Bibel ins Deutsche übersetzt wurde und dass das gesamte deutsche Volk in seiner Gesamtheit diesem unsinnigen jüdischem Geschwafel ausgesetzt wurde."
Zitate von Hitler aus dem Zeitraum Juli 1941 - Juli 1942, protokolliert von seinem Sekretär Martin Bormann

"The laws of nature were his religion. He could reconcile his violence better with nature than with the Christian doctrine of loving your neighbour and your enemy."
Traudel Junge, Bis zur letzten Stunde. Hitlers Sekretärin erzählt ihr Leben

Eine Reihe antikirchlicher Karikaturen zeigt das deutliche Bemühen, religiös suchende Menschen dadurch zur eigenen Seite herüberzuziehen, dass man Gott (oder die Vorsehung) für sich selbst reklamiert, die Kirchen aber auf der Seite Satans ansiedelt. Bei allem Kampf gegeneinander betrachteten die Nationalsozialisten Judentum, Christentum, Freimaurerei und Marxismus als Spielarten des Satans.Hans und Sophie Scholl, die Begründer der Widerstandsgruppe "Die Weiße Rose", die von den Nationalsozialisten hingerichtet wurden enthüllten Hitlers Heuchelei:
"Jedes Wort, das aus Hitlers Munde kommt, ist Lüge: Wenn er Frieden sagt, meint er den Krieg, und wenn er in frevelhaftester Weise den Namen des Allmächtigen nennt, meint er die Macht des Bösen, den gefallenen Engel, den Satan."
(Juli 1942, Widerstandsgruppe in München während der Zeit des Nationalsozialismus, Flugblatt IV, in: Rainer Bucher: Hitlers Theologie. Echter Verlag, Würzburg 2008, S. 124)
Der "Weißen Rose" gehörte auch der  katholische Willi Probst an, Willi Graf ein freigeistiger Suchender, der sich am Tag seiner Hinrichtung katholisch taufen ließ, sowie Alexander Schmorell, der von der russisch-orthodoxen Kirche im Ausland am 4.2.2012 heilig gesprochen wurde.

Pater Ingbert Naab stellte in dem Artikel "Der Kampf um die Menschenrechte" klar "Die Zehn Gebote sind zugleich die feierlichste Verkündigung der Menschenrechte" und betrachtet - in einer Art Gewissenserforschung -  die Zehn Gebote im Lichte der Menschenrechtseinschränkungen durch die Nationalsozialisten.
"Das erste Gebot: ... Wer immer sich an die Stelle Gottes setzt, den müssen wir bekämpfen. Ein protestantischer Theologe gab in den letzten Monaten einmal dem Gedanken Ausdruck, dass die Rassenreligion Rosenbergs eine Vergötzung des Menschen bedeutet, weil das Blut als die Norm des sittlichen Lebens betrachtet wird und nicht mehr das Gebot Gottes....
Das sechste Gebot: ... Wenn die Rassenideen der Hitlerbewegung allein das Eherecht bestimmen und wenn die zukünftigen Rasseämter entscheiden sollen, wer heiraten darf und wer nicht, dann setzt man an Stelle der göttlichen Gebote und der sich daraus ergebenden natürlichen Menschenrechte die Moral der Hundezüchter....
Das sechste Gebot: ...  Er [der Staat] kann aber niemals das Eigentumsrecht überhaupt aufheben oder rechtmäßig erworbenes Eigentum als nichtig erklären.
 

 



"Positives Christentum!"
Der Herausgeber der bekannten Wochenschrift "Der gerade Weg" Dr. Fritz Gerlich, erhielt unter vielen anderen folgende Zuschrift, die für sich selbst spricht:

 

München, den 25. Juli 1932
                  Herrn
                     Dr. Fritz Gerlich
                        Schmierfink beim Geraden Weg,
                                    Hier

        Wir warnen Sie ! Die nächsten Tage wir Ihnen Ihr schmutziges Handwerk gelegt werden. - Sie erbärmlicher Schmutzfink. Seien Sie überzeugt, daß die Stunde bald schlägt, wo Deutschland von Ihnen und Ihresgleichen befreit wird. Wir werden an Ihnen und Ihrer schwarzen Sippe ein besonderes Exempel statuieren, indem wir einen Scheiterhaufen aus allen in Deutschland befindlichen Christenkreuzen nebst den darauf befindlichen Christusfiguren - jenes Christus, welcher von einer jüdischen Hure geboren wurde - errichten, worauf Sie nebst dem üb-
rigen Pfaffengesindel einschließlich der ganzen
Marxistenbrut geschmort werden.
        Wenn dann die Befreiungsfeuer zum Himmel steigen, hat die Geburtsstunde der neuen arischen Religion begonnen, dann wird das Deutsche Volk dem einzigen auf Erden wandelnden Gott, Adolf Hitler, auf Knien dafür danken, daß er es von der jüdisch-christlich-marxistischen Pest befreit hat.

Heil Hitler
Blut und Tod allen Marxisten und Pfaffen!

 

Der Nationalsozialismus war eine Ersatzreligion

 

 

 

 

 

 

 

 

NS-Kundgebung, der Führer steht an dem altarartigen Rednerpult mit Hakenkreuz, dahinter das hochaltarartig installierte Eiserne Kreuz. Öffentliche Räume und Kundgebungen wurden in Anlehnung an Elemente des katholischen Kirchenraums und katholischer Gottesdienstformen angelehnt.

 

Prozession durch Berlin mit einem Hakenkreuz im Strahlenkranz anlässlich einer Tagung der Organisation ‘Kraft durch Freude’ - die Parallele zur Fronleichnamprozession (in der Katholiken die Hostie in einer Monstranz) durch die Straßen tragen ist unübersehbar
http://www.kreuz.net/?picture=gGdNXmwqRALH6SMZ_il8UXlAKEENWzLkd_TLnX-0Ghi8IV2j3ks


 

Führer - in Deinen Händen liegt das Schicksal von Millionen, die in Deinem Herzen wohnen, denen Du ein Glaube bist. - Führe uns! (In der Litzmannstädter Zeitung am Sonntag, den 2. Juni 1940 als "ein hervorragender künstlerischer Wandspruch" angepriesen; Amt für Presse und Propaganda (Hg.): Unsere Feiern, 1944 - Die religiöse Sprache erinnert an einen christlichen/katholischen Gebetszettel - mit dem Unterschied, dass der Führer die Stelle Gottes eingenommen hat....)
http://www.ghwk.de/2006-neu/wochenspruch.jpg

„Händchen falten, Köpfchen senken und an Adolf Hitler denken. Er gibt uns täglich Brot, er hilft aus aller Not. Amen.
Deutsches Kindergartengebet [Hitler ersetzt Gott!]

http://www.verfolgte-schueler.org/1933-45.htm

"Wir hörten oftmals deiner Stimme Klang
 und lauschten stumm und falteten die Hände,
da jedes Wort in unsere Seele drang.
Wir wissen alle: einmal kommt das Ende,
das uns befreien wird aus Not und Zwang.
Was ist ein Jahr der Zeitenwende !

Was ist da ein Gesetz, was hemmen will -

der reine Glaube, den du uns gegeben,
durchpulst bestimmend unser junges Leben.

Mein Führer, du allein bist Weg und Ziel!

Baldur von Schirach, Reichsjugendführer, zit. in Hans-Jochen Gamm. Der braune Kult. Hamburg 1962

 

"Adolf Hitler! Wir sind Dir allein verbunden! Wir wollen in dieser Stunde das Gelöbnis erneuern: Wir glauben auf dieser Erde allein an Adolf Hitler. Wir glauben, dass der Nationalsozialismus der allein seligmachende Glaube für unser Volk ist. Wir glauben, dass es einen Herrgott im Himmel gibt, der uns geschaffen hat, der uns führt, der uns lenkt und der uns sichtbar segnet. Und wir glauben, dass dieser Herrgott uns Adolf Hitler gesandt hat, damit Deutschland für alle Ewigkeit ein Fundament werde."

Robert Ley, Reichsorganisationsleiter, am 10.02.1937, zit. in Hans-Jochen Gamm. Der braune Kult. Hamburg 1962

 

Nichtkirchliche "Taufzeremonie" durch SS-Männer vor der Lebensflamme und dem Bild Adolf Hitlers, Verein Lebensborn (Das von Heinrich Himmler geschaffene Institut Lebensborn sollte "rassisch einwandfreien Frauen", die uneheliche gebären" die Möglichkeite kostenloser Entbindung sichern. Die SS stellte zudem "hochwertige Zeugungshelfer" für alleinstehende Mädchen und Frauen zur Verfügung, damit sie dem Staat Kinder gebären konnten. Später wollte man ein Gesetz erlassen, dass jede Frau dem Reich bis zum 30. Lebensjahr wenigstens ein Kind schenken müsse. Auf der anderen Seite sollte tüchtigen Männern die Möglichkeit der Mehrehe eingeräumt werden, um das "arische Blut" zu verbreiten)
http://einestages.spiegel.de/static/entry/die_kinderraub_maschine_der_nazis/1828/ns_taufzeremonie.html?o=position-ASCENDING&s=0&r=48&a=380&c=1

 


"Heilig soll uns sein jede Mutter guten Blutes". Plakette des "Lebensborns" im Kreis die Lebensrune, das SS-Zeichen und die Initialen HH für Heinrich Himmler, Reichsführer SS und Chef der Polizei. Die germanischen Runen wurden als Gegenzeichen zu griechisch-römischen Initialen (Christusmonogramm XP übereinandergelegt, IHS oder INRI) verwendet, die "Rasse" in den Rang der Heiligkeit erhoben.
http://www.lebensspuren-deutschland.eu/?page_id=8

 

" Über die Grenzen vielleicht sonst notwendiger bürgerlicher Gesetze und Gewohnheiten hinaus wird es auch außerhalb der Ehe für für deutsche Frauen und Mädel guten Blutes eine hohe Aufgabe sein können, nicht aus Leichtsinn, sondern in tiefem sittlichsten Ernst, Mütter der Kinder ins Feld ziehender Soldaten zu werden, von denen das Schicksal allein weiß, ob sie heimkehren oder für Deutschland fallen werden.... SS-Männer und ihr Mütter dieser von Deutschland erhofften Kinder, zeigt, dass ihr im Glauben an den Führer und im Willen zum ewigen Leben unseres Blutes und Volkes ebenso tapfer, wie Ihr für Deutschland zu kämpfen und zu sterben versteht, das Leben für Deutschland weiterzugeben willens seid!"

Heinrich Himmlers SS-Befehl für die gesamte SS und Polizei
http://www.ns-archiv.de/krieg/zukunft/faksimile/

(In Witzen des Dritten Reiches wurde Geschlechtsverkehr mit "Rekrutenmachen" umschrieben). Letztlich war dies eine politische Instrumentalisierung des Sexualtriebs  und mit der christlichen Ehemoral in keiner Weise vereinbar.
 

 

 

Statt des christlichen Kreuzes erscheint auf dem Grab als Todessymbol die heidnische germanische Totenrune, deren Umkehrung das Geburtszeichen bedeutet.

aus SS-Liederbuch, in Hans-Jochen Gamm. Der braune Kult. Hamburg 1962, S. 154


"
Je mehr einer an Wunder glaubt, umso weniger Religion hat er. Darum ist der Jude ein religionsloser Mensch; und der verjudete Christ täuscht sich über seine religiöse Armut mit der Fülle alttestamentlichen Erzählungen und neutestamentlichen magischen Legenden hinweg."
Alfred Ernst Rosenberg (Juli 1939, 1941 Reichsminister Ostministerium, Hans-Günther Seraphim: Das politische Tagebuch Alfred Rosenbergs aus den Jahren 1934/35 und 1939/40, Göttingen / Berlin / Frankfurt Aufl. 1964.

"Eine deutsche Kirche, ein deutsches Christentum ist Krampft. Man ist entweder Christ oder Deutscher. Beides kann man nicht sein."
Hitler am 6.7.1933, zit. nach Michalka (Bd. 1), Dokument 102

"Der größte Volksschaden sind unsere Pfarrer beider Konfessionen. Ich kann ihnen jetzt die Antwort nicht geben [...] Es wird der Augenblick kommen, da ich mit ihnen abrechne ohne langes Federlesen."
Adolf Hitler,
8.12.1942, Hitlers Tischgespräche im Führerhauptquartier: Entstehung, Struktur, Folgen des Nationalsozialismus, Henry Picker, Propyläen; 2. Aufl. 2/2009

 

"Unerbitterlich ist im Verlaufe des vergangenen Winters der Entschluss des Führers geworden, die christlichen Kirchen nach dem Sieg zu vernichten."

Dr. Joseph Goebbels (24. Mai 1942, 1933 - 1945 Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Elke Fröhlich (Hrsg.): Die Tagebücher von Joseph Goebbels. K. G. Saur, München. Teil II/Band 4, 1997–2005)
http://www.fundamentalismusdebatte.de/religion-ns/

 

"Nationalsozialistische und christliche Auffassungen sind unvereinbar. Ebenso wie die schädlichen Einflüsse der Astrologen, Wahrsager oder sonstiger Schwindler ausgeschaltet und durch den Staat unterdrückt werden, muss auch die Einflussmöglichkeit der Kirche restlos beseitigt werden."
Geheime Anweisung von Martin Bormann, Leiter der Parteikanzlei am 8.6.1941 an Parteifunktionäre betreffs "Endlösung", zit. bei Senninger S. 131

 

Für die annektierten Ostgebiete, wie den Warthegau, der auch sonst als Experimentierfeld und Mustergau galt, hatte Gauleiter Greiser die "Endlösung" der Kirchenfrage bereits geregelt: "Es gibt keine Kirchen mehr im gesellschaftlichen Sinn, nur religiöse Kirchegesellschaften im Sinne von Vereinen ... die Kirchenvereine dürfen kein Eigentum wie Gebäude, Häuser, Felder, Friedhöfe haben außer ihren Kultraum. Alle Stiftungen und Klöster werden aufgelöst." Fast die gesamte Geistlichkeit wurde festgenommen und in KZs eingeliefert. Eine Prottestnote von Kardinalstaatsekretär Maglione am 2.5.193 wurde "ungelesen" zurückgeschickt und damit für nicht existent erklärt. 1942 hatte Hitler einen Geheimbefehl erlassen, dass die diplomatischen Beziehungen zum Heiligen Stuhl sich nur auf das Reich in den Grenzen von 1933, also zur Zeit des Reichkonkordats, beziehen sollten.
Senninger, S. 131 f.

 

Entgegen der vielverbreiteten Behauptung, dass Hitler während des Krieges einen "Burgfrieden" mit der Kirche angeordnet habe, ging die Kirchenverfolgung auch im Inneren des Reiches weiter. Klöster wurden aufgelöst, kirchliche Kindergärten geschlossen, die Kirchenzeitungen eingestellt, Wallfahrten, Prozessionen und Exerzitien verboten.
Als die Gestapo daran ging, die Klöster in Münster beschlagnahmen und die Insassen zu vertreiben, legte Bischof Galen am 13.7.1941 in der St. Lamberti-Kirche den verbrecherischen Charakter des Regimes offen: "Der physischen Übermacht der der Geheimen Staatspolizei steht jeder deutsche Staatsbürger schutzlos gegenüber. Keiner von uns ist sich sicher - und mag er sich bewusst sein, der treueste Staatsbürger zu sein -, dass er nicht eines Tages aus deiner Wohnung geholt, seiner Freiheit beraubt, in den Kellern und Konzentratioslagern der Geheimen Staatspolizei eingesperrt wird. Ich bin mir darüber klar, das kann auch mir geschehen. Wich ich dann nicht mehr öffentlich sprechen kann, darum will ich heute öffentlich spreche - wir fordern Gerechtigkeit!". Der Predigtext, verbreitete sich - ohne dass man es zu organisieren brachte - über ganz Deutschland und gelang bis zu den Soldaten an der Front.
Senniger, S. 132 f

 

Die katholische Kirche hat zweitausend Jahre bestanden, wir aber werden ewig bestehen."

Dr. Joseph Goebbels zit. in Hans-Jochen Gamm. Der braune Kult. Hamburg 1962

Stille Nacht, heilige Nacht, / Alles schläft, einsam wacht / Nur der Kanzler treuer Hut. / Wacht zu Deutschlands Gedeihen gut./ Immer für uns bedacht.
Stille Nacht, heilige Nacht, / Alles schläft, einsam wacht / Adolf Hitler für Deutschlands Geschick, / Führt uns zur Größe, zum Ruhm und zum Glück, /Gibt uns Deutschen die Macht.
Stille Nacht, heilige Nacht, / Alles schläft, einsam wacht / Unser Führer für deutsches Land, / Von uns allen die Sorge er bannt. / Dass die Sonne uns lacht.
Fritz von Rabenau, 1934
http://www.dorsten-unterm-hakenkreuz.de/2012/05/28/hitler-sollte-nach-dem-endsieg-als-christus-ii-in-der-gralsburg-verschwinden-%E2%80%93-uber-die-missgluckte-ns-%C2%BBreligion%C2%AB/

Ganz offen sangen SA und HJ:

"Wir sind die fröhliche Hitlerjugend,
Wir brauchen keine christliche Tugend,
Denn unser Führer Adolf Hitler
Ist unser Erlöser, unser Mittler.

Kein Pfaff, kein böser kann uns verhindern,
Uns zu fühlen wie Hitlers Kinder.
Nicht Christus folgen wir, sondern Horst Wessel,
Fort mit Weihrauch und Weihwasserkessel!
Wir folgen singend Hitlers Fahnen,
Nur dann sind wir würdig unserer Ahnen.
Ich bin keine Christ und auch keine Katholik.
Ich geh mit SA durch Dünn und Dick.
Die Kirche kann mir gestohlen werden,
Das Hakenkreuz macht mich glücklich auf Erden;
Ihm will ich folgen auf Schritt und Tritt.
Baldur von Schirach, nimm micht mit.


"Nein wir haben nicht geblutet namenlos und ohne Ruhm
dass der deutschen Art verjudet weiter durch das Christentum. ...
Fort mit eurer Judenbibel, eurer salbungsvollen Art!
Knechtsinn, Demut sind von Übel, wir sind aufrecht, stolz und hart.
Papst und Rabbi sollen weichen, Heiden woll'n wir wieder sein....
Nicht mehr in die Kirche schleichen, Sonnenrad führt uns allein.
Refrain: Juden raus, Papst hinaus aus dem deutschen Vaterhaus!
(nach der Melodie "Vom Barette schwankt die Feder")

"Hängt die Juden, stellt die Schwarzen an die Wand!" oder "Die alte Judenschande ist endlich ausgefegt, die schwarze Lügenbande wühlt weiter unentwegt!"
Senninger, S. 95 und 110 f.

Im „Deutschen Bauernkalender“ von 1935 fehlen die christlichen Heiligennamen und Feste. Stattdessen gedachte man am Karfreitag der „Opfer der Christianisierung Germaniens, verbrannter Ketzer und Hexen“ und feierte an christlichen Feiertagen germanische Gottheiten.
(Gerhard Besier: Die Kirchen und das Dritte Reich, Berlin/München 2001, S. 142f, zit. Hesemann 260)

"In Deutschland besteht wirklich eine religiöse Verfolgung. Seit einiger Zeit wird behauptet und verbreitet, dass es dort keine Verfolgung gäbe. Wir hingegen wissen, dass sie da ist, und zwar schwer... Es ist eine Verfolgung, bei der es weder an der Gewaltanwendung noch an der Bedrückung durch Drohungen noch an verschlagenen und heuchlerischen Ränken fehlt."
Papst Pius XI. in seiner Weihnachtsbotschaft 1937 , zit. bei Senninger, S. 117

"Es müssen die Christen mit Schrecken ihre Zehn Gebote verstecken, sonst hagelt es Prügel und Spott. Sie können nicht Christen bleiben. Neue Götter vertreiben ihren jüdischen Friedensgott."
Szene "Die Bergpredigt" in Bertolt Brecht. Furcht und Elend des Dritten Reiches. 24 Szenen. Frankfurt: Suhrkamp Verlag 1957, S. 100.
 

  Wenig Katholiken leisteten Widerstand  

 

Im Gegensatz zum Widerstand der evangelischen "Bekennenden Kirche" ist der Widerstand aus dem Bereich der katholischen Kirche oft relativ wenig bekannt.

Der Berliner Bischof Preying hatte engen Kontakt mit Helmuth von Moltke vom Kreisauer Kreis.  Am Ende seines Besuches im September 1941 bat Preysing Moltke bald wiederzukommen, was dieser auch alle drei bis vier Wochen tat - nachweisbar sind 25 Besuche bis Ende 1943, einen vergleichbaren Partner hat Moltke in Berlin nicht gehabt; sie unterhielten sich oft stundenlang. Auch Verbindungen mit anderen Bischöfen wurden von dem Kreis gesucht und Kontakte zu Bischof von Galen und Bischof Wienken, dem Vertreter der Bischöfe bei den Berliner Regierungsstellen.. Besonders die Themen Widerstandsrecht und Eidesleistung machten den Verschwörern viel zu schaffen. Bischof Wienken verwies auf den Moraltheologen Mausbuch, der den Tyrannenmord in Ausnahmefällen zuließ. Das solche Verbindungen und Gespräche äußerst gefährlich waren, zeigt die Hinrichtung des Kaplans Dr. Hermann Wehrle.
Senninger, S. 142
http://www.kas.de/wf/doc/kas_11394-544-1-30.pdf?070717155939

Die Volksschullehrerin Therese Thoma war eine engagierte Katholikin. Die glaubens- und kirchenfeindlichen Maßnahmen der Nationalsozialisten brachten sie gegen das Regime auf. Als sie sich im Kampf um die Bewahrung der konfessionellen "Bekenntnisschulen" gegen die nationalsozialistischen "Gemeinschaftsschulen" einsetzte, wurde sie nach einem Disziplinarverfahren 1936 frühzeitig in den Ruhestand versetzt. Seither lebte sie von einer winzigen Pension. Offenbar war es ihr ein Bedürfnis, ihrem Feind direkt ins Auge zu blicken und seine Untaten festzuhalten: Von Oktober 1937 an besuchte sie die sogenannten religionswissenschaftlichen Vorträge an der nationalsozialistischen Hans-Schemm-Hochschule für Lehrerbildung in Pasing. Sie stenographierte die kirchenfeindlichen Vorträge mit und übergab die Transkripte an Kardinal Faulhaber und Rupert Mayer. Als in Schweizer Zeitungen Artikel über die Hans-Schemm-Schule erschienen, verbot der Dozent seinen Hörern mitzuschreiben und kündigte schärfste Maßnahmen gegen "Auslandsagenten" an. Therese Thoma ließ sich jedoch nicht einschüchtern. Sie schrieb den Vortrag "Die religiös getarnte Internationale des politischen Katholizismus" trotz aller Drohungen mit. Die nationalsozialistische Zuhörerschaft griff sie daraufhin tätlich an, und der Vorfall endete mit einer Anzeige bei der Gestapo. In den Vernehmungen sagte Therese Thoma lange gar nichts. Nach fünf Wochen Polizeihaft musste sie entlassen werden: Man konnte ihr nicht nachweisen, dass sie ihre Stenogramme tatsächlich fürs Ausland angefertigt hatte. Ihr weiteres Schicksal ist unbekannt.
http://www.widerstand.musin.de/index2-16.html

Bereits in den 1920er-Jahren erkannte der Jesuitenpater und Volksmissionar Rupert Mayer die von den Nationalsozialisten  ausgehende Gefahr. Nach deren Machtübernahme trat er entschieden für die Rechte der Kirche und für die Religionsfreiheit ein. Öffentlich erklärte er, dass ein Katholik nicht Nationalsozialist sein könne. Als 1935 die Caritassammlung verboten wurde, stellte er sich aus Protest am 18. Mai des Jahres mit der Sammelbüchse vor die St. Michaels-Kirche. Da er auch in seinen Predigten das Regime anprangerte, wurde über ihn im April 1937 ein Redeverbot verhängt. Als er dieses nicht befolgte, wurde er am 5. Juni verhaftet. Im Juli wurde er von einem Sondergericht wegen Kanzelmissbrauch verurteilt. Wegen der Entrüstung des Kardinals und weiter Teile der Münchner Bevölkerung wurde er jedoch freigelassen. Vor dem Sondergericht erklärte er: „Trotz des gegen mich verhängten Redeverbotes werde ich weiterhin predigen, selbst dann, wenn die staatlichen Behörden meine Kanzelreden als strafbare Handlungen und als Kanzelmissbrauch bewerten sollten.“ Da er weiterhin regimefeindlich predigte, wurde er am 5. Januar 1938 erneut verhaftet und in das Gefängnis in Landsberg am Lech gebracht. Durch eine Amnestie kam er am 3. Mai 1938 frei. Er hielt sich nunmehr an das Predigtverbot, weigerte sich jedoch, Auskunft über seine Seelsorgegespräche zu geben. Deshalb wurde er am 3. November 1939 zum dritten Mal verhaftet und in das Konzentrationslager Sachsenhausen gebracht. Nachdem sich sein Gesundheitszustand deutlich verschlechtert hatte, wurde er im August 1940 schließlich im Kloster Ettal interniert.
http://de.wikipedia.org/wiki/Rupert_Mayer


http://www.botschaften-mariens.de/botschaften/index.php?page=Thread&threadID=746

In der Enzyklika "Firmissimam constantiam" über den "Wiederstand gegen den Machtmissbrauch", gerichtet an die Bichöfe des von Bürgerkrieg heimgesuchten Mexikos vom 28.3.1937 waren die Grundsätze des Widerstandsrechts dargelegt und die Verteidigung der Grundrechte der religiösen und bürgerlichen Freiheiten als erlaubt anerkannt worden.
Bisweilen wird der katholischen Kirche vorgeworfen, nicht politische Opposition gegen das NS-Regime betrieben zu haben. Karl Otmar von Aretin stellte dazu fest:
"Die Kirchen besaßen keine Vollmacht, ihre Gläubigen zu politischem Widerstand aufzurufen. Die Entscheidung zu politischem Widerstand, die immer mit der Möglichkeit eines Todesurteils verbunden war, konnte immer nur von einem Einzelnen getroffen werden."
zit. in Senninger, S. 144

http://jasmin-geschichte.over-blog.de/pages/32_Gleichschaltung-1289201.html (ohne Quellenangaben, Schriften wurden aus Angst vor Repressalien anonym ím Untergrund verteilt)

Übersicht über Geistliche im KZ Dacha nach Nationen und Konfessionen
 

Senninger, S. 372

 

Pfarrerblock, auch Priesterblock, wurden in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern jene Baracken genannt, in denen Geistliche verschiedener Konfessionen und verschiedener, größtenteils aber polnischer, Nationalität inhaftiert waren. Im Lager Dachau fasste das NS-Regime gegen Ende 1940 sämtliche Geistlichen aus allen Lagern in mehreren Baracken zusammen. Da die polnischen Geistlichen nicht in normalen Kommandos arbeiteten, wurden sie als arbeitsscheu betitelt, darwinistisch als unnütze Esser betrachtet, und verstärkt für medizinische Versuchsreihen ausgewählt. Der tschechische katholische Priester Bedřich Hoffman (Friedrich Hoffmann) legte als Zeuge im ersten Dachauer Prozess eine Sammlung von Aufzeichnungen vor, die bewiesen, dass 324 katholische Priester infolge von Malaria-Versuchen während ihrer Haft im Konzentrationslager Dachau starben.

http://de.wikipedia.org/wiki/Pfarrerblock_%28KZ_Dachau%29 (dort auch eine Auflistung der inhaftierten katholischen Geistlichen)


In seinem Film "Der Neunte Tag" stellt der Regisseur Volker Schlöndorff als fiktives Drama die Verfolgung regimekritischer Geistlicher durch die Nationalsozialisten dar. Grundlage ist die autobiographische Erzählung „Pfarrerblock 25487“ von Jean Bernard über seinen Aufenthalt als Häftling im Pfarrerblock des KZ Dachau.
http://de.wikipedia.org/wiki/Der_neunte_Tag

 

 

Zusammengefunden. Es ist doch ein erhebendes Gefühl. Bruder in Christo. Sich gegenseitig zu verstehen und sei es auch nur in dem einen Punkt: Wie sabotiere ich die Arbeit der Regierung.
Der Stürmer, Nr. 46, November 1936, S. 7


Die gemeinsame Erfahrung der Unterdrückung förderte, zum Unmut der Nationalsozialisten, die Ökumene zwischen der katholischen und evangelischen Kirche. In Deutschland initieite der katholische Priester Max Joesph Metzger die ökumenische Una Sancta Bewegung („die eine, heilige (Kirche)“). Metzger wurde wegen seiner pazifistischen Überzeugung 1943 nach einem Schauverfahren vor dem Volksgerichtshof unter Roland Freisler zum Tode verurteilt und hingerichtet.

 

Wilhelm Freiherr von Pechmann, erster gewählter Präsident der Bayerischen Landessynode, und Mitglied der "Bekennenden Kirche" schrieb nach der Reichsprogromnacht am 15.11.1938 über einen Übergriff gegen den Palais von Kardinal Faulhaber: "Aber die kaum begreifliche "Provokation" könnte zur Quelle reichen Segens werden, wenn unsere evangelische Kirch hier in Bayern den zweifachen Entschluss fände, sich erstens gegen die Judenverfolgung zu wenden, die für das deutsche Volk eine kaum wieder gutzumachende Niederlage ohnegleichen bedeutet, zweitens aber auch der katholischen Kirche zur Seite zu stehen, von welcher heute nicht politisiert, wohl aber - denken Sie nur an einen Mann wie Pater Rupert Mayer! - für das uns gemeinsame heilige Kreuz gekämpft wird." Pechmann äußerte auch seine Dankbarkeit für die Enzyklika "Mit brennender Sorge."
Senninger, S. 326

 

Dem am 10.11.1943 zusammen mit katholischen Kaplänen im Lübecker Christenprozess hingerichteten evangelischen Pfarrer Karl Friedrich Stellbrink (ihr Blut floss buchstäblich ineinander) war im Urteil vorgeworfen worden, dass er sich nicht "gescheut hat, sich mit einem Vertreter des den Protestantismus bekämpfenden katholischen Kirche im Kampf gegen den Staat zusammenzutun."
Senninger, S. 330

 

Als im Februar 1937 eine Verhaftungswelle gegen die Pfarrer der "Bekennenden Kirche" einsetzte, auf deren Höhepunkt sich 800 Geistliche in Haft befanden, solidarisierte sich Bischof von Preysing offen mit ihnen: "Niemals zuvor sind wir so tief in Liebe und Mitleiden mit unseren Brüdern verbunden gewesen, die im Glauben von uns abweichen." Er besuchte Pastor Martin Niemöller in Dahlem und betonte ihm gegenüber "die Notwendigkeit einer Einheitsfront zwischen Bekenntniskirche und katholischer Kirche". Ein solches Bündnis hätte im Protestantismus schärfsten Widerspruch gefunden und den Deutschen Christen eine tödliche Waffe gegen die Bekenntnischristen "auf dem Weg nach Rom" geliefert.
Die ökumenischen Kontakte blieben auf kleine Kreise beschränkt und hatten keine Auswirkungen auf das Lehrsystem.
Senninger, S. 328

 

Dennoch haben besonders die Kontakte zwischen dem protestantischen Widerstandskämpfer Helmut James Graf von Moltke und dem Jesuiten Alfred Delp im Kreisauer Kreis haben zeigten, dass es in der NS-Zeit eine religiöse Ökumene und eine politische Zusammenarbeit zwischen Protestanten und Katholiken, ergänzt durch freiheitliche Sozialisten, gegeben hat, die bislang in der deutschen Gesellschaft singulär war.
http://www.kas.de/wf/doc/kas_11394-544-1-30.pdf?070717155939

 

Der frühere Bergmann und Gewerkschaftler Nikolaus Gross war  Hauptschriftleiter der NS-kritischen Westdeutschen Arbeiterzeitung, dem Verbandsorgan der KAB Westdeutschlands, die 1933 kurzzeitig verboten wurde 1935 in Kettelerwacht umbenannt wurde und 1938 endgültig verboten wurde. Seine Tätigkeit war mit vielen Reisen verbunden, was ihm bei seiner künftigen Widerstandstätigkeit behilflich war, und er vertrat die KAB auf katholischen Konferenzen. Bereits seit 1927 engagierte er sich zusammen mit Jakob Kaiser, Otto Müller und Bernhard Letterhaus im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Mit guten Freunden aus KAB, Christlichen Gewerkschaften, Zentrum u.a. beriet er im Kölner Kreis, der sich in der Verbandszentrale der KAB, dem Kettelerhaus in Köln traf, spätestens seit 1942 über Alternativen zum NS-Regime. Der Kölner Kreis arbeitete eng mit dem Berliner Kreis um Carl Friedrich Goerdeler zusammen und beteiligte sich an dessen Personalplanungen für die Zeit nach Hitler. Am 12. August 1944 wurde Nikolaus Groß in Zusammenhang mit dem Attentat vom 20. Juli verhaftet, obwohl nicht daran beteiligt. Gross wurde zum Tode verurteilt und am 23. Januar 1945 in Plötzensee erhängt. Die Nazis wollten keine Märtyrer, sondern suchten nur die brutale Vernichtung. Ein Grab gönnten sie dem Erhängten nicht und verwehrten ihm ein christliches Begräbnis. Seine Leiche wurde verbrannt und die Asche über die Rieselfelder verstreut.
http://www.nikolaus-gross.de/

 

"Lüge atmeten wir. Bis ins innerste Herzensgefüge
sickerte, Tropfen für Tropfen der giftige Nebel der Lüge.
Und wir schrien zur Hölle, gewürgt, erstickt von der Lüge,
dass im Strahl der Vernichtung die Wahrheit herniederschlüge.
!
Werner Bergengrün. Dies Irae. Eine Dichtung. München 1947, S. 7 (geschrieben im Sommer 1944)

 

Im Dritten Reich bedeutete bereits Nichtanpassung Widerstand.

 

  Hitler war ein  gläubiger Katholik....  
Hitler wurde von seiner Mutter katholisch erzogen.

Hitler ist nie aus der Kirche ausgetreten [anderswo heißt es plakativ "zu keinem Augenblick"]  und zahlte Kirchensteuer. [bis zur Machtergreifung]

Die Behauptung, dass Hitler ein "gläubiger Katholik" sei, dürfte im Sinne des christlichen Verständnisses von "gläubig" durch die obigen Ausführungen wohl hinreichend widerlegt sein.

Eine katholische Sozialisation im Elternhaus ist noch lange keine Garantie für die Verinnerlichung christlicher Einstellungen und Werte.

Der russische Diktator und Massenmörder war sogar orthodoxer Priesterseminarist und dennoch entwickelte er sich zum Verfolger der orthodoxen Kirche in Russland. Dennoch würde kaum jemand vom "orthodoxen Christen" Stalin sprechen

Viele Namenschristen bzw. Taufscheinchristen sind Kirchensteuerzahler. Über die konfessionelle Einstellung und die Orientierung an der katholischen Ethik muss dies nichts aussagen.

Am kirchlichen Leben nahm Hitler nicht teil und praktizierte z.B. nicht den sonntäglichen Kirchgang.

 

Wozu diese Seite?

Aus Sicht der Nationalsozialisten war die katholische Kirche -  entgegen allen  p r o p a g a n d i s t i s c h e n  Beteuerungen - unzweifelhaft ein  i d e o l o g i s c h e r  G e g n e r , der sich dem totalitären Anspruch der NS-Ideologie nicht unterwarf, den es mit allen Mitteln zu bekämpfen galt und der langfristig beseitigt werden sollte.
Unbestritten gab es  a u c h  unter Katholiken solche, die sich vom Nationalsozialismus  v e r f ü h r e n  ließen und zu M i t l ä u f e r n  oder gar  M i t t ä t e r n  wurden. Es lassen sich katholische Kleriker und Laien mit Aussagen  zitieren, die nicht gutgeheißen werden können und verurteilt werden müssen. Dabei ist eine Verurteilung aus der  s i c h e r e n  D i s t a n z und im Umfeld einer freiheitlichen-demokratischen Grundordnung und ohne Kenntnis des damaligen Umstände und Hintergründe allerdings auch einfacher.
Wenn  u n d i f f e r e n z i e r t  von  d e r  katholischen Kirche gesprochen wird, die den Nationalsozialismus unterstützt habe, so  geschieht dies meist in  d i f f a m i e r e n d e r  Absicht. Die Verbreitung  e i n s e i t i g  n e g a t i v er  Texte und Bilder über die katholische Kirche im Dritten Reich fördert die  s e l e k t i v e  W a h r n e h m u n g, die Verstärkung von R e s s e n t i m e n t s  und die Bildung von S t e r e o t y p e n  oder fest gefügten  V o r u r t e i l e n , die gegenüber gegenläufigen Fakten und Erkenntnissen weitestgehend  resistent sind. All diejenigen, die sich Ihre M e i n u n g  in Sache "Kirche und Nationalsozialismus" s c h o n  g e b i l d e t  z u  h a b e n  g l a u b e n, fühlen sich durch Negativberichte in ihren  a n t i k a t h o l i s c h e n  V o r u r t e i l e n  natürlich bestärkt und b e s t ä t i g t.
Die  M a n i p u l a t i o n s t e c h n i k e n  der Nationalsozialisten mit Zielrichtung auf die Christen, des genannte "p o s i t i v en Christentum" Hitlers und die Rolle der NS-Ideologie als  E r s a t z r e l i g i o n  wird von diesen Kritikern nicht hinterfragt.

  ? Im Gleichschritt mit unserer Zeit ...
vielleicht trifft dieser Slogan der AEG-Rundfunkgerätewerbung aus dem Dritten Reich mehr auf die "Meinungsmacher" unsere Zeit zu, als manch einer glaubt -
man denke nur an das von Stereotypen bestimmte Mainstream-Denken ... (damals war der "Volksempfänger" der "Volksverdummer" und heute?)

Die "Schlesischen Monatshefte" stellten 1935 fest: "Hörerwünsche werden sich in jedem Falle nur soweit berücksichtigen lassen, als sie der Programmgestaltung des Senders nicht zuwiderlaufen.... Der deutsche Rundfunk als vom Führer autorisiertes Instrument der Bewegung darf und muss auch für sich das Recht zur Wahrung des Führerprinzips in der künstlerischen Ausgestaltung seines Programms in Anspruch nehmen."
http://www.dra.de/rundfunkgeschichte/75jahreradio/nszeit/volksgenosse/inhalt_wuensche.html

 

... auch das gab es, ob es ins eigenen Weltbild passt oder nicht, ob es dem Zeitgeist entspricht oder nicht !

Weitere Beispiele diffamierender Internetseiten - die Titel sprechen schon für sich:

http://glaube-ist-heilbar.blogspot.de/2009/10/hitler-war-katholik.html ("Glaube ist heilbar" [vgl. die Äußerung Hitlers, s.o. !]")
http://www.reimbibel.de/Kirche-im-Dritten-Reich.htm ("Morden mit Gott: Hitlerverehrung und Kriegshetze von deutschen Kirchenführern", am Ende einer umfangreichen tendenziösen Zitatensammlung folgen dort Links zum IBKA (Internationaler Bund der Konfessionslosen und Atheisten) und zur Giordano-Bruno-Stiftung)
http://www.youtube.com/watch?v=n_uFgU6K1R4  (Hitler: "Christentum Basis unserer Moral" hoch geladen von gbsHumanistinMunich = Giordano-Bruno-Stiftung München)

Literaturhinweise (weniger bekannte Veröffentlichungen)

Ein Querschnitt durch die antikirchlichen Karikaturen aus der Zeit des Nationalsozialismus. Herausgegeben und kommentiert von Josef Oswald. München: Calig Verlag 1984
Gerhard Senninger. Glaubenszeugen oder Versager? Katholische Kirche und Nationalsozialismus. St. Ottilien: EOS Verlag 4. Aufl. 2009
Hans-Jochen Gamm. Der braune Kult. Das dritte Reich und seine Ersatzreligion. Ein Beitrag zur politischen Bildung. Hamburg: Rütten & Loening Verlag 1962
Heike Nierenz. Musik in den Ritualen einer Ersatzreligion. Der Nationalsozialismus und seine Gemeinschaftslieder - musikalische Analysen. Marburg: Tectum Verlag 2010
Arno Lustiger. Rettungswiderstand. Über die Judenretter in Europa während der NS-Zeit. Göttingen: Wallstein Verlag 2011
Prophetien wider das Dritte Reich. Aus den Schriften des Dr. Fritz Gerlich und des Paters Ingbert Naab O.F.M.Cap. Gesammelt von Dr. Johannes Steiner. München: Schnell & Steiner 1946
Augustin Niedermeier. Ein Kämpfer für Wahrheit und Recht. Fritz Gerlich - ein Mann des katholischen Widerstandes. St. Ottilien: EOS-Verlag 1995

http://www.eos-verlag.de/geschichte-und-kultur/drittes-reich-und-widerstand/ein-kaempfer-fuer-wahrheit-und-recht
Johann Neuhäuser. Kreuz und Hakenkreuz. Der Kampf des Nationalsozialismus gegen die katholische Kirche und den kirchlichen Widerstand. München: Höfling 1946
Zeugen für Christus. Das deutsche Martyriologium des 20. Jahrhunderts. Herausgegeben von Helmut Moll im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz, 5. erweiterte und aktualisierte Auflage, zwei Bände, 1732 Seiten, Paderborn: Verlag Ferdinand Schöningh


Internetadressen

Hitler glaubte nicht an Christus http://www.etika.com/d49ns/49ns22hitler1.htm
Glaubenszeugen oder Versager http://www.katholisches.info/2009/03/30/%E2%80%9Eglaubenszeugen-oder-versager-katholische-kirche-und-nationalsozialismus/
Religiös motivierter und kirchlicher Widerstand http://de.wikipedia.org/wiki/Widerstand_gegen_den_Nationalsozialismus#Religi.C3.B6s_motivierter_und_kirchlicher_Widerstand
Katholische Kirche und Nationalsozialismus http://www.karl-leisner-jugend.de/Kirche_Drittes_Reich.htm
Ernst Leuninger: Der Widerstand von Kirchen und Christen im 3. Reich. Zum 60. Gedenktag des 20. Juli 1944 http://www.leuninger.de/sozial/widerstand/widerstandmgk.pdf
(sein Bruder Franz Leuninger, christlicher Gewerkschaftler und entschiedener Gegner der Nazis hatte Kontakt mit der Widerstandsgruppe um Goerdeler und Beck und war nach dem gelungenen Umsturz als Oberpräsident der Provinz Schlesien vorgesehen. Nach dem Attentat auf Hitler am 20.07.1944 wurde er nach mehrmonatiger Haft in Berlin-Plözensee erhängt)
P. Martin Ramm: Der Widerstand der katholischen Jugend im Dritten Reich
http://www.kath-info.de/widerstand.html
Andreas Briegel, Der Widerstand der katholischen Jugend im Nationalsozialismus. Darstellung und didaktische Impulse für den Religionsunterricht. Schriftliche Hausarbeit für die Zulassung zur Ersten Staatsprüfung für das Lehramt an Realschulen, eingereicht am Lehrstuhl für Neueste Kirchengeschichte an der Uni Würzburg.
http://www.briegel-online.de/zulas/zl1-indx.htm
1933-1945: Christliche Demokraten im Widerstand gegen den Nationalsozialismus http://www.kas.de/wf/de/71.8752/
Widerstand im Namen Gottes. Eine Übersicht über bedeutende katholische Widerstandskämpfer
http://www.katholisch.de/44508.html
Beispiele des Widerstandes katholischer Geistlicher in Bayern gegen den Nationalsozialismus http://www.willy-aron-gesellschaft.de/downloads/Arbeitspapier04_2008.pdf
Fritz Michael Gerlich (1883-1934) -  Ein Publizist gegen Hitler
http://www.gerlich.com
Der gerade Weg (1932-1933), Illustrierter Sonntag (1929-1931)
http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/der-gerade-weg
Der Nationalsozialismus in München. Das konservativ katholische Milieu http://www.widerstand.musin.de/index1-3.html
Klostersturm im Rheinland 1940-1942
http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/themen/Das%20Rheinland%20im%2020.%20Jahrhundert/Seiten/
KlostersturmimRheinland1940%E2%80%931942.aspx
Märtyrer des Erzbistums Kölns im 20. Jahrhundert
http://thema.erzbistum-koeln.de/koelner-maertyrer/Dr_Hans_Karl_Rosenberg.html
Der Kölner Kreis http://www.echtnahdran.de/frameset.html?/koelnerkreis.html
Vor hundert Jahren: Friedrich Seitz, der erste Pfarrer im KZ Dachau wird geboren http://www.pfalzgeschichte.de/historische-schlaglichter/historisches-schlaglicht-2005/friedrich-seitz/
Staatsfeind in beiden deutschen Diktaturen. Der 97 Jahre alte Priester Hermann Scheipers aus Ochtrup ist der letzte Überlebende aus dem Priesterblock des KZ Dachau http://www.tabularasa-jena.de/artikel/artikel_3365/
Franz Stock (geistlicher Begleiter von durch die Nazis zu Tode verurteilten Franzosen, Wegbereiter der deutsch-französischen Versöhnung) http://www.franz-stock.org/
Alois Andricki (sorbischer Jugendseelsorger, auch in DDR-Zeiten verehrt, wo sich alle amtliche Aufmerksamkeit auf kommunistische Widerstandskämpfer konzentrierte)
http://www.andritzki.de


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