| "Heiligste
Dreifaltigkeit" Altdorf b.Nürnberg Symbolik der Zahl Drei |
|||||
Die Drei als Zahl der Synthese und VollkommenheitIst mit der Zwei die Einzigartigkeit der Eins
überwunden, so bildet die Drei die Synthese als Lösung dieser
Antithese. Unsere Welt erfahren wir als dreidimensional; fehlt eine Dimension, dann
ist die Wirklichkeit verkürzt. Die Drei ist die erste Zahl, die nach Aristoteles Anfang,
Mitte und Ende hat. In vielen Religionen gilt die Drei als Inbegriff der Vollkommenheit
und ist deshalb eine heilige Zahl so auch im Christentum und da vor allem in der Lehre von der Dreifaltigkeit Gottes. Treten drei Personen auf, so ist das ebenfalls
ein Zeichen von Wichtigkeit: Noach hatte
drei Söhne: Sein, Cham und Japhet, die zu Vätern ganzer Völker wurden (vgl.
Gen 9,18), der Tradition nach der Hamiten und der Semiten. Die drei Männer, die
Abraham aufsuchten, versinnbildlichen Gott selbst (vgl. Gen 18,2). Die drei Männer im
Feuerofen bezeugen das Erbarmen und die Macht Gottes (vgl. Dan 3). Drei
Magier kommen, um im Kind Jesus den neugeborenen König der Juden zu verehren
(vgl. Mt 2). Heute ist die Drei-Königs-Aktion der Sternsinger die
größte Kinder- und Jugendaktion in Deutschland. Zwischen dem Weihnachtsfest und dem Fest
der Erscheinung des Herrn schreiben Caspar, Melchior und Balthasar auf die Stürze der
Haustüren 20 + C + B + M + 06 - lat. Christus Mansionem Benedicat, Christ möge dieses
Haus segnen. Drei Jünger sind Zeugen der Verklärung Jesu (vgl. Mt 17,1). Drei
Frauen mit Namen Maria stehen unter dem Kreuz Jesu (vgl. Joh 19,25). Jesus macht von sich selbst eine dreifach Aussage: "Ich bin der Weg und die, Wahrheit und das Leben" (Joh 14,6). Paulus schreibt im Brief an die Korinther "Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung und Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen" (1.Kor. 13,13). Glaube, Hoffnung, Liebe - auf Latein fides, spes, caritas-, gelten als die drei göttlichen Tugenden, die häufig durch Kreuz, Anker und Herz versinnbildlicht werden. In der Kunst werden die göttlichen Tugenden auch zusammen mit den den vier Kardinaltugenden Tapferkeit, Gerechtigkeit, Klugheit, Mäßigung - auf Latein fortitudo, justitia, prudentia, temperantia - dargestellt. In der Mittelalterlichen Kunst werden drei Personen in der Deesis dargestellt, der am Jüngsten Tage zu Gericht sitzende Jesus mit Maria seine Mutter und Johannes dem Täufer, die für die zu richtenden Seelen bitten; drei Personen finden sich auch in der Darstellungen der Anna Selbdritt, Anna die Mutter Marias mit Maria und dem Jesuskind. Der Jahres- und Lebenszyklus wurde in vielen Kulturen als Dreiheit gesehen. Stichwörter hierfür sind
Eine Dreiheit von Göttern - die Göttertriade - als Symbol für die allumfassende Göttlichkeit existiert in der Mythologie vielen Kulturkreise.
In Märchen hat die Zahl drei ebenfalls eine herausragende Bedeutung. Es gibt drei Prinzen oder Prinzessinnen, drei Hexen, drei Schicksalsschwestern, drei Feen. In der Regel haben die Held(inn)en genau drei - in der Regel unlösbar scheinende - Aufgaben zu erfüllen. Drei Prüfungen sind zu besthen, und derjenige, der einer Fee begegnet, hat drei Wünsche offen. Und wie sagt der Volksmund: "aller guten Dinge sind drei!". Quellen: Basilius Doppelfeld: SYMBOLE IV.
Mensch und Zahl. Münsterschwarzach: Vier-Türme-Verlag 1994; |
|||||
| Home | Übersicht | Suche | © Dr. Martin Weimer, Altdorf b.Nürnberg |
||