Arbeitsfreier Sonntag

Arbeitsfreier Sonntag
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Impulse und Ideen im Kampf für den arbeitsfreien Sonntag

Biblische Grundlagen
Kulturelle Traditon
Zeit für Gott und die Menschen
Einhaltung des Sonntagsgebots
Gesetzlicher Schutz des Sonntags
Gescheiterte Versuche zur Abschaffung der Sonntags
Schleichende Erosion des Sonntags
Widerstand gegen die totale Ökonomisierung d
es Lebens
Sieben Gründe für den freien Sonntag

Zehn Argumente für den arbeitsfreien Sonntag

Kleines "Arsenal" für Öffentlichkeitsarbeiter

Biblische Grundlagen

Am siebten Tag vollendete Gott das Werk, das er geschaffen hatte, und er ruhte am siebten Tag, nachdem er sein ganzes Werk vollbracht hatte.
AT, Genesis 2,2

Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest.
AT, Exodus 20,8 (4. Gebot, das Moses auf dem Berg Sinai empfing)

Sechs Tage sollst du arbeiten und all dein Werk tun; aber der siebente Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht; da sollst du keine Arbeit tun, weder du noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Sklave, noch deine Sklavin, noch dein Rind, noch dein Esel, noch all dein Vieh, noch der Fremdling, der innert deiner Tore ist, auf dass dein Sklave und deine Sklavin ruhen wie du. Und sei dessen eingedenk, dass du Sklave gewesen bist im Lande Ägypten und dass der Herr, dein Gott, dich von dannen herausgeführt hat mit starker Hand und ausgerecktem Arm. Darum hat dir der Herr, dein Gott, geboten, den Ruhetag zu halten.
AT, Deuteronomium 5,12-15

Alles hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde.
[Der "selbstbestimmte", "moderne" Mensch dagegen möchte jederzeit an sieben Tagen rund um die Uhr seine Bedürfnisse befriedigen, ohne Rücksichtnahme auf (Mit-)Mensch und Umwelt ...]

AT, Prediger 3,1

Der Sabbat ist um des Menschen willen geschaffen worden und nicht der Mensch um des Sabbats willen. Somit ist der Sohn des Menschen Herr auch über den Sabbat
NT, Markus 2,28

An jedem Herrentage, wenn ihr zusammenkommt, brecht das Brot und sagt Dank, nachdem ihr zuvor eure Verfehlungen bekannt habt, damit euer Opfer rein sei.
Didache 14

Lieber will ich an eine unmittelbare Offenbarung Gottes glauben, als die Entstehung des Sonntags dem Zufall zuschreiben.
Pierre Joseph Proudhon (1809-18659), französischer Frühsozialist und Schriftsteller

Kulturelle Tradition

Wer alle Tage feiert, der fragt nichts nach dem Sonntag.
deutsches Sprichwort

Komme, Tag, gehe, Tag, Gott sende uns den Sonntag.
englisches Sprichwort

Der Sonntag ist für Gott, der Werktag für die Arbeit.
estnisches Sprichwort

Der Tag des Herrn, der Tag der Auferstehung, der Tag der Christen, ist unser Tag. Er wird Tag des Herrn genannt, denn an diesem Tag ist der Herr als Sieger zum Vater aufgestiegen. Wenn die Heiden ihn Tag der Sonnen nennen, bekennen auch wir das gerne, denn heute ist das Licht der Welt aufgegangen, heute ist die Sonne der Gerechtigkeit erschienen, deren Strahlen das Heil bringen.
Hieronymus (347-420), Theologe aus Palästina, Kirchenvater

Am Sonntag kommen wir alle zusammen, weil dies der erste Tag ist, an dem Gott, indem er Dunkelheit und Chaos umformte, das Universum schuf, und an dem selben Tag Jesus Christus, unser Erlöser von den Toten auferstanden ist [Ostern].
Justin (100-165), frühchristlicher Philosoph, Märtyrer

An diesem Tag ist auch Christus von den Toten auferstanden [Ostern]; an ihm ist der Heilige Geist vom Himmel auf die Apostel herabgekommen [Pfingsten].
Pirmin (-753), deutscher Mönch und Klöstergründer

Ohne den Sonntag können wir nicht leben.
Emeritus, Lektor in Nordafrika, Märtyrer von Abitene (verweigerte dem römischen Kaiser Diokletian, der die Christen verfolgte, den Gehorsam)

Denn man dient Gott auch durch Nichtstun, ja, durch keine Sache mehr als durch Nichtstun. Deshalb nämlich hat er gewollt, dass vor anderen Dingen der Sabbat so streng gehalten werde. Sieh zu, dass du das nicht verachtest.
Martin Luther (1483-1546), deutscher Reformator

Der Sonntag reibt den Rost der ganzen Woche ab.
Joseph Addison (1672-1719), englischer Diplomat, Gelehrter und Essayist

Die Nichtachtung des Sonntags ist auch ein laut schreiender Zeuge, wie tief das Christentum unter Christen gesunken ist. Wenn die Sonntage weder an die Verheißung des ewigen noch an die Weihung des zeitlichen Tages mehr erinnern, so ist es ein Zeichen, dass der Glaube an Christus, der uns an die Ewigkeit und an den Sonntag erinnern soll, bei der Mehrzahl der Christen in den letzten Zügen liegen muss.
Johann Michael Sailer (1751-1832), deutscher katholischer Theologe und Pädagoge, Bischof

Nehmt dem Menschen den Sonntag - und er vertiert.
Charles-Forbes-René de Montalembert (1810-1870) französischer Politiker und Historiker

Wer nicht in einem unerbittlichen Institut aufgewachsen ist, wird sein Lebtag die Bedeutung des Wortes "Sonntag" nicht ermessen. Sonntag, das ist der Tag, wo die erdrosselnde Hand der Angst um den Hals sich lockert, Sonntag, das ist ein Erwachen ohne den bangen Brechreiz, Sonntag, das ist der Tag ohne Prüfung, Strafe, erbitterten Lehrerschrei, der Tag ohne Schande, ohne zurückgewürgte Tränen, Erniedrigungen, der Tag, da man in einem süßen Glockenmeer erwacht.
[ungewohnte Formulierung für das moderne Ohr, aber eine zeitgemäße Umschreibung für den Sonntag als Tag der Befreiung!]
Caroline von Holnstein (1815-1859), bayerische Adelige

Wie der Sonntag am schönsten ist nach einer Woche voll großer Arbeitslast, so ist Glück nach Leiden am erquickendsten und am wenigsten gefährlich.
Carl Hilty (1833-1909), Schweizer Staatsrechtler und Laientheologe

Wie oft sind wir bereit, im Laufe des Alltags, bei unserem Tagwerk, den Sorgen der Woche nicht mehr an Gott zu denken, ihn zu vergessen. Wir müssen uns daher einen Tag vorbehalten, um an ihn zu denken, ihm den Tag weihen, um diesen Tag in seiner Gegenwart und in seinem Geiste zu leben. Wir müssen eine Ruhezeit einschalten, den Lauf unseres Handelns und Wirkens unterbrechen, um uns in Betrachtung und Einkehr zu versenken, um unserem Meister Zeit zu lassen, unsere getane Arbeit zu betrachten und zu beurteilen. Diese Rast, dieser "Frei-Tag", ist die erste Bindung der Heiligung.
Paul Claudel (1868-1955), französischer Schriftstelller


Feiertagschristus an der Pfarrkirche St. Kanzian von Saak im Gailtal, Österrreich: Gezeigt werden Werkzeuge, die an Sonn- und Feiertagen nicht genutzt werden sollen - schon früh wurde zur Einhaltung der Sonntagsruhe gemahnt
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d1/Noetsch_Saak_Kirche_Heiliger_Kanzian_Feiertags-Christus_20052007_31.jpg

Feiertagschristus Niedertrixen
Feiertagschristus aus der Kirche St. Stefan bei Niedertrixen in Kärnten, Österreich
http://www.sagen.at/fotos/showphoto.php/photo/47333/size/big

Eine weiteres Fresko eines Feiertagschristus findet sich in der Kirche St. Jodok in Ravensburg in Deutschland

Einhaltung des Sonntagsgebots

Wer den Sonntag nicht ehrt, ist des Segens nicht wert.
Theophilus von Antiochien (-183), kleinasiatischer Bischof

Alles tun zu seiner Zeit; Sonntagsarbeit nicht gedeiht!
deutsches Sprichwort

Wer den Sonntag nicht ehrt, ist am Montag verkehrt.
deutsches Sprichwort

Was man des Sonntags spinnt, gerät nicht.
deutsches Sprichwort

Wie dein Sonntag so dein Sterbetag.
deutsches Sprichwort

Der Sonntag bringt Unglück, wenn man arbeitet.
deutsche Bauernregel

Sonntagsarbeit macht nicht reich.
italienisches Sprichwort

Der Sonntag ist Gottes Eigentum, der Tag, der ihm gehört, der Tag des Herrn. Gott hat alle Tage der Woche gemacht, er könnte sie alle für sich beanspruchen. Sechs davon hat er uns gegeben und nur den siebenten für sich zurückbehalten. Mit welchem Recht rührt ihr an etwas, das euch nicht gehört? Ihr wißt, daß ein gestohlenes Gut niemals Segen bringt, auch nicht der Tag, den ihr dem Herrn nehmt. Ich kenne zwei Wege, wie man sicher arm wird: am Sonntag arbeiten und fremdes Gut sich aneignen.
Jean-Marie-Baptiste Vianney (1786-1859), französischer Priester, Hl. Pfarrer von Ars

Man halte den Arbeiter an Sonn- und Feiertagen durch Arbeiten nicht ab, seine christlichen Pflichten zu erfüllen.
Adolf Kolping (1813-65), deutscher katholischer Priester, Begründer des Kolpingwerks, "Gesellenvater"

Nicht das weiht den Sonntag, dass du an ihm nichts arbeitest, sondern das weiht ihn, dass du an ihm Gott ganz besonders für dich und in dir arbeiten lässt.
Hermann von Bezzel (1861-1917), deutscher evangelischer Theologe

Soll die Arbeit gedeihen, musst du Gott den Sonntag weihen.
Augustin Wibbelt (1862-1947), deutscher katholischer Priester und Dichter

Gott sorgt in diesem Gebot, wenn man so sagen darf, nicht für seine Ehre und seinen Kult, sondern für den Menschen und seine Freiheit und Befreiung. Gott will den Menschen eine regelmäßige Zeit der Ruhe schaffen.
Karl Rahner (1904-1984), deutscher katholischer Theologe und Religionsphilosoph

Zeit für Gott und die Menschen

Was wurde am siebten Tag erschaffen? Ruhe, Gelassenheit, Friede und Erholung.
rabbinische Weisheit

Miteinander reden und lachen, sich gegenseitig Gefälligkeiten erweisen, zusammen schöne Bücher lesen. Sich necken, aber auch einander Achtung erweisen. Mitunter auch streiten, ohne Hass, so wie man es nun einmal mit sich selbst tut. Manchmal auch in den Meinungen auseinander gehen und damit die Eintracht würzen. Einander beleben und voneinander lernen. Die Abwesenden schmerzlich vermissen, die Ankommenden freudig begrüßen. Lauter Zeichen der Liebe und Gegenliebe, die aus dem Herzen kommen, sich äußern in Miene, Wort und tausend freundlichen Gesten und wie Zündstoff den Geist in Gemeinschaft entflammen, so dass aus den vielen eine Einheit wurde.
Aurelius Augustinus (354-430), Bischof von Hippo/Norafrika, Philosoph, Kirchenvater, Heiliger

Der Mensch ist ein beschränktes Wesen. Unsere Beschränkung zu überdenken, ist der Sonntag gewidmet.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Sonntag blüh'n bei mir Künste und Wissenschaften. Die Wochentage bin ich Jurist und höchstens etwas Musiker; sonntags am Tag wird gezeichnet, und abends bin ich ein sehr witziger Autor bis in die späte Nacht.
E.T.A. Hoffmann (1776-1822), deutscher Schriftsteller

Oh wie lieb ist die Arbeit, wenn man dabei an etwas Liebes zu denken hat und sicher ist, am Sonntag mit ihm zusammen zu sein.
Gottfried Keller (1819-1890), deutscher Schriftsteller

Das Träumen ist der Sonntag des Denkens.
Henri Frédéric Amiel (1821-1881), französisch-schweizerischer Schriftsteller und Philosoph

Früher hieß es: Gebt der Seele einen Sonntag! Jetzt heißt es: Gebt dem Sonntag eine Seele!
Peter Rosegger (1843-1918), österreichischer Schriftsteller

Lasst euch den Sonntag nicht nehmen…Wenn deine Seele keinen Sonntag hat, verdorrt sie.
Albert Schweitzer (1875-1965), elsässischer evangelischer Theologe, Musiker, Arzt und Philosoph

Als der Teufel nicht mehr wusste, wie gegen das Evangelium ankommen, hat er den Sport aufgebracht und sich gesagt: Damit nehme ich ihnen den Sonntag und damit habe ich sie . . . Ach, er hat nur zu gut spekuliert.
Albert Schweitzer (1875-1965), elsässischer evangelischer Theologe, Musiker, Arzt und Philosoph

Die Woche beginnt mit einer Feier und nicht mit der Arbeit. Ich kann mir das Leben nicht erarbeiten. Längst bevor ich etwas tue, lebe ich.
Heckwolf, Domdekan

Sonntagsgottesdienst vs. Sonntagsarbeit
http://www.kda-bayern.de/themen/sonntagsallianz/

Verkaufsoffene Sonntage - eine Zerreißprobe
Verkaufsoffene Sonntage - eine Zerreißprobe
Arbeit statt Familie: Leidtragende des Wochenendkonsums
http://www.ems-vechte-news.de/karikatur-verkaufsoffene-sonntage-eine-zerreissprobe/

Gesetzlicher Schutz des Sonntags

Der Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage bleiben als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung gesetzlich geschützt.
Verfassung des Deutschen Reiches [=Weimarer Reichsverfassung] von 1919, Art. 139

Der Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage bleiben als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung geschützt.
Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, Artikel 140

Arbeitnehmer dürfen an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen von 0 bis 24 Uhr nicht beschäftigt werden.
§ 9 Sonn- und Feiertagsruhe, Abs. 1 Arbeitszeitgesetz (ArbZG)

Nach § 10 ArbZG gibt es zahlreiche Ausnahemen von der Regelung, nach der Arbeitnehmer in bestimmten Situationen, Diensten und Örtlichkeiten beschäftigt werden
https://de.wikipedia.org/wiki/Sonntagsruhe#Weblinks

Gescheiterte Versuche zur Abschaffung des Sonntags

Wenn man das Christentum den Todesstoß versetzen will, muss man den Sonntag abschaffen.
Voltaire (François Marie Arouet) (1694-1778), französischer Schriftsteller und Philosoph, Aufklärer

Am 22. September 1792 schaffte der Nationalkonvent die Monarchie ab; zugleich beschloss er, mit diesem Stichtag das „Jahr I der Republik“ (An I de la République Française) beginnen zu lassen und die staatlichen Institutionen zu verpflichten, die neue, geänderte Jahreszahl zu verwenden....
Der republikanische Kalender galt bis zum 31. Dezember 1805. Napoleon I. führte 1806 den gregorianischen Kalender wieder ein. In den Teilen Europas, die während der napolieonischen Zeit zum französischen Staatsgebiet gehörten, galt der Revolutionskalender verbindlich in öffentlichen Angelegenheiten. 1871 kam er nochmals während der linksradikalen Pariser Kommune zum Einsatz.

https://de.wikipedia.org/wiki/Franz%C3%B6sischer_Revolutionskalender

Die Revolution hatte in Frankreich die Trennung von Staat und Kirche durchgesetzt, daher sollte der neue Kalender keinen christlichen Bezug (z.B. Christi Geburt, christliche Feiertage) mehr enthalten. Die alte Datierung nach dem gregorianischen Kalender nannte man in revolutionären Verordnungen abschätzig ère vulgaire (E.V. statt a.D. [Jahr des Herrn]), also gemeine Ära. Außerdem sollte das Prinzip der "Vernunft" in der weitgehenden Anpassung an das Dezimalsystem zum Ausdruck kommen. Der Kalender führte eine Zehntagewoche ein. Dadurch gab es nur noch alle zehn Tage einen freien Tag (und zusätzlich einige Feiertage am Jahresende im September), was den Kalender nicht beliebt machte. Die Leute wollten sich nicht jeden dritten freien (Sonn-)Tag nehmen lassen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Franz%C3%B6sischer_Revolutionskalender

Ab 1. Oktober 1929 wurde aufgrund eines Regierungsdekretes vom 24. September 1929 der sowjetische Revolutionskalender in seiner ersten Variante eingeführt. Er sollte als antireligiöse Maßnahme die Sieben-Tage-Woche durch eine unterbrochene Fünf-Tage-Arbeitswoche mit 12 Monaten zu je 30 Tagen und 5 „überjahreszähligen“ arbeitsfreien Tagen überlagern und damit den christlichen Sonntag als Ruhetag abschaffen....Durch die Beseitigung der regelmäßigen Unterbrechung durch Nicht-Arbeitstage sollte die Effizienz der Industrieproduktion erhöht werden.... Die Unterteilung in Gruppen machte die neue Regelung problematisch, weil sie das familiäre und soziale Leben beeinträchtigte. Die erwartete Steigerung der Produktion trat ebenfalls nicht ein.
Mit dem 1. Dezember 1931 erfolgte eine Reform des sowjetischen Revolutionskalenders durch Stalin Es wurde ein System eingeführt, das eine Sechs-Tage-Arbeitswoche (die russische Bezeichnung „Schestidnewka“ könnte man, analog zu „Jahrzehnt“, etwa mit „Tagsechst“ übersetzen) mit einem gemeinsamen Ruhetag für alle Werktätigen am 6., 12., 18., 24. und 30. jedes Monats (sowie am 1. März) vorsah; hinzu kamen die oben genannten Feiertage.
1940 wurde schließlich der Revolutionskalender abgeschafft und die traditionelle Sieben-Tage-Woche wieder eingeführt. Damit erfolgte die vollständige Wiederherstellung des gregorianischen Kalenders. Als Gründe werden genannt, dass sich die Tradition des Sonntags als Ruhetag in der Bevölkerung nicht unterdrücken ließ und Werktätige häufig sowohl am offiziellen Ruhetag als auch am Sonntag der Arbeit fernblieben.
https://de.wikipedia.org/wiki/Sowjetischer_Revolutionskalender

Schleichende Erosion des Sonntags

Der Sonntag hat in der christlichen Geschichte einen besonderen Stellenwert. Er wird im Hinblick auf die Auferstehung Christi auch als 'Tag des Herrn' bezeichnet. Staatlicherseits steht der Sonntag durch den Grundgesetzartikel 140 unter besonderem Schutz. Entstanden ist der Ruhetag aus dem jüdischen Sabbat. Kaiser Konstantin ordnete 321 die Sonntagsruhe an und verbot jegliche Arbeit außer der Feldarbeit. Was 1700 Jahre die Kultur gefördert hat, haben der Sozialismus und einige Stadtverwaltungen der Ex-DDR zu Fall gebracht.
ARD/ZDF-Videotext unter "Kirche aktuell" am 19.08.99

Das Lager derjenigen, die das Verkaufsverbot am Sonntag komplett aufheben wollen ist mit 27,7 Prozent deutlich größer als das seiner strikten Verfechter (20,2 Prozent)....Dass die Einstellung zum Sonntagseinkauf auch mit der Zugehörigkeit zu einer Kirche zu tun haben dürfte, zeigt die regionale Verteilung: Während sich mehr als jeder dritte Ostdeutsche für eine freie Ladenöffnung am Sonntag ausspricht, tut das im – von stärkerer Kirchenzugehörigkeit geprägten – Westen nur jeder Vierte.
„Frage des Monats“ der Marktforschungsgesellschaft Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag der „Welt am Sonntag“ (2014)
https://www.welt.de/wirtschaft/article135605189/Deutsche-wollen-auch-am-Sonntag-einkaufen-gehen.html

Der Sonntag bleibt ein bisschen heilig
Das Bundesverwaltungsgericht hat den Sonderstatus des Sonntags als weitgehend arbeitsfreien Tag bestätigt. Eine Beschäftigung von Arbeitnehmern in Videotheken, Büchereien und Callcentern an Sonn- und Feiertagen sei nicht erforderlich, um besondere Bedürfnisse der Bevölkerung zu decken, entschied das Gericht am Mittwoch in Leipzig. Zur Begründung hieß es unter anderem, es sei kein erheblicher Schaden, "wenn der Schutz der Sonn- und Feiertagsruhe nicht hinter den Wunsch zurücktreten muss, spontan auftretende Bedürfnisse auch sofort erfüllt zu bekommen". So könnten "DVDs, Computerspiele oder Bücher für eine Nutzung am Sonn- oder Feiertag vorausschauend schon an Werktagen ausgeliehen werden". Mit der Entscheidung gaben die Bundesrichter einer Klage der Gewerkschaft Verdi und zweier evangelischer Dekanate teilweise statt. Sie hatten sich gegen eine Verordnung des Landes Hessen gewandt, das 2011 weitreichende Ausnahmen für den eigentlich arbeitsfreien Sonntag beschlossen hatte.

http://www.spiegel.de/karriere/sonntag-arbeitsfrei-bundesverwaltungsgericht-begrenzt-sonntagsarbeit-a-1005153.html 

In der Erosion des Sonntags und seiner Kultur wirken sich drei über Jahrhunderte laufende Prozesse aus: die Säkularisierung, die Individualisierung und die neue Sinngebung im Glück. Die Säkularisierung befreite den Menschen aus kirchlichen Bindungen, weil sie anstelle einer das Leben als ganzes tragenden Deutung eine Existenz in Sektoren und Segmenten ermöglichte. Die Gunst der Freiheit allerdings forderte vom Menschen die Kunst, jene Lebensvollzüge zu integrieren, die ihn eher auseinanderfallen ließen.
Roman Bleistein (1928-2000), deutscher katholischer Geistlicher, Jesuit

Heftig kritisiert die KAB in Nordrhein-Westfalen das Ergebnis des Koalitionsvertrages zwischen CDU und FDP: "Die CDU opfert auf Druck der FDP auf dem Altar der Macht den arbeitsfreien Sonntag. CDU und FDP überlassen den Tag des Herrn zunehmend dem Konsum und dem Profit", erklärt Andrea Hoffmeier, stellvertretende Diözesanvorsitzende des KAB Diözesanverbandes Köln. Am Wochenende einigten sich die NRW-Spitzenvertreter von CDU und FDP in Düsseldorf darauf, die verkaufsoffenen Sonntage in den Kommunen und Gemeinden des Landes auf acht in einem Kalenderjahr zu erhöhen. Damit gehen die Christdemokraten um den zukünftigen Ministerpräsidenten Armin Laschet weit über die Regelung der rot-grünen Vorgängerregierung hinaus. "Mit der Verdoppelung der verkaufsoffenen Sonntag durch die neue schwarz-gelbe Landesregierung setzt die CDU ein deutliches Signal auch an die anderen Bundesländer", so Hoffmeier. Sie befürchtet, dass nach NRW und Berlin nun andere Bundesländer den Sonntag dem Konsum opfern werden. Die KAB wertet den Anstieg auch als einen Angriff auf Familien. "Wer im Koalitionsvertrag fordert, dass nicht die Familie wirtschaftsfreundlicher, sondern die Wirtschaft familienfreundlicher werden soll und gleichzeitig die im Handel beschäftigten Frauen und Mütter nun sonntags zur Arbeit schickt, ist mehr als unglaubwürdig", betont Hoffmeier. Für immer mehr Familien werde es nun unmöglich, gemeinsame freie Zeit zu finden.
CDU und FDP wollen mit einem neuen Ladenöffnungsgesetz in NRW die rechtlichen Möglichkeiten schaffen, dass lediglich die Gemeinden die Kompetenz haben, die Ladenöffnungen zu beschließen. Laschet, der am 27. Juni vom Landtag zum Ministerpräsidenten gewählt werden will, plant zudem die Streichung des Anlassbezuges. "Dies widerspricht dem Urteil des Bundesverfassungsgericht, dass das Recht auf einen arbeitsfreien Sonntag höher stellt als wirtschaftliche Interessen oder Konsumwünsche", so Hannes Kreller, KAB-Sprecher der bundesweiten Allianz für den freien Sonntag. Kreller verlangt, dass die Mitsprache von Kirchen und Gewerkschaften nicht zur Disposition gestellt werde, wenn es um Arbeitnehmer oder kulturelle Belange des Gemeinwesens gehe. "Der Sonntagsschutz und der arbeitsfreie Sonntag als ein individuelles Freiheitsrecht darf nicht von einer christdemokratischen Partei um des lieben Koalitionsfriedens mit der FDP weiter eingeschränkt werden". Die völlige Freigabe der Öffnungszeiten an Samstagen sei ebenfalls nicht hinnehmbar. Für die Beschäftigten im Einzelhandel bedeutet dies, dass sie bis 24:00 Uhr arbeiten müssen und erst weit nach Mitternacht am Sonntagmorgen von der Arbeit nach Hause kommen", so Kreller.
http://www.kabdvkoeln.de/artikel/cdu-verkauf-freien-sonntag-fdp

Der Einzelhandel will den Kampf um den verkaufoffenen Sonntag nicht aufgeben – sondern ihn noch weiter verstärken. Warenhausmanager erklärten in Köln die Gründung einer Initiative „Selbstbestimmter Sonntag“, deren Ziel die vollständige Freigabe des Sonntags als Verkaufstag ist. „Kunden, Mitarbeiter und Händler sind mündig genug, um selbst zu bestimmen, ob sie am Sonntag einkaufen, arbeiten oder verkaufen wollen“, sagte Karstadt-Chef Stephan Fanderl. Kein Kaufhausmanager wolle an allen 52 Sonntagen im Jahr öffnen, aber die Entscheidungsfreiheit müsse her. Die Menschen vor sich selbst schützen zu wollen, entspreche weder einem modernen Menschenbild noch der Lebenswirklichkeit. [selbstbestimmt? auch für die Arbeitnehmer ?? s. wissenschaftliche Studien!]
https://www.welt.de/wirtschaft/article165049743/Jeder-Sonntag-soll-verkaufsoffen-werden.html

Durch den gesetzlichen Schutz des Sonntags ist der erste Tag der Woche für die allermeisten Menschen ein Geschenk: strong> unverplante, arbeitsfreie Zeit, gemeinsame Zeit mit und für die Familie, Zeit frei von Konsumzwang und Leistungsdruck, in der wir einfach Mensch sein dürften. Der christliche Sonntag hebe sich aus den Alltagen der Woche dadurch hervor, dass wir gemeinsam Gottesdienst feiern und dass wir uns an diesem Tag auf unsere Beziehung zu Gott, unseren Mitmenschen und der Welt besinnen. In der Eucharistiefeier am Sonntag dürften wir in Gottes Nähe zur Ruhe kommen und erleben, dass wir uns nicht nur auf unsere eigene Macht und die eigenen Fähigkeiten verlassen müssen, sondern dass unser Leben und die Welt Geschenk Gottes sind, das wir dankbar annehmen dürfen.
http://www.erzbistum-paderborn.de/669-Aktuelles/17983,Internationaler-Tag-des-freien-Sonntags.html 

Der Sonntag ist kein Tag wie jeder andere. Seine Bedeutung drückt sich in seiner Beständigkeit für die individuelle Lebensgestaltung der Menschen aus.  Der Sonntag ist eine frühe soziale Errungenschaft und wir meinen, gerade heute als Tag der Ruhe, der Gemeinschaft, der Befreiung von Sachzwängen, Fremdbestimmung und Zeitdruck unverzichtbar.
Immer stärker verbreitet sich jedoch inzwischen die Neigung, die wirtschaftlichen Interessen und die ökonomische Betrachtungsweise absolut zu setzen und ihnen alle Dimensionen des menschlichen und gesellschaftlichen Lebens unterzuordnen. Dadurch geraten die Sonn- und Feiertage als Perioden der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung stark unter Druck. Seit Jahren vollzieht sich eine schleichende Aushöhlung des Sonn- und Feiertagsschutzes. Immer mehr Bereiche werden für die Arbeit an Sonn und Feiertagen vereinnahmt.
https://www.kab.de/nc/themen/sonntagsschutz/ 

 


hhttps://www.domradio.de/themen/soziales/2017-03-03/vor-125-jahren-wurde-deutschland-die-sonntagsarbeit-verboten

Zunahme der verkaufsoffenen Sonntage in Bayern

Verkaufsoffene Sonn- und Feiertage in Bayern Anzahl der Öffnungen nach § 14 LadSchlG in den Bezirken 1990,1998, 2005 und 2010
http://hugendubelverdi.blogspot.de/2011/03/internationaler-tag-des-freien-sonntags.html

Verkaufsoffene Sonn- und Feiertage in Bayern 2009
http://www.kda-bayern.de/themen/sonntagsallianz/

Widerstand gegen die totale Ökonomisierung des Lebens

Das Auge der Zeit sieht an den Festtagen nichts als das Nichtarbeiten des Volkes, und an dem Nichtarbeiten den Verlust des Geldes, das durch die Industrie hätte gewonnen werden können.
Johann Michael Sailer (1751-1832), deutscher katholischer Theologe und Pädagoge, Bischof

Der Tag der Ruhe ist nicht ein natürliches, sondern ein geheiligtes Recht des Menschen. Es gibt keine Entproletarisierung ohne Sonntag, keinen Sonntag ohne Glauben, keinen Glaube ohne Messe.
Joseph Cardijn (1882-1967), belgischer katholischer Priester, Kardinal, Begründer der christlichen Arbeiterjugend CAJ

Was kostet uns der Sonntag? - Die Frage selbst ist schon der entscheidende Anschlag auf den Sonntag. Der Sonntag ist nämlich gerade dadurch Sonntag, dass er nichts kostet und - im ökonomischen Sinne - nichts bringt. Die Frage, was sein Schutz als arbeitsfreier Tag kostet, setzt nämlich voraus, dass wir gedanklich den Sonntag bereits in einen Arbeitstag erwandelt haben.
Robert Spaemann(´(1927-), deutscher Philosoph

Wir können den Sonntag nicht aufgeben, denn die Leute brauchen, wenn sie fünf oder sechs Tage gearbeitet haben, ihre Ruhe.
Heiner Geißler (1930-2017), deutscher Politiker, CDU

Sonntag. Das ist der Tag des langen Schlafens. Das ist der Tag des fetten Bratens. Das ist der Tag der Schwarzarbeit. Das ist der Tag der Autos und der vielen Kilometer. Das ist der Tag der Kleider und Arenen. Der Tag der Bierleichen, der Tag der Strohwitwen. Früher einmal was es der Tag des HERRN.
Rupert Schützbach (1933- ), deutscher Aphoristiker und Epigrammatiker

Der Sonntag bringt keinen Ertrag, aber er macht unser Leben erträglich. Er stört unser normales Leben, damit wir uns nicht selbst zerstören.
Johannes Jammernegg  (1941- ), deutscher Zisterzienserpater

Den Rhythmus der Schöpfung zu bewahren, ist also nicht nur ein Gebot unseres Glaubens. Es ist auch ein unverzichtbarer Beitrag zum Erhalt einer menschlichen Sozialkultur. Nicht um der Kirche und ihrer Selbsterhaltung willen, wohl aber um unserer Gesellschaft und ihrer menschlichen Gestaltung willen brauchen wir die durch den Sonntag gewährleisteten Räume, in denen eine Sonntagskultur gepflegt werden kann. Wer den Sonntag nicht heiligt, wird auch den Alltag nicht menschlich gestalten können. Der Sonntag und seine Kultur sind also kein Luxus, den sich eine durchökonomisierte Gesellschaft eigentlich nicht mehr leisten kann. Nein: Der Sonntag und seine Kultur öffnet ein Fenster zur Ewigkeit und ist damit Quelle des Lebens, ohne die Menschen die Kraft zur Arbeit verlieren.
Ulrich Fischer (1949- ), deutscher evangelischer Theologe, Landesbischof

In Deutschland keift die Kirche [Pardon "keifen"? - da sind die Kirchen ja in guter Gesellschaft mit den Gewerkschaften? "Keifen diese auch?] gegen die Öffnung von Geschäfte am Sonntag. In Holland hat man aus einigen Kirchen inzwischen Geschäfte gemacht. [ein erstrebenswerter Zustand, wenn die Kirche zum Konsumtempel wird?]
Thomas Häntsch (1958- ), deutscher Fotograf

Ich befürchte, dass dieser gesellschaftliche Tod Gottes bei uns gleichzeitig ein Tod des Geistes ist - das Verschwinden allen spirituellen Lebens, das diesen Namen verdient, zumindest im Westen. So das wir am Sonntagmorgen nur noch die Supermärkte füllen, weil die Kirchen sich leeren.
André Comte-Sponville (1952- ), französischer Philosoph, Schriftsteller [und das sagt ein bekennender Atheist ;-)]

Sonntags gehört Vati mir

In den 1950er Jahren forderte die Gewerkschaft den freien Samstag – heute diskutieren wir die 7-Tage-Woche. [und die scheibchenweise Erosion des Sonntags]
http://reneschneider.de/sonntagsruhe-nicht-dem-blossen-kommerz-opfern/

Ruh'n sollst Du am dritten Tag!
Flyer Warum ver.di sich für den arbeitsfreien Sonntag einsetzt.
Argumente gegen Sonntagsöffnung ... ohne Sonntag wäre jeder Tag ein Werktag

https://bochum-herne.verdi.de/++file++58bd68bdf1b4cd2b395b7531/download/Flyer%20Sonntags%C3%B6ffnung.pdf

Sieben gute Gründe für den freien Sonntag

1. DER SONNTAG IST EIN SYMBOL DER FREIHEIT
    Er ist der Tag, an dem wir vom Diktat der Arbeit frei sein und gemeinsam aufatmen sollen.
2. DER SONNTAG STELLT DEN MENSCHEN IN DEN MITTELPUNKT
    Der Sonntag steht gegen alle Versuche, den Menschen der Ökonomie zu unterwerfen.
3. DER SONNTAG IST EIN FAMILIENTAG
    Nur mehr am Sonntag hat die Familie Gelegenheit, einen ganzen Tag gemeinsam zu verbringen.
4. DER SONNTAG IST DER KITT DER GESELLSCHAFT
    Der Sonntag gibt der Gesellschaft Stabilität, weil er den Bürgern ermöglicht, sich zu treffen und
    zu  helfen, Erfahrungen auszutauschen und sich ehrenamtlich zu engagieren.
5. DER SONNTAG IST DER AKKU FÜR DIE WOCHE
    In einer ständig hektischer werdenden Zeit trägt der Sonntag zu Entschleunigung und Ruhe bei.
    Ob Gottesdienst, Sportveranstaltung, Wanderung, Familientreffen oder Lesen, der Sonntag gibt
    uns Zeit abzuschalten und für die Woche aufzutanken.
6. DER SONNTAG IST ZUM FEIERN DA
    Er ist ein großes Geschenk der jüdisch-christlichen Überlieferung an die Menschheit. Durch
    ihn sind wir aufgefordert, das Fest zu feiern, Kultur zu leben und uns nicht von Arbeit und
    Geschäftigkeit in Besitz nehmen zu lassen
.
7. DER SONNTAG STOPPT DIE GLEICHFÖRMIGKEIT
    Denn ohne Sonntagsruhe wären alle Tage gewöhnliche Werktage.

https://freier-sonntag-muenster.jimdo.com/2016/10/12/freier-sonntag-m%C3%BCnster-plakatiert/

Zehn Argumente für den arbeitsfreien Sonntag

"Gott sei Dank, es gibt den Sonntag"

  1. Der Sonntag ist Ruhetag. Gott selbst hat es vorgemacht: Es gibt Zeiten der Arbeit und Zeiten der Ruhe: Der Sonntag ist der Tag, an dem nicht gearbeitet wird.
  2. Der Sonntag gibt der Woche den Rhythmus. Ohne Rhythmus wäre das Leben Chaos, ohne regelmäßig wiederkehrende Abläufe würde der Mensch krank. Der Sonntag gibt der Woche den Takt an.
  3. Der Sonntag ist Feiertag. Menschen leben nicht nur von der Arbeit. Sie brauchen auch Zeit zum Feiern. Für Christinnen und Christen ist das Woche für Woche der Sonntag. Dann feiern sie gemeinsam Gottesdienst und hören auf Gottes Wort.
  4. Der Sonntag ist ein Tag der Erinnerung. Menschen haben eine Geschichte, die ihr Leben bestimmt. Am Sonntag gedenken Christinnen und Christen der Grundlagen ihres Glaubens: In der Tradition des Alten Testaments an den Auszug Israels aus Ägypten (5. Mose 5,15), vor neutestamentlichem Hintergrund an die Auferstehung Jesu Christi.
  5. Der Sonntag ist ein freier Tag für die ganze Gesellschaft. Nach biblischer Tradition ist der Sonntag ein freier Tag für alle Menschen, nicht nur für die Mitglieder der Kirchen. Deshalb macht sich die Kirche für den arbeitsfreien Sonntag stark. Sie dankt allen, die an diesem Tag arbeiten, damit wir uns wohl und sicher fühlen können. Unsere Kirche setzt sich aber dafür ein, dass ihre Tätigkeiten Ausnahmen bleiben und Arbeit am Sonntag nicht zur Regel wird.
  6. Der Sonntag stellt den Menschen in den Mittelpunkt. Maschinen brauchen keine Erholungspausen, sie laufen rund um die Uhr. An Werktagen geben sie das Tempo vor, der Sonntag orientiert sich dagegen am Menschen.
  7. Der Sonntag rückt die Werte ins rechte Licht. Niemand muss immer und überall kaufen müssen, wenn es ihn gerade danach gelüstet. Der Sonntag schützt den Menschen davor, falschen Werten nachzulaufen. Er bietet Gelegenheit zur Besinnung auf das, was zählt.
  8. Der Sonntag ist Familientag. In Zeiten zunehmender Arbeitsbelastung und flexibler Arbeitszeiten gewinnt der Sonntag als gemeinsam begangener Tag aller Familienmitglieder an Bedeutung. Diese Möglichkeiten sollten auch den Angestellten im Einzelhandel zu Gute kommen, die bei einer Öffnung der Läden am Sonntag arbeiten müssten.
  9. Der Sonntag gibt Kraft für die neue Woche. Ob Gottesdienst, Wanderung, Spielenachmittag oder Zeit für Lektüre und Gespräch - der Sonntag gibt Raum, um für die Woche aufzutanken. Der Sonntag ist eine lebensnotwendige Atempause für uns Menschen. Oder um es mit Albert Schweitzer zu sagen: "Wenn deine Seele keinen Sonntag hat, dann verdorrt sie."
  10. Der Sonntag ist auch nach fast 2000 Jahren noch lebendig. Kaiser Konstantin hat den Sonntag im Jahr 321 zum öffentlichen Ruhetag erklärt und damit dem Abendland ein wertvolles Kulturgut hinterlassen. Kurzsichtiges Konsumdenken sollte dieses Kulturgut, das in Artikel 140 des Grundgesetzes besonders geschützt ist, nicht zerstören. Unser Leben ist mehr als Arbeit, Kaufen und Besitzen. Dafür steht der Sonntag.

https://www.sonntagsruhe.de/argumente.htm

Kleines "Arsenal" für Öffentlichkeitsarbeiter ;-)

Akttionen im öffentlichen Raum - z.B. an verkaufoffenen Sonn- und Feiertagen

Sonntag da legst di nieder! - KAB-Aktion für die Sonntagsruhe
http://www.obermain.de/lokal/lichtenfels/art2414,146483,B::pic2417,152413/a>

Aufkleber

Ohne Sonntag gibt's nur noch Werktage.

Ohne Sonntag gibt' nur noch Werktage.

AArgumentationshilfen
http://www.ksi.de/sonntag/Argumentationen.htm/a>

Brief- und Unterschriftensammlung
Allianz für den freien Sontag
hhttp://www.allianz-fuer-den-freien-sonntag.de

Buttons
Gott sei Dank, es ist Sonntag
http://www.oekumene-ack.de/aktuell/nachrichtenarchiv/artikel/artikeldetails/gott-sei-dank-es-ist-sonntag-ack-begruesst-initiativen-zum-sonntagsschutz/

 

Cartoons

Mein Sonntag ...
Mein Sonntag ... Kirchi zwischen der Arbeit
Cartoon von Werner "Tiki" Küstenmacher
http://www.caj-bayern.de/index.php/aktionen/sonntagsschutz

Domainname
Website mit dem Namen des "Streitgegenstandes" bzw. des kontrovers diskutierten Sachverhaltes
EKD - Evangelische Kirche im Rheinland
http://www.sonntagsruhe.de

Downloadbereich/b>
Word-Dokumente zum Herunterladen
http://www.ksi.de/sonntag/download.htm

FFernsehdokumentationen

Flugblätter

Handzettel

Gemeinsame Erklärungen
Menschen brauchen den Sonntag. br>Gemeinsame Erklärung des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz
http://www.ksi.de/sonntag/gemeinsam.htm

Internationaler Aktionstag
Internationaler Tag des freien Sonntags
Internationaler Tag des freien Sonntags
https://www.kab.de/themen/sonntagsschutz/3-maerz-tag-des-freien-sonntags/

Internationale Vernetzung
European Sunday Alliance
European Sunday Alliance
http://www.europeansundayalliance.eu/
Die Europäische Sonntagsallianz gründete im EU Parlament anlässlich des Europäischen Tages für den freien Sonntag, in Anwesenheit von EU-ParlamentarierInnen aus unterschiedlichen Parteien, die „Interest Group - Work-Life Balance".
https://www.kab.de/themen/sonntagsschutz/work-life-balance/

Kommentare
Der Ausverkauf des Sonntag. Bischof Franz Kamphaus br>
http://www.ksi.de/sonntag/Ausverkauf.htm

Literaturlisten
Hintergrundliteratur, insbesondere "populäre Titel" auch solche weniger bekannter Verlage und ggf. "graue" Literatur/font>
hhttp://www.ksi.de/sonntag/literatur.htm

Logos

Mailinglistenbr> VVeröffentlichung von "Visitenkarten" auch lokaler und regionaler Initiativen und Aktionen http://www.ksi.de/sonntag/gaesteb/mailingliste.htm/a>

Netzwerkbildung
Allianz für den freien Sonntag
Allianz für den freien Sonntag
http://www.kabdvkoeln.de/artikel/cdu-verkauf-freien-sonntag-fdp

Plakate

Lasst den Sonntag in Ruhe!

https://freier-sonntag-muenster.jimdo.com/2016/10/12/freier-sonntag-m%C3%BCnster-plakatiert//a> 


in Anspielung auf das "altbekannte" Sonntagskonzert

EKD - Evangelische Kirche im Rheinland http://www.sonntagsruhe.de


KSI - Katholisches Sozialwissenschaftliches Institut
http://www.ksi.de/sonntag/Ballon.htm

Wer den Sonntag nicht ehrt ist unserer Stimme nicht wert
Wer den Sonntag nicht ehrt, ist unsere Stimme nicht wert
https://www.yumpu.com/de/document/view/21344297/sonntagsschutz-und-ladenschluss-bayern-sonntagsallianz-marz

Postkarten
Ich bin dabei. Werktags für sie da ... sonntags geschlossen!
Ich bin dabei. Werktags für Sie da ... sonntags geschlossen!
http://www.kda-bayern.de/themen/sonntagsallianz/

 
Weltkulturerbe Sonntag. NEIN zur Ausdehnung der Sonntagsarbeit.
Wegen der roten Farbe heißen die Sonn- und Feiertage im Englischen red letter days.

http://www.thebe.ch/werktagschristinnen_d.html

Radiospots

Slogans
Kommunikation und Kultur statt Kommerz und Konsum!
http://www.kab-bamberg.de/service/aktuelles/d/internationaler-tag-des-freien-sonntags-am-3-maerz-2015.html

Es bleibt dabei - der Sonntag ist frei!
http://www.kda-bayern.de/themen/sonntagsallianz/

Thesenpapiere
Gute Gründe für den arbeitsfreien Sonntag
hhttp://www.ksi.de/sonntag/Gründe.htm

Videos
Katholische Arbeitnehmerbewegung Deutschlands e.V.
https://www.kab.de/themen/sonntagsschutz/videos-sonntagsschutz/

Verkauft den Sonntag nicht!
http://www.kda-bayern.de/themen/sonntagsallianz/

Websites mit sprechenden Namen
Sonntagsruhe

https://www.sonntagsruhe.de/

dort weitere Ideen: Animationen, Banner

Termine für Aktionen: hhttps://www.verkaufsoffener-sonntag.com/verkaufsoffener-sonntag.com

Wissenschaftliche Studien
Verkaufsoffene Sonntage schaden den Verkäufern
Aber es gibt gute Gründe dafür, dass die Läden an den Sonntagen geschlossen bleiben und die Gewerkschaft Ver.di so vehement gegen jeden einzelnen verkaufsoffenen Sonntag kämpft. Und zwar aus Sicht der Verkäufer in den Läden. Mit jeder Stunde nämlich, die ein Geschäft länger offen bleibt, steigt für sie die Gefahr des sozialen Abstiegs.
Um diesen scheinbar paradoxen Zusammenhang zu erklären, muss man gar nicht weit ausholen. Längere Öffnungszeiten bedeuten mehr Kosten: für Strom, Heizung, vor allem aber für das Personal, das die Grillkohle, die Ostereier oder die T-Shirts nachbestellt, in Regale verstaut und an der Kasse abrechnet. /span>
Wirtschaftswissenschaftler der Schweizer Investmentbank Credit Suisse haben diesen Zusammenhang, mit dem auch Ver.di stets argumentiert, 2014 in einer Studie am Beispiel der Stadt Lausanne nachgewiesen. Längere Öffnungszeiten führen demnach zwar dazu, dass Einzelhändler am Monatsende ein bisschen mehr Geld in der Tasche haben – aber die dadurch entstehenden Kosten fressen diesen Vorteil fast komplett auf.
Eigentlich klar, bestätigt auch der Einzelhandelsverband HDE auf Anfrage. Woher soll auch das zusätzliche Geld kommen, das die Kunden in den Läden lassen? Zumal derjenige Anteil am Einkommen, den deutsche Kunden für Nahrung und Kleidung ausgeben, seit Jahren schrumpft. Das konstatiert etwa das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI).
Anders ausgedrückt: Egal, wie lange die Läden offen sind, egal, wie groß die Verkaufsflächen – es lässt sich einfach kaum mehr aus den Portemonnaies der Kunden locken. Stattdessen machen sich die Ladenbesitzer nur gegenseitig Konkurrenz.
Es ist derselbe Effekt wie im Kino: Wenn vorne jemand aufsteht, müssen alle, die hinter ihm sitzen, auch aufstehen, um noch etwas sehen zu können. Am Ende hat niemand einen Vorteil. Es wird ganz einfach für alle nur unbequemer.
Genauer gesagt wird es vor allem für die Angestellten unbequemer. Denn die Ladenbesitzer sind oft große Filialisten – und die wälzen den Wettbewerbsdruck zunehmend auf ihre Mitarbeiter ab. Sie drücken sie immer häufiger in unfreiwillige flexible Teilzeitverträge. Solche Beschäftigungsverhältnisse, die es den Arbeitgebern ermöglichen, Verkäufer wieder nach Hause zu schicken oder ihre Schichten kurzfristig abzusagen, wenn die Läden leer sind.
So verhindern sie, dass Verkäufer, die gelangweilt im Laden herumstehen, trotzdem bezahlt werden müssen. Für viele Angestellte ist das hochproblematisch. Sie wissen nicht, wie häufig sie eingesetzt werden, wie viel Geld sie am Monatsende in der Tasche haben werden und ob sie damit die Rechnungen ihrer Familie bezahlen können.
In Deutschland arbeiten schon jetzt rund 1,5 Millionen Menschen mit solchen Arbeitsverträgen, geht aus Auswertungen des Statistischen Bundesamts hervor. Und die Tendenz steigt laut Arbeitsmarktexperten, gerade im Einzelhandel und Gastgewerbe.
Firmen wie die US-Spielzeugkette Toys’R’Us oder Modeläden wie H&M bedienen sich immer häufiger solcher Verträge. Bei der Spielzeugkette haben demnach neun von zehn Angestellten nur noch solche Verträge, können sich aber auch keinen zweiten Teilzeitjob suchen, weil sie sich ja für Einsätze bereit halten müssen. Zum Beispiel am verkaufsoffenen Sonntag. Einfach in eine andere Firma wechseln geht auch nicht, weil gerade im Einzelhandel immer mehr Firmen dieses Vertragsmodell fahren.
Das hat Folgen für ganz Deutschland: Ein Teil der Angestellten im Einzelhandel kommt mit seinem Einkommen nicht aus und muss es mit Sozialleistungen aufstocken. Letztlich also zahlen wir Kunden dafür mit, dass die Angestellten in den Läden zu unbequemen Zeiten arbeiten müssen und dabei am Monatsende unter Umständen trotzdem weniger Geld in der Tasche haben.
Unter ihnen sind vermutlich auch einige Verkäuferinnen, die viel lieber die Sonntagsruhe mit ihren Kindern genießen würden. Auch daran sollte man zumindest einen kurzen Gedanken verschwenden, bevor man reflexartig nach verkaufsoffenen Sonntagen ruft.
Das Konstrukt der unfreiwilligen Teilzeit ist übrigens völlig legal. Es gibt keine Pläne der Bundesregierung, es einzuschränken. Damit ist die Politik auf einer Linie mit dem Einzelhandelsverband, wo man findet: Jeder Händler muss selbst entscheiden dürfen, wann sein Laden geöffnet sein darf. Auch sonntags....
https://www.welt.de/debatte/kommentare/article164711002/Verkaufsoffene-Sonntage-schaden-den-Verkaeufern.html

 

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